Über die Berichterstattung aus dem Golfkrieg 1991 wurde schon sehr viel geschrieben. In der vorliegenden Arbeit soll es aber primär um die Kriegsberichterstattung bei privaten als auch bei öffentlich rechtlichen Fernsehsendern gehen. Als Fallbeispiele werden die Fernsehsender CNN und ORF herangezogen.
Eine Definition der rechtlichen Grundlagen von Cable News Network (CNN) wird im Kapitel 2.1 geliefert. Cable News Network hat sich seit der Inbetriebnahme 1980 zu einem internationalen Wirtschaftsunternehmen entwickelt das von Beginn an privatwirtschaftlich organisiert und am Profit orientiert war.
In Kapitel 2.2 folgt eine Darstellung der rechtlichen Grundlagen und Organisation des Österreichischen Rundfunks (ORF). Der ORF ist nach der Anzahl der Beschäftigten und der Reichweite seiner Sendungen größtes österreichisches Medienunternehmen und eine der letzten öffentlich rechtlichen Rundfunkmonopolanstalten in Europa.
Nach diversen Anmerkungen zu Funktion der Fernsehnachrichten (Kapitel 3.1), zum Thema Macht der Bilder (Kapitel 3.2) und einem Kapitel zu Medienrealität (3.3) erfolgt im Kapitel 4.1 eine kurze Auseinandersetzung mit der Chronologie des Golfkriegs 1991, wobei auf die medienrelevanten Ereignisse Bezug genommen wird.
Weiters wird im Kapitel 5.1 auf die Kriegsberichterstattung des Fernsehsenders CNN eingegangen. CNN war das einzige westliche Medienunternehmen, das während des gesamten Golfkriegs aus dem Irak berichten konnte, und musste sich deshalb auch einiges an Kritik gefallen lassen.
CNN hat auf dem Nachrichtenmarkt in den Vereinigten Staaten schon lange eine Leitfunktion übernommen und ist spätestens seit Beginn der 90er weltweit durch seine aufsehenerregende „live“ Berichterstattung am Golf zu einem Mythos geworden (Kapitel 5.2).
Ein weiterer sehr wichtiger Punkt meiner Arbeit ist das Thema Zensur, das im Kapitel 5.3 ausführlich beschrieben wird. Den Grund für die strenge Zensur auf amerikanischer Seite muss man in der amerikanischen Kriegsgeschichte suchen, denn die Militärs haben aus den Fehlern des Vietnamkrieges, was die Berichterstattung angeht, gelernt.
Im Kapitel 6.1 komme ich zur Kriegsberichterstattung des Österreichischen Rundfunks. Der Golfkrieg war nämlich nicht nur für den amerikanischen Nachrichtensender CNN, sondern auch für die österreichischen Medien ein Geschäft.
Abschließend folgt das Kapitel 6.2 in dem die Ähnlichkeit der Bilder behandelt wird und schließlich endet die Arbeit bei Kapitel 7 mit einer Schlussfolgerung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Private und öffentlich rechtliche Fernsehsender
2.1 Rechtliche Grundlagen von Cable News Network – CNN
2.2 Rechtliche Grundlagen des Österreichischen Rundfunks – ORF
3. Krieg in den Medien
3.1 Fernsehnachrichten
3.2 Die Macht der Bilder
3.3 Medienrealität
4. Golfkrieg 1991
4.1 Chronik des Golfkriegs 1991
5. Kriegsberichterstattung im CNN
5.1 CNN – Ein Nachrichtensender macht Geschichte
5.2 „live“ Berichterstattung
5.3 Die Zensur
6. Kriegsberichterstattung im ORF
6.1 ORF und der Golfkrieg 1991
6.2 Die Ähnlichkeit der Bilder
7. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Kriegsberichterstattung des Golfkriegs 1991 mit einem komparativen Fokus auf den US-amerikanischen Privatsender CNN und den öffentlich-rechtlichen Österreichischen Rundfunk (ORF), um die Auswirkungen von Nachrichtenstrukturen und Zensur auf die Medienrealität aufzuzeigen.
- Vergleich der rechtlichen Rahmenbedingungen von CNN und ORF
- Analyse der Macht der Bilder und deren Einfluss auf die Medienrealität
- Untersuchung der Rolle von CNN als „live“-Nachrichtenquelle im Golfkrieg
- Evaluation der Zensurmechanismen durch kriegsführende Parteien
- Kritische Reflexion der Rolle des ORF bei der Übernahme von CNN-Bildmaterial
Auszug aus dem Buch
5.1 CNN – Ein Nachrichtensender macht Geschichte
In der Nacht als die Bomben über Bagdad fielen schrieb CNN Geschichte. In dieser Nacht des 16. Jänners 1991 wurde von Ost nach West, von Nord nach Süd mehr oder weniger ununterbrochen von den meisten offiziellen Stellen auf der Welt der gleiche Sender verfolgt – alle sahen Cable News Network. CNN war überall auf der ganzen Welt und gab jedem einzelnen seines Millionenpublikums die gleiche Information, die gleiche Informationsbasis – alles zur gleichen Zeit und „live“. Diese Neuartigkeit setzte neue Maßstäbe in der Kommunikation.
Heute ist CNN die weltweit am meisten verbreitete Nachrichtenstation die den einzelnen Parteien die Möglichkeit gibt, untereinander in Verbindung zu treten.
Für viele war CNN im Golfkrieg die Hauptnachrichtenquelle und auch die US-Regierung bediente sich oftmals der CNN Information, da die Schnelligkeit und Aktualität in der Nachrichtenpublikation des Senders nicht selten das „National Military Intelligence Center“ und die CIA schlugen.
CNN wurde zum weltweiten Schaufenster und zur Bühne von Großereignissen. Diese Ereignisse wurden zwar von vielen TV-Stationen in die Welt hinausgetragen, aber CNN war stets das Medium, das als erstes davon berichtete, in immer wiederkehrender umfangreichster Endlos-Berichterstattung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Kriegsberichterstattung ein und definiert die Untersuchungsobjekte CNN und ORF.
2. Private und öffentlich rechtliche Fernsehsender: Es werden die rechtlichen Grundlagen sowie die Organisationsstrukturen von CNN und dem ORF dargelegt.
3. Krieg in den Medien: Dieses Kapitel behandelt die theoretischen Funktionen von Fernsehnachrichten, die Wirkung visueller Darstellung und das Konzept der Medienrealität.
4. Golfkrieg 1991: Hier wird eine chronologische Übersicht der wesentlichen ereignisrelevanten Daten des Golfkriegs 1991 präsentiert.
5. Kriegsberichterstattung im CNN: Analyse von CNNs Vorreiterrolle durch „Live“-Berichterstattung, deren Bedeutung und die Auswirkungen der kriegsbedingten Zensur.
6. Kriegsberichterstattung im ORF: Fokus auf die Übernahme von Bildmaterial durch den ORF und die medienethische Problematik der visuellen Kriegsinszenierung.
7. Schlussfolgerung: Eine zusammenfassende Bewertung der medialen Inszenierung des Krieges und der eingeschränkten Recherchemöglichkeiten für Journalisten.
Schlüsselwörter
Golfkrieg 1991, Kriegsberichterstattung, CNN, ORF, Medienrealität, Live-Berichterstattung, Zensur, Nachrichtenkrieg, Bildmacht, Massenmedien, Fernsehnachrichten, Medienethik, Information, Krieg, Nachrichtenmonopol
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert, wie der Golfkrieg 1991 von privaten und öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern dargestellt wurde, wobei CNN und der ORF als zentrale Fallbeispiele dienen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Medienethik, der Rolle von Live-Nachrichten, der Wirkung von Bildern im Kriegskontext und dem Spannungsfeld zwischen militärischer Zensur und journalistischer Information.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, wie Nachrichtenstrukturen und die globale Berichterstattung von CNN die Wahrnehmung eines Kriegsereignisses beeinflusst haben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Es wurde eine medienwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die rechtliche Grundlagen, Chronologien und medienkritische Literatur einbezieht, um die Berichterstattungspraxis zu bewerten.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erstreckt sich von der rechtlichen Einordnung der Sender über die theoretische Auseinandersetzung mit Medienrealität bis hin zur konkreten Analyse der Berichterstattung während des Golfkriegs und der Rolle der Zensur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte sind Kriegsberichterstattung, Medienrealität, CNN, ORF, Zensur, Live-Nachrichten und Bildwirkung.
Inwiefern beeinflusste die Zensur die Berichterstattung des CNN?
Die Zensur durch die beteiligten Militärs beschränkte die Möglichkeiten der Journalisten massiv, da sie oft nur kontrollierte Informationen erhielten und keinen Zugang zu ungefilterten Quellen hatten.
Warum wird der Golfkrieg in der Arbeit als "Medienkrieg" bezeichnet?
Der Autor argumentiert, dass der Krieg durch die mediale Inszenierung, den Einsatz von Satellitenübertragung und die „Live“-Übertragung wie ein perfektes Videospiel wirkte, das Blut und menschliches Leid ausblieb.
- Citation du texte
- Eva Steinbauer (Auteur), 2003, Kriegsberichterstattung bei privaten und öffentlich rechtlichen Fernsehsendern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30006