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Der Konflikt zwischen Vlad Țepeș alias Dracula und der Kronstadt Mitte des 15. Jahrhunderts

Title: Der Konflikt zwischen Vlad Țepeș alias Dracula und der Kronstadt Mitte des 15. Jahrhunderts

Term Paper (Advanced seminar) , 2014 , 35 Pages , Grade: 1+

Autor:in: Mona Schlapp (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts zur dauerhaften Marke des Donau-Karpatenraumes und Lieblingsfigur der westlichen Vampirmythologen avanciert, wird der historische Vlad Ţepeş als eine der umstrittensten Figuren in der Geschichtsschreibung gehandelt.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass seine Personalität und Taten größtenteils in mediatisierter Gestalt überliefert sind. Diese Darstellungen strukturieren Draculas Reputation in der Vergangenheit und haben noch Jahrhunderte danach Einfluss auf sein Image der Gegenwart. In ihren Ursprüngen vermutlich als Teil einer zeitgenössischen Rufmordkampagne gegen Vlad den Pfähler gedacht, bedingen so vor allem Schauererzählungen sein Vermächtnis in der Erinnerungskultur außerhalb Rumäniens. Ob tapferer Armeeführer oder blutrünstiger Strafgeber und despotischer Wüterich: betreffend der Figur Vlad Ţepeş wurzelt jegliches Faktum zwischen reiner Fiktion und der historischen Wahrheit.

Die vorliegende Arbeit fokussiert die Konflikte zwischen Dracula und Kronstadt in seiner zweiten und längsten Regierungszeit. In Strafaktionen soll er das südliche Burzenland verwüstet und Kronstadt/Brașov belagert haben. Fragestellung und Ziel ist es, die entsprechenden Umstände zu beleuchten und die These zu stützen, nach welcher die Übergriffe auf Kronstadt historisch als eine innenpolitische Strategie und Bestrafung des Adels einzuordnen sind. Für einen Einblick in die innenpolitischen Verhältnisse Mitte des 15. Jahrhunderts soll zunächst das Verhältnis von Vlad Ţepeş zu den siebenbürgisch-sächsischen Kaufleuten und die Beziehung zu den walachischen Emigranten im Burzenland thematisiert werden.

Im Folgenden will die Arbeit mögliche Konfliktfaktoren behandeln, die ein feindseliges Vorgehen des walachischen Fürsten gegen Kronstadt und Umgebung begründet haben könnten. Vor dem Hintergrund der Datierungsproblematik soll anschließend die Ambivalenz des Ereignisses in den Forschungslektüren und den faktisch spärlichen Überlieferungen betrachtet werden.
Anhand von Flugschriften Mittel- und Westeuropas, wird der Aspekt der Mediatisierung und Nachwirkung des vermeintlichen Vergeltungsaktes angeschnitten sein. Aufbauend auf dem darin verwendeten populären Holzschnitt von 1500, wird final Beachtung finden, welchen Aussagewert dieser als Quelle für die historischen Geschehnisse besitzt – um schließlich einzuordnen, inwieweit die Strafaktion als gegebenes Ereignis eingeordnet werden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Gegenstand und Zielsetzung

1.2. Materiallage

1.2.1. Forschungsstand

1.2.2. Quellenlage

2. Konfliktstoff: Innenpolitische Gegnerschaft

2.1. Verhältnis zu Siebenbürger Sachsen und feudaler Konkurrenz im Burzenland

2.2. Macht- und / oder Handelspolitische Rivalitäten als Auslöser

3. Historisches Faktum oder propagandistischer Topos

3.1. Datierungsproblematik

3.2. Das Ereignis in Flugschriften Mittel- und Westeuropas als negative Propaganda

3.3. Der Holzschnitt von 1500: Gehalt und Aussagewert

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Hintergründe der Strafaktionen des walachischen Fürsten Vlad Ţepeş gegen Kronstadt im 15. Jahrhundert. Ziel ist es, zu klären, ob diese Ereignisse historisch belegbar sind oder als propagandistisches Mittel in zeitgenössischen Flugschriften zu werten sind, wobei insbesondere der Einfluss innenpolitischer Strategien und Handelskonflikte beleuchtet wird.

  • Analyse der machtpolitischen und wirtschaftlichen Spannungen zwischen der Walachei und siebenbürgischen Städten.
  • Untersuchung der Rolle von Flugschriften und Holzschnitten als Medium negativer Propaganda.
  • Kritische Würdigung der Datierung der Strafaktionen um 1459/1460.
  • Unterscheidung zwischen dem historischen Akteur Vlad Ţepeş und dem in der Horrorliteratur konstruierten Mythos.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Ein bildliches Testimonium fungiert als Mittler und Geschmacksverstärker von Botschaften. Die Größe seiner Macht speist sich aus der Fähigkeit eine wortlose Quelle zu sein, die uns aber bei kenntnisreicher Analyse die Vorstellungs- und Urteilskraft der Individuen aus seiner Entstehungszeit verbildlicht. Geschichtliche Ereignisse vermittelt eine Darstellung ihrem Betrachter allerdings selten als lux veritatis, als unverfälscht Wiedergegebenes vergangener Zeit. So auch ein Holzschnitt von 1500 – Sujet ist das in die Legenden eingegangene Motiv, das den walachischen Fürsten Vlad Ţepeş unter einem Wald von Gepfählten tafelnd zu Tisch sitzend zeigt. Hintergrund dieser häufig dargestellten Missetat, bildet eine Strafaktion des Woiwoden gegen das siebenbürgische Kronstadt, die sich zwischen 1457 und 1460 ereignet haben soll.

Die historische Person Vlad Ţepeş alias Vlad III. Dracula, wird in eine unruhige Zeit Mitte des 15. Jahrhunderts hineingeboren. Die Situation in Osteuropa kennzeichnet eine stete Bedrohung durch die aggressive Expansionspolitik der Osmanen: die Balkanvölker und Karpatenprovinzen kämpfen um ihre Unabhängigkeit und Selbstständigkeit. Bei seiner Thronbesteigung im Jahren 1456, seiner zweiten von insgesamt drei Herrschaftsperioden, übernimmt Vlad mit der Walachei ein sowohl politisches als auch wirtschaftlich abhängiges Fürstentum – zwischen Machtinteressen der Osmanen, der Ungarn und intern wechselnden Parteiungen. Der vorherrschenden Oligarchie und dem Status quo entgegenwirkend, setzte er deutliche Zeichen des Machterhalts, um seine autokratischen Ambitionen durchzuringen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, stellt die Forschungsfrage und erläutert die Bedeutung bildlicher Quellen für die historische Wahrnehmung der Person Vlad Ţepeş.

2. Konfliktstoff: Innenpolitische Gegnerschaft: Hier werden die wirtschaftlichen und machtpolitischen Spannungen zwischen dem walachischen Fürsten und den siebenbürgischen Sachsen sowie die Rolle des Adels analysiert.

3. Historisches Faktum oder propagandistischer Topos: Das Kapitel befasst sich mit der Datierung der Übergriffe und untersucht, wie Flugschriften und Holzschnitte zur Mythenbildung und Dämonisierung des Fürsten beitrugen.

4. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Übergriffe wohl eher innenpolitisch motivierte Strafaktionen gegen Adelskreise als flächendeckende Angriffe waren und stark durch propagandistische Überzeichnung geprägt sind.

Schlüsselwörter

Vlad Ţepeş, Dracula, Kronstadt, Siebenbürgen, Strafaktion, Walachei, Flugschriften, Propaganda, Stapelrecht, Machtpolitik, Historisches Faktum, Mittelalter, Osmanisches Reich, Adel, Wirtschaftsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Realität der sogenannten Strafaktionen des walachischen Fürsten Vlad Ţepeş gegen die Stadt Kronstadt im 15. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Handels- und Machtrivalitäten zwischen der Walachei und den siebenbürgischen Städten sowie die Konstruktion eines negativen Bildes in der damaligen Medienlandschaft.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit die kollektiven Erinnerungen an diese Strafaktionen faktisch gesichert sind oder als propagandistische Konstrukte fungierten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine ereignisgeschichtliche Analyse und wertet zeitgenössische Briefdokumente, Chroniken und Flugschriften aus.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der innenpolitischen Gegnerschaft (u.a. Stapelrecht, Adel) und die kritische Analyse der propagandistischen Darstellung des Fürsten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Vlad Ţepeş, Kronstadt, Propaganda, Strafaktion und Wirtschaftsgeschichte einordnen.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Holzschnitts von 1500?

Der Holzschnitt wird als einflussreiche, aber propagandistisch motivierte Quelle betrachtet, die keinen Anspruch auf historisch neutrale Berichterstattung erhebt.

War Vlad Ţepeş aus Sicht der Autorin ein "blutdürstiger Vampir"?

Nein, die Autorin betont, dass er ein machtbewusster, in einer Krisenzeit agierender Herrscher war, dessen Handeln im Nachhinein durch Propaganda zum Mythos der Horrorliteratur stilisiert wurde.

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Details

Title
Der Konflikt zwischen Vlad Țepeș alias Dracula und der Kronstadt Mitte des 15. Jahrhunderts
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Historisches Institut, Osteuropäische Geschichte)
Course
Vlad der Pfähler alias Dracula. Tyrann oder Volkstribun?
Grade
1+
Author
Mona Schlapp (Author)
Publication Year
2014
Pages
35
Catalog Number
V299154
ISBN (eBook)
9783656956426
ISBN (Book)
9783656956433
Language
German
Tags
Vlad Țepeș Dracula Graf Dracula Vlad der Pfähler Osteuropäische Geschichte Kronstadt Siebenbürger Sachsen Holzschnitt Vampir Vampirismus Brașov T. McNally / Radu Florescu Walachei Transsylvanien Osmanen Rumänien Bojaren Corpus Draculianum
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mona Schlapp (Author), 2014, Der Konflikt zwischen Vlad Țepeș alias Dracula und der Kronstadt Mitte des 15. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299154
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