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Stadtplanung und Architektur in Beirut von 1830 bis ins 20. Jahrhundert. Ein kosmopolitisches Mit- oder Gegeneinander?

Title: Stadtplanung und Architektur in Beirut von 1830 bis ins 20. Jahrhundert. Ein kosmopolitisches Mit- oder Gegeneinander?

Term Paper (Advanced seminar) , 2015 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Risse (Author)

History - Basics
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Stadtentwicklung und -planung im Beirut des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Speziell soll untersucht werden, inwiefern diese Entwicklungen von einem Gedanken des Kosmopolitismus befördert wurden.
Es gibt hierbei verschiedene Ansatzpunkte und Definitionen von Kosmopolitismus. An dieser Stelle soll vornehmlich ein Begriff des Kosmopolitismus aus einem Essay von Nora Lafi zugrunde gelegt werden, nachdem Kosmopolitismus in einer Herrschaft durch Einbeziehung verschiedener Gruppen in Fragen des Miteinanders im Alltag und der Politik bestehen sollte. Diversität der Gruppen einer Stadt war dabei kein einfaches demographisches Phänomen, sondern zeigte sich in einem Miteinander im Alltag, in der Verwaltung und der politischen Führung. Die unterschiedlichen Gruppen lebten dabei nicht einfach getrennt voneinander, sondern standen grundsätzlich miteinander im Kontakt.

Daher ergibt sich die Fragestellung: Wie kosmopolitisch war die Stadtplanung und -entwicklung Beiruts in der Zeit von 1830 bis ins 20. Jahrhundert hinein? Hierzu sollen zunächst die näheren Umstände, welche die Entwicklung der Stadt Beirut beeinflussten untersucht werden und die Motive einzelner ethnischer und gesellschaftlicher Gruppen, gewisse Fortschritte in der Stadt zu befördern, näher beleuchtet werden. Im nächsten Schritt soll dann der Verlauf der Stadtentwicklung von etwa 1830 bis ins 20. Jahrhundert hinein nachgezeichnet werden und verdeutlicht werden, wie die einzelnen Gruppen die Stadt auf ihre Art und Weise prägten und der Frage nachgegangen werden, ob sie dies eher gemeinschaftlich oder doch individuell angingen.
In einem weiteren Schritt soll die Veränderung der Architektur in Beirut kurz untersucht werden. Es soll aufgezeigt werden, dass diese sich in recht kurzer Zeit von einem typisch orientalischen Stil, der zum Teil noch aus dem Mittelalter stammte, zu einem europäischen Stil wandelte, wobei diese Entwicklung eher auf die in der betrachteten Zeit neu entstehenden Viertel am damaligen Stadtrand begrenzt blieb. Die gefundenen Ergebnisse sollen danach in einem Fazit kurz zusammengefasst werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Umstände und Motive der Stadtentwicklung Beiruts

3. Die Stadtentwicklung Beiruts

4. Architektur

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Stadtentwicklung und -planung im Beirut des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts unter der zentralen Fragestellung, inwiefern diese Prozesse durch kosmopolitische Gedanken befördert wurden und ob die Stadtentwicklung als ein gemeinschaftliches Miteinander der verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen verstanden werden kann.

  • Analyse der sozio-ökonomischen Umstände und Motive der Stadtentwicklung Beiruts
  • Untersuchung des zeitlichen Verlaufs der urbanen Transformation zwischen 1830 und dem 20. Jahrhundert
  • Beleuchtung der Rolle des Mosaiks aus verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen
  • Betrachtung der architektonischen Wandlungsprozesse von orientalischen zu europäischen Stilen
  • Bewertung des Kosmopolitismus-Begriffs im Kontext der lokalen Stadtplanung

Auszug aus dem Buch

3. Die Stadtentwicklung Beiruts

1831 war Beirut noch eine stark mittelalterlich geprägte Kleinstadt. Das Zentrum war von engen Gassen, überhängenden Häusern und Schmutz geprägt. Beim Aufbau der Stadt 1830 war weniger auf soziale Fragen oder Gruppenbildungen geachtet worden, es ging vielmehr darum, fiskale Einnahmen zu sichern und den raschen Aufbau von Geschäften zu begünstigen, daneben gab es noch etwas Kosmetik. Die Stadt war vollständig von einer dicken Stadtmauer, die noch aus der Zeit der Kreuzfahrer stammte und über sechs Tore verfügte, umschlossen und weniger als eine Viertelquadratmeile groß. Wie viele vorindustrielle Städte war Beirut dabei in ethnisch weitgehend homogene Stadtviertel eingeteilt und zwischen den einzelnen Gruppen fand nur sehr wenig Kontakt, beziehungsweise Durchmengung zwischen ihnen statt. Im Gegensatz zum benachbarten Damaskus, das mehrheitlich muslimisch geprägt war, war das Verhältnis von Christen zu Muslimen in Beirut allerdings schon damals ausgeglichen und es herrschte ein recht freies Klima.

1835 wurde ein neuer Verladekai gebaut, wodurch der Hafen an Bedeutung gewann und der Handel in der Stadt zunahm. So steigerten vervierfachten sich die Zolleinahmen Beiruts von 1830 bis 40 und während 1835 noch 310 Schiffe Beirut anliefen, waren es drei Jahre später 1838 bereits 680. 1839 gab es im Stadtgebiet Beiruts 68 Geschäftsbetriebe, von denen knapp die Hälfte Ausländern gehörte. Das Klima für den Handel entwickelte sich gut, Rechtssicherheit und die günstige Lage der Stadt machten sie attraktiv für Händler und Unternehmer, so dass immer mehr Auswärtige und Ausländer in die Stadt kamen. Viele dieser Ausländer zogen schon bald aus der engen Altstadt intra mures vor die Tore, außerhalb der alten Stadtmauer extra mures. Sie wohnten zu dieser Zeit gewöhnlich zur Miete, da sie zu Beginn noch keine wirklichen Bestrebungen hatten, sich endgültig in der Stadt niederzulassen. Es entstanden die ersten größeren Villen in der Umgebung, was jedoch auch zu den, bereits angesprochenen Schwierigkeiten und Spannungen zwischen den einzelnen Gruppen führte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Untersuchungsfeld der Stadtentwicklung Beiruts und stellt die Forschungsfrage nach dem Ausmaß des Kosmopolitismus im Kontext der urbanen Planung.

2. Umstände und Motive der Stadtentwicklung Beiruts: Dieses Kapitel erörtert die spezifischen demographischen und geographischen Faktoren, die das Bevölkerungswachstum und die urbane Entwicklung im Vergleich zu europäischen Metropolen prägten.

3. Die Stadtentwicklung Beiruts: Hier wird der historische Verlauf der Stadtentwicklung von der mittelalterlich geprägten Altstadt bis zur modernen, teils westlich orientierten Großstadt nachgezeichnet.

4. Architektur: Dieses Kapitel analysiert den Wandel des Stadtbildes und die architektonischen Einflüsse, die von einem Miteinander und Nebeneinander osmanischer Machtdemonstration und westlicher Stile zeugen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Entwicklung Beiruts eher als ein Nebeneinander unterschiedlicher Gruppen denn als ein im klassischen Sinne kosmopolitisches Miteinander zu deuten ist.

Schlüsselwörter

Beirut, Stadtentwicklung, Urbanisierung, Kosmopolitismus, Stadtplanung, Ethnien, Religionen, Architektur, Levante, 19. Jahrhundert, osmanische Geschichte, Migration, Stadtviertel, Levante-Handel, Infrastruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der städtebaulichen Transformation Beiruts im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert und untersucht, inwieweit diese von kosmopolitischen Ideen beeinflusst wurde.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Betrachtung?

Zu den zentralen Themen gehören die sozio-ökonomischen Entwicklungsfaktoren der Stadt, der Einfluss verschiedener ethnischer und religiöser Gruppen, die architektonische Gestaltung sowie die Auswirkungen des wachsenden europäischen Einflusses auf die lokale Urbanistik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel besteht darin, die Fragestellung zu beantworten, wie „kosmopolitisch“ die Stadtplanung und Entwicklung von Beirut im Zeitraum von 1830 bis ins frühe 20. Jahrhundert tatsächlich war.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit nutzt einen historisch-analytischen Ansatz unter Rückgriff auf zeitgenössische Literatur sowie Sekundärquellen, um die städtebauliche Entwicklung und die Interaktionen der Bevölkerungsgruppen zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der sozio-ökonomischen Motive, den chronologischen Prozess der Stadtentwicklung sowie eine detaillierte Analyse der architektonischen Wandlungsprozesse.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Stadtentwicklung, Kosmopolitismus, Beirut, Urbanisierung, ethnische Gruppen und architektonischer Wandel charakterisieren.

Welche Rolle spielten die unterschiedlichen Ethnien bei der Stadtentwicklung?

Die Arbeit zeigt, dass die verschiedenen Gruppen wie Muslime, Christen, Europäer und andere zwar nebeneinander existierten und ihre eigenen Viertel und Projekte vorantrieben, aber selten eine echte städtebauliche Einheit oder zentrale Planung im Sinne eines gelebten Miteinanders bildeten.

Wie bewertet der Autor den Begriff „Kosmopolitismus“ für das Beirut dieser Zeit?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Entwicklung Beiruts eher durch ein „Neben-“ als durch ein „Miteinander“ geprägt war, weshalb die Bezeichnung als kosmopolitisch im Sinne einer einheitlichen, gemeinschaftlichen Planung kritisch zu hinterfragen ist.

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Details

Title
Stadtplanung und Architektur in Beirut von 1830 bis ins 20. Jahrhundert. Ein kosmopolitisches Mit- oder Gegeneinander?
College
Ruhr-University of Bochum  (Historisches Institut)
Course
Hauptseminar: Die Hafenstädte des östlichen Mittelmeers im 19 Jahrhundert - Orte des kosmopolitischen Miteinanders?
Grade
1,0
Author
Christian Risse (Author)
Publication Year
2015
Pages
16
Catalog Number
V299687
ISBN (eBook)
9783656962106
ISBN (Book)
9783656962113
Language
German
Tags
Beirut; Libanon; 19. Jahrhundert; Geschichte; Stadtplanung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Risse (Author), 2015, Stadtplanung und Architektur in Beirut von 1830 bis ins 20. Jahrhundert. Ein kosmopolitisches Mit- oder Gegeneinander?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299687
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