Lyndon Baines Johnson war der 36. Präsident der USA. Er rückte zunächst nach der Er-mordung John F. Kennedy's in Dallas als Vizepräsident auf das Präsidentenamt nach, bevor er bei den Präsidentschaftswahlen 1964 regulär und überlegen zum Präsidenten gewählt wurde. Johnson war einer der tragischsten aber gleichzeitig auch einer der erfolgreichsten Präsidenten der USA. Tragisch deswegen, weil er zunächst durch den Tod von J.F. Kennedy überraschend und ungeplant zum Präsidenten wurde, und weil er wohl für immer mit dem Desaster des Vietnam Krieges verbunden sein wird, welcher die USA spaltete und dem Land eine demütigende Niederlage bereitete (Johnson, 1972, Vorwort). Erfolgreich hingegen war er mit der Umsetzung der Vision der „Great Society “, wodurch die schwarze Bevölkerung aus ihrer Unterprivilegiertheit gelöst wurde, die Rassentrennung verschwand, Maßnahmen gegen die Armut ergriffen wurden und das Sozial- und Gesundheitssystem Amerikas auf breiter Basis enorm verbessert wurde. Diese Seminararbeit soll dazu beitragen, aus heutiger Sicht die Kernpunkte seiner Innen- und Außenpolitik, aber auch dessen Persönlichkeit zu beleuchten, um so die Zusammenhänge und Zwänge seiner Präsidentschaftszeit und seiner Entscheidungen zu verstehen. Damit soll die Arbeit dazu beitragen den 36.Präsidenten der USA näher kennenzulernen und vor allen Dingen die damaligen Zusammenhänge der Au-ßenpolitik, d.h. des Vietnamkriegs möglichst objektiv darzustellen, denn Lyndon B. Johnson ist wohl für immer auch Vietnam, Vietnam Vietnam !!! Es ist daher erklärtes Ziel dieser Arbeit, einen Beitrag zu leisten, um von einem oberflächlichen Vorurteil zu einer mündigen Ur-teilsfähigkeit zu kommen. Zur Vereinfachung der Ansprache wird die männliche Form ver-wendet, sie schließt die weibliche ein. Als Zitierstil wird APA 6th Edition verwendet, um den Lesefluss nicht zu unterbrechen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Leben bis zur Präsidentschaft
2.1 Kindheit, Schule, Studium und Beruf
2.2 Frühe politische Laufbahn
3. Vizepräsidentschaft unter John F. Kennedy (1961-1963) und Präsidentschaftswahl (1964)
3.1 Amtsübernahme 1963
3.2 Präsidentschaftswahl 1964
4. Die Präsidentschaftszeit von 1964 bis 1969
4.1 Innenpolitik „The Great Society“
4.1.1 Bürgerrechte
4.1.2 Kampf gegen die Armut und Johnson`s Gesundheitspolitik
4.2 Die Außenpolitik Johnsons - Vietnam, Vietnam, Vietnam …
4.2.1 Chronologie und Geschichte des Vietnamkrieges (1964- 1976)
4.3 Ende der Präsidentschaft
5. The Vantage Point und Johnson’s Fading Out
6. Fazit zu Präsident L.B. Johnson
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht das politische Wirken von Lyndon B. Johnson, wobei der Fokus auf dem Kontrast zwischen seinen innenpolitischen Erfolgen im Rahmen der „Great Society“ und der tragischen Verstrickung in den Vietnamkrieg liegt. Ziel ist es, ein objektives Verständnis für die Zwänge und Entscheidungsspielräume seiner Präsidentschaft zu gewinnen.
- Biografische Grundlagen und politischer Aufstieg Johnsons
- Die innenpolitische Reformagenda „The Great Society“
- Der Vietnamkrieg als zentrales außenpolitisches Ereignis
- Die Rolle der Dominotheorie und des Tonkin-Zwischenfalls
- Einfluss der Berichterstattung und der Tet-Offensive auf die öffentliche Meinung
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Chronologie und Geschichte des Vietnamkrieges (1964- 1976)
Aus heutiger (völkerrechtlicher) kriegshistorischer Sicht war der Vietnamkrieg ein vietnamesischer Bürgerkrieg, bei dem Südvietnam von den USA und das kommunistische Nordvietnam von der UdSSR und China unterstützt wurden. Insgesamt dauerten die Kämpfe mit Unterbrechungen von 1946 bis 1975. In der ersten Phase, dem sog. ersten Indochinakrieg (1946-1954) handelte es sich um einen Kolonialkrieg, in dem Frankreich nach dem zweiten Weltkrieg ihre Kolonialherrschaft über Indochina wieder herzustellen versuchte. Im zweiten Indochinakrieg, der allgemein als Vietnamkrieg geläufig ist, ging es den Vietnamesen grundsätzlich um die Unabhängigkeit und Einheit Vietnams unter einem sozialistisch-kommunistischen oder demokratisch-kapitalistischen Gesellschaftssystem. Dadurch war der Vietnam Krieg auch ein sog. „Proxy War“, ein Stellvertreterkrieg in einer fragilen Zeit des kalten Krieges. Um die Hintergründe und Zusammenhänge des Vietnamkriegs in der Amtszeit des Präsidenten Lyndon B. Johnson zu verstehen, werden im Folgenden die beiden Kriege in einem allgemeinen Überblick dargestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des 36. US-Präsidenten und Definition der Zielsetzung, die Innen- und Außenpolitik Johnsons objektiv zu beleuchten.
2. Das Leben bis zur Präsidentschaft: Detaillierter Rückblick auf Kindheit, Ausbildung und den frühen politischen Aufstieg in Texas und Washington.
3. Vizepräsidentschaft unter John F. Kennedy (1961-1963) und Präsidentschaftswahl (1964): Analyse der Vizepräsidentschaft, des Amtsantritts nach dem Kennedy-Attentat und des Wahlkampfes 1964.
4. Die Präsidentschaftszeit von 1964 bis 1969: Umfangreiche Untersuchung der „Great Society“-Programme sowie der komplexen Entwicklungen des Vietnamkrieges.
5. The Vantage Point und Johnson’s Fading Out: Betrachtung der Memoiren Johnsons und seiner letzten Lebensjahre nach dem Ausscheiden aus dem Amt.
6. Fazit zu Präsident L.B. Johnson: Abschließende Einschätzung Johnsons als bedeutenden Reformer der Innenpolitik, dessen Erbe jedoch durch das Vietnam-Desaster überschattet blieb.
Schlüsselwörter
Lyndon B. Johnson, USA, Präsidentschaft, Vietnamkrieg, Great Society, Bürgerrechte, Tonkin-Zwischenfall, Dominotheorie, Tet-Offensive, Sozialpolitik, Außenpolitik, Guerillakampf, Stellvertreterkrieg, Armutsbekämpfung, Cold War
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Seminararbeit analysiert die Präsidentschaft von Lyndon B. Johnson (1963–1969), insbesondere die Gegensätze zwischen seinem ambitionierten innenpolitischen Reformprogramm und seiner umstrittenen Rolle im Vietnamkrieg.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die „Great Society“-Programme (Bürgerrechte, Armutsbekämpfung, Gesundheitspolitik) sowie die Chronologie und die politischen Hintergründe des amerikanischen Eingreifens in Vietnam.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist ein objektives Verständnis der Zwänge und Hintergründe, die Johnsons Entscheidungen prägten, um von einseitigen Vorurteilen zu einer fundierten Urteilsfähigkeit zu gelangen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine geschichtswissenschaftliche Literaturarbeit, die auf einer fundierten Analyse von zeitgenössischen Dokumenten, Biografien und historischen Fachpublikationen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Innenbetrachtung des Reformwerks „Great Society“ und eine detaillierte Aufarbeitung der außenpolitischen Eskalation in Vietnam, inklusive des Tonkin-Zwischenfalls und der Tet-Offensive.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Vietnamkrieg, Great Society, Bürgerrechte, Dominotheorie und politische Entscheidungsfindung definieren.
Welche Bedeutung hatte der Tonkin-Zwischenfall für die USA?
Der Zwischenfall diente als offizieller Auslöser für den aktiven Kriegseintritt der USA und führte zur „Tonking-Golf-Resolution“, die Johnson eine weitreichende Vollmacht für militärische Operationen einräumte.
Warum wird Johnson oft als „tragische Figur“ bezeichnet?
Johnson wird aufgrund des starken Kontrasts zwischen seinen massiven sozialen Errungenschaften im Inland und der verheerenden, spaltenden Wirkung des Vietnamkrieges auf die US-Gesellschaft als tragisch wahrgenommen.
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- Lukas Ramesberger (Author), 2015, Lyndon B. Johnson und der Vietnam Krieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299213