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Das zoon logon echon bei Aristoteles oder über die Rolle der Sprache in der antiken Polis

Title: Das zoon logon echon bei Aristoteles oder über die Rolle der Sprache in der antiken Polis

Term Paper , 2004 , 20 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Mariana Pinzon (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Ich werde mich in der folgenden Schrift mit der Frage nach der Rolle der Sprache im politischen Handeln beschäftigen. Um genauer zu sein: die Rolle, die Sprache innerhalb eines Staatsgefüges einnimmt. Hierzu werde ich an die aristotelischen Überlegungen über die Politik anknüpfen, insbesondere an seine Thesen über das Wesen des Menschen als politisches Lebewesen, was ihn zu einem solchen macht und warum der Mensch in einem höheren Maße ein politisches Lebewesen ist als andere.

Aus diesen Thesen des Aristoteles ergibt sich die Notwendigkeit für den Menschen als politisches Lebewesen in der Polis zu leben, um sich zum Besten zu entwickeln. Hier werde ich untersuchen, wie sich der Mensch in der Polis entfaltet und warum ihm diese Entfaltung nur im Rahmen der Polis gelingen kann. Damit soll auch der Übergang zum zweiten Kapitel geschaffen werden, in dem ich die eigentliche Rolle der Sprache im etablierten politischen Alltag des klassischen Athens untersuchen werde. Hierfür ist es notwendig die Strukturen des Staates zu untersuchen, um die Partizipationsmöglichkeiten des Bürgers herauszuarbeiten.

Zum Schluss werde ich das Aufkommen der Redekunst untersuchen. Dies unter dem Blick des Bedarfs nach einer Methode um die politische Partizipation zu optimieren. Ich werde kurz auf Rhetorik des Aristoteles eingehen, die eines der bekanntesten Rhetorik Lehrbücher seiner Zeit war. An dem Beispiel der politischen Rede werde ich kurz seine Klassifikation der Redegattungen darstellen. Die Frage die den Anstoß zu dieser Arbeit gibt, ist die nach dem Einfluss der Sprache bei der Staatengründung.

Obwohl der Augenblick der Staatsgenese sehr schwer nachzuvollziehen ist und in diesem Papier auch nicht ausgearbeitet werden kann, kann dennoch gesagt werden, dass es ohne Sprache nicht zu einer Staatenbildung kommen konnte. Um aber der ursprünglichen Frage näher zu kommen sollen die folgenden Betrachtungen dienen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Der Mensch als politisches Lebewesen

1.1 Was macht den Menschen zu einem zoon politikon?

1.2 Die Sprache als Voraussetzung für die Bildung der Polis

1.3 Die Notwendigkeit der Polis

a. Die Hausgemeinschaft oder die Familie

b. Das Dorf oder die Gemeinschaft von Häusern

c. Die Polis oder der Staat

2. Die Rolle der Sprache in der Polis

2.1 Die politische Struktur der Demokratie Athens in der klassischen Periode

a. Der Rat oder die Boulé

b. Die Volksversammlung oder Ekklesia

c. Die Gerichtshöfe oder Dikasterien

2.2 Der Bedarf nach professioneller Rhetoriklehre

2.3 Die Rhetorik des Aristoteles und die Redegattungen

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der Sprache für das politische Handeln und die Staatsbildung bei Aristoteles sowie deren praktische Anwendung im antiken Athen. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Logos den Menschen als politisches Lebewesen konstituiert und warum sprachliche Kompetenz zur essenziellen Voraussetzung für die politische Partizipation in der Polis wurde.

  • Die aristotelische Bestimmung des Menschen als Zoon Politikon.
  • Die Rolle der Sprache (Logos) als Grundlage für die Gemeinschaftsbildung.
  • Strukturen der athenischen Demokratie und ihre Anforderungen an die Bürger.
  • Die Entstehung der Rhetorik als Methode zur politischen Partizipation.
  • Das Verhältnis von Rhetorik, Überzeugung und politischer Elite.

Auszug aus dem Buch

1.2. Die Sprache als Voraussetzung für die Gründung der Polis

Die Antwort auf diese Frage ist im Text schnell zu finden. Der Mensch sei in höherem (mallon) Grade „staatenbildend“ weil er als einziges Lebewesen über die Sprache (logos) verfügt (1253 a 7-8).

Es ist unter den Gelehrten diskutiert worden, ob Aristoteles mit dem Wort mallon nicht meine, dass der Mensch eher als andere Lebewesen ein politikon zoon sei, was wiederum die Interpretation des Menschen als staatenbildendens Wesen oder Polis Animal unterstützen würde. Die Argumente überwiegen aber, sich für die Bedeutung ‚mehr als’ oder ‚in höherem Grade als’ auszusprechen, da Aristoteles sich sonst in seiner biologischen Bestimmung widersprechen würde. Die Sprache macht den Menschen also zu einem in höherem Grade politischen Wesen.

Die Begründung dafür ist, dass der Mensch durch die Sprache in der Lage sei, komplexere Arten von Gemeinschaft aufzubauen, bzw. dass die gemeinsame Tätigkeit, die die Menschen als Gruppe verrichten, wegen der durch den logos „höheren Stufe von praktischer Rationalität und Kommunikation“ höher und komplexer sei. Diese höhere Stufe zeigt sich dadurch, dass die Menschen im Gegensatz zu anderen Tieren, die nur über die Stimme verfügen und damit nur das mitteilen können, was mehr oder weniger unmittelbaren Schmerz oder Lust betrifft, sich das Nützliche und Schädliche gegenseitig mitteilen können und so auch das Gerechte und Ungerechte (1253a 13-15). Die Betonung soll dabei auf dem ‚Mitteilen’ liegen, mittels dem die Menschen auf Gemeinsamkeiten kommen.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung nach der Rolle der Sprache im politischen Handeln bei Aristoteles ein und skizziert den Weg von den biologischen Grundlagen zur politischen Praxis im klassischen Athen.

1. Der Mensch als politisches Lebewesen: Dieses Kapitel erläutert die aristotelische Definition des Menschen als Zoon Politikon und analysiert die biologische Begründung, warum Sprache die notwendige Voraussetzung für das Leben in der Polis bildet.

2. Die Rolle der Sprache in der Polis: Hier wird die politische Struktur des klassischen Athens untersucht und aufgezeigt, wie die Notwendigkeit zur rhetorischen Partizipation die Entwicklung der Redekunst und den Bedarf an professioneller Ausbildung prägte.

3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Sprache sowohl Bedingung als auch Rahmen politischen Handelns ist, wobei die Rhetorik als notwendige, aber exklusive Methode der Partizipation die Bildung politischer Eliten förderte.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Politik, Sprache, Logos, Polis, Zoon Politikon, Rhetorik, athenische Demokratie, Partizipation, Gemeinschaft, Gerechtigkeit, Staatsbildung, Redekunst, Gemeinwohl, politische Elite.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die aristotelische Auffassung, dass der Mensch aufgrund seiner Sprachbegabung ein von Natur aus politisches Wesen ist, und wie diese Eigenschaft die Gründung und das Funktionieren der Polis bestimmt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die anthropologische Bestimmung des Menschen, die Funktion der Sprache für die Gemeinschaftsbildung, die politische Struktur Athens und die Entstehung der Rhetorik als Instrument der politischen Teilhabe.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Sprachvermögen (Logos) den Übergang von der biologischen Gemeinschaft zur komplexen politischen Polis ermöglicht und welche Rolle die Rhetorik dabei spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophisch-historische Analyse, die aristotelische Originaltexte (Politik, Historia Animalium, Rhetorik) mit modernen fachwissenschaftlichen Interpretationen kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Menschen als Zoon Politikon sowie die praktische Anwendung der Sprache in den politischen Institutionen des klassischen Athens, wie dem Rat und der Volksversammlung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zoon Politikon, Logos, Polis, Rhetorik, Autarkie, Gemeinschaft und politisches Handeln sind die prägenden Begriffe der Untersuchung.

Warum unterscheidet Aristoteles zwischen Haus und Staat?

Aristoteles sieht darin einen qualitativen Unterschied: Während das Haus der biologischen Daseinsvorsorge dient, ermöglicht erst der Staat durch Arbeitsteilung und gemeinsames Handeln das "gute Leben" und die volle Entfaltung der menschlichen Natur.

Inwiefern hat die Rhetorik zur Entstehung von Eliten beigetragen?

Da politische Partizipation im Athen der klassischen Zeit hohe rhetorische Kompetenz erforderte, die wiederum kostspielige Ausbildung erforderte, waren die Möglichkeiten zur aktiven Gestaltung auf eine wohlhabende Elite beschränkt.

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Details

Title
Das zoon logon echon bei Aristoteles oder über die Rolle der Sprache in der antiken Polis
College
University of Heidelberg  (Philosophisches Seminar)
Course
Aristoteles Politik
Grade
2.0
Author
Mariana Pinzon (Author)
Publication Year
2004
Pages
20
Catalog Number
V29970
ISBN (eBook)
9783638313469
ISBN (Book)
9783668332676
Language
German
Tags
Aristoteles Rolle Sprache Polis Politik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mariana Pinzon (Author), 2004, Das zoon logon echon bei Aristoteles oder über die Rolle der Sprache in der antiken Polis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29970
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