Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Reform Pedagogics

Möglichkeiten und Grenzen eines handlungsorientierten Unterrichts mit dem Ziel der Förderung von ganzheitlichem Lernen

Title: Möglichkeiten und Grenzen eines handlungsorientierten Unterrichts mit dem Ziel der Förderung von ganzheitlichem Lernen

Term Paper , 2015 , 14 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Kevin Salzmann (Author)

Pedagogy - Reform Pedagogics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Mit der Wiederentdeckung reformorientierten Unterrichts, sowie Unterrichtskonzepten, die Offenheit, Selbsttätigkeit oder Ganzheitlichkeit in den Mittelpunkt stellen, gewinnt die Kernidee Johann-Heinrich Pestalozzis Pädagogik wieder zunehmend an Bedeutung.

„Herz, Kopf und Hand sollen [...] gleichermaßen gefördert werden, denn sie bilden für Pestalozzi die drei Hauptwurzeln der Vollkommenheit des Menschen, wie sie nach seinem Verständnis göttlich angelegt ist.“ Schulischer Unterricht, der diese Kernelemente in den Mittelpunkt stellt und somit nicht nur reine Kopfarbeit, sondern auch alle anderen menschlichen Sinne mit einbezieht, basiert in psychologischer Hinsicht auf Auffassungen, dass Ganzheitlichkeit, also „ein Erlebnisganzes nicht aus der Summe der einzelnen Empfindungs-, Gefühls- und Willenselemente besteh[t]“, sondern mehr als das sein muss.

Mit Einzug in die Pädagogik plädierte bspw. Berthold Otto für „einen vom Kinde aus, von seiner Neugierde und seinem Interesse geleiteten Unterricht“, der in dieser Form von ihm als natürlicher Unterricht aufgefasst wird.

Das Konzept der Ganzheitlichkeit im schulischen Unterricht soll in der vorliegenden Arbeit genauer untersucht werden. Hierfür wird zunächst dargestellt, wie alltäglicher Unterricht an vielen deutschen Schulen durch eintönige Verwendung von Unterrichtsmethoden Möglichkeiten der Selbsttätigkeit und multisensorischer Wahrnehmung von Lerninhalten verhindert. Unterricht, der methodisch zu einseitig geplant und durchgeführt wird, lässt wenig Raum für Handlungsorientierung; Potentiale eines handlungsorientierten Unterrichts sollen im anschließenden Teil der Arbeit thematisiert werden, um herauszuarbeiten, wie das Problem der „methodischen Monostruktur alltäglichen Unterrichts“ mit Hilfe von ganzheitlich orientierten Lehr- und Lernprozessen durchbrochen werden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition und Abgrenzung kontextspezifischer Begrifflichkeiten

3. Zur Problematik der Eintönigkeit alltäglicher Unterrichtsmethoden

4. Chancen eines handlungsorientierten Unterrichts

5. Ganzheitlichkeit als Kern handlungsorientierten Lernens

6. Wissen instruieren und konstruieren - Grenzen ganzheitlichen Lernens

7. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Ganzheitlichkeit im schulischen Unterricht und analysiert, inwiefern ein handlungsorientierter Ansatz dazu beitragen kann, die methodische Monostruktur des alltäglichen Unterrichts zu durchbrechen und die Potentiale ganzheitlichen Lernens besser auszuschöpfen.

  • Historische und pädagogische Einordnung der Ganzheitlichkeit (Pestalozzi, Reformpädagogik)
  • Kritische Analyse der Eintönigkeit konventioneller Unterrichtsmethoden
  • Chancen und Grundprinzipien des handlungsorientierten Unterrichts
  • Multisensorik und Ganzheitlichkeit als Kernelemente erfolgreicher Lernprozesse
  • Grenzen des ganzheitlichen Lernens und die Bedeutung von Wissensinstruktion (wissensbasierter Konstruktivismus)

Auszug aus dem Buch

Zur Problematik der Eintönigkeit alltäglicher Unterrichtsmethoden

Dem reformorientierten, offenen Unterricht steht an vielen deutschen Schulen nach wie vor ein stark lehrerzentrierter Unterricht gegenüber, in dem Lehrerinnen und Lehrer immer wieder die gleichen Methoden und Sozialformen zur Stoffvermittlung wählen. Dieses eintönige Vorgehen ermöglicht SuS wenig Mitbestimmung und aktive Beteiligung am Unterrichtsgeschehen; die Lehrperson ist die zentrale Steuerungsinstanz im Unterricht. „Dadurch kommt es zu einer Arbeits- und Unterrichtsstruktur, die weitgehend allein vom Lehrer/von der Lehrerin als Entscheidungsträger/in geprägt ist und für die Schülerinnen und Schüler allein die Rolle des/der Reagierenden und Ausführenden vorsieht.“

Stattdessen erfahren SuS ein monotones Methodenrepertoire von Lehrerinnen und Lehrern. Direkte Instruktion und gelenkte Unterrichtsgespräche sind vielerorts vorherrschend und produzieren einen „Regelkreis der Langeweile“, der aus zu langen lehrerzentrierten Unterrichtsphasen resultiert und die SuS lediglich verbal fordert. Sie müssen auf Fragen ihrer LehrerInnen antworten und sollen dabei die meiste Zeit ruhig auf ihren Stühlen sitzen.

Die Langeweile wird des Weiteren dadurch hervorgerufen, dass SuS nur selten an Planung, Durchführung und Auswertung von Unterricht beteiligt sind. So bleibt dieser nur wenig schüleraktivierend und „der Körper wird immer mehr zur Prothese der Schülerköpfe“. Basierend auf der empirischen Erhebung „Methodenrepertoire von Lehrern“ (Klaus Hage u.a. 1985) fasst Meyer (1989) zusammen, dass die Methodenstruktur alltäglichen Unterrichts „lehrerzentriert, eintönig und verkopft“ ist. Stattdessen braucht alltäglicher Unterricht abwechslungsreichere Sozialformen, auf die Lerninhalte abgestimmte Unterrichtsmethoden und vor allem Gesprächsformen, die nicht von der Lehrperson in eine bestimmte Richtung gelenkt werden, sondern die klare Markierungspunkte beinhalten, „an denen die Schüler einen Kompetenzgewinn im Diskutieren, Argumentieren, Problemlösen usw. festmachen können.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Bedeutung der ganzheitlichen Pädagogik nach Pestalozzi und führt in die Problemstellung des eintönigen, methodisch eingeschränkten Unterrichts ein.

2. Definition und Abgrenzung kontextspezifischer Begrifflichkeiten: Dieses Kapitel klärt die zentralen Begriffe wie Offenheit, Handlungsorientierung und Ganzheitlichkeit, um ein einheitliches Verständnis für die weitere Analyse zu schaffen.

3. Zur Problematik der Eintönigkeit alltäglicher Unterrichtsmethoden: Hier wird kritisch analysiert, wie ein lehrerzentrierter Unterricht die Mitbestimmung und multisensorische Wahrnehmung der Schüler einschränkt und zu Langeweile führt.

4. Chancen eines handlungsorientierten Unterrichts: Das Kapitel stellt dar, wie Handlungsorientierung die Potentialentfaltung und Selbsttätigkeit durch Konzepte wie Freiarbeit fördern kann.

5. Ganzheitlichkeit als Kern handlungsorientierten Lernens: Es wird erläutert, wie multisensorisches Lernen und die Einbeziehung verschiedener Dimensionen (Kopf, Herz, Hand) den Kompetenzzuwachs unterstützen.

6. Wissen instruieren und konstruieren - Grenzen ganzheitlichen Lernens: Dieses Kapitel reflektiert die Grenzen des rein erfahrungsorientierten Lernens und plädiert für einen wissensbasierten Konstruktivismus, der auch direkte Instruktion einbezieht.

7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine Verbindung von Konstruktion und Instruktion erforderlich ist, um schülerzentrierte Prozesse effektiv zu gestalten.

Schlüsselwörter

Ganzheitlichkeit, Reformpädagogik, Handlungsorientierter Unterricht, Selbsttätigkeit, Multisensorik, Konstruktivismus, Lehrerzentrierung, Unterrichtsmethoden, Schülerzentrierung, Wissensbasis, Instruktion, Pädagogik vom Kinde aus, Kompetenzzuwachs, Lernprozesse, Schulpraxis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von ganzheitlichem Lernen im Rahmen eines reformorientierten Unterrichts und hinterfragt, wie diese durch handlungsorientierte Ansätze gefördert werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Lernen mit Kopf, Herz und Hand, die Kritik am konventionellen Methodenrepertoire sowie die konstruktivistische Lerntheorie.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie die methodische Einseitigkeit des schulischen Alltags überwunden werden kann, um ganzheitliche Lerngelegenheiten zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse und Literaturrecherche zu reformpädagogischen Konzepten und lerntheoretischen Grundlagen des Konstruktivismus.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Problematisierung des lehrerzentrierten Unterrichts, die Chancen der Handlungsorientierung und die kritische Diskussion der Grenzen ganzheitlichen Lernens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Ganzheitlichkeit, Handlungsorientierung, Reformpädagogik, Konstruktivismus und Methodenrepertoire.

Warum wird der Begriff "Kuschelpädagogik" in Bezug auf Ganzheitlichkeit erwähnt?

Der Autor führt diesen Begriff an, um zu verdeutlichen, dass ganzheitlicher Unterricht oft fälschlicherweise auf rein spielerische Aspekte reduziert wird, obwohl er einen fundierten pädagogischen Anspruch verfolgt.

Was versteht man unter dem "wissensbasierten Konstruktivismus"?

Dieses Konzept beschreibt die Notwendigkeit, konstruktive Lernphasen durch notwendige Instruktionen und eine Wissensbasis zu ergänzen, da ein Lernender ohne grundlegendes Wissen keine selbstständige Konstruktion leisten kann.

Inwiefern beeinflusst das Lehrerbild den Erfolg handlungsorientierten Unterrichts?

Die Arbeit betont, dass die Lehrkraft eine lernbegleitende Funktion einnehmen muss, die bereit ist, sich auf die Phantasie und Bedürfnisse der Schüler einzulassen, anstatt nur als Steuerungsinstrument zu fungieren.

Excerpt out of 14 pages  - scroll top

Details

Title
Möglichkeiten und Grenzen eines handlungsorientierten Unterrichts mit dem Ziel der Förderung von ganzheitlichem Lernen
College
University of Kassel  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Course
Reformorientierter Unterricht - Konzepte, Empirie und Kritik
Grade
1,0
Author
Kevin Salzmann (Author)
Publication Year
2015
Pages
14
Catalog Number
V299237
ISBN (eBook)
9783656955931
ISBN (Book)
9783656955948
Language
German
Tags
möglichkeiten grenzen unterrichts ziel förderung lernen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kevin Salzmann (Author), 2015, Möglichkeiten und Grenzen eines handlungsorientierten Unterrichts mit dem Ziel der Förderung von ganzheitlichem Lernen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299237
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  14  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint