Das Erkenntnisinteresse dieser Arbeit liegt darin, ob ein niedriger Korruptionsgrad mit der Erfüllung von bestimmten Good Governance-Kriterien erklärt werden kann. Daher lautet die zentrale Fragestellung: Welcher Zusammenhang besteht zwischen Korruptionskontrolle und Good Governance?
Die zu verifizierende Vermutung lautet, dass eine effektive Korruptionskontrolle mit entsprechend hohen Good-Governance-Leistungen korreliert und eine weniger wirkungsvolle Korruptionskontrolle eben mit schwächeren Good-Governance-Leistungen.
In Subsahara-Afrika müsste der Befund für meine Fragestellung also eindeutig sein: Botswana, die Kap Verden, die Seychellen, Mauritius und mit Abstrichen Namibia, Ruanda, Lesotho und Ghana müssten neben dem geringeren Korruptionsgrad auch eine entsprechend höhere Leistung bei den Good Governance-Kriterien aufweisen, während die restlichen subsaharischen Staaten ein entsprechend niedrigeres Niveau vorweisen müssten.
Ist also Good Governance das Gegenkonzept zur Korruption)? Für die Überprüfung dieses Zusammenhangs scheint Subsahara-Afrika ein geeignetes Beispiel zu sein, nicht zuletzt auch deswegen, weil alle diese Länder der Region Entwicklungsländer sind und hier die entwicklungspolitische Diskussion und Praxis die Etablierung von Good-Governance-Strukuren und -Institutionen postulieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Good Governance & Korruption
2.1 Das Good Governance-Konzept
2.2 Corruption matters – Begriffsverständnis und Auswirkungen
2.3 Korruption in Subsahara-Afrika
3 Erläuterung der verwendeten Indizes
3.1 Corruption Perceptions Index
3.2 Good Governance-Index der Weltbank
3.3 Zusammenhang & Bedeutung
4 Korrelationsanalyse
4.1 Korruption & Partizipation und Verantwortlichkeit
4.2 Korruption & Regierungseffektivität
4.3 Korruption & Qualität der regulativen Politik
4.4 Korruption & Rechtsstaatlichkeit
4.5 Zusammenfassung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Korruptionskontrolle und verschiedenen Kriterien von Good Governance in Staaten der subsaharischen Region. Ziel ist es, durch eine quantitative Korrelationsanalyse für die Jahre 2012 und 2013 zu verifizieren, ob eine effektive Korruptionskontrolle mit einer höheren Leistungsstärke in Governance-Indizes einhergeht.
- Analyse der Good Governance-Strukturen und ihrer Bedeutung für die Korruptionsbekämpfung.
- Untersuchung der Korrelation zwischen dem Corruption Perceptions Index (CPI) und ausgewählten Weltbank-Governance-Indikatoren.
- Vergleich der Performance subsaharischer Staaten im Hinblick auf institutionelle Rahmenbedingungen.
- Diskussion über die Rolle von Rechtsstaatlichkeit als Erklärungsfaktor für Korruptionsraten.
Auszug aus dem Buch
2.1 Das Good Governance-Konzept
Der erste zentrale und daher erklärungsbedürftige Begriff dieser Arbeit lautet Good Governance. „Good Governance ist weniger ein analytisches als ein normativ-praxeologisches Konzept, das auf entwicklungspolitische Erfahrungen der 1970er und 80er Jahre zurückgeht“ (Czada 2010, S. 201). Dieser Begriff wurde maßgeblich von der Weltbank geprägt, die damit auf Bad Governance als Hauptursache für die Entwicklungsprobleme in Subsahara-Afrika aufmerksam machte und gut funktionierende Institutionen als Lösung für dieses Problem propagierte (Czada 2010, S. 201). Die Weltbank argumentierte, dass einige ihrer Entwicklungsprojekte in Afrika deswegen nicht prosperierten, weil dort eine Bürokratie vorherrsche, die sich ungünstig auf das Unternehmertum und das wirtschaftliche Wachstum auswirkt (Mbaku 2000, S. 106).
Öffentliches Missmanagement, ein unzuverlässiger Rechtsstaat, politische Willkür, Korruption und opportunistisches Denken der Staatseliten wurden als negative Einflussfaktoren identifiziert (Adam 2000, S. 16). Deswegen sah sich die Weltbank veranlasst, ihr Hauptaugenmerk auf institutionelle Reformen zu legen, um die Effizienz der Projekte der Bretton Woods-Institutionen auf dem afrikanischen Kontinent zu verbessern (Mbaku 2000, S. 106). Institutionen spielen in diesem Konzept deswegen eine so herausragende Rolle, weil sie die Anreizstrukturen in einem Land bestimmen, mit denen sich die Akteure - seien es nun Marktakteure oder politische Akteure - konfrontiert sehen (Mbaku 2010, S. 182).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Korruption als entwicklungsfeindliches Phänomen und Erläuterung der Forschungsfrage sowie der Zielsetzung.
2 Good Governance & Korruption: Theoretische Herleitung des Good Governance-Konzepts, Definition von Korruption und Erläuterung der spezifischen Problemlage in Subsahara-Afrika.
3 Erläuterung der verwendeten Indizes: Vorstellung der methodischen Grundlagen, insbesondere des Corruption Perceptions Index und der Worldwide Governance Indicators der Weltbank.
4 Korrelationsanalyse: Durchführung der quantitativen statistischen Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Korruptionskontrolle und den Governance-Kriterien für die Jahre 2012 und 2013.
5 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage basierend auf den statistischen Ergebnissen und Reflexion über die Aussagekraft der verwendeten Daten.
Schlüsselwörter
Korruption, Korruptionskontrolle, Good Governance, Subsahara-Afrika, Entwicklungspolitik, Institutionen, Korrelationsanalyse, Weltbank, Corruption Perceptions Index, Rechtsstaatlichkeit, Regierungsführung, Governance-Indikatoren, Transparenz, Politische Institutionen, Staatseliten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen dem Grad der Korruptionskontrolle und der Qualität von Good Governance-Strukturen in subsaharischen Ländern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Korruption auf die staatliche Entwicklung, die Rolle von Institutionen bei der Korruptionsbekämpfung und die Messbarkeit von Governance-Leistungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu prüfen, ob Länder mit einer besseren Korruptionskontrolle auch bei anderen Good Governance-Kriterien, wie Rechtsstaatlichkeit oder Regierungseffektivität, signifikant besser abschneiden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine quantitative Korrelationsanalyse angewandt, die auf den Daten des Corruption Perceptions Index (CPI) und den Worldwide Governance Indicators (WGI) basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die Erläuterung der verwendeten Indizes sowie die statistische Auswertung der Korrelationen zwischen Korruptionskontrolle und vier ausgewählten Governance-Kriterien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Good Governance, Korruptionskontrolle, Subsahara-Afrika, Institutionen und Governance-Indikatoren.
Warum spielt Botswana in dieser Analyse eine besondere Rolle?
Botswana wird im Text als afrikanisches "Paradebeispiel" für eine relativ erfolgreiche Korruptionsbekämpfung und stabile politische Institutionen angeführt.
Welche Rolle spielt die Rechtsstaatlichkeit bei den Ergebnissen?
Die Untersuchung zeigt, dass die Korruptionskontrolle die stärkste statistische Korrelation mit dem Kriterium der Rechtsstaatlichkeit aufweist.
- Quote paper
- Kristof Benninger (Author), 2015, Der Zusammenhang zwischen Korruptionskontrolle und "Good Governance" der subsaharischen Region, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299794