Anwendung des 4CID-Modells im eLearning-Kontext. Am fiktiven Beispiel der Drogenberatung


Hausarbeit, 2011
18 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Beispielhafte Anwendung des 4CID-Modells
2.1. Hierarchie
2.2. Vereinfachende Annahmen und Aufgabenklassen
2.3. Lernaufgaben
2.4. Informationen
2.4.1. Unterstützende Informationen
2.4.2. Just-in-time Informationen

3. Theoretische Überlegungen zum 4CID-Modell
3.1. Lerntheoretische Überlegungen und Aspekte des situierten Lernens
3.2. Didaktische Szenarien zur Integration in das 4CID-Modell
3.3. Geeignete Medien zur Unterstützung des Lehrplanentwurfs sowie Anwendungsbeispiele

4. Zusammenfassung und Fazit

5. Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Vereinfachende Annahmen und Aufgabenklassen

Tabelle 2: Lernaufgabe 1

Tabelle 3: Lernaufgabe 2

Tabelle 4: Lernaufgabe 3

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Hierarchie zur Kompetenz „Eine Drogenberatung (Erstberatung) durchführen“

1. Einleitung

In der heutigen Wissensgesellschaft ist lebenslanges Lernen unverzichtbar: Die Anforderungen an bestehende Qualifikationen verändern sich mit dem Arbeitsmarkt und passen sich dem technologischen Fortschritt an. Hinzu kommt, dass theoretisches Wissen heute durch das Internet und die Vielzahl der Geräte zu dessen mobiler Nutzung jederzeit und überall verfügbar ist. Dadurch ist es inzwischen nur noch bedingt notwendig, sich Wissen in Form von Zahlen, Daten und Fakten persönlich anzueignen. Vielmehr kommt es darauf an, die Kompetenzen zu erwerben, die für die erfolgreiche Ausübung bestimmter Aufgaben notwendig sind – allen voran die Kompetenz des Lernens. Die „Neuen Lernkulturen“ betonen die Eigeninitiative des Lernenden und reduzieren die Verantwortung von Institutionen, Lehrplänen und Lehrenden auf ihre Rolle als notwendige Experten (Terhart, 2006, S. 40). An Lernvorgänge wird daher gegenwärtig der Anspruch gestellt, kompetenzbasiert und möglichst praxisnah zu erfolgen. Instruktionsdesign-Modelle berücksichtigen dies, indem sie auf verschiedene lernpsychologische Theorien zurückgreifen und authentische Lernsituationen schaffen (Bastiaens et. al., 2009, S. 9).

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem 4CID-Modell (Four-component instructional design Modell) von van Merriënboer. Dieses Modell dient Lehrenden als Leitfaden für die systematische Konzeption, Gestaltung und Anwendung von Lernumgebungen. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf authentischen Lernaufgaben, die das Erlernen von ganzheitlichen Fertigkeiten sowie den Transfer des erlangten Wissens zur Lösung umfangreicher Probleme in die Praxis begünstigen (Bastiaens et. al., 2009, S. 89).

Im Rahmen dieser Arbeit wird zur Vorbereitung eines Bildungswissenschaftlers1 auf die beratende Tätigkeit in der Drogenhilfe ein so genannter Blueprint – ein Lehrplan – entworfen.

Anschließend wird das Modell in einem theoretischen Teil in einen mediendidaktischen Kontext eingeordnet, bevor die Arbeit mit einer Zusammenfassung und einem abschließenden Fazit der Autorin endet.

2. Beispielhafte Anwendung des 4CID-Modells

Für Bildungswissenschafter existieren vielfältige Tätigkeitsbereiche: Neben lehrenden und forschenden Tätigkeitsfeldern bieten sich ihnen auch viele beratende Tätigkeitsfelder. So können Bildungswissenschaftler zum Beispiel in der Drogenhilfe beratend tätig sein.

In der vorliegenden Arbeit wird das Tätigkeitsfeld Drogenhilfe auf den Bereich der Drogenberatung begrenzt. Mit der Vermittlung eines geeigneten Therapieangebotes endet die Aufgabe des Bildungswissenschaftlers und der Klient wird in die Hände eines betreuenden Psychologen übergeben. Für den Erwerb der Kompetenz „Eine Drogenberatung durchführen“ wird das 4CID-Modell angewendet. Das 4CID-Modell fördert den Erwerb von komplexen kognitiven Fähigkeiten durch Lernen in authentischen Situationen und setzt sich aus vier Entwurfskomponenten, die in einer Wechselbeziehung zueinander stehen, zusammen. Auf diese Komponenten wird im Verlauf der vorliegenden Arbeit noch näher eingegangen.

Die systematische Anwendung des 4CID-Modells im Rahmen eines Lehrplanentwurfes erfolgt in zehn Schritten, von denen jedoch in dieser Arbeit auf Grund des großen Umfangs nur einige beschrieben werden.

2.1. Hierarchie

Der Entwurf des Lehrplans beginnt mit der Analyse der Lerninhalte. Dazu ist zunächst das Gesamtlernziel, die mit Ende der Maßnahme zu erreichende Kompetenz, zu definieren. Dafür wird die ganzheitliche Kompetenz in ihre einzelnen Teilfertigkeiten gegliedert. Diese Teilfertigkeiten stehen in Beziehung zueinander und lassen sich in einer sogenannten Fertigkeitshierarchie abbilden (Bastiaens et. al., 2009, S. 94).

In der vorliegenden Arbeit wird, am Beispiel der in der Drogenhilfe als Berater tätigen Bildungswissenschaftler, die zu erreichende Kompetenz „Eine Drogenberatung (Erstberatung) durchführen“ analysiert. In der Abbildung 1 ist diese Kompetenz mit ihren jeweiligen Teilfertigkeiten in einer so genannten Fertigkeitshierarchie dargestellt. Eine solche Fertigkeitshierarchie setzt sich aus zwei Ebenen zusammen, die Relationen genannt werden: Den horizontalen und vertikalen Relationen.

Die horizontale Ebene wird auch temporäre Ebene genannt, weil sie sich auf den Moment bezieht, in dem die Fertigkeit ausgeübt wird. In unserem Anwendungsbeispiel „Eine Drogenberatung durchführen“ befinden sich die Teilfertigkeiten persönlichen Kontakt herstellen, Anamnese machen, Behandlungsplan erstellen und Therapie vermitteln in der horizontalen Ebene - sie werden sequentiell ausgeführt. Das bedeutet: Bevor der Bildungswissenschaftler zum Beispiel einen Behandlungsplan erstellen kann, muss er zunächst einmal die Anamnese durchführen. Die horizontale Ebene wird daher von links nach rechts gelesen. Die vertikale Ebene, auch konditionale Ebene genannt, ordnet die Teilfertigkeiten immer entsprechend des jeweils notwendigen Vorwissens an: Die Teilfertigkeiten, die am unteren Ende der Hierarchie stehen, müssen beherrscht werden, bevor man die darüber liegenden Fertigkeiten üben kann. So muss der in der Drogenhilfe tätige Bildungswissenschaftler etwa erst einmal Suchtmittel und deren Symptome kennen, bevor er anhand des Verhaltens und der Aussagen des Klienten das auslösende Suchtmittel identifizieren kann. In dieser Ebene ist die Hierarchie also von unten nach oben zu lesen.

Die einzelnen Fertigkeiten werden in rekurrierende und nicht-rekurrierende Fertigkeiten unterteilt. Rekurrierende Fertigkeiten sind in allen Situationen immer gleich, bringen also einen hohen Automatisierungsgrad mit sich, während bei nicht-rekurrierenden Fertigkeiten je nach Situation die Ausübung unterschiedlich ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Hierarchie zur Kompetenz „Eine Drogenberatung (Erstberatung) durchführen“

2.2. Vereinfachende Annahmen und Aufgabenklassen

Die authentischen Lernaufgaben, die den Kern des 4CID-Modells bilden, sind in einer gewissen Sequenz, innerhalb so genannter Aufgabenklassen, angeordnet. Es gibt laut Bastiaens et. al. (2009, S. 95) vier Prinzipien der Sequentialisierung von Aufgabenklassen:

1. Sequenzprinzip der vereinfachten Annahme
2. Sequenzprinzip der Nachdruck-Manipulation
3. Mentale Modelle Progression
4. Systematisches Problemverfahren

In dieser Arbeit soll ausschließlich auf das erste Verfahren eingegangen werden. Dabei bilden die Aufgabenklassen den Rahmen für die Erstellung und Auswahl von Lernaufgaben, die damit entsprechend ihrem Schwierigkeitsgrad ansteigend geordnet werden können: Mit jeder weiteren Aufgabenklasse steigt der Schwierigkeitsgrad, so dass die der letzten Aufgabenklasse entsprechende ganzheitliche Kompetenz letztendlich gut zu bewältigen ist (Bastiaens et. al., 2009, S. 96).

Für das Erlernen der komplexen Fertigkeit „Eine Drogenberatung (Erstberatung) durchführen“ lassen sich die folgenden vereinfachenden Annahmen aufstellen und in jeweils drei Aufgabenklassen einteilen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Vereinfachende Annahmen und Aufgabenklassen

Die erste Aufgabenklasse beinhaltet die einfachsten Bedingungen unter den vereinfachenden Annahmen. Der Klient ist in diesem Beispiel der Beratung gegenüber offen und positiv eingestellt, was optimale Bedingungen für ein Beratungsgespräch darstellt. Die eingenommene Droge ist ein legales und gesellschaftlich akzeptiertes Mittel, was dem Klienten ermöglicht, weiterhin ein relativ geregeltes Leben zu führen. Die Einnahmehäufigkeit liegt bei maximal mehrmals wöchentlich.

Bei der zweiten Aufgabenklasse werden höhere Anforderungen an den beratenden Bildungswissenschaftler gestellt. Die Grundstimmung des Klienten ist nicht mehr offen und positiv, sondern eher verhalten und misstrauisch. Das Suchtmittel ist nicht mehr ausschließlich legal und nicht mehr gesellschaftlich akzeptiert – stattdessen handelt es sich nun um so genannte weiche Drogen, wie etwa Marihuana. Die Einnahme erfolgt täglich; erste Brüche in seinen sozialen Beziehungen sowie Schwankungen im bisher geregelten Tagesablauf treten auf.

Der höchste Schwierigkeitsgrad tritt in der dritten Aufgabenklasse auf. Der beratende Bildungswissenschaftler hat es mit ablehnenden und aggressiven Klienten zu tun, die mehrmals täglich schwere, illegale Drogen zu sich nehmen. Weder der Tagesablauf noch das Einkommen der Klienten ist geregelt; soziale Beziehungen pflegen sie nur noch zu Personen aus der Drogenszene. Auch Beschaffungskriminalität tritt hier zu Tage.

[...]


1 Zur besseren Lesbarkeit wird in dieser Arbeit jeweils nur das männliche Geschlecht verwendet. Gemeint sind dennoch immer sowohl Frauen als auch Männer.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Anwendung des 4CID-Modells im eLearning-Kontext. Am fiktiven Beispiel der Drogenberatung
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Allgemeine Didaktik & Mediendidaktik)
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
18
Katalognummer
V299267
ISBN (eBook)
9783656957997
ISBN (Buch)
9783656958000
Dateigröße
802 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
eLearning, E-Learning, Instructional Design, 4CID, 4C/ID, 4CID-Modell, Bildungswissenschaften
Arbeit zitieren
Dagmar Dörner (Autor), 2011, Anwendung des 4CID-Modells im eLearning-Kontext. Am fiktiven Beispiel der Drogenberatung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299267

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