Meine Teilnahme am Unterricht der Klasse 1a beschränkte sich auf 9 bis 13 Stunden pro Woche, außerdem konnte ich die Schüler/Innen im Ganztagsangebot beobachten. In der zweiten Woche meines Praktikums fielen mir vereinzelte Schüler der Klasse besonders durch ihr aggressives Verhalten auf: Drei Jungen, die ständig in Streit oder Prügeleien verwickelt waren und den Unterricht störten. Besonders in diesen Situationen hatte ich Schwierigkeiten mit der Situation umzugehen und die Lehrerolle so einzunehmen, dass die Schüler wieder zur Ruhe kamen. Ich war mir zudem unsicher, wie ich die Jungen zu der Einsicht bringen kann, dass ihr Verhalten falsch sei. Aus diesem Grund wollte ich mich mit der Problemsituation des aggressiven Verhaltens bei Schülern auseinandersetzen. Voraussetzung für das richtige Verhalten der Lehrkraft in solchen Situationen ist die Kenntnis der Gründe für Aggressionen bei den Schülern. Ich wollte durch meine Beobachtungen die Gründe für das aggressive Verhalten hinterfragen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Beobachtung
Ableitung meiner Fragestellung
Operationalisierung des Konstrukts
Das Beobachtungsinventar
Die Beobachtungsergebnisse
Deutung der Beobachtungsdaten
Implikationen für das pädagogisch-didaktische Handeln
Unterrichtsentwurf
Bedingungen im Klassenzimmer
Ziele der Unterrichtsstunde
Bezüge zur Unterrichtseinheit
Sachanalyse
Didaktisch-methodische Analyse
Medieneinsatz
Verlaufsplanung
Auswertung
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Arbeit ist es, die Ursachen für aggressives Verhalten eines Schülers während des Praktikums in einer ersten Klasse zu analysieren und entsprechende pädagogisch-didaktische Handlungsstrategien zur Prävention und zum Umgang mit solchen Situationen abzuleiten.
- Analyse von aggressivem Verhalten bei Grundschulkindern.
- Rolle der Lehrkraft im Umgang mit Störungen und aggressivem Verhalten.
- Integration von sozialem Lernen und Präventionsmaßnahmen im Unterricht.
- Planung und Durchführung einer Unterrichtsstunde zum Schriftspracherwerb.
- Reflexion der eigenen Lehrerrolle und pädagogischen Interaktionskompetenz.
Auszug aus dem Buch
Deutung der Beobachtungsdaten
Die Tatsache, dass Steffens Mutter ihn anschreit, könnte bedeuten, dass sich ihr Verhalten auf das seinige überträgt. Fühlt sich Steffen von seiner Mutter ungerecht behandelt, empfindet er ebenfalls Wut, er ist seiner Mutter gegenüber jedoch machtlos und überträgt seinen Ärger deshalb auf andere Personen. Des Weiteren kann aggressives Verhalten erlernt werden. Steffen könnte durch die Erfahrung mit nahestehenden aggressiven Personen erkannt haben, welche Vorteile aggressives Verhalten hat und dieses nachahmen.
Hinzu kommt ein weiterer Grund: ein Wunsch, der nicht erfüllt wird, wie der eigentliche Wunsch nach Liebe, Zuneigung oder Anerkennung. Der Ärger über die Nichterfüllung dieses Wunsches könnte zu aggressivem Verhalten führen. Dafür würden Steffens Leistungen im Unterricht sprechen, sein Mitarbeiten und die Freude über ein Lob drücken seinen Wunsch nach Anerkennung und Bestätigung aus. Die Ärger über das Ablenken seiner Tischnachbarin und das daraus resultierende Anschreien kann ein Hinweis darauf sein, wie wichtig Steffen der Erfolg beim Bearbeiten der Aufgabe war. Der Wunsch nach Erfolg kann auch der Grund dafür sein, dass Steffen aggressiv reagiert, wenn er etwas nicht schafft, wie das Zeichnen seines Lieblingstieres. Dass Steffen plötzlich einwilligte die Bücher dieses Mal wegzuräumen, ließ mich vermuten, dass seine positive Reaktion durch meine freundlichere Aufforderung hervorgerufen wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung des Praktikumsortes (Offene Ganztagsschule) und des organisatorischen Rahmens sowie der allgemeinen Schulsituation.
Beobachtung: Analyse eines auffälligen Schülers hinsichtlich seines aggressiven Verhaltens, theoretische Einordnung und Dokumentation der Ergebnisse.
Unterrichtsentwurf: Detaillierte Planung einer Deutschstunde zur Einführung des Buchstabens M,m unter Berücksichtigung von Rahmenbedingungen, Lernzielen und Medieneinsatz.
Auswertung: Reflexion über die eigene Lehrerrolle, erlernte Strategien im Umgang mit Störungen und Fazit zur persönlichen Entwicklung während des Praktikums.
Schlüsselwörter
Aggressives Verhalten, Grundschule, Lehrerrolle, Unterrichtsplanung, Beobachtung, Prävention, Sozialkompetenz, Ganztagsschule, Deutschunterricht, Lernförderung, Erziehung, Konfliktlösung, Schülerverhalten, Pädagogik, Reflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Es handelt sich um einen Praktikumsbericht, der die Erfahrungen einer Praktikantin in einer Grundschule während eines Berufsorientierungspraktikums dokumentiert und reflektiert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Umgang mit aggressivem Schülerverhalten, der Unterrichtsplanung im Fach Deutsch sowie der Entwicklung der eigenen Lehrerrolle.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Gründe für das aggressive Verhalten eines spezifischen Schülers zu hinterfragen und daraus pädagogische Handlungsoptionen für den Unterrichtsalltag abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin nutzte die Methode der unstrukturierten Beobachtung, um ergebnisoffen Daten über das Verhalten des Schülers im Unterricht und im Ganztagsangebot zu sammeln.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Beobachtungsstudie inklusive einer theoretischen Definition von Aggression sowie einen konkreten Unterrichtsentwurf zur Einführung eines Buchstabens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie aggressives Verhalten, Lehrerrolle, Unterrichtsplanung, Grundschule und Reflexion geprägt.
Warum wurde die unstrukturierte Beobachtung als Methode gewählt?
Sie wurde gewählt, um bei der Untersuchung des aggressiven Verhaltens keine potenziellen Ursachen von vornherein auszuschließen und eine hohe Validität in den natürlichen Lernumgebungen zu erreichen.
Welche Rolle spielt die Ganztagsschule in diesem Bericht?
Die Ganztagsschulstruktur bietet der Autorin zusätzliche Möglichkeiten, die Schüler außerhalb des regulären Unterrichts in Interaktionsprozessen zu beobachten und so ein tieferes Verständnis für deren Charakter zu entwickeln.
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- Lena Lindemann (Author), 2010, Praktikum zur Berufsorientierung an einer Grundschule im Fach Deutsch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300053