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Der Credit Default Swap als Beispiel für Derivate und der Fall AIG

Title: Der Credit Default Swap als Beispiel für Derivate und der Fall AIG

Research Paper (undergraduate) , 2013 , 23 Pages , Grade: 17 Punkte

Autor:in: Gina Leisten (Author)

Law - Civil / Private, Trade, Anti Trust Law, Business Law
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Die vorliegende Arbeit gibt zunächst eine Einführung in die Thematik der Derivate und Kreditderivate. Kern der Arbeit stellt die Behandlung des Credit Default Swaps (CDS) dar. Dabei werden CDS zunächst rechtlich eingeordnet und anschließend deren Funktionsweise und Anwendungsbereiche erläutert.
Sodann wird auf den ökonomischen Nutzen und die Risiken kritisch eingegangen sowie die Bedeutung von CDS in der Finanzkrise ab 2007 aufgezeigt. Schließlich wird die Entwicklung der Versicherungsgesellschaft AIG in der Finanzkrise dargestellt, die beispielhaft für die mit CDS verbundenen Risiken steht.

Derivate (lat. Derivare: ableiten) sind Finanzmarktinstrumente, deren Wert sich mittelbar oder unmittelbar vom Preis oder Maß eines Basiswertes (Underlying) ableitet, die also an bestimmte Referenzgrößen gekoppelt sind. Die Typen an Derivaten werden nach ihren Hauptleistungspflichten grundsätzlich in Festgeschäfte (Futures/Forwards), Optionen (Options) und Swaps eingeteilt. Neben diesen standardisierten Produkten, gibt es eine Vielzahl an darauf aufbauenden Erscheinungsformen, die zwar weniger stark gehandelt werden, aber aufgrund ihrer hohen Profitmöglichkeiten im Vergleich zu den regulären Formen dennoch eine hohe Praxisrelevanz haben.
Derivate können sowohl börslich wie auch außerbörslich gehandelt werden. Solche OTC-Derivate („over the counter“) führten zu Intransparenz und einer finanziellen Instabilität, die sich im Ausfall von Lehmen Brothers am 15. September 2008 und der Rettung von AIG einen Tag später äußerte.

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Inhaltsverzeichnis

A. Der CDS als ambivalentes Finanzinstrument

B. Derivate im Allgemeinen

C. Kreditderivate

D. Credit Default Swaps

I. Rechtliche Einordnung

II. Funktionsweise

1. Referenzaktivum

2. Laufzeit des Geschäfts

3. Prämie und Upfront

4. Kreditereignis

5. Leistung bei Eintritt des Credit Events

III. Anwendungsbereiche eines CDS

1. Hedging

2. Spekulation

3. Arbitrage

4. Diversifikation der Risiken

IV. Ökonomischer Nutzen und Risiken

1. Nutzen

2. Risiken

a. Short Squeeze Problematik

b. Kredit- und Gegenparteirisiko

c. Systemische Risiken

E. Der Fall AIG

F. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das ambivalente Wesen von Credit Default Swaps (CDS) als Finanzinstrumente und analysiert deren Rolle im Kontext der Finanzkrise, wobei der Zusammenbruch des Versicherungsriesen AIG als zentrales Fallbeispiel dient.

  • Grundlagen und Funktionsweise von Derivaten und Kreditderivaten
  • Detaillierte Erläuterung der Struktur und der Risiken von Credit Default Swaps
  • Analyse der verschiedenen Anwendungsbereiche wie Hedging, Spekulation und Arbitrage
  • Bewertung der ökonomischen Nutzen und systemischen Risiken von CDS-Geschäften
  • Untersuchung des Falls AIG als exemplarisches Beispiel für die Gefahren unregulierter OTC-Derivate

Auszug aus dem Buch

D. Credit Default Swaps

Ein Credit Default Swap ist ein Vertrag zwischen zwei Parteien, der ähnlich einer Versicherung wirkt. Dabei möchte sich der Versicherungsnehmer gegen den Ausfall des Referenzschuldners versichern. Der Käufer der Absicherung zahlt eine regelmäßige Prämie an den Verkäufer der Absicherung sowie eine einmalige Zahlung zu Beginn des Vertrages (Upfront). Im Gegenzug erhält der Käufer das Recht, dem Verkäufer im Falle des Eintritts des Credit Events vom Referenzschuldner emittierte Anleihen zu ihrem Nennbetrag zu verkaufen. Der Gesamtnennbetrag der Anleihen wird als Nominalbetrag (Notional Principal) bezeichnet.

Dieses Prinzip soll durch folgendes Beispiel veranschaulicht werden. Zwei Parteien schließen am 20. Juni 2013 einen Credit Default Swap über 5 Jahre. Der Nominalbetrag beträgt $ 100 Mio. Der Sicherungsnehmer verpflichtet sich zur jährlichen Zahlung von 80 Basispunkten, was 20 Basispunkten im Quartal entspricht. 80 Basispunkte entsprechen 0,8 % oder 0,008. Der Sicherungsnehmer zahlt somit einen jährlichen Betrag von € 800000. Am 20. August 2015 tritt ein Credit Event ein. Wurde eine physische Lieferung (physical settlement) vereinbart, hat der Sicherungsgeber die Pflicht, Anleihen, welche der Referenzschuldner herausgegeben hat, vom Sicherungsnehmer zum Nennwert von $ 100 Mio. für $ 100 Mio. zu kaufen. Sofern eine Barzahlung vereinbart wurde, wird der Marktpreis des Referenzaktivums nach dem Kreditereignis ermittelt. Angenommen dieser läge bei $ 60 Mio., dann würde der Sicherungsgeber die Differenz zwischen Marktwert und Nennwert zahlen, also $ 40 Mio. Da die CDS Prämie gewöhnlich am Ende eines Quartals gezahlt wird, würde der Betrag noch für die Zeit zwischen dem 20. Juni und dem 20. August ausstehen. Dieser würde anteilig berechnet werden und der Sicherungsnehmer hätte diesen zu zahlen.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Der CDS als ambivalentes Finanzinstrument: Einleitung in die Thematik der CDS, ihre Rolle als potenzielle „Finanzwaffen“ in der Krise und die Zielsetzung der Arbeit.

B. Derivate im Allgemeinen: Definition und Kategorisierung von Derivaten sowie der Hinweis auf die Problematik außerbörslich gehandelter (OTC) Produkte.

C. Kreditderivate: Erläuterung der Funktion von Kreditderivaten zur Übertragung von Ausfallrisiken und deren Unterteilung in Single- und Multi-Name-Produkte.

D. Credit Default Swaps: Detaillierte Beschreibung der Funktionsweise, rechtlichen Einordnung sowie der technischen Aspekte wie Prämien, Kreditereignissen und Abwicklungsmethoden.

III. Anwendungsbereiche eines CDS: Analyse der Einsatzmöglichkeiten von CDS, unterteilt in Hedging, Spekulation, Arbitrage und Diversifikation.

IV. Ökonomischer Nutzen und Risiken: Diskussion der ökonomischen Vorteile wie Liquiditätssteigerung und Risikoverteilung sowie der Gefahren, insbesondere systemischer Risiken.

E. Der Fall AIG: Analyse des Zusammenbruchs der AIG aufgrund immenser, nicht abgesicherter Risikopositionen aus CDS-Geschäften im Kontext der Finanzkrise.

F. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der ambivalenten Rolle von CDS für die Wirtschaftsentwicklung und das Finanzsystem.

Schlüsselwörter

Credit Default Swap, CDS, Derivate, Kreditderivate, AIG, Finanzkrise, Hedging, Spekulation, Arbitrage, Gegenparteirisiko, Systemische Risiken, Referenzaktivum, Credit Event, OTC-Handel, Risikomanagement

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Credit Default Swaps (CDS) als Finanzinstrumente und deren ambivalentem Charakter, der sowohl zur Stabilität als auch zum Zusammenbruch des Finanzsystems beitragen kann.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die Funktionsweise von Kreditderivaten, deren Einsatzbereiche zur Risikosteuerung, die damit verbundenen systemischen Risiken sowie der konkrete Fall des Versicherers AIG während der Finanzkrise.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, eine verständliche Einführung in die Welt der Credit Default Swaps zu geben und die Risiken sowie die Bedeutung dieser Instrumente anhand der AIG-Rettung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf einer fundierten Auswertung relevanter Fachliteratur, Berichten von Finanzinstitutionen und juristischen Rahmenbedingungen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Derivate und Kreditderivate, die detaillierte Funktionsweise und Anwendung von CDS sowie eine kritische Auseinandersetzung mit deren Nutzen und Risiken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Credit Default Swap, AIG, Finanzkrise, systemische Risiken, Gegenparteirisiko und Hedging charakterisiert.

Warum war der Fall AIG für die Untersuchung der CDS so entscheidend?

AIG agierte in massiven Umfang als Sicherungsverkäufer für CDS, ohne seine eigenen Risiken ausreichend abzusichern, was das Unternehmen in der Finanzkrise an den Rand des Zusammenbruchs brachte und systemische Folgen hatte.

Welche Rolle spielt die mangelnde Transparenz bei OTC-Derivaten in dieser Arbeit?

Die Arbeit betont, dass durch den OTC-Handel (Over-the-Counter) eine Intransparenz entstand, die es Regulatoren und Marktteilnehmern erschwerte, das wahre Ausmaß der Risikokumulation bei Institutionen wie AIG zu erkennen.

Wie werden die Risiken bei CDS-Geschäften laut der Autorin begrenzt?

Als Lösungsansätze werden unter anderem die Standardisierung von Verträgen durch die ISDA, die Einrichtung zentraler Gegenparteien (Clearing Houses) sowie eine verbesserte Informationspflicht und Regulierung genannt.

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Details

Title
Der Credit Default Swap als Beispiel für Derivate und der Fall AIG
College
University of Frankfurt (Main)
Grade
17 Punkte
Author
Gina Leisten (Author)
Publication Year
2013
Pages
23
Catalog Number
V299169
ISBN (eBook)
9783656958741
ISBN (Book)
9783656958758
Language
German
Tags
Derivate Credit Default Swap CDS AIG
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gina Leisten (Author), 2013, Der Credit Default Swap als Beispiel für Derivate und der Fall AIG, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299169
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