In der Fallstudie werden zunächst das Umfeld und der in der Studie beobachtete Schüler dargestellt. Basierend auf den theoretisch dargestellten Wirkungseffekten von Hunden auf den Menschen innerhalb der Tiergestützten Pädagogik werden Hypothesen aufgestellt, die im weiteren Verlauf auf ihre Validität geprüft werden.
Unsere Erfahrung mit Kindern und unsere eigene starke Affinität zum Hund regten uns dazu an, deren oftmals zu beobachtendes Zusammenspiel weiter zu untersuchen. In der Interaktion mit Tieren wirkten Kinder auf uns immer sehr motiviert und schienen unbewusst in ihrem Verhalten verändert. Es schien, als würden Kinder vor allem sozial und emotional durch den Umgang mit Tieren profitieren. Dadurch wurde unser Interesse für die gezielte pädagogische Arbeit mit Tieren geweckt. Bei unserer Recherche für das Thema dieser Arbeit wurden wir auf den Einsatz von Therapiebegleithunden in Schulen aufmerksam. Dabei trafen wir auf Frau Steffi von Vietinghoff und ihren Therapiebegleithund „Nemo“. In den darauf folgenden Gesprächen und Beobachtungen wurde uns gezeigt, dass eine professionelle, gezielte Arbeit mit Tieren einen sehr großen pädagogischen Nutzen beinhaltet und die Kinder in vielerlei Hinsicht bereichert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Fallstudie einer Hundgestützten Intervention
2.1 Begründung der Methodik
2.2 Hypothesen
2.3 Umfeld Analyse
2.4 Der Schüler
2.5 Beschreibung des Schülers anhand von Beobachtungsbereichen vor Beginn der Hundgestützten Pädagogik
2.5.1 Bereich der Kommunikation
2.5.2 Aktivitätsniveau
2.5.3 Bereich Emotionalität
2.5.4 Selbstbewusstsein
2.5.5 Beziehungen
2.5.6 Konzentration
2.6 Darstellung der Förderstunden mit Schulhund Nemo
2.6.1 Darstellung der ersten Förderstunde mit Schulhund Nemo
2.6.2 Darstellung der zweiten Förderstunde mit Schulhund Nemo
2.6.3 Darstellung der dritten Förderstunde mit Schulhund Nemo
2.6.4 Darstellung der vierten Förderstunde mit Schulhund Nemo
2.7 Beschreibung des Schülers anhand von Beobachtungsbereichen während der Hundgestützten Pädagogik
2.7.1 Bereich der Kommunikation
2.7.2 Aktivitätsniveau
2.7.3 Bereich der Emotionalität
2.7.4 Selbstbewusstsein
2.7.5 Beziehungen
2.7.6 Konzentration
2.8 Auswirkungen der Förderstunden auf den Folgeunterricht
3. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, die Wirksamkeit der hundgestützten Pädagogik als therapeutische Option für Kinder mit ADHS-Syndrom wissenschaftlich zu untersuchen und an einer explorativen Einzelfallstudie zu evaluieren.
- Analyse der Wirkungsweise von Therapiebegleithunden auf das Verhalten von Kindern mit ADHS.
- Durchführung einer nicht-teilnehmenden Beobachtungsstudie im schulischen Kontext.
- Untersuchung von Verhaltensänderungen in den Bereichen Konzentration, Emotionalität und Sozialverhalten.
- Reflektion der methodischen Möglichkeiten und Grenzen tiergestützter Interventionen in der Schule.
Auszug aus dem Buch
2.6.2 Darstellung der zweiten Förderstunde mit Schulhund Nemo
Zu Beginn der zweiten Fördereinheit wird Jonas ritualisiert in seinem Klassenraum von der betreuenden Lehrerin und Schulhund Nemo abgeholt. Jonas scheint dabei sehr erfreut und motiviert. Ohne weitere Aufforderung folgt er der Lehrerin in die Klasse. Auf dem Weg in die Klasse entwickelt sich dabei ein Gespräch zwischen der Lehrerin und Jonas über seinen auffälligen Kleidungs- und Musikstil. Die Lehrerin geht dabei auf ihn ein, zeigt Interesse, wertet aber nicht. Aus dem Klassenraum werden verschiedene Materialien für eine Förderstunde außerhalb des Schulgebäudes mitgenommen. Auf dem Weg zum Schulhof interagieren Jonas und Nemo freundlich und spielerisch. Mit seinem Schulbegleiter kommt es dagegen zu Konflikten. Mit dem Beginn eines Aportierspiels wird der Schulbegleiter seitens Jonas bis zum Ende der Stunde vollständig ignoriert.
Im Verlauf der Therapiestunde werden verschiedene Kommando- und Aportierspiele durchgeführt. Dazu wird eine Parcour-Strecke mit Pylonen aufgebaut. Die Lehrerin zeigt im Verlauf verschiedene Variationen an Übungen, bei denen der Hund an bestimmten Punkten ein jeweiliges Kommando ausführen soll.
Bei den Übungen besteht für Jonas einerseits die Möglichkeit seinen Bewegungsdrang auszuleben, da unter anderem der gesamte Schulhof genutzt wird, andererseits benötigt er eine gute Wahrnehmung und Konzentration, um die Kommandos, die er von der Lehrerin erhält, selbständig nachzuahmen und anzuwenden. Jonas wirkt bei allen Spielen froh und ausgeglichen. Nemo wirkt als ein Motivationsobjekt für Jonas, dieser genießt die Interaktion mit ihm und wirkt stets freudig und fleißig. Er wird von der Lehrerin in seinen Fähigkeiten bestärkt durch Ausrufe wie „Guter Wurf!“ oder „Perfekt, Jonas. Super!“. Die Kommando-Arbeit mit Nemo gelingt Jonas zunächst sehr gut, da er sehr konzentriert ist und angemessen agiert. Sein Blick weicht während der gesamten Interaktion nicht vom Schulhund. Er lässt sich durch keine äußeren Einflüsse ablenken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Interesse an tiergestützten Interventionen bei ADHS und stellt die Relevanz der Untersuchung des Zusammenspiels von Kind und Hund heraus.
2. Fallstudie einer Hundgestützten Intervention: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen, die Hypothesenbildung sowie die Umfeldanalyse und die ausführliche Dokumentation des Schülers vor und während der Intervention.
3. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit bestätigt die positiven Auswirkungen der hundgestützten Pädagogik auf die Entspannung und Konzentrationsfähigkeit des Schülers und weist auf die Bedeutung professioneller Konzepte hin.
Schlüsselwörter
ADHS-Syndrom, Hundgestützte Pädagogik, Therapiebegleithund, Einzelfallstudie, soziale Kompetenz, Konzentrationsfähigkeit, Verhaltensauffälligkeiten, Förderunterricht, emotionale Stabilisierung, Mensch-Tier-Beziehung, Schulhund, Inklusion, Selbstregulation, Motivationsförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Wirksamkeit hundgestützter Pädagogik bei der Unterstützung von Schulkindern, die mit einem ADHS-Syndrom diagnostiziert wurden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Interaktion zwischen Mensch und Tier, die Förderung von Konzentration und Sozialverhalten sowie die Auswirkungen von tiergestützten Förderstunden auf den regulären Schulalltag.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das primäre Ziel ist es, zu evaluieren, ob und wie eine professionelle hundgestützte Intervention helfen kann, die Situation eines ADHS-betroffenen Schülers hinsichtlich Entspannung, Impulskontrolle und Aufmerksamkeit zu verbessern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Es wurde eine explorative Einzelfallstudie in Form einer nicht-teilnehmenden Beobachtung gewählt, um ein realistisches Bild der Wirkungsweisen im pädagogischen Setting zu erfassen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil dokumentiert das Umfeld, das Profil des beobachteten Schülers sowie eine detaillierte Auswertung von vier spezifischen Förderstunden mit dem Schulhund Nemo, verglichen mit Beobachtungen vor und während der Therapie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind ADHS, Hundgestützte Pädagogik, Therapiebegleithund, Verhaltensregulation, Konzentrationsförderung und soziale Kompetenz.
Wie reagiert der Schüler im Kontakt mit dem Hund im Vergleich zum normalen Unterricht?
Im Kontakt mit dem Hund zeigt der Schüler eine deutlich höhere Konzentration, wirkt ausgeglichener, legt aggressives Verhalten ab und zeigt ein weicheres, fürsorglicheres Wesen, das im regulären Unterricht so nicht sichtbar ist.
Inwiefern beeinflusst der Hund die emotionale Ebene des Schülers?
Der Hund fungiert als Identifikations- und Projektionsobjekt, das es dem Schüler ermöglicht, eigene Unruhe zu reflektieren und Emotionen auf einer stabilen, vertrauensvollen Basis zuzulassen.
Ist der Erfolg der Intervention dauerhaft?
Die Studie zeigt kurzfristige positive Impulse, betont jedoch, dass für langfristige Verhaltensänderungen ein deutlich längerer Förderzeitraum erforderlich ist und der Erfolg derzeit primär in der Einzelsituation messbar ist.
Warum ist ein professionelles Konzept für den Einsatz des Hundes so wichtig?
Die Arbeit verdeutlicht, dass die Anwesenheit des Tieres allein nicht ausreicht; erst durch gezielte Planung, kritische Reflexion und die Integration in ein pädagogisches System wird eine wirksame Lernunterstützung ermöglicht.
- Arbeit zitieren
- Simon Bransch (Autor:in), 2010, Fallstudie einer Hundgestützten Intervention in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299389