Der Roman ‚Segen der Erde’ von Knut Hamsun trägt zur internationalen, aber vor allem zur skandinavischen Literatur einen bedeutsamen Teil bei. Trotz Hamsuns profaschistischer Haltung muss die literarische Qualität seiner Werke anerkannt werden. Hamsun schrieb mit "Segen der Erde" sein wohl untypischstes Buch, zumindest das einzige, in dem ein Bauer die Hauptrolle spielt. Dafür wurde es aber als so "monumental" erachtet, dass er dafür den Literaturnobelpreis erhielt.
Der Autor selbst lernte das Leben in seinen guten und schlechten Formen kennen, er verbrachte einige Zeit in den USA und zog sich später aufs Land zurück. Seine Erfahrungen spiegeln sich auch in "Segen der Erde" wider, in dem er „eine Melodie so groß und stark [findet], dass davor mit wenigen Ausnahmen das meiste verbleicht, was das letzte Menschenalter in Europa an erzählender Dichtung hervorgebracht hat“ (vgl. Bien, S.15).
Diese Arbeit befasst sich mit der literaturgeschichtlichen Bedeutung des skandinavischen Autors und nimmt eine Analyse seine Werkes "Segen der Erde" vor, wobei auch bewertend darauf eingegangen wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Heutige literaturgeschichtliche Bedeutung des Autors
2. Der Nobelpreis
2.1 Geschichte und Hintergründe der Zuerkennung
2.2 Motivation der Svenska Akademien
2.3 Kurzbegründung
2.4 Schwerpunkte der Laudatio
2.5 Nationale und internationale Reaktionen/Stellungnahmen
3. Das Werk
3.1 Heutige Zuordnung zur literaturgeschichtlichen Epoche
3.2 Textanayse
3.2.1 Thema
3.2.2 Hauptlinien des Erzählgeschehens
3.2.3 Hauptfiguren
3.2.4 Erzählperspektive
3.3 Analyse und Bewertung nach den axiologischen Kriterien
3.3.1 Formale Werte
3.3.2 Inhaltliche Werte
3.3.3 Relationale Werte
3.3.4 Wirkungsbezogene Werte: Individuelle kognitive Werte
3.3.5 Wirkungsbezogene Werte: Individuelle praktische Werte
3.3.6 Wirkungsbezogene Werte: Gesellschaftliche Werte
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Knut Hamsuns Roman "Segen der Erde" im Hinblick auf seine literaturgeschichtliche Relevanz, die Hintergründe seiner Nobelpreis-Zuerkennung sowie eine detaillierte textanalytische und wertbasierte Bewertung nach axiologischen Kriterien.
- Kulturelle und historische Einordnung von Hamsuns Schaffen
- Analyse der Nobelpreis-Vergabe an Knut Hamsun im Jahr 1920
- Strukturelle und inhaltliche Untersuchung des Romans "Segen der Erde"
- Bewertung des Werkes auf Basis axiologischer Kriterien nach Heydebrand und Winko
- Untersuchung der Rezeption und gesellschaftlichen Bedeutung des Romans
Auszug aus dem Buch
3.2.4 ERZÄHLPERSPEKTIVE
Hamsun verwendet in seinem Roman die autoriale Erzählperspektive. Der Erzähler überschaut also alles, er ist allwissend und kann mit Kommentaren, Voraussagungen und Ansprachen in die Geschichte eingreifen. Als Leser bekommt man einen Einblick in die verschiedenen Gedanken und Gefühle der Protagonisten („Isak vermisste ihre Fragen; ihre Neugierde und ihr Lob über das, was er leistete“ (vgl. Hamsun, S.47); „Es war ihr [Ingers] höchster Traum, dass etwas Rechtes aus ihnen [ihren Kindern] werden sollte.“ (vgl. Hamsun, S.109)) und Kommentare des Erzählers klären über bestimmte Tatsachen auf („Im Mai kam eine fremde Frauenperson übers Gebirge zu der einsamen Ansiedlung; sie ist eine Verwandte von Inger und wird gut aufgenommen.“ (vgl. Hamsun, S.23); „Aber die Trockenheit hielt an, und nun verbrannten die kleinen Kornäcker“ (vgl. Hamsun, S.28)). Zudem werden Personen und Geschehnisse bewertet: „Er [Geißler] war ein flüchtiger Herr und war noch unruhiger geworden als früher, alles musste bei ihm sozusagen im Sprung geschehen.“ (vgl. Hamsun, S.134), „Das große, traurige Ereignis mit seiner Sorge war da, die Tat war getan, und die Folgen würden nicht ausbleiben. Das Gute geht oft seinen spurlosen Weg, das Böse zieht immer seine Folgen nach sich.“ (vgl. Hamsun, S. 57) oder „Armer Eleseus, er ist zerfahren und verfuscht.“ (vgl. Hamsun, S.327).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Heutige literaturgeschichtliche Bedeutung des Autors: Dieses Kapitel beleuchtet die anhaltende nationale und internationale Wertschätzung für Knut Hamsun als einen der bedeutendsten norwegischen Schriftsteller.
2. Der Nobelpreis: Hier werden die historischen Umstände, die kontroversen Beweggründe der Akademie und die Rezeption der Nobelpreis-Vergabe im Jahr 1920 detailliert analysiert.
3. Das Werk: Dieser Hauptteil widmet sich der Einordnung des Romans in die Moderne sowie einer umfassenden Textanalyse und einer wertenden Untersuchung nach axiologischen Kriterien.
4. Fazit: Das Fazit fasst die literarische Qualität des Romans zusammen und ordnet Hamsuns umstrittene politische Haltung kritisch in den Kontext seiner erzählerischen Leistungen ein.
Schlüsselwörter
Knut Hamsun, Segen der Erde, Nobelpreis, Literaturgeschichte, Textanalyse, Axiologie, Isak, Inger, Landleben, Moderne, autoriale Erzählperspektive, formale Werte, inhaltliche Werte, norwegische Literatur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem Roman "Segen der Erde" von Knut Hamsun und untersucht sowohl die Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte (Nobelpreis) als auch die inhaltlichen und formalen Aspekte des Werkes selbst.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die Rolle des Autors in der Weltliteratur, die Analyse der Nobelpreis-Zuerkennung, die Charakterisierung der Romanfiguren sowie die Bewertung des Textes anhand wissenschaftlicher axiologischer Kriterien.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Roman, um sowohl die künstlerische Qualität des Werkes als auch die Hintergründe seiner Bedeutung innerhalb der skandinavischen Literatur herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse, insbesondere unter Anwendung der Systematik von Heydebrand und Winko zur axiologischen Bewertung literarischer Texte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die literaturgeschichtliche Einordnung, die Details zur Nobelpreis-Vergabe sowie eine tiefgehende textanalytische Untersuchung von Thema, Figuren, Erzählweise und Wertstrukturen des Romans.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Knut Hamsun, Segen der Erde, Nobelpreis, autoriale Erzählperspektive, axiologische Kriterien und die norwegische Literatur der Moderne.
Welche Rolle spielt die Figur des Geißlers im Roman?
Geißler wird als vielschichtige Person analysiert, die als Bindeglied zwischen der ländlichen Idylle von Sellanraa und der Außenwelt fungiert und Isak in entscheidenden Momenten unterstützt.
Warum wird der Erzählperspektive ein eigenes Unterkapitel gewidmet?
Die autoriale Erzählperspektive ist essenziell für den Roman, da der allwissende Erzähler nicht nur die Handlung vermittelt, sondern durch Kommentare und Wertungen maßgeblich zur Interpretation des Geschehens beiträgt.
- Quote paper
- Julia Brendelmann (Author), 2014, Die literaturgeschichtliche Bedeutung des skandinavischen Nobelpreisträgers Knut Hamsun. Analyse und Bewertung seines Werkes "Segen der Erde", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299684