Zu: Thomas Hobbes - "Von der Religion"


Seminararbeit, 2004

18 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Von der Religion
2.1 Definition der Religion
2.2 Die Liebe zu Gott
2.3 Autorität und Glauben
2.4 Religion und Gesetz
2.5 Gottes Befehle
2.7 Glaubensheuchler
2.9 Der öffentliche Kult
2.10 Vernunft und Kult
2.12. Der Gottesdienst
2.13 Die Religionsänderung

3. Schlussbemerkung

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Thomas Hobbes war in erster Linie Staatsphilosoph. Seine Staatsphilosophie leitet er nicht, wie in der Antike üblich, aus der Ethik, sondern aus der Anthropologie her

Thomas Hobbes[1] Anliegen ist die Ausbildung eines philosophischen Systems, das frei von metaphysischen Annahmen sein soll. Grundlage dafür sind die Naturwissenschaft und Mathematik seiner Zeit. Seine Hauptwerke sind „Elemente der Philosophie“ und „Leviathan“. Letzteres ist ein Klassiker der Staatsphilosophie durch die enthaltene Theorie des Gesellschaftsvertrages.

Die Textgrundlage dieser Arbeit ist ein Text von Hobbes mit dem Titel „Von der Religion“, welches ein Teil der Elemtorum philosophiae, den Elementen der Philosophie, ist. Genauergesagt erschien der Text in seinem Werk De Homine, welches zusammen mit der Schrift De Corpore die Elementorum bildet.

Wie der Titel besagt beschäftigt sich Hobbes mit der Religion. In 13 Punkten erklärt er seine Ansichten zu den Themen Glauben, Kult, Religion und Staat, Gottesdienst, Aberglaube und einigen anderen.

2. Von der Religion

2.1 Definition der Religion

Die Religion ist das äußere Zeichen des Menschen, dass er an Gott aufrichtig ehrt. Hobbes definiert sie als „äußeren Kult“[2]. Gott zu ehren bedeutet aber nicht nur seine Existenz zu bejahen, sondern seine Position als Allmächtigen und Schöpfer aller Dinge anzuerkennen. Dies bedeutet er ist derjenige, der „Glück und Unglück nach seinem Ermessen verteilt“[3]. Gott ist also für alles verantwortlich, was dem Menschen zustößt und passiert. Es gibt demnach kein Schicksal und der Mensch kann sein Leben nicht beeinflussen ob es glücklich oder sorgenvoll verläuft, da Gott verantwortlich dafür ist, ob den Menschen ein Schicksalsschlag ereilt oder ein Glücksfall.

Die Religion, die Hobbes als „natürliche“[4] bezeichnet, kann man in zwei Teile gliedern. Der erste Teil ist der Glaube. Es bedeutet an die Existenz des bzw. eines Gottes zu glauben. Das zweite Element ist der Kult.

Der Glaube an Gott wird auch „‚Frömmigkeit‘“[5] genannt. Wer diese pflegt, strebt danach Gott in jeglicher Hinsicht zu gehorchen, „ihm im Glück [zu] danken, im Unglück zu ihm [zu] beten“[6]. Diese sind die Auswirkungen der Frömmigkeit, die dem Menschen bedeuten Gott zu lieben und zu fürchten.

2.2 Die Liebe zu Gott

Gott zu lieben ist und soll aber stets eine andere Art der Liebe sein, als die des Menschen einem anderen gegenüber. Die Liebe zwischen Menschen drückt sich nämlich stets entweder in „Begierde nach Besitz oder Wohlwollen“[7] aus. Nichts davon erfüllt den Anspruch Gott wahrhaftig zu lieben. Diese Liebe drückt sich aus, in der freudigen Erfüllung seiner Gebote. Furcht vor Gott dagegen ist die Angst zu sündigen.

Gott zu lieben bedeutet darum ihm widerspruchslos zu folgen und seine Entscheidungen nicht anzuzweifeln. Die Furcht vor Gott ist hierbei eine Art Hilfsmittel. Die Angst gegen Gott zu sündigen ist nämlich auch eine Angst Gott nicht mehr zu lieben und dann vielleicht von ihm selbst nicht mehr geliebt zu werden oder bestraft zu werden. Gleicherweise fürchten wir die Gesetze im Staat und befolgen sie deshalb.

2.3 Autorität und Glauben

Der Glaube kann sich aber auch über die Existenz und Allmächtigkeit Gottes hinaus erstrecken, nämlich auf Dinge „welche die menschliche Fassungskraft übersteigen“[8]. Ist dies der Fall, dann ist der Glaube nur eine Annahme, die auf der „Autorität ihrer Verkünder“[9] basiert. Wer diesen Glauben schenkt, meint sich zuvor sicher, dass die Verkünder ihre Erkenntnis selbst auf übernatürliche Art erlangt haben. Dies bedeutet, dass der Verkünder des Glaubens in Kontakt stehen muss zu übernatürlichen Dinge, sie begreift und so vermitteln kann. Ein Beispiel wäre, dass er Wunder vollbringen kann oder solche schon vollbracht hat. Hobbes konstatiert, dass der Mensch in Religionsdingen nicht von „beliebigen Menschen“ abhängig sein darf, wenn diese nicht vorher ihre Verbindung zum Übernatürlichen beweisen können, also Wunder getan haben. Würde man jedem glauben der eine religiöse Lehre verkündet, ohne solche Beweise, so müsste man jedem gleich glauben, egal wie unterschiedlich die Lehren seien. Dieser Zustand würde Chaos bedeuten, in dem man den natürlichen, also wahren Glauben an Gott nicht mehr zu erkennen vermag.

2.4 Religion und Gesetz

Die Religion darf nicht von einzelnen Individuen abhängig sein, laut Hobbes, außer wenn diese Personen Wunder getan haben und im Fall der „natürlichen Frömmigkeit“[10]. Der Mensch soll also an Gott glauben, wie er es ihm dargelegt hat, oder durch seine Propheten usw., die bevor man ihnen glaubte Wunder vollbrachten. Die Existenz Gottes zu bejahen kann nicht falsch sein, da sie nur von der eigenen Person abhängt und sozusagen der natürliche Glaube ist. Hierin ist man nicht von religiösen Verkündern abhängig, die immer zum Beweis wundertätig sein müssen. Hierin liegt nämlich auch ein Problem. Wie Hobbes feststellt, gibt es schon seit langem keine Wunder mehr. So kann die Religion nie von Privatpersonen abhängig sein. Allerdings braucht der Mensch auch im Glauben Führung und Anleitung. Aus diesem Grund ist die Religion nun von den Gesetzen im Staat abhängig. „Religion ist daher nicht Philosophie, sondern in jedem Staate Gesetz; und darum nicht zu erörtern, sondern zu erfüllen“[11]. Es darf kein Zweifel an Gott bestehen. Der Mensch soll ihn ehren und lieben, aber auch fürchten. Da Religion nun Gesetz ist, bedarf es keiner Verkünder mehr, die die Gläubigen in die Irre führen könnten. Allein dem Gesetz zu folgen ist der richtige Weg. Laut Hobbes ist dies bei allen Völkern gleich. Unterschiede ergeben sich nur, worüber die verschiedenen Menschen denken. Aus diesem Grund gehört das Denken nicht zum Glauben an Gott. Während wir nämlich nach Wissen suchen und über Dinge nachdenken, „die der Wissenschaft nicht zugänglich sind, zerstören wir den Glauben an Gott, soweit dies an uns liegt“[12]. Würden wir dieses Wissen nämlich erreichen, trotz dass es eigentlich unseren Horizont übersteigt, so würden wir damit den Glauben aufheben und somit auch Gott. Würden wir nämlich all dies Wissen erreichen, welches eigentlich nicht unseren Fähigkeiten entspricht, würden wir Menschen einen göttlichen Standpunkt einnehmen, denn eigentlich verfügt nur Gott über allumfassendes Wissen. In seiner Staatstheorie definiert Hobbes die „Religion als die Furcht vor jenseitigen Mächten, deren genaue Größe im Unklaren bleibt“[13]. Dies passt auch hier in seiner Schrift zur Religion. Die genaue „Größe“ Gottes ist dem Menschen nicht bewusst. Versucht er doch dies Wissen zu erlangen, würde er die Größe erkennen. Gott wäre keine unbekannte Größe mehr, nichts Unklares bliebe zurück. Warum also sollte der Mensch dann Gott noch fürchten? Wie sollte er ihn noch lieben, wie es sich für einen Gott geziemt, wenn der Mensch Gott wie einen anderen Menschen verstehen würde? Der Glaube würde wie gesagt zerstört werden.

Hobbes vergleicht diesen Punkt mit der Hoffnung, die ebenso verschwindet, wenn das Ziel doch erreicht ist und „der Genuss da ist“[14]. Laut der Lehre des Apostels bleibt, „wenn das Reich Gottes kommt, von den drei Tugenden: Glaube, Hoffnung, Liebe, der Glaube und die Hoffnung nicht weiter bestehen, sondern allein die Liebe“[15]. Das Streben nach Wissen über Gott den Schöpfer, also über sein Wesen, sind daher nicht ziemlich, da dies „allzu neugierig“[16] ist. Man kann diesen Wissensdurst folglich auch nicht zu den Werken der Frömmigkeit zählen. Wer Wissen über Gott anstrebt, dass ihm eigentlich nicht zusteht und zugänglich sein soll, also über ihn diskutiert, der will dadurch nicht Gott Glauben verschaffen, den ihm glaubt schließlich schon jeder, sondern will sich selbst Glauben verschaffen. Gott braucht folglich keine Individuen, die Wissen erlangen über ihn, damit alle Menschen an ihn glauben. Solche Individuen zerstören durch ihr Handeln letztendlich den Glauben an Gott.

[...]


[1] Û1588 -…1679

[2] Geyer S.30

[3] Ebd.

[4] Ebd.

[5] Ebd.

[6] Ebd.

[7] Ebd.

[8] Geyer S.30

[9] Ebd.

[10] Geyer S.31

[11] Geyer S.31

[12] Ebd.

[13] www.thorstenspahr.de

[14] Geyer S.31

[15] Ebd.

[16] Ebd.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Zu: Thomas Hobbes - "Von der Religion"
Hochschule
Universität Stuttgart
Veranstaltung
Proseminar Einführung in die Religionsphilosophie der Moderne
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
18
Katalognummer
V29928
ISBN (eBook)
9783638313230
ISBN (Buch)
9783638748544
Dateigröße
479 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Thomas, Hobbes, Religion, Proseminar, Einführung, Religionsphilosophie, Moderne
Arbeit zitieren
Marie-Christin Pollak (Autor), 2004, Zu: Thomas Hobbes - "Von der Religion", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29928

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