In dieser Arbeit werden zwei Varianten der Reduzierung bezüglich des Treibhausgas-Ausstoßes analysiert: die Mengen- und die Preissteuerung. Es soll analysiert und erläutert werden, worin diese Instrumente der Klimaschutzpolitik bestehen, welche Ergebnisse sie bisher erbracht haben, und wie wirkungsvoll einerseits die Theorie und andererseits die Praxis in der Anwendung der Mengen- und Preissteuerung verbunden sein können.
Der Klimawandel hat sich zu einer starken Herausforderung des 21. Jahrhunderts entwickelt; die Politiker und Wissenschaftler der ganzen Welt sind aufgerufen, sich damit zu befassen. Die wissenschaftlich und wirtschaftlich ermittelten Daten haben gezeigt, dass eine Entscheidung dringend getroffen werden muss. Die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre muss auf ein stabilisiertes Niveau gebracht und die gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems muss verhindert werden.
Derzeit schätzt man, dass sich eine Doppelerhöhung der CO2-Menge gegenüber dem vorindustriellen Niveau ergeben hat. Das Gleichgewicht ist gestört, da diese enorme Erhöhung sich sowohl in der globalen Oberflächentemperatur von 1.5 - 4.5 C als auch beim Niederschlag und der Verdunstung auf die Atmosphäre auswirkt; auch ein Anstieg des Meeresspiegels von 10 bis 90 cm kann dadurch noch in diesem Jahrhundert provoziert werden. Aufgrund einiger Modellversuche hat man prognostiziert, dass sich sogar regionale Verschiebungen ergeben können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Klimaschutzpolitik: Mengen- und Preissteuerung in der Theorie
3. Anwendung der Instrumente in der Praxis
3.1 Mengensteuerung und ihre Effektivität
3.2 Resultate der Preissteuerung
4. Vergleichsanalyse
5.Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die beiden zentralen klimapolitischen Instrumente der Mengen- und Preissteuerung, um deren theoretische Grundlagen sowie praktische Wirksamkeit bei der Reduktion von Treibhausgasemissionen zu analysieren und deren Eignung für eine effektive Klimaschutzstrategie kritisch zu bewerten.
- Theoretische Abgrenzung von Mengen- und Preissteuerung
- Analyse des Kyoto-Protokolls als Instrument der Mengensteuerung
- Diskussion der Markteffizienz bei CO2-Steuern und Emissionsrechten
- Betrachtung von Volatilität und Unsicherheit bei klimapolitischen Maßnahmen
- Vergleich der Instrumente anhand ökonomischer Modellansätze
Auszug aus dem Buch
3. Anwendung der Instrumente in der Praxis
Die internationale Gemeinschaft hat schon, aufgrund der mittlerweile spürbaren nachteiligen Auswirkungen des Klimawandels, eine Vereinbarung zur Begrenzung des durchschnittlichen globalen Temperaturanstiegs auf zwei Grad Celsius erreicht, gegenüber der vorindustriellen Periode (1990). Auf der internationalen Ebene wird der Verhandlungsprozess in den Vereinten Nationen durchgeführt, dies hat zur Annahme des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über den Klimawandel (UNFCCC, 1992) und zur Festlegung des „Kyoto-Protokolls“ (1997) geführt. Die UNFCCC definierte die Grundstruktur der internationalen Gemeinschaft auf dem Gebiet des Klimawandels, während im „Kyoto-Protokoll“ quantitative Verpflichtungen festgestellt wurden. Ihre Zielsetzung ist die Stabilisierung der Konzentration von Treibhausgasen in der Erdatmosphäre auf einem Niveau, das Klimaschäden in der Zukunft verhindert (Vermeidung des Klimawandels)9. Dafür wollen die Industrieländer bis zum Jahre 2000 zunächst ihre Treibhausgasemissionen auf das Niveau von 1990 begrenzen. Wie Rahmeyer sagt, sind die Instrumente der Klimapolitik nach dem Prinzip der Vorsorge einzusetzen, um der hohen Unsicherheit auf allen ihren Stufen zu begegnen, ohne dass Empfehlungen für den Instrumenteneinsatz gegeben werden5.
Demzufolge ist vereinbart worden, den Treibhausgas-Ausstoß in Bezug auf die Industrieländer für den Zeitraum 2008 bis 2012 zu reduzieren. Einige Parteien haben sogar beschlossen, die Verpflichtungen aus dem „Kyoto-Protokoll“ zu verlängern. 2007 wurde eine neue Vereinbarung an der UN-Klimakonferenz auf Bali erreicht. Von zwei bis vier Mal pro Jahr finden internationale Klimakonferenzen statt, die nächste - im Juni 2015 in Bonn. Diese Vereinbarungen belegen die Gründe für ein internationales Regime auf dem Gebiet der Klimaschutzpolitik.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Dringlichkeit des Klimawandels als Marktversagen und führt in die wissenschaftliche Debatte über internationale Klimaschutzabkommen ein.
2. Klimaschutzpolitik: Mengen- und Preissteuerung in der Theorie: Dieses Kapitel klassifiziert klimapolitische Instrumente in Marktansätze und internationale Regime und diskutiert das Problem des Trittbrettfahrens.
3. Anwendung der Instrumente in der Praxis: Hier werden die Umsetzung des Kyoto-Protokolls als Mengensteuerung sowie Ansätze der Preissteuerung anhand nationaler und europäischer Erfahrungen praxisnah untersucht.
3.1 Mengensteuerung und ihre Effektivität: Dieser Abschnitt analysiert die internationale Struktur von Reduktionsverpflichtungen und identifiziert Probleme wie mangelnde Unterstützung wichtiger Akteure und Lastenverteilungsfragen.
3.2 Resultate der Preissteuerung: Der Fokus liegt auf der Pigou-Steuer, dem Kohlenstoffpreis und der Anreizstruktur für Haushalte und Unternehmen zur Schadstoffminderung.
4. Vergleichsanalyse: Ein ökonomischer Vergleich beider Ansätze zeigt, dass die Wahl des Instruments stark von den Marktbedingungen und der Volatilität abhängt.
5.Schlussfolgerungen: Das Fazit stellt fest, dass beide Ansätze für sich genommen Schwächen zeigen und ein vernunftgeleiteter Mix beider Methoden für die Praxis am sinnvollsten erscheint.
Schlüsselwörter
Klimawandel, Treibhausgase, Mengensteuerung, Preissteuerung, Kyoto-Protokoll, CO2-Emissionen, Marktversagen, internationale Regime, Emissionsrechtehandel, Pigou-Steuer, Klimaschutz, Umweltökonomie, Grenzvermeidungskosten, Nachhaltigkeit, Kohlenstoffpreis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Analyse klimapolitischer Steuerungsinstrumente, um den globalen Treibhausgasausstoß effektiv zu reduzieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die theoretische Differenzierung zwischen Mengen- und Preissteuerung, deren praktische Umsetzung durch internationale Abkommen wie das Kyoto-Protokoll und eine vergleichende ökonomische Bewertung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu untersuchen, ob Mengen- oder Preissteuerung effektivere Instrumente für den Klimaschutz darstellen und wie beide Ansätze in der Praxis sinnvoll miteinander kombiniert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie eine vergleichende Analyse ökonomischer Modelle (u.a. von Weitzman), die die Effizienz von Instrumenten unter Unsicherheit bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Instrumente erläutert, danach deren Anwendung in internationalen Regimes wie dem Kyoto-Protokoll kritisch hinterfragt und abschließend ein mathematisch-ökonomischer Vergleich durchgeführt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Klimaschutz, Mengen- und Preissteuerung, Kyoto-Protokoll, Emissionshandel und Pigou-Steuer charakterisiert.
Warum wird das "westfälische System" in der Arbeit erwähnt?
Es dient als Erklärung für das Problem der mangelnden globalen Koordination, da souveräne Staaten nur durch Zustimmung gebunden werden können, was "Trittbrettfahren" begünstigt.
Was besagt das "Grüne Paradoxon" im Kontext der Arbeit?
Es beschreibt das Phänomen, dass Klimaschutzmaßnahmen einzelner Länder oder Regionen dazu führen können, dass andere Länder ihre fossilen Energiereserven schneller nutzen, was dem eigentlichen Ziel entgegenwirkt.
Warum wird die Preissteuerung als flexibler angesehen?
Laut der Analyse ist die Preissteuerung bei hoher Volatilität des Marktes anpassungsfähiger und kann effizienter auf ökonomische Veränderungen reagieren als eine starre mengenbasierte Quote.
- Arbeit zitieren
- Maryna Dorash (Autor:in), 2015, Preis- und Mengensteuerung zur Reduktion des Treibhausgas-Ausstoßes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299343