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Analyse der Filmmusik in NS-Propagandafilmen anhand grundlegender Wirkungsmodelle von Musik in Film und Werbung

Title: Analyse der Filmmusik in NS-Propagandafilmen anhand grundlegender Wirkungsmodelle von Musik in Film und Werbung

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Tina Pepper (Author)

Film Science
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Frage, ob und wie Musik die Wirkung von Propaganda in NS-Propagandafilmen unterstützen konnte. Anhand grundlegender Wirkungsmodelle von Musik in Film und Werbung werden hierzu im Folgenden drei Thesen zur Unterstützung der NS-Propaganda durch Filmmusik untersucht.

Hitlers "Mobilisierung der Massen" basierte auf der Idee, das Volk mittels Propaganda für seine nationalsozialistischen Ideen zu gewinnen. Die Propaganda sollte dabei den Prinzipien folgen, die Hitler selbst schon in "Mein Kampf" formulierte:

• "Beschränkung auf wenige Themen und Schlagworte,
• geringer geistiger Anspruch,
• Abzielen auf das gefühlsmäßige Empfinden der Massen,
• Vermeidung von Differenzierungen
• und die tausendfache Wiederholung der jeweiligen Glaubenssätze "

Um die Verbreitung der Propaganda weiter voranzutreiben, wurde 1933 unmittelbar nach der Machtübernahme durch die NSDAP das "Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda" unter der Leitung von Joseph Goebbels geschaffen (vgl. Reinle, 2005). Als geeignetes Mittel zur Verbreitung der nationalsozialistischen Propaganda erachtete das Ministerium die Massenmedien. Insbesondere der Rundfunk sollte zum wichtigsten Propagandainstrument der Nationalsozialisten werden. Um eine weite Verbreitung von Rundfunkempfängern zu gewährleisten, brachten die Nationalsozialisten 1933 den "Volksempfänger" auf den Markt - ein besonders günstiges Radiogerät, welches nur einen Bruchteil anderer, damals erhältlicher Radios kostete und somit für einen Großteil der Bevölkerung erschwinglich war (vgl. Wikipedia [a]). Diese Preispolitik zeigte schon bald Wirkung: In den Jahren von 1933 bis 1940 verdreifachte sich die Zahl der Rundfunkteilnehmer und 1941 lag die Versorgung mit Rundfunkgeräten in deutschen Großstädten bei 72,8% (vgl. Stöber, 1998, S.102).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

1.1 DIE BEDEUTUNG DER MASSENMEDIEN FÜR DIE NS- PROPAGANDA

1.2 THESEN ZUR INSTRUMENTALISIERUNG DER FILMMUSIK ZU NS-PROPAGANDA ZWECKEN

2 DIE FUNKTIONEN DER MUSIK IM FILM

2.1 DAS MODELL NACH LISSA

2.2 DAS MODELL NACH PAULI

3 DIE FUNKTIONEN DER MUSIK IN DER WERBUNG

3.1 MUSIK ALS ABLENKUNG

3.2 MUSIKEINSATZ ZUR STEIGERUNG DER GEDÄCHTNISLEISTUNG

4 UNTERSUCHUNG DER THESEN

4.1 THESE 1: DIE FILMMUSIK UNTERSTÜTZTE DIE NS-PROPAGANDA DURCH DAS EINWIRKEN AUF DIE GEFÜHLE DER MENSCHEN

4.1.1 POLARISIERUNG

4.1.2 KONTRAPUNKTIERUNG

4.1.3 POSITIVE GRUNDHALTUNG

4.2 THESE 2: DIE FILMMUSIK UNTERSTÜTZTE DIE "VERMEIDUNG VON DIFFERENZIERUNG" DURCH 'ABLENKUNG'

4.3 THESE 3: DIE FILMMUSIK UNTERSTÜTZT DIE STÄNDIGE WIEDERHOLUNG VON GLAUBENSSÄTZEN DURCH DIE HÄUFIGE WIEDERHOLUNG VON LIEDERN.

5 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Filmmusik in nationalsozialistischen Propagandafilmen gezielt eingesetzt wurde, um die ideologische Wirkung der Bilder und Texte zu verstärken, wobei sie sich insbesondere auf Wirkungsmodelle aus der Filmtheorie und der Werbepsychologie stützt.

  • Analyse der Bedeutung von Massenmedien für die NS-Propaganda
  • Darstellung theoretischer Funktionsmodelle von Musik im Film (Lissa, Pauli)
  • Übertragung werbepsychologischer Erkenntnisse zur Musikwirkung auf Propagandakontexte
  • Untersuchung der psychologischen Wirkung von Filmmusik durch Polarisierung und Kontrapunktierung
  • Evaluation des Einsatzes von Musik zur Förderung von Ablenkung und Gedächtnisleistung

Auszug aus dem Buch

4.1.2 Kontrapunktierung

Gerade z.B. in der Deutschen Wochenschau machte man Gebrauch von kontrapunktierender Filmmusik. Die Deutsche Wochenschau war zwischen 1940 und 1945 eine Art dokumentarischer Nachrichtenfilm, der in den deutschen Kinos zwischen Kulturfilm und Hauptfilm gezeigt wurde. Er diente sowohl dazu, die Zuschauer über das aktuelle Kriegsgeschehen zu informieren, als auch zur Verbreitung der NS Propaganda; in späteren Kriegsjahren auch vermehrt als Durchhaltefilm (vgl. Wikipedia [c]). Gezeigt wurden u.a. Szenen von zerstörten Städten, marschierenden Soldaten, Flugzeugangriffe auf Städte, und sogar die Leichen der Feinde, meist unterlegt mit heroischer Musik. Hier könnte angenommen werden, dass die Musik verhindern sollte, dass der Krieg als etwas Schreckliches betrachtet wird, indem die Musik etwas Gegenteiliges aussagt.

"Mit Hilfe der Musik kann man [...] auch Bildaussagen verfälschen, verdrehen und die (scheinbare) Objektivität dokumentarischer Aufnahmen ad absurdum führen. Das haben nicht nur die nazistischen Wochenschauen mit ihrem neoromantischen Musikbombast, sondern auch manche Kultur- oder Naturfilme gezeigt" (Thiel, 1981, S.47)

1994 untersuchten Bolivar, Cohen und Fentress die Wirkung kontrapunktierender Musik anhand kurzer Filmsequenzen von Interaktionen in einem Wolfsrudel und fanden dabei heraus, dass freundliche Musik in geringem Maße die Wahrnehmung aggressiver Interaktion bei den Probanden reduzierte (vgl. Östlind, 2005, S.38-39). So könnte angenommen werden, dass eine kontrapunktierende Musik auch bei der Deutschen Wochenschau eine entsprechende, wenn auch geringe, Wirkung gehabt haben könnte.

Dem widerspricht jedoch das Ergebnis einer von Schmidt 1976 durchgeführten Studie, die zu dem Ergebnis kommt, dass ein musiklicher Hintergrund umso weniger Einfluss auf die Rezeption eines Films hat, desto intensiver sich die Thematik des Films an die Werteinstellung des Rezipienten richtet (vgl. Östlind, 2005, S.35). Themen wie Krieg und Tod, die in der Deutschen Wochenschau im Vordergrund standen, sprechen natürlich die Werteinstellung der Zuschauer an. Allerdings vermied die Wochenschau - vermutlich bewusst - jegliche Bewertung des Gezeigten. Dies entspricht auch den Propagandaprinzipien Hitlers, wonach jegliche Differenzierung vermieden werden soll.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Diese Einleitung stellt die Fragestellung zur Wirkung von Filmmusik in NS-Propagandafilmen vor und erläutert die Bedeutung der Massenmedien sowie Hitlers Prinzipien zur Propaganda.

2 DIE FUNKTIONEN DER MUSIK IM FILM: Hier werden theoretische Grundlagen der Filmmusik analysiert, wobei insbesondere die Modelle von Zofia Lissa und Hansjörg Pauli zur Beschreibung der Wechselwirkung zwischen Bild und Ton erläutert werden.

3 DIE FUNKTIONEN DER MUSIK IN DER WERBUNG: Dieses Kapitel zieht Parallelen zwischen Werbepsychologie und Propaganda, indem es untersucht, wie Musik durch Ablenkung oder Gedächtnisstützung die Rezeption von Botschaften beeinflussen kann.

4 UNTERSUCHUNG DER THESEN: In diesem Hauptteil werden drei spezifische Thesen geprüft, die untersuchen, wie Filmmusik durch emotionale Aufladung, Ablenkung und die Wiederholung von Liedern die NS-Ideologie unterstützte.

5 FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass Filmmusik in NS-Propagandafilmen zwar bewusst eingesetzt wurde, eine abschließende wissenschaftliche Bestätigung der intendierten psychologischen Wirkung jedoch empirischer Nachweise bedürfen würde.

Schlüsselwörter

Filmmusik, NS-Propaganda, Deutsche Wochenschau, Propaganda, Musikpsychologie, Kontrapunktierung, Polarisierung, Filmtheorie, Zofia Lissa, Hansjörg Pauli, Werbepsychologie, Instrumentalisierung, NS-Propagandafilme, Filmanalyse, Ideologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rolle und die beabsichtigte Wirkung von Filmmusik innerhalb der nationalsozialistischen Propaganda und prüft, ob und wie diese Musik die ideologische Botschaft der Filme verstärkte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Filmtheorie bezüglich Filmmusikfunktionen, psychologische Ansätze der Werbewirkung sowie die historische Anwendung von Musik in NS-Propagandamedien wie der Deutschen Wochenschau.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob Filmmusik einen Beitrag zur Wirksamkeit nationalsozialistischer Propaganda leistete und ob dies anhand von Wirkungsmodellen der Film- und Werbepsychologie wissenschaftlich erklärbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine theoretische Analyse, bei der sie auf bestehende wissenschaftliche Wirkungsmodelle (u.a. Lissa, Pauli, werbepsychologische Studien) zurückgreift, um spezifische Thesen zum Einsatz von Filmmusik im NS-Kontext zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden drei Thesen überprüft: die emotionale Beeinflussung der Zuschauer (Polarisierung), der Einsatz von Musik zur Ablenkung von Gegenargumenten und die verstärkende Wirkung der Liedwiederholung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Filmmusik, NS-Propaganda, Musikpsychologie, Kontrapunktierung und Propagandafilme beschreiben.

Warum ist das "Horst-Wessel-Lied" am Anfang von "Triumph des Willens" ein wichtiges Beispiel?

Es dient als Beispiel für ein antizipierendes Moment, da die Musik schon vor dem Erscheinen Hitlers emotional assoziiert, dass es sich um das Flugzeug des "Führers" handelt, obwohl das Bild dies zu diesem Zeitpunkt noch nicht explizit zeigt.

Welche Rolle spielt die Deutsche Wochenschau in der Argumentation?

Sie fungiert als primäres Fallbeispiel, da in ihr dokumentarisches Filmmaterial oft mit heroischer oder kontrastierender Musik unterlegt wurde, um die propagandistische Wirkung des Gezeigten gezielt zu steuern oder zu verfälschen.

Wird im Fazit eine abschließende wissenschaftliche Bewertung gegeben?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass der Einsatz von Musik bewusst erfolgte, eine endgültige empirische Bestätigung der exakten psychologischen Wirkung beim Zuschauer zum damaligen Zeitpunkt jedoch kaum möglich ist und weitere Forschung erfordert.

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Details

Title
Analyse der Filmmusik in NS-Propagandafilmen anhand grundlegender Wirkungsmodelle von Musik in Film und Werbung
College
Film & Television Academy “Konrad Wolf” Potsdam-Babelsberg
Course
Filmgeschichte
Grade
1,0
Author
Tina Pepper (Author)
Publication Year
2010
Pages
22
Catalog Number
V299519
ISBN (eBook)
9783656960270
ISBN (Book)
9783656960287
Language
German
Tags
Filmmusik Filmgeschichte Werbung Propaganda
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tina Pepper (Author), 2010, Analyse der Filmmusik in NS-Propagandafilmen anhand grundlegender Wirkungsmodelle von Musik in Film und Werbung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299519
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