Einleitung
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Thematik der Referenzmodellierung von Informationssystemen und untersucht in diesem Zusammenhang besonders die Anwendung im Bereich der Medieninformationssysteme. Dazu werden zunächst die
Grundlagen von Informationssystem- und Referenzmodellen behandelt, um in einem nächsten Schritt geeignete Techniken zur Beschreibung dieser Modelle zu skizzieren.
Anschließend werden bestehende Referenzmodelle, die sich in branchenabhängige Modelle und jene aufteilen, die keiner speziellen Branche zugeordnet sind, dargestellt. Vor dem Hintergrund existierenden Lösungen wird diskutiert, inwieweit diese sich auf die Medienbranche übertragen lassen und ob ggf. ein eigenes
Referenzmodell für diesen Bereich entwickelt werden muß. In dieser Betrachtung spielt dann auch die Art und Weise eines evtl. Vorgehens eine erhebliche Rolle, das beispielhaft skizziert wird.
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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Informationssystemmodelle
2.1.1 Begriffsabgrenzung
2.1.2 Informationssystem-Architektur
2.2 Referenzmodelle
2.2.1 Begriffsabgrenzung
2.2.2 Anforderungen an Referenzmodelle
3 Modellierungstechniken
3.1 Strukturierter Ansatz
3.1.1 Entity-Relationship-Modelle
3.1.2 Ereignisgesteuerte Prozeßketten
3.2 Objektorientierter Ansatz
4 Referenzmodellierung im branchenspezifischen Kontext
4.1 ARIS
4.2 Existierende Branchen-Referenzmodelle
4.2.1 Referenzmodelle für die Industrie
4.2.2 Referenzmodelle für den Handel
4.3 Referenzmodellierung für die Medienbranche
4.3.1 Motivation
4.3.2 Wahl des objektorientierten Ansatzes für die Modellierung
4.3.3 Vorgehensmodell und Spezifizierung der Modellierungstechniken
5 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den aktuellen Stand der Referenzmodellierung für Medieninformationssysteme. Ziel ist es, unter Analyse bestehender Modelle für Industrie und Handel zu bewerten, ob und inwieweit diese auf die Medienbranche übertragbar sind und ein methodisches Vorgehen zur Entwicklung eigenständiger Referenzmodelle für diesen Bereich zu skizzieren.
- Grundlagen der Informationssystem- und Referenzmodellierung
- Vergleich strukturierter und objektorientierter Modellierungstechniken
- Analyse der Anwendbarkeit bestehender Branchen-Referenzmodelle
- Entwicklung eines Vorgehensmodells für die Medienbranche
Auszug aus dem Buch
4.3.2 Wahl des objektorientierten Ansatzes für die Modellierung
Zum Vorgehen bei der Entwicklung der Modelle stellt sich die Frage, welchem Paradigma zur Beschreibung gefolgt werden soll. Aufgrund der folgenden Vorteile bzw. Argumente wird ein objektorientiertes Vorgehen vorgeschlagen:
Die Struktursicht eines Medienunternehmens liefert z.T. komplexe Datenstrukturen, die kaum durch den strukturierten Ansatz in Form von ERMs abzubilden sind. Konträr hierzu verhält sich bspw. die Datensicht von Informationssystemen des Handels, denn die "zu verarbeitenden Informationen zeichnen sich ... durch flache Datenstrukturen aus, die die Verwendung das klassischen (strukturierten) Ansatzes nahelegen". Analog zum Handel stellt die Ware das wichtigste betriebswirtschaftliche Objekt dar, allerdings kann im Medienbereich diese Ware elektronsich erfasst und gespeichert werden (Bücher, CDs). Durch einen objektorientierten Ansatz wird gewährleistet, daß diese komplexen Strukturen einerseits in einer adäquaten Form abgebildet und desweiteren zusammen mit nicht-trivialen Methoden in Form von Klassen gekapselt werden.
Somit entstehen Objekte wie z.B. Bücher, die einerseits den Text an sich und außerdem Informationen zu diesem (Autor, Genre, Verkaufszahlen, Seitenzahlen, Rezensionen ...) als auch Methoden zur Anwendung auf das Objekt (Lesen, Bearbeiten, Verschicken...) enthalten. Aufgrund dessen bietet sich eine objektorientierte Modellierungsweise an, die die Ware zusammen mit entsprechenden Funktionen in Klassen kapselt und in einer Form darstellt, welche der menschlichen Denkweise entspricht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Referenzmodellierung und Definition der Forschungsfrage im Kontext von Medieninformationssystemen.
2 Grundlagen: Erläuterung der theoretischen Basis von Informationssystemmodellen, deren Klassifizierung und Anforderungen an Referenzmodelle.
3 Modellierungstechniken: Kritische Betrachtung und Vergleich strukturierter (ERM, EPK) und objektorientierter Ansätze für die fachkonzeptuelle Modellierung.
4 Referenzmodellierung im branchenspezifischen Kontext: Untersuchung von ARIS sowie bestehenden Industriemodellen und Erarbeitung eines objektorientierten Vorgehensmodells für die Medienbranche.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Untersuchungsergebnisse und Empfehlung für ein modellspezifisches Vorgehen.
Schlüsselwörter
Referenzmodellierung, Medieninformationssysteme, Informationssystemmodelle, Strukturierter Ansatz, Objektorientierter Ansatz, ARIS, Handels-H-Modell, Geschäftsprozesse, UML, Vorgehensmodell, EPK, Klassendiagramme, Variantenbildung, Modellierungstechnik, Medienbranche
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Referenzmodellierung von Informationssystemen, mit einem speziellen Fokus auf die Anforderungen und Besonderheiten der Medienbranche.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Grundlagen der Modellierung, der Vergleich zwischen strukturierten und objektorientierten Ansätzen sowie die Übertragung bestehender Modelle aus Industrie und Handel auf die Medienwirtschaft.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu untersuchen, ob bestehende industrielle oder handelsspezifische Referenzmodelle für Medienunternehmen genügen oder ob ein eigenständiges Vorgehensmodell für diesen Bereich entwickelt werden muss.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?
Es wird eine deskriptive und vergleichende Analyse von Modellierungsansätzen durchgeführt, die in der Entwicklung eines beispielhaften, objektorientierten Vorgehensmodells mündet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die kritische Evaluation existierender Branchenmodelle (wie ARIS) und die Herleitung eines spezifischen Vorgehensmodells für Medieninformationssysteme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Referenzmodellierung, Medieninformationssysteme, objektorientierter Ansatz und Vorgehensmodell definiert.
Warum sind Standard-Referenzmodelle für Medienunternehmen oft nicht ausreichend?
Aufgrund der spezifischen Dynamik von Medienmärkten, der dort vorherrschenden Leistungsbündel aus Content und Werberaum sowie der fehlenden Marktkonsolidierung im Internet-Sektor sind Standardmodelle aus Industrie und Handel in ihrer statischen Form oft nicht anwendbar.
Welche Rolle spielt die Objektorientierung im vorgeschlagenen Vorgehensmodell?
Der objektorientierte Ansatz wird empfohlen, da er komplexe Datenstrukturen besser abbilden kann, die Kapselung von Daten und Funktionen in Klassen ermöglicht und durch Vererbung eine hohe Flexibilität bei notwendigen Anpassungen bietet.
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- Timo Runge (Author), 2001, State-of-the-Art der Referenzmodellierung für Medieninformationsssyteme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2995