Die Rolle der psychosozialen Rehabilitation für die Wiedererlangung von Lebensqualität bei depressiven Erkrankungen


Hausarbeit, 2015

26 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen und Rehabilitationsansatz bei psychischen Erkrankungen
2.1 Grundlagen und Rehabilitationsansatz
2.2 Spezielle Aspekte bei der Rehabilitation psychischer Erkrankung und Behinderung

3 Depressive Erkrankungen nach dem ICD-10
3.1 Symptomatik
3.2 Therapie
3.3 Verlauf und Komorbidität

4 Psychosoziale Rehabilitation bei depressiven Erkrankungen
4.1 Medizinische Rehabilitation
4.2 Teilhabe am Arbeitsleben
4.3 Teilhabe am Leben in der Gesellschaft
4.4 Selbsthilfe- und Angehörigengruppen

5 Analyse der Möglichkeiten psychosozialer Rehabilitation

6 Fazit

7 Literatur- und Quellenverzeichnis

1 Einleitung

Schon seit einigen Jahren tauchen in den Gesundheitsberichten der deutschen Krankenkassen (TK 2013, 12f., DAK 2014, 23ff.) zunehmend psychische Erkrankungen und insbesondere depressive Erkrankungen als Ursache von Arbeitsunfähigkeit auf. Psychische und Verhaltenstörungen gehören neben Muskel-Skelett-Erkrankungen und Atemwegserkrankungen zu den häufigsten Erkrankungen. Gerade depressive Erkrankungen gehören zu den folgenreichsten Erkrankungen und sind mit großem persönlichen Leid und einer hohen gesellschaftlichen und ökonomischen Krankheitslast verbunden. Deswegen ist es besonders wichtig, Leistungen zur Rehabilitation, die zur Teilhabe am Beruf und am Leben in der Gesellschaft befähigen, zu installieren und durchzuführen.

In der vorliegenden Hausarbeit geht es um das Leben mit einer depressiven Erkrankung und die psycho-soziale Rehabilitation der Erkrankten – welche Möglichkeiten es gibt und welche Bedarfe noch erfüllt werden müssen. Die Forschungsfrage dazu lautet: Ist die psychosoziale Rehabilitation ein wichtiger Baustein für die Wiedererlangung von Lebensqualität bei depressiven Erkrankungen?

Nach Pauls (2013) ist psycho-soziale Rehabilitation „Zielsetzung, Arbeitsform und Institution zugleich“. Zielsetzung deshalb, weil unter Rehabilitation die Wiederbefähigung oberste Priorität hat. Arbeitsform: weil Rehabilitation selbst eine Maßnahme darstellt und schließlich Institution, weil Rehabilitation ein spezialisiertes Behandlungssystem im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen darstellt. Unter psycho-sozialer Rehabilitation sind alle Maßnahmen zu verstehen, die als Ziel eine Veränderung der Lebenssituation haben und somit weiteren Erkrankungen möglichst vorgebeugt oder aufgehalten werden können. Klinische Sozialarbeit ist das Aufgabenfeld für Sozialarbeiter_innen und Sozialpädagog_innen im Rahmen der psychosozialen Rehabilitation. Die Sozialarbeitenden sind verstärkt für das Unterstützungsmanagement der sozialen Lebenslagen zuständig. (vgl. Pauls 2013, 327ff.)

Bei Wolfersdorf et al. (2005) umfassen psycho-soziale Maßnahmen konkrete Tätigkeiten der Sozialarbeitenden in Bezug auf die Arbeitssituation und den Arbeitsplatz und auch die psychoedukative Arbeit mit Angehörigen in Angehörigengruppen, bei der die Wissensvermittlung und der Austausch im Vordergrund stehen. (vgl. Wolfersdorf et al. 2005, 171)

Am Ende der Hausarbeit wird sichtbar werden, dass psycho-soziale Rehabilitation mehr umfasst als unterstützende Tätigkeiten im Bezug auf den Arbeitsplatz. Nach einer kurzen Übersicht über die Grundlagen und den Rehabilitationsansatz wird die Depression unter klinischen Gesichtspunkten vorgestellt. In Kapitel 4 werden die verschiedenen Bereiche der psycho-sozialen Rehabilitation beschrieben und im darauffolgenden Kapitel analysiert.

2 Grundlagen und Rehabilitationsansatz bei psychischen Erkrankungen

2.1 Grundlagen und Rehabilitationsansatz

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelte auf der Basis einer umfassenden Betrachtung der Entstehung von Krankheit die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF). Die Grundlage für die ICF stellt das bio-psycho-soziale Modell dar. Engel (1977/1979) entwickelte dieses Modell, welches davon ausgeht, dass sämtliche körperlichen, seelischen und sozialen Bedingungen und Prozesse in sich abwechselnden Beziehungen miteinander verbunden sind und dass sich aus diesen, sich verändernden Faktoren, die Entstehung und der Verlauf von Störungen aufzeigen lassen. (vgl. Auckenthaler 2012, 42)

Bio-psycho-soziales Modell der ICF

Beim bio-psycho-sozialem Modell der ICF ist der Begriff der funktionalen Gesundheit (functioning) von großer Bedeutung. Eine Person gilt dann als funktional gesund wenn sie, unter Beachtung ihres Lebenshintergrundes (Konzept der Kontextfaktoren: alles, was in der Umwelt einer Person bzw. in der Person selbst Einfluss ausübt), normale Körperfunktionen aufweist (Konzept der Körperfunktionen und –strukturen), sie alles tun kann, was auch Menschen ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen tun können (Konzept der Aktivitäten) und sie an allen gesellschaftlichen Bereichen, die ihr wichtig sind, teilhaben kann (Konzept der Teilhabe an Lebensbereichen).

Mit der Rehabilitation sollen den durch Krankheit und Behinderung bedingten Beeinträchtigungen an der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft entgegen gewirkt und den betroffenen psychisch kranken Personen ein eigenständiges Leben ermöglicht werden. Aufgrund der Funktionsstörung ergeben sich Einschränkungen der Aktivitäten und daraus wiederum Einschränkungen an der Teilhabe. Es können auch entgegengesetzte Rückkopplungen stattfinden – von der Teilhabe zur Person zur Funktionsstörung/Krankheit. Einbezogen werden bei der ICF ferner die Ressourcen, die trotz Erkrankung oder Behinderung vorhanden sind und Teilhabe und Aktivitäten ermöglichen. Wie bereits erwähnt, zielen die Leistungen der Rehabilitation nach der ICF, die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen und sicher zu stellen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass Behinderung als Folge einer Krankheit nicht als feststehendes Merkmal aufgefasst wird, sondern als dynamischer Prozess einer Person mit einer Krankheit und einer eigenen Umwelt. Auch lassen sich aus den Wechselwirkungen vielfältige Ansätze zu komplexen Interventionen erschließen, wie z.B. beeinträchtigte Aktivitäten bessern oder ausgleichen oder beeinträchtigte Beteiligung bessern oder anders ausgleichen. (vgl. BAR Arbeitshilfe 2010, 12ff.)

Eine Rehabilitationseinrichtung ist verantwortlich für die Erbringung der Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und der Teilhabe am Arbeitsleben. Diese übergreifend ausgerichtete Rehabilitation sorgt für die Integration der medizinischen Rehabilitation und der Teilhabe am Arbeitsleben, erfolgt ambulant oder stationär, bezieht das Umfeld mit ein und vernetzt sich mit den betreuenden Ärzten, Therapeuten, den betrieblichen Verantwortlichen und den gemeindepsychiatrischen Diensten. (vgl. BAR RPK-Empfehlungsvereinbarung 2011, 12f.)

Sozialrechtliche Voraussetzungen

Um die Leistungen zur Teilhabe gemäß dem SGB IX zu erhalten, müssen die betroffenen Personen in der Teilhabe in verschiedenen Lebensbereichen deutlich gefährdet oder schon beeinträchtigt sein. Das SGB IX gibt vor, dass Menschen dann als behindert gelten, wenn ihre körperliche Funktion, die geistige Fähigkeit oder die seelische Gesundheit höchstwahrscheinlich länger als sechs Monate von dem Normalzustand abweichen und deswegen in ihrer Teilhabe beeinträchtigt sind. Von Bedrohung wird gesprochen, wenn eine Beeinträchtigung der oben genannten Bereiche zu erwarten ist. Das SGB IX lehnt sich an das Modell der ICF und seiner Begriffe an. Die Leistungen des SGB IX sollen dazu beitragen, dass eine Behinderung, unabhängig von ihrer Ursache, abgewendet, beseitigt, vermindert, ihre Verschlimmerung verhütet oder die Folgen der Verschlimmerung abgemildert werden. Außerdem sollen Einschränkungen bei der Erwerbsfähigkeit und Pflegebedürftigkeit vermieden oder überwunden werden können. Und die Teilhabe am Arbeitsleben soll dauerhaft gesichert und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht bzw. erleichtert werden. (vgl. BAR Arbeitshilfe 2010, 14ff.)

2.2 Spezielle Aspekte bei der Rehabilitation psychischer Erkrankung und Behinderung

Bei psychischen Erkrankungen und den daraus resultierenden Behinderungen gilt es zu beachten, dass sich diese Erkrankungen nicht geradlinig im Sinne eines vorgegebenen Musters entwickeln. Hier spielen mehrere, unterschiedliche, in Wechselbeziehung stehende biologische, seelische und soziale Einflussfaktoren eine Rolle. Bei somatischen Akuterkrankungen beinhaltet die Versorgung: Prävention – Krankenbehandlung – Rehabilitation – Leistungen zur Sicherung der Nachhaltigkeit. Bei psychischen Erkrankungen ist dies nur bedingt anwendbar. Hier müssen die Leistungen der Krankenbehandlung, Rehabilitation und Pflege unter Beachtung des Krankheitsverlaufes und des Bedarfes an Hilfe und Unterstützung flexibler miteinander zusammen gestellt und am Einzelnen orientiert werden.

Im Gegensatz zu den somatischen Erkrankungen sind psychische Erkrankungen für Betroffene sowie für Angehörige oft schwerer zu erkennen. Das wirkt sich unter Umständen hinderlich auf die Krankheitseinsicht, das Mitwirken am Rehabilitationsprozess und die Unterstützung von Außen aus. Oftmals sind die betroffenen Menschen nicht in der Lage, zu unterscheiden, ob die Beschwerden durch eine Krankheit hervorgerufen und einer Behandlung bedürfen oder ob es sich um eine Krise handelt, denen auch ein gesunder Mensch ausgesetzt ist. Da es schwierig ist, diese krankheitsbedingten Störungen rechtzeitig zu erkennen, kann auch die nötige Hilfe, um einer Chronifizierung vorzubeugen, nicht rechtzeitig in Anspruch genommen werden. Zudem trägt die gesellschaftliche Stigmatisierung psychisch Kranker dazu bei, Störungen im seelischen Befinden nur bedingt wahrnehmen zu wollen und auch zu können. Auch die Angehörigen und das weitere Umfeld ist es oft problematisch zu erkennen, ob es sich beim gezeigten Verhalten um eine Erkrankung oder ob es sich um eine mangelnde Motivation, ein bestimmtes Verhalten zu zeigen, handelt.

Manche Bewältigungsversuche von betroffenen Menschen sind ungeeignet (z.B. erhöhter Alkoholkonsum) und wirken sich ungünstig auf den Verlauf der Krankheit und die Rehabilitation aus, was in der Rehabilitationsplanung berücksichtigt werden muss.

Zwischen der psychischen Erkrankung und der Beeinträchtigung der gesellschaftlichen Teilhabe besteht eine Wechselwirkung. Einerseits können Beeinträchtigungen wie ein Mangel an sozialen Kontakten oder Arbeitslosigkeit und Armut als Folge einer psychischen Erkrankung auftreten, wobei hier Umwelt und personenbedingte Faktoren zusammenwirken. Andererseits kann es durch die Arbeitslosigkeit zu einem ungünstigeren Heilungsverlauf kommen.

Besonderer Bedeutung kommt der Aufklärung und Einbeziehung der betroffenen Menschen und ihren Angehörigen zu. Für den Rehabilitationsprozess ist es wichtig, die betroffenen Menschen zu beteiligen, um Verständnis für ihre Erkrankung zu wecken, Einsicht in die notwendigen Behandlungs- und Rehabilitationsmaßnahmen zu vermitteln und die Bereitschaft und Motivation zur Mitwirkung zu fördern. Die gemeinsame Planung kann sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken. Auch die Angehörigen können zur Nachhaltigkeit der Maßnahmen beitragen. Gerade bei chronischen Erkrankungen müssen sich Betroffene und ihre Angehörigen mit einer neuen Lebensplanung auseinander setzen und neue Perspektiven entwickeln. (vgl. BAR Arbeitshilfe 2010, 16ff.)

3 Depressive Erkrankungen nach dem ICD-10

Depressionen gehören zur Gruppe der Affektiven Störungen (ICD-10: F30-F39) und sind gekennzeichnet durch Veränderungen des Antriebs und der Stimmung. Es wird zwischen einer krankhaft niedergedrückten Stimmung (Depression), einer krankhaft gehobenen Stimmung (Manie) und zwischen wechselnden depressiven und manischen Phasen (bipolare affektive Störung) unterschieden. In dieser Hausarbeit soll es vordergründig um die schweren depressiven Erkrankungen gehen, deshalb wird im Folgenden auf die Depression näher eingegangen. Depressionen werden auf der Grundlage des ICD-10 über klinische und bestimmte diagnostische Kriterien festgestellt. Diese Kriterien gehen hervor aus den Symptomen der Erkrankung, ihrer Persistenz und Schwere, den daraus folgenden Einschränkungen und Behinderungen sowie dem Verlauf. (vgl. Wittchen et al. 2010, 7f.)

Heutzutage wird als Entstehungsursache bei Depressionen von mehreren Faktoren ausgegangen – es spielen genetische Faktoren, belastende Erfahrungen in der Kindheit, akute und andauernde Belastungen im privaten und beruflichen Bereich sowie körperliche Faktoren eine Rolle. Diese Stressoren blockieren die Botenstoffe in bestimmten Bereichen des Gehirns. Durch die jeweils unterschiedliche individuelle Bedeutung sind auch die Ursachen- und Auslösefaktoren bei jedem Menschen verschieden. (vgl. Schwarzer 2011, 235)

3.1 Symptomatik

Depressionen können sich in vielfältiger Weise äußern - Hauptsymptome sind die niedergedrückte Stimmung, die Hemmung des Denkens und des Antriebs. Die depressiven Kernsymptome müssen mindestens zwei Wochen lang auftreten und eine deutliche Veränderung gegenüber dem Normalzustand darstellen. Zum allgemeinen Erscheinungsbild des depressiven Syndroms gehören: Niedergeschlagenheit, Bedrücktheit, ein Leeregefühl („Gefühl der Gefühllosigkeit), Unfähigkeit, Freude zu empfinden, Hoffnungslosigkeit, Angst, Verzweiflung, Suizidalität, Interesselosigkeit. Neben diesen Symptomen müssen einige weitere Symptome körperlicher, affektiver, kognitiver und verhaltensbezogener Art diagnostiziert werden, um eine depressive Episode nach ICD-10 diagnostizieren zu können. Dazu gehören: Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Libidoverlust, Kopf-, Rücken- oder Magenschmerzen ohne organische Ursache, Antriebslosigkeit, psychomotorische Störungen, Verlust des Selbstwertgefühls, Konzentrationsstörungen, Entscheidungsschwierigkeiten, Neigung zum Grübeln. (vgl. Schwarzer 2011, 234)

Wenn mindestens fünf dieser Symptome zwei Wochen oder länger auftreten, wird von einer depressiven Episode gesprochen. Aufgrund von Anzahl und Schwere der Symptome werden die Episoden in leichte (F32.0), mittelgradige (F32.1) und schwere (F32.2) depressive Episoden unterteilt. Bei den schweren depressiven Episoden können auch Wahnsymptome wie Verarmungs- und Schuldwahn, Halluzinationen oder ein Stupor auftreten, was dann als schwere Depression mit psychotischen Merkmalen (F32.3) diagnostiziert werden kann. Diese Schweregraddifferenzierung gilt sowohl für die einmalige depressive Episode (F32) als auch für die rezidivierende Form (F33). Sind die Kriterien für eine depressive Episode nicht erfüllt, kann eine Dysthymie (F34.1) vorliegen. Darunter ist in Hinblick auf Symptomart, -anzahl und Ausprägungsgrad ein leichteres Störungsbild zu verstehen, allerdings besteht dieses dann jahrelang mit geringen Schwankungen. Neben Traurigkeit und Niedergeschlagenheit treten mindestens zwei weitere Symptome auf: Appetitverlust oder gesteigerter Appetit, Schlafstörungen in Form von Schlaflosigkeit oder größerem Schlafbedürfnis, Erschöpfungsgefühl, vermindertes Selbstwertgefühl, Neigung zum Weinen oder Konzentrations- und Entscheidungsprobleme. Dysthymien beginnen größtenteils im Jugendalter und nehmen dann meist einen chronischen Verlauf. (vgl. Wittchen et al. 2010, 9f.)

Die größte Gefahr bei einer schweren Depression stellt die Suizidalität dar. Zwischen 10 und 20 Prozent (Schwarzer 2011, Wittchen et al. 2010) der Schwerdepressiven bringen sich um. Oftmals ist es auch für die Fachleute nicht einfach, die Suizidgefahr zu erkennen bzw. richtig einzuschätzen. Für ein höheres Suizidrisiko sprechen eine lang anhaltende schwere Depressivität, große Ängste und sich schuldig fühlen, eigene und im Umfeld vorgenommene Suizidversuche. (vgl. Schwarzer 2011, 234f.)

3.2 Therapie

Wolfersdorf et al. (2005) benennen einige Grundprinzipien der Therapie einschließlich der Behandlungsmaßnahmen: Symptomatik reduzieren bzw. zurückbilden, Arbeitsfähigkeit und Beziehungsfähigkeit wiedererlangen, Persönlichkeitsfaktoren, die eine Depression begünstigen, verändern, Wiedererkrankung vorbeugen.

Der Schwerpunkt der Therapiemaßnahmen orientiert sich am klinischen Bild und der wahrscheinlichen Erkrankungsursache. Neben der medikamentösen Therapie mit Antidepressiva stehen die Psychotherapie und andere Therapieformen im Vordergrund. Nach der Cochrane-Analyse (Berger, 2003) sind bei leichten, mittelschweren, schweren und chronischen Depressionen die Kombination aus medikamentöser Behandlung und Psychotherapie wirksamer als jeweils nur eine der beiden Therapieformen. Klassische Standards sind die Psychopharmakotherapie mit Antidepressiva, die Kombination aus tiefenpsychologisch fundierter sowie verhaltenstherapeutischer Therapie, Familientherapie, Psychoedukation und Einbeziehung der Angehörigen sowie sozialtherapeutische Begleitung.

Die Behandlungsstrategie untergliedert sich in Akutbehandlung, Erhaltungstherapie und Rezidivprophylaxe. Im akuten Fall muss nach der Diagnostik entschieden werden, ob die Behandlung stationär erfolgen muss oder ambulant durchgeführt werden kann. Im Rahmen der stationären Behandlung mit medikamentöser Therapie und Psychotherapie (einzeln und in der Gruppe) werden verschiedene Angebote zur Aktivierung und Stabilisierung mit den Patient_innen durchgeführt (z.B. Ergotherapie, Bewegungstherapie, Kreativtherapie, Beurlaubung am Wochenende, Tagesplanung, ...). Nach der stationären Behandlung sollte die Behandlung ambulant fortgesetzt werden – mit Medikamenten, Therapie, Vermittlung in Selbsthilfegruppen und der stufenweisen Wiederaufnahme der Arbeit. Die Akuttherapie der Depression kann insgesamt 8 -12 Monate dauern. (vgl. Wolfersdorf et al. 2005, 169ff.)

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Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Die Rolle der psychosozialen Rehabilitation für die Wiedererlangung von Lebensqualität bei depressiven Erkrankungen
Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)
Veranstaltung
Modul O9.2
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
26
Katalognummer
V299106
ISBN (eBook)
9783656956112
ISBN (Buch)
9783656956129
Dateigröße
511 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Depression, psychosoziale Rehabilitation
Arbeit zitieren
Andrea Bubeck (Autor), 2015, Die Rolle der psychosozialen Rehabilitation für die Wiedererlangung von Lebensqualität bei depressiven Erkrankungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299106

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