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Anerkennungstheorie in einem Anstellungsverhältnis nach Axel Honneth

Titel: Anerkennungstheorie in einem Anstellungsverhältnis nach Axel Honneth

Hausarbeit , 2015 , 21 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: H. Christoph Geuder (Autor:in)

Ethik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Erörterung über die Anerkennungstheorie wendet sich an Leser, die sich mit der Entwicklung von Ansprüchen an die Qualifizierung von professionellen Mitarbeitern im Feld der Sozialen Arbeit auseinandersetzen. Nach einem Überblick über den Kern der Theorie wird diese exemplarisch an einem konstruierten Fallbeispiel angewendet und dabei der Zusammenhang betrachtet, in dem erfolgreiche Mitarbeiter durch gesellschaftliche Weiterentwicklung unter Anerkennungsdruck geraten.

Die vorliegende Erörterung beginnt mit einem Kurzabriss der Entwicklungsgeschichte der Anerkennungstheorie. In philosophischer Denkweise wird ein Verständnis für Abläufe in der Gesellschaft gesucht. Dabei geht es um die Entwicklungen vieler einzelner Menschen. Betrachtet wird deren inneres Erleben. Im Sprachgebrauch Hegels und Honneths werden die Einzelnen als »Subjekte« bezeichnet. Die vorliegende Ausarbeitung bezeichnet sie als »Menschen« und, wenn es um innere Entwicklung im einzelnen Menschen geht, als »Person«. Axel Honneth zieht unterschiedliche geisteswissenschaftliche Quellen zu seiner Theorie hinzu. Die folgende Erarbeitung führt diese Verfahrensweise punktuell weiter indem Parallelen hinzu gestellt werden.

Im für diese Arbeit konstruierten Anwendungsbeispiel (entwickelt auf Beobachtungen zu ähnlichen Fällen, die dem Autor in realen Arbeitszusammenhängen begegnet sind) geht es um den Wert, den die Anerkennung von Berufserfahrung in den Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit hat, wenn die Forderung nach der beruflichen Qualifikation der Akteure bei der Vergabe von finanziellen Mitteln durch die Geldgeber immer nachdrücklicher gestellt wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung mit Vorbemerkungen

2 Abriss der Geschichte der Anerkennungstheorie

3 Axel Honneths Theorie der Anerkennung

3.1 Durch Liebe zu Selbstvertrauen

3.2 Durch Recht zu Selbstachtung

3.3 Durch Wertschätzung zu Selbstschätzung

4 Spannungsfelder und Entwicklungsfragen

4.1 Das Anerkennungsdilemma

4.2 Tragik gesellschaftlicher Beschleunigung

5 Praktisches Beispiel in der Arbeitswirklichkeit

5.1 Der Fall des erfahrenen Herrn Müller

5.2 Auf den Fall geblickt mit der Anerkennungstheorie

6 Fazit und kritische Würdigung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anerkennungstheorie nach Axel Honneth und analysiert deren Anwendung sowie ihre Bedeutung im Kontext eines modernen Anstellungsverhältnisses in der Sozialen Arbeit, wobei insbesondere der Druck durch steigende Qualifikationsanforderungen beleuchtet wird.

  • Grundlagen der Anerkennungstheorie nach Axel Honneth
  • Die drei Kategorien: Liebe, Recht und Wertschätzung
  • Spannungsfelder wie das Anerkennungsdilemma und gesellschaftliche Beschleunigung
  • Fallbeispiel zur Anerkennung von Berufserfahrung in der Sozialen Arbeit
  • Kritische Würdigung der Übertragbarkeit der Theorie auf die berufliche Praxis

Auszug aus dem Buch

3.1 Durch Liebe zu Selbstvertrauen

Für ein positives Verständnis des Menschen zu sich selbst und zu anderen ist die Erfahrung von Liebe eine Grundlage. Liebe wird dem Menschen im ersten Lebensabschnitt von der Mutter (und später von weiteren Personen) entgegen gebracht. Axel Honneth formulierte seine Theorie unter Rückgriff auf die Theorie der Objektbeziehung von Donald W. Winnicott, der die Symbiose von Mutter und Kind näher beleuchtet hat und zu dem Schluss kommt, dass sich beide (als Ergebnis eines gemeinsamen Prozesses) ihr jeweiliges Recht als eigenständige Personen anerkennen (müssen) (vgl. Brand, 2011, S. 3ff). Liebe benötigt der Mensch um sich in Sicherheit wissen zu können und Selbstvertrauen zu entwickeln.

„Insofern bezeichnet die Anerkennungsform der Liebe, die Hegel als ein »Selbstsein in einem Fremden« beschrieben hatte, nicht einen intersubjektiven Zustand, sondern einen kommunikativen Spannungsbogen, der die Erfahrung des Alleinseinkönnens kontinuierlich mit der des Verschmolzenseins vermittelt; die »Ich-Bezogenheit« und die Symbiose stellen darin sich wechselseitig fordernde Gegengewichte dar, die zusammengenommen erst ein reziprokes Beisichselbstsein im Andern ermöglichen“ (Honneth, 1994, S. 170).

Im Vollzug von Liebe erfährt der Mensch Anerkennung von einem außerhalb von sich selbst befindlichen Gegenüber. Liebe geht dabei über die Würdigung von Leistung oder die Hoffnung auf Vorteile weit hinaus: Liebe nimmt den Anderen an; mit allen Besonderheiten und allen (scheinbaren) Normalitäten. Durch erlebte Liebe baut sich in der Person Selbstvertrauen auf. Sich selbst und andere anzuerkennen und Unterschiede subjektiv als Bereicherung zu erleben, hat etwas mit Liebe zu tun.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung mit Vorbemerkungen: Hier wird die Relevanz der Anerkennungstheorie für die Soziale Arbeit erläutert und das Ziel der Arbeit, die Theorie an einem Fallbeispiel zu prüfen, dargelegt.

2 Abriss der Geschichte der Anerkennungstheorie: Dieser Abschnitt bietet einen philosophischen Überblick über die Entwicklung des Anerkennungsbegriffs von der Antike bis zu Axel Honneth.

3 Axel Honneths Theorie der Anerkennung: Hier werden die zentralen Kategorien Liebe, Recht und Wertschätzung als Basis für gelingende Selbstbeziehungen und soziales Zusammenleben detailliert vorgestellt.

4 Spannungsfelder und Entwicklungsfragen: Dieses Kapitel thematisiert das Anerkennungsdilemma sowie die Auswirkungen gesellschaftlicher Beschleunigung auf das Individuum.

5 Praktisches Beispiel in der Arbeitswirklichkeit: Anhand des Fallbeispiels „Herr Müller“ wird der reale Anerkennungsdruck durch informelle vs. formale Qualifikationsanforderungen in der Sozialen Arbeit untersucht.

6 Fazit und kritische Würdigung: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und betont die Bedeutung von Anerkennung für die gesellschaftliche Weiterentwicklung und zwischenmenschliche Beziehungen.

Schlüsselwörter

Anerkennungstheorie, Axel Honneth, Soziale Arbeit, Selbstvertrauen, Selbstachtung, Selbstschätzung, Anerkennungsdilemma, gesellschaftliche Beschleunigung, Anerkennungskampf, Arbeitswirklichkeit, Qualifikationsanforderungen, Wertschätzung, Moralische Grammatik, Intersubjektivität, Berufsbiographie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Anerkennungstheorie nach Axel Honneth und setzt diese in Beziehung zu den aktuellen beruflichen Herausforderungen im Feld der Sozialen Arbeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die drei Formen der Anerkennung (Liebe, Recht, Wertschätzung), gesellschaftliche Spannungsfelder wie Beschleunigung sowie die Praxisrelevanz dieser Konzepte.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die wissenschaftliche Theorie mit einem konstruierten Fallbeispiel zu verknüpfen, um zu zeigen, wie Anerkennungsdefizite entstehen und wie sich dies auf Professionelle auswirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Erörterung auf Basis philosophischer und sozialwissenschaftlicher Literatur sowie eine exemplarische Fallanalyse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben der Theorie die Spannungsfelder (z.B. Anerkennungsdilemma) erläutert und die Situation von Herrn Müller analysiert, dessen langjährige Berufserfahrung durch formale Qualifikationsvorgaben entwertet wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Anerkennungstheorie, Soziale Arbeit, Anerkennungskampf und die drei Stufen der Anerkennung nach Honneth.

Wie unterscheidet sich der Fall von „Herrn Müller“ von theoretischen Modellen?

Während die Theorie Honneths oft langfristige gesellschaftliche Prozesse beschreibt, verdeutlicht der Fall „Herr Müller“ den konkreten, emotional belastenden Kampf eines Einzelnen um Anerkennung seiner vorhandenen Expertise in einem ökonomisierten Arbeitsfeld.

Welche Rolle spielt die Theologie im Kontext dieser Arbeit?

Der Autor ergänzt die philosophischen Bezüge Honneths um eine theologische Perspektive, um zusätzliche ethische Orientierungspunkte für den Umgang mit Anerkennungskämpfen zu bieten.

Warum ist das „Anerkennungsdilemma“ für die Arbeit so wichtig?

Das Dilemma verdeutlicht die Unauflösbarkeit des Konflikts zwischen dem Streben nach Gleichheit (Nivellierung) und der Wertschätzung von Differenz, was für die Praxis der Sozialen Arbeit hochrelevant ist.

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Details

Titel
Anerkennungstheorie in einem Anstellungsverhältnis nach Axel Honneth
Hochschule
Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin
Veranstaltung
Ethik
Note
1,3
Autor
H. Christoph Geuder (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
21
Katalognummer
V299591
ISBN (eBook)
9783656962793
ISBN (Buch)
9783656962809
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Anerkennung Anerkennungstheorie Liebe Recht Wertschätzung Axel Honneth
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
H. Christoph Geuder (Autor:in), 2015, Anerkennungstheorie in einem Anstellungsverhältnis nach Axel Honneth, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299591
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