Zeit- und Selbstmanagement. Ein Überblick mit Kursreflexion


Hausarbeit, 2015

13 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Zeitmanagement für Lehrer/innen
a. Zeitplanung im Alltag & Beruf
b. Methoden der Prioritätensetzung und Strukturierungshilfen

III. Selbstmanagement für Lehrer/innen
a. Die Kraft der Überzeugung
b. Frustrationstoleranz

IV. Fazit

V. Abschlussreflexion

VI.Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Jeder kennt mittlerweile das Sprichwort „Lehrer haben vormittags Recht und nachmittags frei“. Laut einem Teil der Bevölkerung hätten Lehrkräfte an- dauernd Ferien, verdienten viel Geld und am Ende ihres Berufslebens erwarte sie eine hohe Pension. Dies ist zwar eine verlockende Berufsbeschreibung, aber leider weit verfehlt: Die Aufgaben eines/einer Lehrers/Lehrerin sind weit- aus vielfältiger: Vor- und Nachbereitung des Unterricht, Aufsicht während den Pausen, pädagogische und fachspezifische Konferenzen, Elterngespräche, Klassenlehreraufgaben, Schüler-AGs, Schulprojekte und Clubs organisieren und beaufsichtigen, Klassenfahrten planen und vieles mehr. Die Besonderheit des Lehrerberufs bringt es mit sich, dass eine Vielzahl der Aufgaben im häusli- chen Bereich der Lehrperson erledigt werden. Dies führt häufig dazu, dass sich die schulischen Belange mit dem Privatleben der Lehrkraft vermischen. Er- schwerend kommt hinzu, dass Lehrer in ihrer Vorbildfunktion ihre Aufgaben bestmöglich organisiert und fristgerecht erledigen sollten. Schon seit langem fühlen sich viele Lehrer/innen überfordert und kommen mit der Spannbreite an Aufgaben nicht mehr zurecht. Schlimmstenfalls führt die unmögliche Trennung von Berufs und Privatleben sowie die hohen Anforderungen von Seiten der Ge- sellschaft, Eltern, Kollegen und Kindern zu dem sogenannten Burnout- Syndrom, Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung. Die Herausforderungen eines Lehrers/ einer Lehrerin unterscheiden sich deutlich von denen anderer akade- mischer Berufe, sodass die langfristige dauerhafte Belastung, nur durch gute psychische und physische Stabilität kompensierbar ist. Lehrer/innen ohne diese Stabilität, mit einer schlechten Problemverarbeitungstaktik und niedriger Frust- rationstoleranz brauchen „ Strategien und Skills zur besseren Bewältigung der angedeuteten Aufgaben und Herausforderungen“ (Klippert, 2007, S. 12).

Gerade Lehrer/innen müssen Grenzen schaffen und Struktur in den beruflichen und privaten Alltag bringen. Diese Hausarbeit gibt einen kurzen Überblick zum Thema Zeit- und Selbstmanagement für Lehrer und Lehrerinnen. Zu Beginn wird das Thema Zeitmanagement behandelt und Methoden und Strategien er- klärt, die bei der Planung von Aufgaben helfen sowie die persönliche Arbeits- weise optimieren können. Der zweite Teil dieser Arbeit befasst sich mit dem Selbstmanagement und definiert die Wichtigkeit von Überzeugungen und Frustrationstoleranz

II. Zeitmanagement für Lehrer

a. Zeitplanung im Alltag und Beruf

Gerade im Lehrberuf verschwimmen die Grenzen zwischen beruflichem und privatem Alltag immer wieder. Wie bereits in der Einleitung beschrieben, bringen Lehrer/innen oft ihre Arbeit nach beendetem Schultag mit nach Hause. Dann muss korrigiert, konzipiert, vorbereitet und geplant werden. Die Frage, die sich nun stellt ist: Wie kann die Lehrkraft sein/ ihr Privatleben mit den vielfälti- gen schulischen Aufgaben, die es zu Hause zu erledigen gilt, „unter einen Hut bekommen“? Eine große Hilfe bietet hierbei die Methode des Zeitmanage- ments. Die Definition der persönlichen Arbeitszeit und Privatzeit hilft bereits im Vorfeld, die Freizeit und Arbeitszeit nicht miteinander zu mischen, sondern eine klare Trennung herbeizuführen. Während der sogenannten Arbeitszeit „zu Hau- se“ wird dann der Zeitplan verfeinert: er dient als Grundlage, um zu strukturie- ren und auch keine Aufgabe zu vergessen. Weiterhin werden diese Zeitpläne in Monats-, Wochen- und Tagespläne gegliedert. So bekommt man einen besse- ren Überblick über gegenwärtige und auch zukünftige Aufgaben, Pläne und Termine. Ein weiterer Vorteil besteht darin eine festgehaltene zeitliche Struktur transparenter zu gestalten. Dadurch entsteht die Möglichkeit, Aufgaben zeitlich und räumlich zu bündeln (vgl. Kliebisch & Melosfski, 2009, S.120). Diese Form der Zeitstrukturierung ist in Form einer Baumstruktur entwickelt: Beginnend mit einer Grobunterteilung in Privat und Arbeit wird dann meist in Prioritäten wie zeitliche und fachliche Priorität unterschieden und dementsprechend auch be- handelt. Des Weiteren sind Erfolgserlebnisse über das Erledigte klarer erkenn- bar und führen zu einer inneren Zufriedenheit. Bei der Planung und Strukturie- rung dieser Zeitpläne können verschiedene Methoden, die im Weiteren vorge- stellt werden, nützlich sein.

b. Methoden der Prioritätensetzung & Strukturierungshilfen

Knoblauch (2012) schreibt in seinem Ratgeber über Zeitmanagement, dass Wichtiges selten dringend und Dringendes selten wichtig ist (vgl. S. 23).

Aus diesem Grund ist es notwendig, dass man als Lehrer/in nicht nur lernt seine Zeit effektiv zu nutzen, sondern auch zwischen Wichtigkeit und Dringlichkeit zu unterscheiden. Die Unterscheidung von Wichtigkeit und Dringlichkeit führt zu einer Hierarchisierung der Aufgaben, die eine effiziente und effektive Arbeits- weise erlaubt. Dadurch wird häufig schon eine deutliche Zeitersparnis erreicht. Dementsprechend ist es nur von Vorteil, die zu erledigenden Aufgaben zu eva- luieren und sie nach Prioritäten aufzuteilen. Dazu werden drei verschiedene Methoden vorgeschlagen:

ABC -Methode, auch Eisenhower-Prinzip genannt Methode der Wichtigkeit und Dringlichkeit Pareto-Prinzip (Vilfredo Pareto, 1848-1923) Sie helfen, die Arbeitsweise zu optimieren und sich auf das Wesentliche zu beschränken.

Bei der ABC-Methode oder auch dem Eisenhower Prinzip werden die zu erledi- genden Aufgaben nach ihrer Priorität gewichtet. Die wichtigste Priorität wird in die Kategorie A, die zweitwichtigste in die Kategorie B, weniger Wichtiges oder gar Unnötiges in Kategorie C bzw. D eingeteilt. In Kategorie A kommt z.B. die Aufgabe: Eintragen der Noten für die Zeugniskonferenz am nächsten Tag. Da- rauf folgt Kategorie B mit den wichtigen Aufgaben, die aber nicht notwendiger- weise am heutigen Tag bearbeitet werden müssen. Trotzdem sind sie sehr wichtig und können bei regelmäßiger und schneller Bearbeitung Probleme und zeitlichen Engpässen vorbeugen. Zum Schluss bleibt noch Kategorie C für die weniger wichtigen Erledigungen. Das Eisenhower-Prinzip verfügt außerdem über eine vierte Kategorie D, für die weder dringenden noch wichtigen Aufga- ben. Hier ist zu überlegen, ob man diese nicht einfach delegiert oder lernt auch einmal nein zu sagen (vgl. Knoblauch, 2012, S.29f.). Nach diesem Schema werden die anstehenden Aufgaben sortiert und abgearbeitet. Dafür kann man sich beispielsweise eine Liste anfertigen, oder man kann sich Ablagen auf dem Schreibtisch anlegen, auf welche man die Aufgaben nach Prioritäten verteilt.

Eine ähnliche Methode nennt sich Wichtigkeit und Dringlichkeit. Bei dieser wird die Arbeit wie der Name schon sagt nach Wichtigkeit und Dringlichkeit struktu- riert. Jeder Mensch entscheidet, welche Aufgaben dringlich und/oder wichtig sind. Hierbei gibt es mehrere Kombinationsmöglichkeiten. Zum einen hat man Aufgaben, die wichtig und gleichzeitig dringend sind. Diese soll man sofort erledigen. Dann gibt es Arbeiten, die wichtig sind aber weniger dringlich und für die man sich einen terminliche Frist festlegen sollte. Bei dieser Methode sollte man außerdem die Aufgabenstrukturierung schriftlich festhalten und zeitliche Puffer einräumen, um eventuelle ungeplante Probleme und zusätzliche auftretende Arbeiten zu berücksichtigen. Beachtet werden muss auch, dass unvorhergesehene, neue Aufgaben nicht einfach direkt bearbeitet werden, sondern zuvor auch wieder nach Wichtigkeit und Dringlichkeit in der bestehenden Planung strukturiert werden (vgl. Kliebisch et al., 2009, S. 124f.).

Das Pareto-Prinzip besagt, dass man 80% der zu erledigenden Arbeit in gerade einmal 20% der zur Verfügung stehenden Zeit erledigen kann. Deshalb nennt man es auch die 80-zu-20 Regel. Man fokussiert sich ausschließlich auf die wirklich entscheidenden Dinge, die ein schnelles und erfolgreiches Ergebnis mit sich führen. Folglich bleiben einem für die restlichen 20% der Arbeit noch 80% der Arbeitszeit übrig. Diese können dazu dienen, das Ergebnis - wenn ge- wünscht - zu perfektionieren oder Unvorhergesehenes einzuplanen. Ob dies wirklich notwendig und sinnvoll ist, oder ob man die gewonnene Zeit für andere Aufgaben oder auch die eigene Freizeit nutzt, obliegt jedem selbst. Im Gegen- satz dazu sind Kliebisch und Melosfski (2009) der Meinung, dass „Perfektionis- ten [...] unökonomisch arbeitende Menschen [sind d. Verf.] [...] Der Mut zum Wesentlichen sollte das Ziel sein“ (S.124).

Des Weiteren, gibt es verschiedene Strukturierungsmethoden, mit denen man nach der Kategorisierung von Aufgaben (s.o.) auch deren zielgerichtete Ausführung gewährleisten kann. Die beiden Methoden heißen Salami-Taktik und Skelett-vor-Detail Methode.

Bei der Salami-Taktik, oder auch dem Divide-and-Conquer-Prinzip, geht es da- rum sich seine zu erledigende Arbeit in angemessene Handlungsabschnitte einzuteilen, damit es nicht zu einer Überforderung kommt. Diese Taktik gewähr- leistet effizientes Arbeiten durch eine Schritt für Schritt Herangehensweise. Vor allem bei zeitaufwändigen und großen Aufgaben ist diese Prinzip überzeugend, denn „Elefanten verspeist man [...]so in kleinen Häppchen“ (Kliebisch et al., 2009, S.129). Ein weiterer Vorteil an dieser Strukturierungsmethode ist auch, dass man zeitnahe Erfolge im Arbeitsprozess sieht und die „to do-Liste“ immer kürzer wird.

Eine ähnliche Taktik ist die Skelett-vor-Detail Methode, bei der man sich erst einen groben Überblick über komplexere Aufgaben verschafft. Diese werden dann in Bezug auf alltäglich Bekanntes betrachtet. Somit kann man verschiedene Arbeitsschritte miteinander verknüpfen und sich auf das Wesentliche dieser Aufgaben konzentrieren. Alle anderen Arbeitsschritte gelten als Details, die man während des Abarbeitens dem „Skelett“ hinzufügt um das Gesamtbild zu vervollständigen (vgl. Kliebisch et al., 2009, S. 130).

III. Selbstmanagement

a. Die Kraft der Überzeugung

Was uns in unserem Wesen ausmacht sind unsere persönlichen Über- zeugungen, die uns im alltäglichen Leben und in der Berufswelt leiten. Sie sind wie ein „fester Glaube“ (Kliebisch et al., 2009, S. 144) und damit ein wichtiger Bestandteil der Persönlichkeit. Überzeugungen geben uns Sicherheit in unse- rem Verhalten und Handeln, denn sie bestimmen unsere Entscheidungen. Au- ßerdem repräsentieren sie unser Wertesystem und unsere Kultur. Im Allgemei- nen, müssen die Ideale und Überzeugungen mit dem Verhalten eines Men- schen übereinstimmen, damit er oder sie als Lehrer/in authentisch ist. Unsere Überzeugungen und Glaubenssätze wirken sich also stets auf unser Auftreten und unsere Handlungen aus.

Leider verlieren Lehrer/innen über die Jahre häufig ihre persönlichen Ideale und Träume, die sie zu Beginn ihrer Lehrtätigkeit noch hatten. Dadurch geraten ihre Überzeugungen ins Wanken und der Wille sowie die Freude am Beruf gehen verloren. Negative und irrationale Überzeugungen treten anstelle einer positiven und motivierten Lebens- und Berufseinstellung. Folgen dieses Glaubensverlus- tes sind laut Kliebisch und Melosfski (2009) „Frustration, manchmal sogar Re- signation und ‚Dienst nach Vorschrift’“ (S. 144), was nicht selten auch zum Burn-out Syndrom führt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Zeit- und Selbstmanagement. Ein Überblick mit Kursreflexion
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Seminar für Lehrerbildung)
Veranstaltung
Überleben als Lehrer/in
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
13
Katalognummer
V299097
ISBN (eBook)
9783656956259
ISBN (Buch)
9783656956266
Dateigröße
471 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
zeit-, selbstmanagement, überblick, kursreflexion
Arbeit zitieren
Alexandra Baum (Autor), 2015, Zeit- und Selbstmanagement. Ein Überblick mit Kursreflexion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299097

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