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Die EU-Reform der Rechnungslegung

Titel: Die EU-Reform der Rechnungslegung

Masterarbeit , 2015 , 86 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Pascal Schwab (Autor:in)

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Europäische Kommission brachte im Oktober 2011 einen Richtlinienvorschlag auf den Weg, der eine Überarbeitung und Konsolidierung der Vierten und der Siebenten Richtlinie darstellen sollte. Im Vorschlag wurde zum einen das Ziel formuliert mehr Klarheit und eine Verbesserung der Vergleichbarkeit der Abschlüsse von größeren und insbesondere grenzüberschreitend tätigen Unternehmen zu schaffen und zum anderen sollte eine Reduzierung des Verwaltungsaufwands bzw. Verwaltungsvereinfachungen, insbesondere für kleine Unternehmen, erreicht werden. Im Juli 2013 wurde dann letztlich die neue EU-Bilanzrichtlinie erlassen.
Das Untersuchungsziel dieser Arbeit besteht darin, Änderungen der neuen EU-Bilanzrichtline gegenüber der Vierten und Siebenten Richtlinie zu diskutieren und festzustellen, inwiefern die neue Bilanzrichtlinie den von der EU festgelegten Zielsetzungen gerecht wird. Zudem sollen etwaige Umsetzungen der Richtlinie ins deutsche Gesetz dargelegt und anschließend zusammenfassend deren Auswirkungen auf das deutsche Bilanzrecht gewürdigt werden. Ergänzend soll außerdem auf die IFRS für kleine und mittelgroße Unternehmen eingegangen werden und deren Bezug zur neuen Richtlinie dargestellt werden. Eine weitere europäische Reformbestrebung hinsichtlich der Rechnungslegung stellt die Micro-Richtlinie dar, die im März 2012 verabschiedet wurde. Sie hat ebenfalls das Ziel, kleine Unternehmen zu entlasten und soll im Rahmen dieser Arbeit hinsichtlich ihrer Neuerungen sowie deren Auswirkungen auf das deutsche Gesetz untersucht werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung und Untersuchungsziel

1.2 Gang der Untersuchung

2. Grundlagen der Europäischen Union

2.1 Rechtliche Grundlage der EU

2.2 Ziele der EU

2.3 Rechtsetzung in der EU

3. Das europäische Bilanzrecht

3.1 Grundlagen der Rechnungslegung

3.1.1 Zwecke der Rechnungslegung

3.1.2 Informationsinteressen der Rechnungslegungsadressaten

3.1.3 Internationale Rechnungslegungskonzepte

3.2 Harmonisierung und Standardisierung der Rechnungslegung innerhalb der EU

3.2.1 Harmonisierung durch EU-Bilanzrichtlinien

3.2.1.1 Zweck und Konzeption der Harmonisierung

3.2.1.2 Die Jahresabschlussrichtlinie

3.2.1.3 Die Konzernabschlussrichtlinie

3.2.1.4 Die Abschlussprüferrichtlinie

3.2.1.5 Der Kompromisscharakter der Jahresabschlussrichtlinie

3.2.1.6 Die Entwicklung der Richtlinien

3.2.2 IAS-Verordnung der EU

3.3 Die EU-Reform der Rechnungslegung

3.3.1 Die Micro-Richtline

3.3.1.1 Hintergrund und Entstehung der Richtlinie

3.3.1.2 Inhalt der Richtlinie

3.3.1.3 Umsetzung der Micro-Richtlinie in deutsches Recht

3.3.2 IFRS für KMU

3.3.3 Die neue EU-Bilanzrichtlinie

3.3.3.1 Zielsetzung, Hintergrund und Entstehung der Richtlinie

3.3.3.2 Wesentliche Inhalte der neuen EU-Bilanzrichtlinie

3.3.3.3 Umsetzung ins deutsche Recht

4. Analyse der neuen EU-Bilanzrichtlinie

4.1 Analyse der Bilanzrichtlinie anhand ihrer Struktur

4.1.1 Anwendungsbereich, Begriffsbestimmungen und Kategorien von Unternehmen und Gruppen

4.1.2 Allgemeine Bestimmungen, Angaben und Grundsätze

4.1.3 Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung

4.1.4 Anhang und Lagebericht

4.1.5 Konsolidierte Abschlüsse und Berichte

4.1.6 Offenlegung und Abschlussprüfung

4.1.7 Befreiungen und Einschränkungen

4.1.8 Neuer Bericht über Zahlungen an staatliche Stellen und Schlussbestimmungen

4.2 Analyse der Bilanzrichtlinie anhand seiner Auswirkungen auf das deutsche Bilanzrecht

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Änderungen der neuen EU-Bilanzrichtlinie im Vergleich zu den vorherigen Vierten und Siebenten Richtlinien zu analysieren und zu prüfen, inwieweit die neue Richtlinie die von der EU formulierten Zielsetzungen erreicht. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Bewertung der Auswirkungen dieser Reformen auf das deutsche Bilanzrecht sowie der Untersuchung weiterer europäischer Entlastungsbemühungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU).

  • Analyse der EU-Reform der Rechnungslegung
  • Harmonisierung und Standardisierung im europäischen Bilanzrecht
  • Reformbestrebungen für KMU (Micro-Richtlinie und IFRS für KMU)
  • Auswirkungen der neuen EU-Bilanzrichtlinie auf das deutsche Handelsgesetzbuch (HGB)
  • Diskussion von Zielkonflikten in der Rechnungslegung

Auszug aus dem Buch

3.1.3 Internationale Rechnungslegungskonzepte

Unter einem Rechnungslegungssystem wird in der Literatur die Gesamtheit aller Rechnungslegungsregelungen und -prinzipien, die von einem bestimmten Kreis von Unternehmen angewendet werden, verstanden.68 Darüber hinaus werden häufig auch die Art und Weise der Regulierung nationaler Rechnungslegungsregelungen und die Vorschriften und Maßnahmen zur Regeldurchsetzung als Bestandteil von Rechnungslegungssystemen gesehen.69 Unterschiede zwischen existierenden Rechnungslegungssystemen begründen sich bspw. in divergierenden Ausprägungen und Gewichtungen länderspezifischer Einfluss- und Umweltfaktoren. Diese unterschiedlichen Faktoren führen zu uneinheitlichen Zielsetzungen der Rechnungslegung, weshalb sich infolgedessen auch unterschiedliche Rechnungslegungsnormen entwickeln. Zur Darlegung von Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen Rechnungslegungssystemen eignet sich die Klassifizierung in kontinentaleuropäisch und anglo-amerikanisch geprägte Rechnungslegungssysteme. Die Klassifizierung erlaubt es außerdem Länder anhand ihres Rechnungslegungssystems in möglichst homogene Gruppen einzuteilen und erleichtert das Verständnis von Rechnungslegungssystemen. Dementsprechend findet man bspw. in Deutschland, Frankreich, Italien und Belgien eine kontinentaleuropäisch geprägte Rechnungslegung vor, wohingegen in Ländern wie Australien, Großbritannien, Kanada und den USA eine anglo-amerikanisch geprägte Rechnungslegung praktiziert wird.70

Als ein wichtiger Einflussfaktor bezüglich des Rechnungslegungssystems ist das Rechtssystem zu nennen. Das Rechtssystem wirkt sich auf die formale Ausgestaltung der Rechnungslegungsnormen und den Normierungsprozess selbst aus. Hierbei ist das kontinentaleuropäische Rechtssystem des „code law“ vom anglo-amerikanischen System des „case law“ abzugrenzen. Das sogenannte code law baut auf verbindlich, vom Gesetzgeber vorgeschriebenen, Normen auf. Diese besitzen einen hohen Abstraktionsgrad, so dass sie auf eine Vielzahl gleichartiger Einzelfälle angewendet werden können.71 Die Auslegung der Normen findet in erster Linie über ihre praktische Anwendung statt. Lediglich In Zweifelsfällen entscheiden Gerichte und Verwaltungen über die Auslegung der Normen.72 Das sogenannte case law basiert hingegen prinzipiell auf einzelfallbezogene Gerichtsentscheidungen.73 Einzelne Rechtsstreitigkeiten werden demzufolge separat entschieden und die Ergebnisse anschließend auf ähnliche Fälle übertragen.74 Darüber hinaus werden aus dieser Vielzahl von Einzelfallentscheidungen allgemeine Rechtsprinzipien bzw. Standards abgeleitet.75 Der Abstraktionsgrad der Regelungen, die aus diesen Rechtsstreitigkeiten hervorgehen, bleibt allerdings begrenzt, so dass es sich beim case law im Gegensatz zum code law eher um eine detaillierte Regelung von Einzelfragen handelt.76

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Problemstellung der Arbeit, welche in der Harmonisierung des europäischen Bilanzrechts sowie der Kritik an bestehenden Richtlinien und deren Anpassung an internationale Standards liegt.

2. Grundlagen der Europäischen Union: Hier werden die rechtlichen Grundlagen der EU, die daraus resultierenden wirtschaftspolitischen Ziele und die Mechanismen der europäischen Rechtsetzung dargelegt, um das Handeln der EU im Bilanzbereich zu legitimieren.

3. Das europäische Bilanzrecht: Dieses Kapitel behandelt grundlegende Rechnungslegungszwecke, unterschiedliche Informationsinteressen der Adressaten sowie die Notwendigkeit der Harmonisierung durch verschiedene Richtlinien und die IAS-Verordnung.

4. Analyse der neuen EU-Bilanzrichtlinie: Das Kernstück der Arbeit untersucht die neue EU-Bilanzrichtlinie detailliert anhand ihrer Struktur und bewertet ihre spezifischen Auswirkungen auf das deutsche Handelsgesetzbuch und die Rechnungslegungspraxis.

5. Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung und kommt zu dem Schluss, dass die Reform zwar einige Vereinfachungen bietet, aber das Ziel einer umfassenden Harmonisierung und Entlastung aufgrund zahlreicher Wahlrechte nur begrenzt erreicht wurde.

Schlüsselwörter

EU-Bilanzrichtlinie, Rechnungslegung, Harmonisierung, Jahresabschluss, Konzernabschluss, KMU, HGB, IAS-Verordnung, Informationsfunktion, Gläubigerschutz, BilRUG, Micro-Richtlinie, IFRS für KMU, True-and-fair-view, Wesentlichkeitsgrundsatz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit der EU-Reform der Rechnungslegung, insbesondere mit der neuen EU-Bilanzrichtlinie, und untersucht, wie diese Reformen das europäische Bilanzrecht beeinflussen und wie sie in deutsches Recht umgesetzt werden.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zu den Themenfeldern gehören die rechtlichen Grundlagen der EU, die Harmonisierung des Bilanzrechts, die spezifischen Anforderungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie die praktische Umsetzung von Richtlinien in nationales Recht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Diskussion der Änderungen der neuen EU-Bilanzrichtlinie im Vergleich zu ihren Vorgängern und die kritische Würdigung der Wirksamkeit dieser Maßnahmen bezüglich der Vergleichbarkeit von Abschlüssen und der Verwaltungsvereinfachung.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine strukturierte Analyse von EU-Richtlinien, Rechtsvorschriften (insbesondere HGB) sowie Fachliteratur und Stellungnahmen zu Reformvorhaben wie dem BilRUG.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse der neuen Bilanzrichtlinie, der Micro-Richtlinie sowie der IFRS für KMU, wobei auch deren theoretische Hintergründe und Auswirkungen auf die deutsche Bilanzierungspraxis beleuchtet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind EU-Bilanzrechtsreform, Harmonisierung, Jahresabschluss, KMU-Erleichterungen, Gläubigerschutz und Informationsfunktion.

Wie unterscheidet sich die neue Bilanzrichtlinie von der "Vierten Richtlinie"?

Die neue Richtlinie führt unter anderem einheitlichere Kataloge für Anhangangaben ein, hebt Schwellenwerte für Unternehmensgrößen an und integriert expliziter Grundsätze wie den des wirtschaftlichen Gehalts (Substance over Form) und den Wesentlichkeitsgrundsatz.

Warum ist die Umsetzung der neuen Richtlinie in Deutschland teilweise kompliziert?

Die Schwierigkeit ergibt sich daraus, dass die EU-Richtlinie viele Wahlrechte lässt, die mit der deutschen Rechnungslegungstradition und den bestehenden "Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung" (GoB) in Einklang gebracht werden müssen, um einerseits Erleichterungen zu ermöglichen, andererseits aber das Ziel des Gläubigerschutzes nicht zu gefährden.

Ende der Leseprobe aus 86 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die EU-Reform der Rechnungslegung
Hochschule
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Veranstaltung
BWL
Note
1,3
Autor
Pascal Schwab (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
86
Katalognummer
V299403
ISBN (eBook)
9783656958413
ISBN (Buch)
9783656958420
Sprache
Deutsch
Schlagworte
BWL Rechnungswesen Steuern Bilanzierung EU-Reform EU Reform der Rechnungslegung Vierte Bilanzrichtlinie EU-Bilanzrichtlinie BilRUG Micro-Richtline IFRS für KMU 2013/34/EU EU-Rechnungslegungsrichtlinie MicroBilG Achte Bilanzrichtlinie Siebente Bilanzrichtlinie Jahresabschlussrichtlinie Konzernabschlussrichtlinie IFRS for SME Neue EU-Bilanzrichtlinie IAS Verordnung Zwecke der Rechnungslegung
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Arbeit zitieren
Pascal Schwab (Autor:in), 2015, Die EU-Reform der Rechnungslegung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299403
Blick ins Buch
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