Museen sind bedeutende Kultureinrichtungen unserer Gesellschaft. Um auch weiterhin viele
Interessierte anzusprechen entwickelten sich einige Sonderformen. Zu ihnen gehören auch
die Science Center.
Der folgende Text behandelt die Thematik „Science Center in Deutschland:
Bestandsaufnahme, Strukturierung und zukünftige Entwicklungen“. Dadurch soll die heutige
und spätere Bedeutung dieser Einrichtungen hervorgehoben werden.
Beginnend wird nicht nur der Begriff Science Center definiert, sondern auch Informationen
zur Abgrenzung gegenüber verwandten Freizeiteinrichtungen, der historischen Entwicklung,
Intention, sowie den potenziellen Zielgruppen gegeben. Im weitern Verlauf der Arbeit
erfolgen dann die Bestandsaufnahme und darauf aufbauend der Versuch einer
Strukturierung dieser Institutionen nach verschiedenen Kriterien. Abschließend sollen weitere
deutsche Projekte und deren Chancen im Markt als Ausblick auf zukünftige Entwicklungen
präsentiert werden. In diesem Abschnitt erfolgt sowohl die nähere Erläuterung des Begriffes Science Center als
auch die der Hintergrundinformationen sowie -entwicklungen. So soll näher auf die Intention,
potenzielle Zielgruppen und Betreibermöglichkeiten eingegangen werden. Science Center werden in der Literatur unterschiedlich definiert und zumeist nach
thematischer Ausrichtung oder Konzepten abgegrenzt, beispielsweise „… Institutionen .. die
naturwissenschaftliche Phänomene in experimenteller Weise präsentieren, und über Handson-
Exponate dazu anregen, aktiv zu experimentieren.“1. Aufgrund der vielfältigen
Erläuterungsansätze ist die eindeutige Zuordnung einzelner Institutionen zur Gruppe der SC
oftmals kompliziert
Deshalb soll es auch im Rahmen dieser Arbeit eine spezifische Begriffsklärung geben, auf
welcher die weiteren Inhalte aufbauen.
Es handelt sich bei Science Centern um naturwissenschaftliche, oft thematisierte, Info- und
gleichsam Edutainment-Ausstellungen geprägt durch die vordergründige Interaktivität2 der
Besucher. Diese wird durch entsprechende Dramaturgie, Inszenierung sowie dem Hands-on
(zum Anfassen), Minds-on (zum Mitdenken) teilweise sogar schon Body-on Prinzip erzeugt,
wozu der Einsatz modernster Technik und Multimedia erfolgt. Science Center symbolisieren
ein Übergangselement zwischen traditionellen Museen und Freizeit- oder Erlebnisparks. [...]
1 Vgl. Schaper-Rinkel, P.; Giesecke, S.; Bieber, D. (2002) S. 1.
Inhaltsverzeichnis
1. Science Center
1.1 Definition
1.2 Abgrenzungen
1.2.1 Museen
1.2.2 Vergnügungsparks
1.3 Historische Entwicklung
1.3.1 Weltweit
1.3.2 Deutschland
1.4 Intention
1.5 Zielgruppe
1.6 Förderungsbedarf
2. Bestandsaufnahme der Science Center Deutschlands
3. Strukturierung deutscher Science Center
3.1 Typen
3.1.1 Klassische
3.1.2 Moderne
3.2.3 Hybride
3.2 Betreiber- und Finanzierungsmodelle
3.3 Thematische Ausrichtung
4. Zukünftige Entwicklungen im deutschen Markt
4.1 Projekte
4.2 Marktentwicklung
4.2.1 Nachfrageentwicklung
4.2.2 Angebotsentwicklung
4.3. SC im WWW
5. Schlusswort
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit gibt eine fundierte Bestandsaufnahme der Science-Center-Landschaft in Deutschland, strukturiert diese nach verschiedenen Kriterien und analysiert das Potenzial sowie die zukünftigen Entwicklungen innerhalb dieses speziellen Marktsegments.
- Definition und historische Entwicklung von Science Centern im globalen und nationalen Kontext.
- Typologisierung bestehender deutscher Einrichtungen nach klassischen, modernen und hybriden Ansätzen.
- Betreiber- und Finanzierungsmodelle unter Berücksichtigung zunehmender privatwirtschaftlicher Interessen.
- Marktentwicklung und Prognose zukünftiger Projektchancen in Deutschland.
Auszug aus dem Buch
1.2.2 Vergnügungsparks
Diese Institutionen sind in Deutschland weit verbreitet. Sie beziehen sich vom Angebot her fast ausschließlich auf Entertainment-Konzepte, welche in einer inszenierten Atmosphäre, zum Teil dramaturgisch verwirklicht werden. „Aus der Passivität wird der Besucher in eine Pseudo-Aktivität geschleudert, denn er tut ja nichts selbst, sondern es geschieht alles um ihn herum.“ Das heißt, dass der Besucher durch eine Fülle von Fahrgeschäften und Shows unterhalten wird, aber nur begrenzt selbst aktiv werden kann.
Freizeit- und Vergnügungsparks sind „…Sammelbegriff für alle großflächig angelegten, in sich abgeschlossenen Freizeitanlagen…“ die „…in erster Linie, schwerpunktartig auf Unterhaltung .. setzen“.
Im starken Gegensatz zu Museen und Science Centern ist ein Bildungsauftrag in den klassischen Vergnügungsparks meist nicht vorhanden. Zumeist werden solche Einrichtungen privatwirtschaftlich betrieben und sind nicht wie wissenschaftliche und didaktische Institutionen auf öffentliche Mittel angewiesen. Somit verfügen sie über einen Vorteil bezüglich der Kapitalverwendung sowie der allgemeinen Finanzierung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Science Center: Dieses Kapitel definiert den Begriff Science Center, grenzt ihn von Museen und Vergnügungsparks ab und beleuchtet die historische Entwicklung sowie die Zielgruppen und den Förderbedarf.
2. Bestandsaufnahme der Science Center Deutschlands: Hier erfolgt eine Übersicht der existierenden Science Center in Deutschland, inklusive einer kurzen Betrachtung ihres jeweiligen Angebots und ihrer Bedeutung.
3. Strukturierung deutscher Science Center: Dieses Kapitel kategorisiert die deutschen Einrichtungen in klassische, moderne und hybride Typen und analysiert zudem Finanzierungsmodelle und thematische Ausrichtungen.
4. Zukünftige Entwicklungen im deutschen Markt: Der Autor erörtert hier aktuelle und geplante Projekte, analysiert die Marktentwicklung (Angebot und Nachfrage) und bewertet die Bedeutung des World Wide Web für Science Center.
5. Schlusswort: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Wettbewerbssituation und die Komplexität des deutschen Science-Center-Marktes.
Schlüsselwörter
Science Center, Deutschland, Edutainment, Hands-on-Prinzip, Wissensvermittlung, Bestandsaufnahme, Finanzierung, Marktentwicklung, Freizeiteinrichtungen, Themenparks, Museumsmanagement, Public Understanding of Science, Interaktivität, Bildungsauftrag, Zukunftsprojekte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bestandsaufnahme, der Strukturierung und der Zukunftsanalyse von Science Centern in Deutschland im Jahr 2004.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Aspekte sind die Definition und Abgrenzung von Science Centern, die Typologisierung der Betreibermodelle, die finanzielle Situation sowie die zukünftige Marktentwicklung durch neue Projekte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es, die heutige und künftige Bedeutung von Science Centern in Deutschland hervorzuheben und eine fundierte Strukturierung der Institutionen vorzunehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Auswertung von Branchendaten und bestehenden Studien basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Science Centern, die Bestandsaufnahme bestehender Einrichtungen, deren Strukturierung nach Typen und Modellen sowie eine Prognose für kommende Entwicklungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Science Center, Edutainment, Interaktivität, Marktentwicklung, Finanzierungsmodelle und pädagogische Konzepte.
Wie unterscheiden sich Science Center von klassischen Museen?
Im Gegensatz zum passiven, monologischen Konzept traditioneller Museen setzen Science Center auf das Hands-on-Prinzip, bei dem Besucher durch interaktive Exponate aktiv in den Lernprozess einbezogen werden.
Welche Rolle spielt die Privatwirtschaft bei Science Centern?
Die Privatwirtschaft gewinnt als Betreiber und Sponsor zunehmend an Bedeutung, da Science Center als attraktive Marketinginstrumente zur Imagebildung und zum Kundendialog genutzt werden können.
- Quote paper
- Anika Baumgarten (Author), 2004, Science Center in Deutschland: Bestandsaufnahme, Strukturierung und zukünftige Entwicklungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29923