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Grundlagen der Tragwerkslehre. Mit Modellen für Architekten, Bautechniker, Studierende und Auszubildende

Titel: Grundlagen der Tragwerkslehre. Mit Modellen für Architekten, Bautechniker, Studierende und Auszubildende

Fachbuch , 2015 , 71 Seiten

Autor:in: Prof. Dr. Rolf Nill (Autor:in)

Kunst - Architektur, Baugeschichte, Denkmalpflege
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Kann man Studierenden, Architekten und Bautechnikern das Tragverhalten von Konstruktionen anschaulich und mit einem minimalen Aufwand an Mathematik nahe bringen? So, dass sie nicht von Anfang an schon die „Stacheln stellen“, sondern daran sogar Spaß haben und ein Grundgefühl für richtiges Konstruieren gewinnen? Ich meine: Ja! Versuchen wir es anschaulich und mit Modellen!

Ich glaube - und hoffe - dass mein Vorgehen den Studierenden der Architektur (die ich zu unterrichten hatte) eben so viel Vergnügen gemacht hat, wie mir selbst, oder zumindest, dass sie einen Teil ihrer Vorurteile gegenüber dem als sperrig und unanschaulich denunzierten Fach Tragwerkslehre verloren haben.
Dabei vertrete ich die Auffassung, dass die Konstruktion ihr Tragverhalten möglichst offen zeigen sollte, oder zumindest, dass man nie gegen das Tagverhalten konstruieren darf.

Zwar weiß ich, das wird nicht überall so gesehen. Vor allem bei zeitgenössischen Architekturen findet man wieder häufig Beispiele des Konstruierens „gegen die Statik“. Aber selbst wenn man den Mut hat, gewissermaßen „unvernünftig“ zu sein, so sollte man doch wissen, gegen welche Gesetze man beabsichtigt, zu verstoßen.
In meinem Lehrbetrieb habe ich den Einsatz der Modelle (nicht wie das hier jetzt geschieht, blockweise sondern) jeweils an der entsprechenden Stelle in die Systematik des Lehrablaufs eingebaut.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. Stabwerke

1. Druckstab / Zugstab

Feststellung, welcher Stab Zugstab, welcher Druckstab ist

Ertüchtigung von Druckstäben durch Zwischenaussteifungen

Günstige Querschnitte für Druckstäbe

2. Biegestab

Momente und Momentenflächen

Stellen der stärksten Biegebeanspruchung

Momentenangepasste Formen

Minimierung der Momente

Unterspannte Konstruktionen

Überspannte Konstruktionen

3. Torsionsstab

Last- und Konstruktionsfälle mit Torsion

Torsionssteife Rohre

4. Seil- und Bogentragwerke

Lastabhängigkeit der Form der Seiltragwerke

Optimaler Bogen durch Umkehrung der Seilform (A. Gaudí)

Stabilisierung der Seiltragwerke gegen wechselnde Lasten

Stabilisierung der Bogentragwerke

Aufnahme der Horizontalschübe

5. Optimale Querschnitte des Biegeträgers

Gezogene/ gedrückte/ neutrale Faser, Spannungsdiagramm

„Ausmagerung“ des Trägers im Bereich geringer Spannungen

Methoden zur Vergrößerung der Biegemomentenaufnahme

Wirkungsweise des Stahlbetons und die gerissene Zugzone

Wirkungsweise des Spannbetons

Verdübelter Balken

6. Hinweis auf statisch unbestimmte Tragwerke

Beispiel Durchlaufträger,

Durchbiegung und ungünstigste Laststellungen

7. Gebäudeaussteifung

Zahl der erforderlichen Schubfelder/Windscheiben

Günstige und ungeeignete Anordnung der Schubfelder

8. Nachwort

Zielsetzung & Themen

Das Ziel der Arbeit ist es, Architekten, Studierenden und Bautechnikern das komplexe Tragverhalten von Konstruktionen anschaulich und ohne übermäßigen mathematischen Aufwand durch den gezielten Einsatz von Modellen näherzubringen.

  • Grundlagen der Tragverhalten von Stabwerken (Zug-, Druck-, Biege- und Torsionsstäbe)
  • Methoden zur Optimierung von Querschnitten und Tragstrukturen
  • Analyse und Stabilisierung von Seil- und Bogentragwerken
  • Einführung in statisch unbestimmte Systeme und Gebäudeaussteifung

Auszug aus dem Buch

1. DRUCKSTAB / ZUGSTAB

Mit einer dünnen Holzlatte lässt sich der Unterschied des Tragverhaltens von Zug- und Druckstäben anschaulich machen. Keiner der Seminarteilnehmer wird imstande sein , die Latte durch bloße Zugbeanspruchung zu zerreißen, während bereits geringe Druckkräfte ausreichen, den Stab zum Ausknicken zu bringen, sodass der Stab dann letztlich versagt.

Konsequenzen aus diesem einfachen Sachverhalt: Zugstäbe müssen keine Steifigkeit besitzen. Sie können Drahtseile, dünne Rund- oder Flachstäbe, ja sogar Ketten sein. Demgegenüber müssen Druckstäbe offenbar „dick“ bzw. gedrungen ausgebildet werden, damit sie nicht knicken können.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Stabwerke: Einführung in die vier grundlegenden Beanspruchungstypen, aus denen sich komplexe Tragwerke zusammensetzen lassen.

1. Druckstab / Zugstab: Vergleich des unterschiedlichen Tragverhaltens von Zug- und Druckstäben und Demonstration von Ertüchtigungsmöglichkeiten gegen Knicken.

2. Biegestab: Erläuterung der Biegebeanspruchung sowie die grafische Darstellung der Momentenverläufe zur Bemessung.

3. Torsionsstab: Definition von Torsionsfällen und Untersuchung der Torsionssteifigkeit unterschiedlicher Querschnittsformen.

4. Seil- und Bogentragwerke: Herleitung optimaler Bogenformen aus Seiltragwerken und Methoden zur Stabilisierung gegen wechselnde Lasten.

5. Optimale Querschnitte des Biegeträgers: Analyse der Spannungsverteilung im Biegeträger und daraus abgeleitete effiziente Querschnittsoptimierungen.

6. Hinweis auf statisch unbestimmte Tragwerke: Einführung in die Besonderheiten von Durchlaufträgern und die Bedeutung von Laststellungen für die Wirtschaftlichkeit.

7. Gebäudeaussteifung: Untersuchung der notwendigen Anzahl und Anordnung von Schubfeldern zur Aufnahme von Windlasten in Gebäuden.

8. Nachwort: Abschließende Reflexion über den methodischen Einsatz von Modellen in der Lehre.

Schlüsselwörter

Tragwerkslehre, Architektur, Statik, Stabwerke, Biegestab, Torsionsstab, Seiltragwerke, Bogentragwerke, Querschnittsoptimierung, Stahlbeton, Spannbeton, Durchlaufträger, Gebäudeaussteifung, Modellbau, Tragverhalten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Werk grundsätzlich?

Das Buch vermittelt ein anschauliches Grundverständnis für das Tragverhalten von Baukonstruktionen unter Verwendung von Modellen.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Arbeit behandelt Stabwerke, Biegestäbe, Torsion, Seil- und Bogentragwerke sowie statische Unbestimmtheit und Gebäudeaussteifung.

Was ist das primäre Ziel des Autors?

Ziel ist es, Studierenden die Tragwerkslehre als spannendes Fach zu vermitteln, Vorurteile abzubauen und ein intuitives Verständnis für statische Gesetzmäßigkeiten zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor setzt primär auf eine didaktische Methode mittels anschaulicher Experimente und physischer Modelle, um theoretische Prinzipien erfahrbar zu machen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert schrittweise die verschiedenen Beanspruchungsarten von Stäben und führt von einfachen Lastfällen hin zu komplexeren Tragwerken wie Fachwerken, Rahmen und Bogensystemen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Tragwerkslehre, Modellbau, Biegebeanspruchung, Querschnittsoptimierung, Statik, Konstruktion.

Warum ist das "Ausmagern" des Trägers im Bereich geringer Spannungen sinnvoll?

Es dient der Materialeinsparung und der Gewichtsreduktion, da in der neutralen Zone des Querschnitts das Material statisch weniger effizient ausgenutzt wird.

Welche Rolle spielt die "neutrale Faser" beim Biegeträger?

Sie markiert den Bereich im Querschnitt, der weder gedehnt noch gestaucht wird, und dient als Referenzpunkt für die Spannungsverteilung.

Was unterscheidet einen "schlaff bewehrten" Stahlbetonbalken von einem Spannbetonbalken?

Beim Spannbeton werden die Stahlstäbe vorgespannt, um Risse auf der Zugseite zu vermeiden und die Schlankheit des Bauteils zu erhöhen.

Ende der Leseprobe aus 71 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Grundlagen der Tragwerkslehre. Mit Modellen für Architekten, Bautechniker, Studierende und Auszubildende
Autor
Prof. Dr. Rolf Nill (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
71
Katalognummer
V299443
ISBN (eBook)
9783668018327
ISBN (Buch)
9783668018334
Sprache
Deutsch
Schlagworte
tragwerkslehre statik architektur tragwerke brücken bogen grundwissen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Prof. Dr. Rolf Nill (Autor:in), 2015, Grundlagen der Tragwerkslehre. Mit Modellen für Architekten, Bautechniker, Studierende und Auszubildende, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299443
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