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"Bullshit" nach Harry G. Frankfurt und "Gerede" nach Heidegger. Versuch einer Annäherung der beiden Theorien

Title: "Bullshit" nach Harry G. Frankfurt und "Gerede" nach Heidegger. Versuch einer Annäherung der beiden Theorien

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Patrick Schmitt (Author)

Politics - Basics and General
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„Es ist eine groteske Vorstellung, wir selbst seien fest umrissene und klar bestimmte Wesen, die sich richtig oder falsch beschreiben könnten, während es sich als unsinnig erwiesen habe, irgendwelchen anderen Dingen klare Bestimmungen zuweisen zu wollen. (...) Nichts in der Theorie und erst recht nichts in der Erfahrung (stützt) die abstruse These, ein Mensch vermöge am ehesten noch die Wahrheit über sich selbst zu erkennen. Die Tatsachen und Aussagen über uns selbst sind keineswegs besonders solide und resistent gegen eine Auflösung durch skeptisches Denken. In Wirklichkeit sind wir Menschen schwer zu packende Wesen. Unsere Natur ist notorisch instabiler und weniger eingewurzelt als die Natur anderer Dinge. Und angesichts dieser Tatsache ist Aufrichtigkeit selbst "Bullshit“.

Dieses Zitat von Harry G. Frankfurt aus seinem Buch „Bullshit“ beschreibt seine Sicht der Menschen und deren Vermögen, sich ausschließlich über Fakten und Wahrheiten mitzuteilen. Die Menschen sind vielmehr instabile und wechselhafte Wesen, die letztlich durch individuelle Gefühlslagen zu subjektiven Entscheidungen neigen, die in der Regel ihr Leben selbst einfacher gestalten, oder vielmehr sich selbst auszeichnen und in den Mittelpunkt rücken.

Diese Seite des „Bullshittings“ und deren Notwendigkeit in einer Gesellschaft meint Harry G. Frankfurt herausgefunden zu haben und beschreibt eindringlich, welche Funktion das „Bullshitting“ in einer Gesellschaft erfüllt und was die Motive der einzelnen Individuen sind.

In dieser Arbeit soll sich den wesentlichen Merkmalen von "Bullshit" genähert werden. Darüber hinaus werden Übereinstimmungen und Gegensätze aufgezeigt, die sich zu anderen Sichtweisen ergeben. Hier wird besonders der Schwerpunkt auf Heidegger und seine Sicht des „Man“ und dem „Gerede“ liegen.

Nachdem die Rahmenbedingungen der jeweiligen Ansätze erklärt und abgesteckt wurden, beschäftigt sich diese Arbeit damit, wie nah verwandt der "Bullshit" mit dem „Man“ oder dem „Gerede“ ist und welche Gefahren hier für die Wahrheit bestehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der „Bullshit“

2.1 Was zeichnet den Bullshit aus und welche Eingrenzungen gibt es?

2.2 Ist Bullshit eine Lüge oder sogar noch gefährlicher für die Wahrheit?

3. Heideggers „Man“ und „Gerede“

3.1. Heideggers „Man“

3.2 Heideggers „Das Gerede“

4. Versuch einer Annäherung des Bullshits an das Gerede und das Man

4.1 Was ist der Wahrheit gefährlicher?

4.2. Sozialkritische Auseinandersetzung: Kommt eine Gesellschaft ohne „Bullshitting“ oder entpersonalisierte Meinungen aus?

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Phänomene des Bullshits, des „Geredes“ und des „Mans“, um deren Rolle und Funktion innerhalb der modernen Kommunikation sowie ihre jeweilige Gefährdung für die Wahrheit zu analysieren.

  • Analyse des Bullshit-Begriffs nach Harry G. Frankfurt
  • Untersuchung von Heideggers Konzepten des „Mans“ und des „Geredes“
  • Vergleichende Annäherung der Begriffe hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Bedeutung
  • Diskussion der Auswirkungen auf die Wahrheit und die Notwendigkeit von Kommunikation

Auszug aus dem Buch

3.1. Heideggers „Man“

Martin Heidegger bedient sich in seiner Interpretation des „Man“ gesellschaftlichen Beobachtungen. Grundsätzlich kann das „Man“ als Verallgemeinerung verstanden werden, als zwangsweise und moralinstanzliche Kollektivierung.

Heidegger bezieht sich bei seiner Darstellung auf vorgegangene Kapitel seines Werkes „Sein und Zeit“. Der Terminus des „Daseins“ dient hier als Basis um die Bedeutung des kulturellen, geschichtlichen und (Gesamt-) gesellschaftlichen Hintergrundes zu beschreiben. Da der Mensch eine endliche Lebenszeit hat, ist die folgende Generation auf Überlieferung angewiesen und zukünftige Generationen werden durch die Überlieferung maßgeblich beeinflusst.

Heidegger beschreibt sein „Man“ also letztlich als das Überlieferte und ohne nachfragen oder Reflexion angeeignete und gemeinhin akzeptierte Verhalten der Menschen. Wir machen also bestimmte Sachen, weil „Man“ sie ebenso macht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Bullshits als gesellschaftliches Phänomen und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit unter Einbeziehung von Heideggers Theorien.

2. Der „Bullshit“: Definition und Abgrenzung des Bullshit-Begriffs sowie Untersuchung der Frage, ob Bullshit eine Form der Lüge darstellt.

3. Heideggers „Man“ und „Gerede“: Vorstellung von Heideggers ontologischen Ansätzen zum „Man“ als verallgemeinerte Instanz und zum „Gerede“ als Form der unreflektierten Kommunikation.

4. Versuch einer Annäherung des Bullshits an das Gerede und das Man: Vergleichende Analyse der drei Konzepte und deren gemeinsamer Einfluss auf die gesellschaftliche Kommunikation sowie deren Gefahr für die Wahrheit.

5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Phänomene als unverzichtbare, wenn auch problematische Faktoren der modernen Kommunikation.

Schlüsselwörter

Bullshit, Gerede, Man, Wahrheit, Lüge, Kommunikation, Gesellschaft, Heidegger, Frankfurt, Humbug, Selbsttäuschung, Durchschnittlichkeit, Kollektivierung, Sprache, Täuschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die gesellschaftliche Bedeutung und die Funktion von Bullshit, „Gerede“ und dem „Man“ als alltägliche Kommunikationsformen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Definition von Bullshit, die philosophische Einordnung von Heideggers „Man“ und „Gerede“ sowie deren Gefährdung für die Wahrheit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten zwischen diesen Kommunikationsformen aufzuzeigen und zu klären, wie diese die Wahrheit in der modernen Gesellschaft beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf den Werken von Harry G. Frankfurt („Bullshit“) und Martin Heidegger („Sein und Zeit“) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Bullshit, die Erläuterung der Heideggerschen Konzepte und deren sozialkritische Zusammenführung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Bullshit, Gerede, das „Man“, Wahrheit, Lüge und gesellschaftliche Kommunikation.

Wie unterscheidet sich Bullshit von einer klassischen Lüge laut Autor?

Der Lügner kennt die Wahrheit und verdreht sie bewusst, während der „Bullshitter“ die Wahrheit ignoriert und sein Ziel ohne Rücksicht auf Fakten verfolgt.

Warum hält der Autor Bullshit für einen größeren Feind der Wahrheit als die Lüge?

Weil der Bullshitter die Autorität der Wahrheit völlig ignoriert, anstatt sich wie der Lügner an ihr abzuarbeiten.

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Details

Title
"Bullshit" nach Harry G. Frankfurt und "Gerede" nach Heidegger. Versuch einer Annäherung der beiden Theorien
College
Munich University of Policy
Grade
1,3
Author
Patrick Schmitt (Author)
Publication Year
2013
Pages
15
Catalog Number
V298937
ISBN (eBook)
9783656956730
ISBN (Book)
9783656956747
Language
German
Tags
Harry Frankfurt Heidegger Gerede MAN Bullshit Bullshitting Bingo
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Schmitt (Author), 2013, "Bullshit" nach Harry G. Frankfurt und "Gerede" nach Heidegger. Versuch einer Annäherung der beiden Theorien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298937
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