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Eine Zeitreise in Stalins letzte Kolonie

Title: Eine Zeitreise in Stalins letzte Kolonie

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 31 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Eva Bretschneider (Author)

Politics - Region: Russia
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Summary Excerpt Details

[...] Dazu werde ich in meiner Arbeit werde zunächst zeigen, dass Mediensysteme wesentlich
vom jeweiligen politischen System beeinflusst und geprägt sind. Die Rahmenbedingungen
für die journalistische Arbeit sind ausschlaggebend für die Qualität der Medien
und die Erfüllung ihrer gesellschaftlichen Funktionen. Ich werde argumentieren, dass Lösungsansätze
für die aktuellen Problemlagen, die ich in einem ersten Schritt darlegen
werde, bei den Massenmedien ansetzen müssen, da sie eine Schlüsselposition für Wandlungsprozesse
einnehmen. Freie Medien sind die Voraussetzung für eine eigenständige
und bewusste Gestaltung der Transformationsprozesse durch die Menschen in Transnistrien.
Meine Arbeit gliedert sich in drei Teile: Zuerst werde ich in Kapitel 2 die zentralen Problemlagen
in Transnistrien erläutern und deren Ursachen diskutieren. Anknüpfend daran
werde ich in Kapitel 3 den Schwerpunkt meiner Arbeit entfalten: die Analyse des transnistrischen
Mediensystems. In Abschnitt 3.1 erörtere ich die relevanten Theorien für einen
differenzierten Mediensystemvergleich. Die Grundlagen der Medien zu Zeiten der Sowjetunion
werde ich aufzeigen und gehe anknüpfend daran ausführlich auf die aktuelle Lage
ein. Dabei skizziere ich die fünf maßgeblichen Probleme der transnistrischen Massenmedien
in Abschnitt 3.3. Im dritten Teil meiner Arbeit entwerfe ich Lösungsansätze und erarbeite
notwendige Schritte zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Medien in
Transnistrien. Eine abschließende Bewertung meiner Arbeit erfolgt im fünften und letzten
Kapitel.
Meine Arbeit basiert auf Berichten verschiedener Akteure (Nichtregierungsorganisationen,
Regierungsorganisationen unter anderen), wissenschaftlichen Analysen und relevanten
Theorieansätzen des Mediensystemvergleichs. Zudem liegen meiner Arbeit Interviews
und Vorträge einer universitären Exkursion vom Mai 2002 zugrunde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Probleme und Ursachen

2.1 Geschichtlicher Hintergrund

2.2 Kernprobleme

3 Die besondere Stellung der Medien

3.1 Der Mediensystemvergleich

3.1.1 Die “Four Theories of the Press”

3.1.2 Der analytische Kontingenz-Ansatz

3.1.3 Der empirische Konvergenz-Ansatz

3.2 Grundlagen des Mediensystems zu Zeiten der Sowjetunion

3.2.1 Die historischen Wurzeln

3.2.2 Definierte Grundlagen und Ziele

3.2.3 Professionelle Praktiken

3.2.4 Aktuelle Entwicklungsdynamiken

3.3 Eine Zeitreise – Die Situation der Medien in Transnistrien

3.3.1 Verfassungsrecht und Verfassungswirklichkeit

3.3.2 Pflichtlizenzierung – Ein Mittel zur staatlichen Selektion

3.3.3 Der ökonomische Druck der Produktionskosten

3.3.4 Durch Gerichtsverfahren zum Schweigen bringen

3.3.5 Die Bewertung der aktuellen Medienlandschaft in Transnistrien

4 Lösungsansätze

4.1 Verbesserung der journalistischen Ausbildung

4.2 Internationale Zusammenarbeit

4.3 Rechtsreformen

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die prekäre Situation der Medienlandschaft in der Republik Transnistrien und analysiert, wie politische und ökonomische Rahmenbedingungen die Pressefreiheit einschränken. Ziel ist es, unter Einbeziehung theoretischer Ansätze des Mediensystemvergleichs die spezifischen Transformationshindernisse aufzuzeigen und konkrete Lösungsansätze zur Demokratisierung sowie Stärkung unabhängiger Medien zu entwickeln.

  • Analyse der historischen und politischen Hintergründe Transnistriens.
  • Vergleichende Untersuchung von Mediensystemtheorien.
  • Identifikation der maßgeblichen Probleme für unabhängige Journalisten vor Ort.
  • Evaluierung von Ansätzen zur Förderung von Pressefreiheit und Zivilgesellschaft.

Auszug aus dem Buch

3.3.2 Pflichtlizenzierung – Ein Mittel zur staatlichen Selektion

Das transnistrische Pressegesetz schreibt eine allgemeine Pflichtlizenzierung vor. Verlage, Sender, Agenturen und Journalisten müssen sich beim Komitee für Fernsehen, Rundfunk und Presse des Obersten Sowjet Transnistriens registrieren lassen. Nur Publikationen mit einer Auflage unter 1.000 Stück entgehen dieser staatlichen Selektion. Die Vergabe von Lizenzen ermöglicht eine enorme Einflussnahme der Regierung auf die Medienlandschaft, denn ohne Lizenz kann die gesamte Ausstattung, bereits gedruckte Ausgaben und Räume beschlagnahmt und die Verantwortlichen haftbar gemacht werden. Bereits vergebene Lizenzen können mit Verweis auf Artikel 5 des Pressegesetzes wieder entzogen werden, wenn die Berichterstattung unangenehm wird. Es gibt verschiedene Arten von Lizenzen. Steigt das Werbeaufkommen, muss entweder auf das zusätzliche Einkommen verzichtet werden oder eine neue Lizenz beantragt werden – mit dem Risiko, diese nicht mehr zu bekommen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung unabhängiger Medien für eine funktionierende Demokratie und führt in die spezifische Problematik der Mediensituation im politisch isolierten Transnistrien ein.

2 Probleme und Ursachen: Dieses Kapitel erörtert die geschichtlichen Hintergründe der Region und identifiziert strukturelle Kernprobleme wie Armut, Korruption und politische Einflussnahme als Ursachen für die defekte Staatlichkeit.

3 Die besondere Stellung der Medien: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung des Mediensystems mittels internationaler Ansätze sowie eine detaillierte Analyse der prekären Lage transnistrischer Medien, einschließlich Zensur und ökonomischem Druck.

4 Lösungsansätze: Das Kapitel schlägt konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen vor, insbesondere durch die Ausbildung, internationale Vernetzung und notwendige Rechtsreformen.

5 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, die betont, dass die Stärkung freier Medien für den demokratischen Transformationsprozess und die Zukunft Transnistriens unerlässlich ist.

Schlüsselwörter

Transnistrien, Mediensystemvergleich, Pressefreiheit, Zensur, Transformation, Journalismus, Medienkontrolle, Staatsgeheimnisse, Pflichtlizenzierung, Demokratisierung, politische Isolation, Korruption, Zivilgesellschaft, Medienlandschaft, unabhängige Presse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle und der Situation der Medien im politisch isolierten Transnistrien und untersucht, wie staatliche Repressionen die freie Berichterstattung verhindern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Mediensystemtheorie, die historischen Hintergründe der transnistrischen Staatlichkeit, Formen der Zensur sowie Strategien zur Förderung der Medienfreiheit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die spezifischen Mechanismen der Medienkontrolle aufzuzeigen und Strategien zu formulieren, wie Transnistrien durch die Stärkung einer unabhängigen Medienlandschaft demokratisiert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Kombination aus Literaturanalyse (Mediensystemvergleiche), der Auswertung von Berichten verschiedener Organisationen sowie eigenen Interviews und Vorträgen aus einer universitären Exkursion.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Mediensystemvergleichs, die historische Analyse des sowjetischen Erbes sowie eine detaillierte Darstellung der aktuellen Probleme wie Lizenzzwang, ökonomischer Druck und gerichtliche Schikanen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Transnistrien, Medienfreiheit, Zensur, Transformationsprozess, staatliche Selektion, Korruption und demokratische Strukturen.

Wie wirken sich die Produktionskosten auf die Unabhängigkeit der Medien in Transnistrien aus?

Die wirtschaftliche Lage führt dazu, dass Medien stark von staatlich kontrollierten Druckereien oder der Post abhängig sind. Steigende Kosten und Inflation erzwingen oft eine Anpassung der Redaktionen an die Regierungslinie, um finanziell zu überleben.

Was sind die "Johannesburg Principles" und warum werden sie genannt?

Es handelt sich um ein Regelwerk zum Schutz von Pressefreiheit und Informationszugang. Der Autor schlägt diese Grundsätze als notwendige Orientierung für zukünftige Rechtsreformen in Transnistrien vor, um das aktuelle repressive Pressegesetz zu ersetzen.

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Details

Title
Eine Zeitreise in Stalins letzte Kolonie
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Course
Auslandspropaganda im Zeichen des Nationalsozialismus
Grade
1,0
Author
Eva Bretschneider (Author)
Publication Year
2004
Pages
31
Catalog Number
V29994
ISBN (eBook)
9783638313643
Language
German
Tags
Eine Zeitreise Stalins Kolonie Auslandspropaganda Zeichen Nationalsozialismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eva Bretschneider (Author), 2004, Eine Zeitreise in Stalins letzte Kolonie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29994
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