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Geschlechtliche Arbeitsteilung von der vorindustriellen Gesellschaft bis zur Gegenwart - Ein Überblick

Title: Geschlechtliche Arbeitsteilung von der vorindustriellen Gesellschaft bis zur Gegenwart - Ein Überblick

Term Paper , 2001 , 22 Pages , Grade: 2

Autor:in: Yasmin Stiwitz (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Einige erklärende Worte zu Beginn. Wer sich mit der Geschichte der Frauenarbeit näher
befaßt, läuft Gefahr, vom sachlich betrachtenden und beschreibenden Pfad abzuweichen
und sich in unzähligen feministischen und emanzipatorischen Schriften zu verstricken.
Genau dies sollte jedoch nicht geschehen.
Diese Arbeit hat das Ziel, geschlechtliche Arbeitsteilung, die soziale Bewertung der
Hausarbeit und das Recht der Frau auf Ausübung eines Berufes – oder auch nicht - und
ihre Rolle im jeweiligen gesellschaftlichen Gesamtgefüge, im Verlauf der Epochen von
der vorindustriellen Zeit bis zur Gegenwart darzustellen. Dabei kann aufgrund der Kürze
der Arbeit, der Anspruch der Vollständigkeit nicht erhoben werden. Es handelt sich
eher um einen groben, jedoch durchaus gehaltvollen Überblick. Das geschlechtliche
Arbeitsteilung keineswegs ein starres Gefüge darstellt, sondern von Politik und Gesellschaft
je nach den Erfordernissen der Zeit manipuliert und verändert wurde, ist eine der
Kernaussagen der Arbeit. Aber auch, dass sich vieles schlicht wiederholt, ohne dass
sich dabei eine wirkliche Verbesserung abzeichnet.
Einleitend sei ferner erwähnt, dass es schon immer Frauenarbeit gab. In der Antike, im
Römischen Reich und im Mittelalter war sie ebenso vorhanden, wie in allen nachfolgenden
Epochen. Immer jedoch war sie umstritten, minderwertig, typisch weiblich,
wurde zeitweise zugunsten eines Weiblichkeitsideals beschnitten, das die Frau lieber als
Hausfrau und Mutter stilisierte, dann wieder vorübergehend liberalisiert, um die Frauen
schließlich doch wieder zurück auf ein Hausfrauendasein zu verweisen.
Der folgende Text zeigt, dass sich dieser Zustand bis in die siebziger Jahre des zwanzigsten
Jahrhunderts fortgesetzt hat; in mancher Hinsicht ist er sogar heute noch aktuell.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorindustrielle Gesellschaft

2.1 Französische Revolution

2.2 Trotz Rückschritt: Das Gedankengut lebt fort

2.3 Bauernbefreiung - Das Ehepaar als Arbeitsgemeinschaft

2.5 Landflucht und der Einfluß der Städte

2.6 Vorboten der Industrialisierung - Entstehung neuer Erwerbsformen

2.7 Die neue Moral des Bürgertums und ihre Auswirkungen auf weibliche Erwerbstätigkeit

3. Industrialisierung und Kapitalismus

3.1 Dienstmädchen – Übergangsform weiblicher Erwerbstätigkeit am Scheideweg zum Kapitalismus

3.2 Frauenarbeit in den Fabriken bedroht männliche Erwerbstätigkeit

3.3 Politische Gegenmaßnahmen

3.4 Weibliche Schwerstarbeit zu Vorzugspreisen – unternehmerisches und weibliches Kalkül ergänzen einander

4. Frauenarbeit im Kaiserreich und zur Zeit des Ersten Weltkrieges

4.1 Sozialarbeit als typischer Frauenberuf im Kaiserreich

4.2 Vom Ehrenamt zur Erwerbstätigkeit

4.3 Der Erste Weltkrieg

5. Erwerbstätigkeit in der Zwischenkriegszeit – Von der Weimarer Republik bis zur Weltwirtschaftskrise

5.1 Gesellschaftliche Umbrüche - Bubikopf contra Hausfrau und Mutter

5.2 Politische Umbrüche – Frauenwahlrecht und bessere Bildungschancen

5.3 Die Weltwirtschaftskrise

6. Das Dritte Reich und der Zweite Weltkrieg

6.1 Parteiziel: Beseitigung der Arbeitslosigkeit und Kinder für das Vaterland

6.2 Zunehmende Einschränkung von Bildungsmöglichkeiten und Frauenerwerbstätigkeit

6.3 Vollbeschäftigung – Kehrtwende in der Beschränkung der Frauenerwerbstätigkeit und Kriegsvorbereitung

7. Von der Wirtschaftswunderzeit bis in die siebziger Jahre

7.1 Die Durchsetzung der Teilzeitarbeit – Legitimation der Erwerbstätigkeit verheirateter Frauen und Mütter

7.2 Politischer Widerstand

7.3 Teilzeitarbeit – Ein Modell zur Aufhebung geschlechtlicher Arbeitsteilung?

8 Frauenerwerbstätigkeit in der Gegenwart

8.1 ‚Gleichstellung im Erwerbsleben?‘ - ein Resümee aus den Achtzigern

8.2 Die neunziger Jahre und die Gegenwart

9. Resümee und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der geschlechtlichen Arbeitsteilung, die soziale Bewertung der Hausarbeit und das Recht auf Berufsausübung von Frauen von der vorindustriellen Zeit bis in die Gegenwart. Das primäre Ziel ist es, den historischen Wandel sowie die wiederkehrenden Muster in der gesellschaftlichen Wahrnehmung und strukturellen Behandlung von Frauenarbeit aufzuzeigen.

  • Historische Entwicklung der Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern
  • Einfluss politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen auf Frauenarbeit
  • Analyse von Rollenbildern (z.B. Hausfrau, Mutter, Erwerbstätige)
  • Strukturelle Diskriminierung und Barrieren im Erwerbsleben
  • Vergleich verschiedener Epochen hinsichtlich der Arbeitsmarktsituation für Frauen

Auszug aus dem Buch

3.2 Frauenarbeit in den Fabriken bedroht männliche Erwerbstätigkeit

Der Begriff „Industrialisierung“ wird als Ausdruck für die neuen Produktionsweisen von Graf de Saint-Simon etwa um 1820 geprägt (vgl. Wikander 1998, S. 52). Die Industrialisierung vollzieht sich in Europa und Amerika nicht in allen Ländern und Regionen gleich schnell, bedeutet jedoch überall tiefe Einschnitte und Veränderungen für Gesellschaft, Individuum und auch Geschlecht.

Die modernen Maschinen in den Fabriken, bestimmte mechanische Verfahren und sonstige technische Finessen reduzieren in vielen Arbeitsbereichen den zuvor erforderlichen Kraftaufwand. Marx schreibt hierzu: „Die neuen Maschinenarbeiter sind ausschließlich Mädchen und junge Frauen. Mit Hilfe der mechanischen Kraft vernichten sie das Monopol der männlichen Arbeit in schwerem Werk und verjagen aus leichterem Massen alter Weiber und unreifer Kinder. Die übermächtige Konkurrenz erschlägt die schwächsten Handarbeiter“ (Marx, 1951, S. 496).

Wie kommt es aber überhaupt dazu, dass Frauen Männer aus ihren Domänen vertreiben? Die Frage beantwortet Wikander in einem kurzen Satz: „Frauen waren billigere Arbeitskräfte, leisteten aber ebensoviel wie Männer“ (1998, S. 102). Folgerichtig schreibt Marx: „Weiber- und Kinderarbeit war daher das erste Wort der kapitalistischen Anwendung der Maschinerie!“ (Marx 1951, S. 413).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Zielsetzung, die geschlechtliche Arbeitsteilung und die Rolle der Frau im historischen Wandel von der vorindustriellen Zeit bis heute zu untersuchen.

2. Vorindustrielle Gesellschaft: Betrachtung der Auswirkungen gesellschaftlicher Umbrüche und neuer bürgerlicher Moralvorstellungen auf die häusliche und erwerbswirtschaftliche Rolle der Frau.

3. Industrialisierung und Kapitalismus: Analyse des Übergangs von traditionellen Dienstverhältnissen zur Fabrikarbeit und der damit einhergehenden Bedrohung männlicher Arbeitsdomänen.

4. Frauenarbeit im Kaiserreich und zur Zeit des Ersten Weltkrieges: Untersuchung der Professionalisierung sozialer Frauenberufe und der temporären Ausweitung des Arbeitsspektrums während des Krieges.

5. Erwerbstätigkeit in der Zwischenkriegszeit – Von der Weimarer Republik bis zur Weltwirtschaftskrise: Beleuchtung der widersprüchlichen Entwicklung zwischen neuer Freiheit der Frau und dem durch die Wirtschaftskrise forcierten Rückzug in die Hausarbeit.

6. Das Dritte Reich und der Zweite Weltkrieg: Darstellung der gezielten nationalsozialistischen Regulationen zur Beschränkung der Frauenerwerbstätigkeit sowie der späteren erzwungenen Mobilisierung aufgrund des Krieges.

7. Von der Wirtschaftswunderzeit bis in die siebziger Jahre: Analyse der Etablierung von Teilzeitarbeit als Anpassungsstrategie an die Vereinbarkeit von Haushalt und Lohnarbeit.

8 Frauenerwerbstätigkeit in der Gegenwart: Bestandsaufnahme der anhaltenden Geschlechtertrennung in Branchen und Hierarchien sowie bestehender Verdienstunterschiede.

9. Resümee und Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung der erreichten Fortschritte und der noch bestehenden Herausforderungen für die berufliche Gleichstellung.

Schlüsselwörter

Frauenarbeit, Geschlechtliche Arbeitsteilung, Industrialisierung, Erwerbstätigkeit, Hausarbeit, Emanzipation, Teilzeitarbeit, Gleichberechtigung, Sozialer Wandel, Arbeitsmarkt, Lohngleichheit, Historische Perspektive, Rollenbilder, Frauenwahlrecht, Sozialarbeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der Erwerbstätigkeit von Frauen sowie die damit verknüpfte geschlechtliche Arbeitsteilung von der vorindustriellen Ära bis zur modernen Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen die soziale Bewertung der Hausarbeit, der Wandel von Frauenrollen in verschiedenen Epochen, der Einfluss politischer Reformen und die spezifische Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt im Kontext industrieller und gesellschaftlicher Veränderungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, einen fundierten Überblick über die manipulierte und teils wiederkehrende Natur der geschlechtlichen Arbeitsteilung zu geben und aufzuzeigen, wie Politik und Gesellschaft diese strukturell mitgestaltet haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung von Fachliteratur und historischen Quellen basiert, um Zusammenhänge zwischen ökonomischen Prozessen und der sozialen Stellung der Frau nachzuzeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch von der Französischen Revolution über die Zeit der Industrialisierung, das Kaiserreich, die beiden Weltkriege bis hin zur Wirtschaftswunderzeit und der Gegenwart.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Frauenerwerbstätigkeit, geschlechtliche Arbeitsteilung, Emanzipation, Industrialisierung sowie die Analyse von gesellschaftlichen Rollenbildern.

Warum galt das Dienstmädchen um 1900 als Übergangsform?

Das Dienstmädchen stand im Schnittpunkt zwischen traditioneller, familienunabhängiger Erwerbsarbeit und der beginnenden Konzentration der Frau auf die unbezahlte, häusliche Sphäre im Zuge des aufkommenden Kapitalismus.

Wie bewertet die Autorin die Situation der Frau im 20. Jahrhundert?

Die Autorin stellt eine Verbesserung der rechtlichen und sozialen Akzeptanz fest, merkt jedoch kritisch an, dass insbesondere beim Gehalt und in Führungspositionen weiterhin strukturelle Benachteiligungen bestehen.

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Details

Title
Geschlechtliche Arbeitsteilung von der vorindustriellen Gesellschaft bis zur Gegenwart - Ein Überblick
College
University of Hagen  (Fachbereich Soziologie)
Grade
2
Author
Yasmin Stiwitz (Author)
Publication Year
2001
Pages
22
Catalog Number
V29902
ISBN (eBook)
9783638313018
Language
German
Tags
Geschlechtliche Arbeitsteilung Gesellschaft Gegenwart
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Yasmin Stiwitz (Author), 2001, Geschlechtliche Arbeitsteilung von der vorindustriellen Gesellschaft bis zur Gegenwart - Ein Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29902
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