Die Provinz Québec. Zustandekommen und Auswirkung der Zweisprachigkeit


Facharbeit (Schule), 2015
15 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Provinz Québec
2.1 Bedeutende Städte
2.1.1 Québec (Stadt)
2.1.2 Montreal
2.2 Geographie und Natur
2.3 Klima und Vegetation
2.4 Wirtschaft

3. Geschichte
3.1 Entdeckungen (ab 1000)
3.2 Québec als Teil von Frankreich (1534-1763)
3.3 Québec als Teil von Großbritannien (1763-1867)
3.4 Québec als Teil der kanadischen Konföderation (1867-1931)
3.5 Québec als Teil des Staates Kanadas (seit 1931)

4. Sprache
4.1 Auswirkungen der Zweisprachigkeit
4.2 Das kanadische Französisch

5. Fazit

6. Anhang

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Zweisprachige Verkehrs- und Hinweisschilder - die Provinz Québec in Kanada ist für ihre Zweisprachigkeit bekannt.

Da es mich interessiert zu sehen, wie mit zwei unterschiedlichen Sprachen in einer Region kommuniziert wird, entschied ich mich für dieses Thema. Was für ein Problem stellt diese Zweisprachigkeit für Mitbürger, Einwanderer und Urlauber dar und wie kam diese Zweisprachigkeit in dieser Region zu Stande?

Im Folgenden wird in dieser Facharbeit zunächst die Provinz Québec vorgestellt. Des Weiteren werde ich mich mit den Unterschieden zwischen dem normalen und dem Quebecer Französisch beschäftigen. In einer Umfrage untersuchte ich, was die deutschen und US-amerikanischen Bürger über eine Zweisprachigkeit denken und ob sie eine neue Sprache erlernen würden, wenn ihr Mutterland sich bilingual entwickelt.

2. Die Provinz Québec

2.1 Bedeutende Städte

2.1.1 Québec (Stadt)

Die Hauptstadt der Provinz[1] weist durch ihre Kultur, ihre Musik, die Kirche[2] und ihre bretonischen Bauten eine französische Präsenz auf.[3] Die Landschaft ist durch ihre2 „tosenden Wasserfälle, klaren Seen und großen Wäldern“[4] einzigartig. Die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte Stadt bietet ein europäisches Erscheinungsbild. Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten sind wahrscheinlich das mit Kupferdächern und Türmen bestückte Nobelhotel Château Frontenac, welches über 100 Jahre alt ist und einen perfekten Blick auf den Sankt-Lorenz-Strom bietet, der Place Royale, welcher Nordamerikas älteste steinerne Kirche, die Notre-Dame-des-Victoires, sowie Boutiquen und Bistros, wie im Montmartre-Viertel in Paris beherbergt oder auch die Wasserfälle von Montmorency, welche an einer Felswand 83m tief in den Sankt-Lorenz-Strom münden.2

2.1.2 Montreal

Die 1642 entstandene Stadt, die damals noch Ville-Marie hieß[5], ist eine der größten in Québec und die zweitgrößte[6] „französischsprachige […] der Welt“[7]. Montreal handelt viel mit landeseigenen Pelzen, die dann für die Verschiffung in die europäischen Staaten verfrachtet werden. „Seit dem 19. Jahrhundert“[8] industrialisiert sich die Metropole immer weiter, welche damals in Armen- und Nobelviertel eingeteilt war. In den Armenvierteln lebten die Frankokanadier, welche in der Industrie tätig waren und in den Nobelvierteln lebten die Anglokanadier.[9]

2.2 Geographie und Natur

Mit einer Fläche von 1.540.568 km²[10], was „15% […] von ganz Kanada“[11] entspricht, ist Québec die größte Provinz in ganz Kanada.10 Somit ist sie 4-mal so groß wie Deutschland. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 1930km und die Ost-West-Ausdehnung 1610km.[12] Im Norden der Provinz findet man das Territorium Nunavut, sowie den arktischen Ozean[13], im Süden die US-Staaten Vermont und New York, im Westen die Provinz Ontario und die Hudsonbay und im Osten die Halbinsel Labrador und die Provinzen Neufundland und New Brunswick.14

Das Urzeitgebirge Laurentia und ein Teil des kanadischen Schildes, die Appalachen, sowie die St. Lawrence Lowlands sind die 3 Großregionen Québecs. Die Hochfläche des Urzeitgebirges und des Teils des kanadischen Schildes besitzt zahlreiche Gewässer und ist bis ca. 1000m hoch. Ganz im Süden der Provinz befinden sich die, bis zu Neufundland reichenden, Appalachen, welche zwischen 970m und 1270m hoch sind. Die St. Lawrence Lowlands liegen zwischen den beiden anderen Großregionen und sind das Gebiet, welches am frühesten besiedelt wurde.[14]

2.3 Klima und Vegetation

Die Beeinflussung des Klimas in der Provinz hängt größtenteils von der nördlichen Lage und dem kühlen Labrador-Strom ab. Die subarktischen Regionen lassen sich vor allem im Norden finden, wo es meist zu ziemlich eisigen Wintern und frischen Sommer kommt. Durch die wenig vorhandenen Höhenunterschiede im Süden kommt es zu freikreisenden Luftströmungen, die dann erhebliche Klimaveränderungen hervorrufen.[15]

Die Vegetationszonen unterscheiden sich voneinander sehr.[16] „Im Tal des Sankt-Lorenz-Stroms“[17] herrscht eine umfangreiche Landwirtschaft mit Obst- und Gemüseanbau. Nach Norden hin lässt die Artenvielfalt der Bäume immer weiter nach. Das heißt, dass sich nördlich der Landwirtschaft Podsolböden mit Mischwäldern16, „die zwei Drittel […] Québecs einnehmen“17, bilden. Ganz im Norden, nachdem die Wälder ihre Artenvielfalt fast komplett verloren haben16, findet man „von Moosen und Flechten bewachsene Tundra-Regionen“[18].

2.4 Wirtschaft

Die Wirtschaft Québecs wird durch die drei bedeutendsten Faktoren Wald, Bergbau und Wasser bestimmt. Die Provinz nutzt die Hälfte ihrer Wälder als sogenannte Nutzwälder. Dadurch beteiligt sich Québec auch zu einem Fünftel an der Produktion für Zeitungspapier, welches in die ganze Welt geschickt wird.[19]

Der Bergbau zeichnet sich durch die vielen Rohstoffvorkommen, wie Kupfer, Gold und Asbest, aus. Des Weiteren wird die Energie hauptsächlich aus Wasserenergie gewonnen. Deshalb gibt es große Wasserkraftwerke entlang des Sankt-Lorenz-Stroms. Die Landwirtschaft ging in den letzten Jahren deutlich zurück, da der Anteil der Bauern von über 70% im 19. Jahrhundert auf unter 30% heute gesunken ist.[20]

3. Geschichte

3.1 Entdeckungen (ab 1000)

Die ersten Entdecker die die Ostküste Nordamerikas erkundeten waren normannische Seefahrer[21], welche auch die Männer des Nordens oder Wikinger genannt werden.[22] Christoph Kolumbus stieß 1492 auf Amerika, was den Kontinent „Nordamerika zum Spielball der Interessen“[23] für die europäischen Länder Spanien, England und Frankreich machte. 1497 nahm John Cabot die Ostküste Neufundlands für England ein, was die Erforschung Kanadas hervorrief.21

3.2 Québec als Teil von Frankreich (1534-1763)

Schon bald wurde Frankreich eifersüchtig auf das von Spanien erbaute Imperium und schickte nach zwei misslungenen Forschungsreisen Jacques Cartier nach Amerika.[24] Von 1534 bis 1541 „befuhr […] Cartier den Sankt-Lorenz-Strom“[25] und beanspruchte ganz Kanada für Frankreich.24 Die französische Sprache breitete sich immer weiter aus und die Franzosen sahen eine günstige Chance darin, mit dem hohen Biberpelzvorkommen zu handeln und somit Profit zu machen.[26] 1542 schwindet das Interesse an der Region, da Cartier nach seiner 3. Reise nur mit nutzlosen Mineralien zurück kam[27] und folglich lässt die Entwicklung der französischen und der englischen Sprache auf dem Kontinent nach. Jedoch fand Cartier um 1537 einen direkten Weg ins Innere Nordamerikas über den Sankt-Lorenz-Strom[28], was die Entwicklung der beiden Sprachfeinde wieder förderte.

[...]


[1] Steilberg, Hays A., Dr., Chronik Handbuch Amerika, Gütersloh/München, 1998, S. 88

[2] Vgl. AIDAbella, Land in Sicht – Die schönsten Orte Ihrer Reise, 2014

[3] Axt, Heinz-Jürgen, Dr., Das Länderlexikon, Gütersloh/München, 1999, S. 74

[4] AIDAbella, Land in Sicht – Die schönsten Orte Ihrer Reise, 2014

[5] Vgl. Axt, a.a.O., S. 68

[6] Vgl. Steilberg, a.a.O., S. 88f

[7] Steilberg, a.a.O., S. 89

[8] Axt, a.a.O., S. 74

[9] Vgl. Axt, a.a.O., S. 74

[10] Vgl. Steilberg, a.a.O., S. 88f

[11] Steilberg, a.a.O., S. 89

[12] Vgl. Strauss, Ralf, Zur Entwicklung der französischen Sprache in Kanada, Berlin, 1997, S. 3

[13] http://www.ph-ludwigsburg.de/html/2b-frnz-s-01/overmann/baf4/quebec/geographie/geo2/Frameset_geographie.htm, 09.10.2014

[14] Vgl. Abend, Bernhard, Dr., Allianz Reiseführer Kanada, Ostfildern, 1993, S. 644f

[15] Vgl. Abend, a.a.O., S. 645f

[16] Vgl. Abend, a.a.O., 646

[17] Abend, a.a.O., S. 646

[18] Abend, a.a.O., S. 646

[19] Vgl. Abend, a.a.O., S. 647

[20] Vgl. Abend, a.a.O., S. 649

[21] Vgl. Axt, a.a.O., S. 68

[22] http://www.michaelmaxwolf.de/normannen/einfuehrung/einfuehrung_normannen.html, 27.12.2014

[23] Axt, a.a.O., S. 68

[24] Vgl. Quaas, Enrico, Frankophonie – Eine Geschichte der Sprache und Identität in Québec, Norderstedt, 2006, S. 3

[25] Steilberg, a.a.O., S. 66

[26] Vgl. Steilberg, a.a.O., S. 38ff

[27] Vgl. Abend, a.a.O., S. 646

[28] Vgl. Axt, a.a.O., S. 68

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Details

Titel
Die Provinz Québec. Zustandekommen und Auswirkung der Zweisprachigkeit
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
15
Katalognummer
V299472
ISBN (eBook)
9783656978497
ISBN (Buch)
9783656978503
Dateigröße
526 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Französisch, Englisch, Kanada, Québec, Frankophonie, Einwanderung, Bilingualismus, Zweisprachigkeit, Auswirkung
Arbeit zitieren
Carl Weiland (Autor), 2015, Die Provinz Québec. Zustandekommen und Auswirkung der Zweisprachigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299472

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