Einzelhandelsimmobilien sind in der heutigen Zeit der rasanten Entwicklung der Handelsstrukturen ausgesetzt. Neue Einflussfaktoren bestimmen die Dynamik des Strukturwandels und verändern so die Flächen- und Standortansprüche von Handelsimmobilien. Investoren benötigen daher Prognosen über die künftigen Entwicklungspotentiale der unterschiedlichen Betriebsformen (BF), um später die wirtschaftlichsten und zukunftsträchtigsten Mietkandidaten für ihre Immobilie zu identifizieren.
Die vorliegende Arbeit untersucht die Merkmale der wichtigsten BF des Einzelhandels (EZH) in Deutschland und gibt einen Ausblick darauf, welche Vertriebstypen aus Sicht eines Shopping-Center (SC) Investors langfristig als Mieter in Frage kommen. Ferner werden die wichtigsten Erfolgsfaktoren für die Wirtschaftlichkeit eines SC aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Abschnitt: Einzelhandelsimmobilien als Investitionsgut
A. Investitionsmotive bei Handelsimmobilien
I. Besonderheiten von Handelsimmobilien
II. Shopping Center als spezifische Handelsimmobilie
B. Zielstellungen in Bezug auf Mietverträge
C. Betriebsformen im Einzelhandel
I. Allgemeine Entwicklung der Betriebsformen im Einzelhandel
II. Kategorisierung des Einzelhandels in Betriebsformen
2. Abschnitt: Systematisierung der Betriebsformen
A. Entwicklung der Betriebsformen im Food-Einzelhandel
I. Selbstbedienungs-Warenhaus
II. Lebensmittelmärkte
III. Lebensmittel-Discounter
B. Entwicklung der Betriebsformen im Nonfood-Einzelhandel
I. Warenhäuser
II. Fachgeschäfte
3. Abschnitt: Ausblick zu den Betriebsformen im Einzelhandel
A. Entwicklungsphasen der Betriebsformen
B. Aktueller Entwicklungsstand der Betriebsformen im Vergleich
C. Voraussichtliche Entwicklung des Einzelhandels in Deutschland
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Merkmale und den strukturellen Wandel verschiedener Betriebsformen im deutschen Einzelhandel, um Prognosen über deren zukünftige Relevanz und Attraktivität als Mieter für Handelsimmobilien, insbesondere Shopping-Center, zu entwickeln.
- Systematisierung der Einzelhandels-Betriebsformen
- Strukturelle Entwicklungsdynamik im Food- und Nonfood-Handel
- Einfluss von Betriebsformen auf die Wirtschaftlichkeit von Handelsimmobilien
- Analyse der Mieter-Auswahlkriterien für Shopping-Center
- Einfluss von Mietvertragsmodellen auf die Investitionsentscheidung
Auszug aus dem Buch
II. Shopping Center als spezifische Handelsimmobilie
Laut Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung sind SC „einheitlich geplante, gebaute und verwaltete Einkaufszentren "aus einem Guss" mit mehreren Einzelhandelseinrichtungen und mindestens zehntausend Quadratmetern Verkaufsfläche.“ Während sich SC bis Mitte der Neunziger Jahre hauptsächlich auf der grünen Wiese ansiedelten, herrscht seit den letzten Jahren der Trend Richtung Innenstädte vor. Heutzutage sind die Zukunftsaussichten von SC als sehr positiv einzuschätzen, da sie im Falle einer gelungenen Gestaltung die modernen Kundenbedürfnisse nach Verbindung von Einkauf und Freizeit erfüllen und sich großer Nachfrage erfreuen.
Die F.A.Z. bekräftigt diese Aussage: „Konsumenten, Handelsunternehmen und Investoren rund um die Welt finden Shopping spannend. Dabei findet das klassische Einkaufen meist nicht mehr im Laden um die Ecke statt, sondern zunehmend auf Reisen, in der Freizeit, bei Städtetouren oder im Shopping Center.“
Ein SC zählt zu den Management- und Investitionsimmobilien und ist die komplexeste Art der Handelsimmobilien. Damit diese vielseitige Einzelhandelsimmobilie langfristig funktioniert, benötigt ein SC laut Bienert neben einem attraktiven Standort „[...] vor allem eine hinreichende Größenordnung, eine baulich-funktionale Centerstruktur, einen standort-adäquaten, speziell abgestimmten Branchen-Mix, ein regelmäßiges Refurbishment, ein ausreichendes Kfz-Stellplatz-Volumen sowie ein qualifiziertes Centermanagement.“ Die Verantwortung des Centermanagements reicht von der Standortwahl bis hin zur Planung, der Implementierung von Marketingmaßnahmen, der Bestimmung eines nachhaltigen Branchenmixes und der Führung der Betriebe.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Abschnitt: Einzelhandelsimmobilien als Investitionsgut: Erläutert die grundlegenden Investitionsmotive und Besonderheiten von Handelsimmobilien, die Bedeutung von Mietverträgen sowie die allgemeinen Kategorien der Betriebsformen.
2. Abschnitt: Systematisierung der Betriebsformen: Bietet eine detaillierte Aufschlüsselung der verschiedenen Betriebsformen im Food- und Nonfood-Einzelhandel anhand von Kennzahlen wie Verkaufsfläche und Flächenproduktivität.
3. Abschnitt: Ausblick zu den Betriebsformen im Einzelhandel: Analysiert den aktuellen Lebenszyklus der verschiedenen Betriebsformen und gibt einen Ausblick auf die voraussichtlichen Trends und Anforderungen an zukünftige Mieter in Deutschland.
Schlüsselwörter
Einzelhandel, Handelsimmobilien, Betriebsformen, Shopping-Center, Investitionsmotive, Mietverträge, Strukturwandel, Flächenproduktivität, Centermanagement, Lebenszyklusmodell, Food-Einzelhandel, Nonfood-Einzelhandel, Mietspanne, Filialisierung, Standortwahl.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Systematisierung und dem Wandel von Betriebsformen im Einzelhandel aus der Perspektive des Immobilienmanagements.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Merkmale verschiedener Betriebsformen (wie Discounter, Warenhäuser oder Fachmärkte), ihre Flächenanforderungen und ihre Eignung als Mieter für Handelsimmobilien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Investoren Prognosen an die Hand zu geben, welche Betriebsformen langfristig wirtschaftlich attraktiv sind und wie ein optimaler Branchenmix für Shopping-Center zusammengestellt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine strukturelle Analyse und Kategorisierung, basierend auf Branchenberichten, Immobilienmarktdaten und Lebenszyklusmodellen für Einzelhandelsformen.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Food- und Nonfood-Betriebsformen, ihre jeweiligen Kennzahlen (Miete, Fläche, Produktivität) und deren Position im Entwicklungszyklus.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Wesentliche Begriffe sind "Handelsimmobilien", "Betriebsformen", "Shopping-Center" und "Lebenszyklusmodell".
Wie beeinflusst der Strukturwandel im Einzelhandel die Mietvertragsgestaltung?
Vermieter müssen aufgrund wechselnder Kundenbedürfnisse flexibler agieren, was langfristige Mietverträge erschwert und eine strategische Auswahl der Mieter für ein einheitliches Center-Image erforderlich macht.
Warum sind Magnetbetriebe für Shopping-Center so wichtig?
Ankerbetriebe (Magnetmieter) ziehen durch ihren hohen Bekanntheitsgrad Kunden an und sind daher für die grundlegende Anziehungskraft eines Shopping-Centers essenziell.
Welche Rolle spielt das Centermanagement laut der Autorin?
Das Centermanagement ist für den langfristigen Erfolg entscheidend, indem es den Branchenmix steuert, Refurbishments plant und durch geschicktes Vermietungsmanagement Trading-Down-Effekte verhindert.
Welche Betriebsformen gelten laut der Arbeit als ungeeignet für Shopping-Center?
Convenience Stores, klassische Nachbarschaftsläden und kleine Supermärkte werden als für Shopping-Center eher ungeeignet eingestuft.
- Arbeit zitieren
- Theresa Hayessen (Autor:in), 2013, Systematisierung und Entwicklung von Betriebsformen im Einzelhandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299819