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Die europäische Perspektive bzw. Dimension in deutschen Schulgeschichtsbüchern

Title: Die europäische Perspektive bzw. Dimension in deutschen Schulgeschichtsbüchern

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 24 Pages , Grade: keine Benotung

Autor:in: Oliver Lilienthal (Author)

Didactics - History
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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit soll es um die so genannte europäische Dimension bzw.
Perspektive im Schulgeschichtsbuch gehen. Dabei ist danach zu fragen, was
dieser Begriff genau bezeichnet. Außerdem muss geklärt werden, inwieweit das
Einfordern bzw. die Betonung der europäischen Dimension im
Schulgeschichtsbuch eine Berechtigung hat bzw. welches Ziel damit erreicht
werden soll. Die gängige Auffassung besteht darin, dass europäische Inhalte im
Schulgeschichtsbuch zu wenig Berücksichtigung finden. Dabei geht es nicht
allein um den Umfang europäischer Themen, sondern auch um die Art und
Weise der Darstellung und die Verknüpfung mit Themen der jeweiligen
nationalen, regionalen und globalen Geschichte.
Einleitend soll erläutert werden, warum eine Diskussion über die europäische
Dimension bzw. Perspektive im Schulgeschichtsbuch von Interesse war und ist.
Dazu wird ein Überblick der bildungspolitischen Entscheidungen und Appelle
auf nationaler und europäischer Ebene deutlich machen, dass ein breiter
Konsens bezüglich der Notwendigkeit der Umgestaltung der
Schulgeschichtsbücher angesichts der stetig voranschreitenden europäischen
Integrationsbestrebungen besteht.
Anschließend werden die wesentlichen Ergebnisse diverser Schulbuchstudien,
die sich mit der Frage nach dem Vorhandensein europäischer Inhalte in
Schulbüchern der EU beschäftigt haben, vorgestellt und diskutiert. Dazu sollen
einige Beispiele aus den untersuchten Schulbüchern zum besseren Verständnis
herangezogen werden. In der Hauptsache wird es in dieser Arbeit um die
Betrachtung der deutschen Schulgeschichtsbücher gehen. Die zentralen
Befunde sind aber m. E. repräsentativ für die meisten SGB aus
westeuropäischen Ländern des Untersuchungszeitraumes. Trotz der
Möglichkeit der Generalisierbarkeit einiger Aussagen, ist zu berücksichtigen,
dass es zwischen den einzelnen Schulgeschichtsbüchern z.T. erhebliche
Unterschiede gibt.
Für diese Arbeit ist ferner eine Darstellung der Entwicklung der
Schulgeschichtsbücher ab den neunziger Jahren wesentlich. Hierbei soll
danach gefragt werden, inwieweit Ergebnisse und Folgerungen aus den
Schulbuchanalysen und die Vorgaben der Kultusministerkonferenz (KMK)
aufgegriffen wurden. Weiterhin sollen anhand der Vorstellung einiger
Verbesserungsvorschläge Alternativen zu bisherigen Themenkonzeptionen
präsentiert werden.
Abschließend folgt eine Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse sowie
eine kritische Betrachtung derselben. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Auswirkungen der europäischen Integration auf den Bildungsbereich

3. Die europäische Dimension in deutschen Schulgeschichtsbüchern der achtziger Jahre

3.1 Problematik der Einordnung Europas- Was gehört zu Europa?

3.2 In welchen Kontexten erscheint Europa?

3.3 Methodische Problematiken und weitere Erscheinungsformen europäischer Inhalte im SGB

3.4 Westeuropäische Perspektive und allgemeiner Eurozentrismus

4. Veränderung des SGB am Beispiel von „Forum Geschichte“

5. Alternativen

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und Umsetzung der europäischen Dimension bzw. Perspektive in deutschen Schulgeschichtsbüchern. Ziel ist es zu analysieren, wie europäische Inhalte dargestellt werden, inwieweit bildungspolitische Anforderungen umgesetzt wurden und wie eine ausgewogene, nicht eurozentristische Geschichtsdarstellung gelingen kann.

  • Analyse des Begriffs der "europäischen Dimension" im historischen Kontext.
  • Untersuchung der Darstellung europäischer Inhalte in Schulgeschichtsbüchern der 1980er Jahre.
  • Evaluation von Veränderungen in neueren Lehrwerken am Beispiel von "Forum Geschichte".
  • Diskussion von Alternativkonzepten zur Vermeidung von Eurozentrismus und Indoktrination.

Auszug aus dem Buch

3.1 Problematik der Einordnung Europas- Was gehört zu Europa?

Insgesamt zeigt sich, dass es verschiedene Dimensionen des Begriffs Europa gibt. Außerdem lassen sich unterschiedliche Ebenen seiner Verwendung feststellen. Eine wesentliche Bestimmung und Verwendung des Begriffs Europa betrifft die geographische Dimension. Als problematisches Element in den SGB lässt sich ausmachen, dass die geographische Definition von Europa häufig gleichgesetzt wird mit dem jeweiligen historischen Europa. Das historische Europa stelle aber, so Westheider in seiner Analyse, in unterschiedlichen Epochen jeweils eine andere Größe dar. Die übliche geographische Definition unterscheidet sich davon, was bedeutet, dass die bekannte Grenzziehung im Osten vom Ural über das Schwarze Meer und die Dardanellen für die verschiedenen betrachteten Zeiträume keineswegs zutreffend ist.

Oftmals wird diese Definition aber indirekt und unbewusst über Karten vermittelt. Eine klare Unterscheidung zwischen historischem und geographischem Europa wird somit nicht vorgenommen. Europa bekommt dadurch, dass das historische Europa nicht explizit erwähnt wird, nicht die notwendigen Konturen. Stattdessen wird allein der politische Raum bezeichnet. Ein Beispiel dafür ist in dem Themenbereich des Frühmittelalters zu finden. Mit der Betitelung „Das Frankenreich unter Karl dem Großen“ wird zwar ein wesentliches und prägendes Aktivitätszentrum der Zeit angesprochen, aber der Bezug zu Europa bleibt dabei unklar. Das erklärt sich durch die Darstellung des gesamten geographischen Europa auf der Karte und aufgrund der gleichzeitig fehlenden genaueren Betitelung der Karte (wie das erwähnte Beispiel mit dem Titel „Das Frankenreich unter Karl dem Großen“ zeigt). Das historische Europa, nämlich zu dem o.g. Zeitpunkt das Frankenreich, kann somit nicht entsprechend erkannt werden. Ohne weitere Erläuterungen suggeriert die Karte, dass das Frankenreich allein ein Teil Europas war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der europäischen Perspektive in Schulgeschichtsbüchern ein und skizziert die Fragestellung sowie das methodische Vorgehen der Untersuchung.

2. Auswirkungen der europäischen Integration auf den Bildungsbereich: Das Kapitel erläutert die bildungspolitischen Forderungen nach einer verstärkten europäischen Dimension als Reaktion auf den europäischen Integrationsprozess seit den neunziger Jahren.

3. Die europäische Dimension in deutschen Schulgeschichtsbüchern der achtziger Jahre: Es wird analysiert, dass Europa in Schulbüchern der achtziger Jahre selten als eigenständiges Thema auftaucht und die Darstellung oft an klaren Definitionen oder einer historischen Einordnung mangelt.

4. Veränderung des SGB am Beispiel von „Forum Geschichte“: Anhand des Lehrwerks "Forum Geschichte" wird beispielhaft aufgezeigt, wie moderne Schulbücher aktuelle Anforderungen an eine differenzierte europäische Geschichtsbetrachtung umsetzen.

5. Alternativen: Dieses Kapitel stellt verschiedene didaktische Modelle vor, um eine ausgewogene europäische Geschichte zu vermitteln, ohne in Eurozentrismus oder eine konstruierte Geschichtssicht zu verfallen.

6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert, dass eine positive Entwicklung in der Gestaltung von Schulgeschichtsbüchern erkennbar ist, mahnt jedoch weiterhin zu einer kritischen und offenen Auseinandersetzung mit dem Europabegriff im Unterricht.

Schlüsselwörter

Europäische Dimension, Schulgeschichtsbuch, Geschichtsdidaktik, Europäische Integration, Eurozentrismus, Historische Identität, Europabegriff, Geschichtsunterricht, Kultusministerkonferenz, Europa-Ideologie, Multiperspektivität, Forum Geschichte, Nationale Geschichte, Europäische Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Darstellung und didaktische Aufbereitung der sogenannten "europäischen Dimension" in deutschen Schulgeschichtsbüchern und wie sich diese seit den 1980er Jahren verändert hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die bildungspolitischen Anforderungen zur europäischen Integration, die problematische Einordnung Europas als historisches Phänomen und die methodische Umsetzung in aktuellen Schulbüchern.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Umgestaltungsbedarf der Schulgeschichtsbücher im Hinblick auf eine stärkere, aber historisch fundierte und nicht eurozentristische europäische Perspektive aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine qualitative Analyse existierender Schulbuchuntersuchungen durch und vergleicht diese mit aktuellen Ansätzen aus Lehrwerken, insbesondere dem Buch „Forum Geschichte“.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Schwachstellen in der Darstellung Europas in älteren Schulbüchern (z.B. fehlende Definitionen, verkürzte Perspektiven) und stellt moderne Ansätze sowie Alternativkonzepte für einen reflektierten Geschichtsunterricht vor.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Europäische Dimension, Geschichtsdidaktik, Eurozentrismus, europäische Identität und historische Urteilsfähigkeit.

Wie unterscheidet sich die Darstellung von „Europa“ in älteren Schulbüchern zu „Forum Geschichte“?

Während ältere Bücher Europa oft nur als "Etikette" ohne inhaltliche Tiefe oder klare Definition nutzten, bietet „Forum Geschichte“ gezielte Angebote zur Auseinandersetzung mit dem Begriff und thematisiert kritisch die Problematik einer eindeutigen Europadefinition.

Warum warnt der Autor vor einer „Europa-Ideologie“?

Der Autor warnt davor, dass die Forderung nach einer europäischen Dimension nicht zu einer künstlichen Konstruktion oder Glorifizierung Europas führen darf, um politische Ziele zu forcieren; stattdessen sollte eine kritische und offene Auseinandersetzung gefördert werden.

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Details

Title
Die europäische Perspektive bzw. Dimension in deutschen Schulgeschichtsbüchern
College
Free University of Berlin
Course
Das Schulgeschichtsbuch
Grade
keine Benotung
Author
Oliver Lilienthal (Author)
Publication Year
2003
Pages
24
Catalog Number
V29980
ISBN (eBook)
9783638313537
Language
German
Tags
Perspektive Dimension Schulgeschichtsbüchern Schulgeschichtsbuch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Lilienthal (Author), 2003, Die europäische Perspektive bzw. Dimension in deutschen Schulgeschichtsbüchern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29980
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