Die Globalisierung bedeutet eine internationale Verflechtung verschiedener Bereiche des Lebens und betrifft Staat, Institutionen und Individuen. Im Rahmen der Berufs- und Arbeitswelt beschreibt dies neben der Möglichkeit der Zusammenarbeit mit weltweiten Handels- und Kooperationspartnern auf der ökonomischen Ebene, auch die Zusammenarbeit von internationalen Teams und das Aufeinandertreffen von unterschiedlichen Kulturen auf der personalen Ebene.
Im Zuge von Becks Freisetzungstheorie nutzen Individuen die Chance, über Grenzen hinweg zu arbeiten. Dabei treffen unterschiedliche Kulturen, Arbeitsphilosophien und Erwartungen aufeinander. Das führt zu Ungewissheiten, mit denen die Individuen zurechtkommen müssen und die mit Emotionen verbunden sind. Diese können die Motivation für die eigene Leistungsbereitschaft beeinflussen. Das Ziel von Unternehmen oder Organisationen ist es, die eigene Produktivität und Marktposition global zu verbessern. Somit muss mit dem Wandel der Arbeitswelt und den Ungewissheiten aus den Prozessen der Freisetzung und der Individualisierung neben den Kompetenzanforderungen der beruflichen Handlungsfähigkeit, auf neue Herausforderungen im Berufsalltag eingegangen wer-den. Dazu zählen das Regulieren von aufkommenden Emotionen in Form von Empathie und Konfliktfähigkeit, sowie der professionelle Umgang mit den Bedürfnissen von MitarbeiterInnen.
Die Frage mit der sich diese Hausarbeit befasst ist, inwieweit eine Erweiterung der beruflichen Handlungskompetenz um den Aspekt der Emotionalen Kompetenz zu einer erhöhten Arbeitseffizienz in der globalisierten Arbeitswelt führen kann. Als bildungswissenschaftliche Rahmung wird zum einen neben dem Konzept der umfassenden beruflichen Handlungskompetenz das Modell der reflexiven Handlungsfähigkeit nach Dehnbostel hinzugezogen, das in Kapitel zwei dar-gestellt wird und als Grundlage aktueller beruflicher Kompetenzanforderungen dient. Zum anderen wird in Kapitel drei Becks Theorie der Weltrisikogesellschaft genutzt, um neben den Auswirkungen der Globalisierung auf der gesellschaftlichen Ebene die Veränderungen auf der individuellen Ebene zu beschrei-ben und um den Bedarf an Emotionaler Kompetenz aufzudecken. Daraufhin wird in Kapitel vier der Begriff der Emotionalen Kompetenz definiert, die Bedeutung dessen für die heutige Arbeitswelt analysiert sowie Möglichkeiten für die Messbarkeit erörtert. Dafür wird das Modell der Emotionalen Kompetenz von Stamouli herangezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kompetenzen im Berufsalltag
2.1 Berufliche Handlungskompetenzen
2.2 Reflexive Handlungsfähigkeit
3. Globalisierung und die Entwicklung des Arbeitsmarktes
3.1 Globalisierung und Gesellschaft als Prozesse der Moderne
3.2 Gesellschaftliche Entwicklungen im Berufsalltag
3.3 Individuelle berufliche Chancen und Risiken
4. Emotionale Kompetenz und ihre Bedeutung für den Arbeitsmarkt
4.1 Definition und Verortung von Emotionaler Kompetenz
4.2 Die Bedeutung von Emotionaler Kompetenz in der heutigen Arbeitswelt
4.3 Bewertung und Messbarkeit von Emotionaler Kompetenz
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Erweiterung der beruflichen Handlungskompetenz um den Aspekt der Emotionalen Kompetenz die Arbeitseffizienz in einer globalisierten, von hoher Komplexität und Unsicherheit geprägten Arbeitswelt steigern kann.
- Bedeutung der Globalisierung für berufliche und gesellschaftliche Anforderungen
- Analyse beruflicher Handlungskompetenz und reflexiver Handlungsfähigkeit
- Theoretische Konzeption und Definition emotionaler Kompetenz
- Einfluss von Emotionen auf Motivation und Leistung im beruflichen Kontext
- Methodische Bewertung und Messbarkeit emotionaler Kompetenz
Auszug aus dem Buch
4.1 Definition und Verortung von Emotionaler Kompetenz
Der Begriff der Emotionalen Kompetenz ist nicht zu verwechseln mit der weitaus verbreiteteren Emotionalen Intelligenz. Aufgrund der Kritikpunkte, dass sich die Verwendung des Begriffs Intelligenz aufgrund mangelnder empirischer Belege nicht rechtfertigen lässt und dem, dass Emotionale Intelligenz als unipolares Konstrukt angesehen wird, bei dem sämtliche Komponenten von einem Faktor abhängen, wird im Rahmen dieser Arbeit von Emotionaler Kompetenz gesprochen. Diese wird nach Stamouli (2014, S. 7) als „die individuelle Kapazität zum effektiven Umgang mit den eigenen Emotionen und den Emotionen Anderer in zwischenmenschlichen Situationen“ definiert. Emotionale Kompetenz ist ein multidimensionales Konzept mit vier Kompetenzbereichen, der Sensitivität für die eigenen Emotionen und für die Emotionen Anderer, emotionale Expressivität und Emotionsregulation (siehe Abb. 3) (vgl. ebd. 2014, S. 8f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der emotionalen Kompetenz innerhalb einer durch Globalisierung und Individualisierung veränderten Arbeitswelt ein und definiert die Forschungsfrage.
2. Kompetenzen im Berufsalltag: Es werden die Konzepte der umfassenden beruflichen Handlungskompetenz sowie der reflexiven Handlungsfähigkeit nach Dehnbostel als theoretische Basis erläutert.
3. Globalisierung und die Entwicklung des Arbeitsmarktes: Dieses Kapitel beleuchtet die Auswirkungen gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse und die damit verbundenen Chancen und Risiken für das Individuum in der heutigen Arbeitswelt.
4. Emotionale Kompetenz und ihre Bedeutung für den Arbeitsmarkt: Die Arbeit definiert emotionale Kompetenz, analysiert deren Relevanz für professionelles Handeln in komplexen Situationen und stellt ein Instrument zu deren Messung vor.
5. Fazit und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengeführt und die Bedeutung emotionaler Kompetenz für die Leistungsfähigkeit und das Arbeitsklima hervorgehoben.
Schlüsselwörter
Emotionale Kompetenz, Globale Arbeitswelt, Handlungskompetenz, Reflexive Handlungsfähigkeit, Globalisierung, Individualisierung, Weltrisikogesellschaft, Berufsalltag, Emotionsregulation, Selbstbestimmung, Arbeitsleistung, Unternehmenskultur, Interkulturelle Kompetenz, Kompetenzentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Relevanz emotionaler Kompetenz als Ergänzung zu fachlichen und methodischen Fertigkeiten, um den steigenden psychischen und komplexen Anforderungen in der globalisierten Arbeitswelt effektiv zu begegnen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf den Auswirkungen der Globalisierung, der Bedeutung der reflexiven Handlungsfähigkeit sowie der theoretischen Fundierung und praktischen Messbarkeit emotionaler Kompetenz.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit geht der Frage nach, inwieweit die Integration von emotionaler Kompetenz in die berufliche Handlungskompetenz zu einer erhöhten Arbeitseffizienz und einem produktiveren Arbeitsklima führen kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse basiert, ergänzt durch die Einordnung von Kompetenzmodellen (z.B. nach Dehnbostel) und die Vorstellung eines Messinstruments (Fragebogen nach Stamouli).
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der beruflichen Anforderungen, die Analyse der globalisierten Arbeitswelt sowie die theoretische Definition und empirische Bewertbarkeit emotionaler Kompetenz.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Kernbegriffe sind die emotionale Kompetenz, reflexive Handlungsfähigkeit, die Weltrisikogesellschaft, Individualisierung und der kompetente Umgang mit Emotionen im Berufsleben.
Wie unterscheidet die Autorin emotionale Kompetenz von emotionaler Intelligenz?
Die Autorin grenzt emotionale Kompetenz ab, da sie das Konzept im Gegensatz zur oft als unipolares Konstrukt kritisierten emotionalen Intelligenz als multidimensional und empirisch fundierter für den beruflichen Kontext betrachtet.
Welche Rolle spielt die „reflexive Handlungsfähigkeit“ für das Modell der Autorin?
Die reflexive Handlungsfähigkeit bildet den übergeordneten Rahmen, der es den Akteuren ermöglicht, durch strukturelle Reflexivität und Selbstreflexion in einer unsicheren Arbeitswelt eigenverantwortlich und bewusst zu handeln.
Wie lässt sich emotionale Kompetenz nach den Ausführungen messen?
Die Messung erfolgt durch einen von Stamouli entwickelten Selbsteinschätzungsfragebogen, der die vier Kompetenzbereiche (Sensitivität für eigene und fremde Emotionen, Ausdrucksstärke und Emotionsregulation) abdeckt.
- Arbeit zitieren
- Rebecca Fabisch (Autor:in), 2014, Die Bedeutung von emotionaler Kompetenz in der globalisierten Arbeitswelt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299788