Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)

Rituale und ihre Bedeutung für eine Philosophie der Kultur

Titel: Rituale und ihre Bedeutung für eine Philosophie der Kultur

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2015 , 24 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Lisa Marie Schmidt (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Um die Fragen nach der Bedeutung von Ritualen und ihrem Beitrag zur performativen Kulturbetrachtung zu beantworten, wird zunächst der Begriff „Ritual“ definiert.
Hier wird auf die Problematik des Ritualbegriffs hingewiesen, da sich die Auffassung, was unter einem Ritual zu verstehen ist, im Zeitverlauf stark gewandelt hat. Daneben werden Merkmale definiert, die ein Ritual in den Grundzügen ausmachen.

Es folgt eine Analyse der performativen Kraft des Rituals sowie der Funktion von Ritualen anhand ausgewählter philosophischer Ansätze. Zur Bestimmung der performativen Kraft von Ritualen und ihren Funktionen werden die Ausführungen von Austin und Bourdieu sowie die funktionalistischen Grundansätze von Durkheim und Turner herangezogen.

Die gewonnenen Erkenntnisse werden in einem Fazit abschließend zusammengefasst und als prägnante Antwort auf die Eingangsfragen formuliert. Den Abschluss der Arbeit bildet ein kurzer Ausblick auf Rituale in der heutigen Gesellschaft mit einer Analyse zur Aktualität der vorgestellten Ansätze.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Problemstellung

1.2. Vorgehensweise

2. Das Ritual

2.1. Definition

2.2. Historische Verwendung des Ritualbegriffs

2.3. Merkmale ritueller Handlungen

2.4. Rituale als Konstante

3. Die Funktion des Rituals

3.1. Die performative Kraft des Rituals

3.2. Rituale bei Austin

3.3. Rituale bei Bourdieu

3.4. Émile Durkheim: Rituale schaffen Gemeinschaft

3.5. Victor Turner: Rituale als Prozess

4. Fazit: Die Bedeutung von Ritualen für eine Philosophie der Kultur

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung von Ritualen für die Kulturphilosophie und ihren Beitrag zu einer performativen Kulturbetrachtung, indem sie grundlegende Theorien von John L. Austin, Pierre Bourdieu, Émile Durkheim und Victor Turner analysiert und miteinander in Beziehung setzt.

  • Historische und inhaltliche Definition des Ritualbegriffs
  • Analyse der performativen Kraft von Ritualen
  • Vergleich funktionalistischer und sprachorientierter Ritualtheorien
  • Rolle von Ritualen bei der Bildung sozialer Identität und Gemeinschaft
  • Bedeutung ritueller Prozesse für den gesellschaftlichen Wandel

Auszug aus dem Buch

3.3. Rituale bei Bourdieu

Pierre F. Bourdieu (1930 – 2002) stellt dieser sprachorientierten Ausrichtung der performativen Kraft eine Alternative entgegen, indem er auf konkrete soziale Bedingungen und Konstruktionsmechanismen aufmerksam macht, die überhaupt erst performative Äußerungen ermöglichen. Auch Bourdieu misst der Performativität eine wichtige Rolle für die Produktion und Reproduktion der sozialen Ordnung bei. Er formuliert seine Kritik der sprachphilosophischen Auffassung des Performativen vor allem in Absetzung von Austin. Die Quelle performativer Kraft läge nicht in den Worten selbst, wie Austin annahm, sondern sei auf die sozial legitimierte Autorität aller beteiligten Akteure zurückzuführen. Die wirklich relevante Voraussetzung für das Gelingen eines Sprechaktes und damit auch der performativen Äußerungen sei die Anerkennung der sozial verankerten Autorität. Auch Austin sieht diese als Voraussetzung eines gelungenen Sprechaktes. Bourdieu geht jedoch weiter und sieht diese Voraussetzung als eigentliche Quelle. Die Sprache im engeren Sinne erhält somit ihre Autorität von außen, vom sozialen Gefüge und seinen Herrschaftsverhältnissen.

Bourdieu sieht den Richterspruch als Paradigma der performativen Akte. Es reicht das bloße Urteil bzw. Wort des Richters, um weitreichende Wirkungen zu erzielen. Er hebt hervor, dass es einer komplexen, vielschichtigen institutionellen Dynamik bedarf, um diese Wirkung dauerhaft abzusichern. Er definiert drei Bedingungen der performativen Kraft: 1) Der Sprecher muss ein Bevollmächtigter sein, 2) die allgemein anerkannte Form muss eingehalten werden (Konventionen der Kleidung, Gesten, Körperhaltungen, Blicke etc.), 3) der performative Akt muss nicht nur von den Adressaten verstanden werden sondern in seiner autoritativen Wirkung von der Allgemeinheit anerkannt werden. Für die ersten beiden Bedingungen gilt, dass sie nicht bloß als Kriterien des Gelingens des Aktes gesehen werden dürfen. Sie verweisen auf die Autorität, die dadurch in Anspruch genommen wird, indem sie diese manifestieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet Rituale in der Kulturphilosophie und definiert die Forschungsfragen sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit.

2. Das Ritual: Dieses Kapitel widmet sich der Definition und Abgrenzung des Ritualbegriffs, untersucht dessen historische Entwicklung sowie wesentliche Merkmale ritueller Handlungen.

3. Die Funktion des Rituals: Hier werden zentrale theoretische Ansätze von Austin, Bourdieu, Durkheim und Turner analysiert, um die Funktion und performative Kraft von Ritualen zu beleuchten.

4. Fazit: Die Bedeutung von Ritualen für eine Philosophie der Kultur: Das Fazit fasst die Ergebnisse der theoretischen Analyse zusammen und ordnet die Bedeutung von Ritualen für eine performative Kulturbetrachtung abschließend ein.

Schlüsselwörter

Ritual, Kulturphilosophie, Performativität, Sprechakttheorie, Pierre Bourdieu, John L. Austin, Émile Durkheim, Victor Turner, soziale Identität, Gruppensolidarität, Übergangsrituale, soziale Ordnung, symbolische Wirksamkeit, Ritualisierung, Gesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophische Bedeutung von Ritualen und deren Beitrag zur performativen Kulturbetrachtung unter Einbeziehung soziologischer und sprachwissenschaftlicher Perspektiven.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die Definition des Rituals, die performative Kraft ritueller Handlungen, die Funktion von Ritualen für die soziale Ordnung sowie deren Rolle bei der Bildung von Identität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, zu klären, welche Bedeutung Rituale für eine Philosophie der Kultur haben und wie sie zur performativen Betrachtung von Kultur beitragen.

Welche wissenschaftlichen Ansätze werden verwendet?

Die Arbeit nutzt die Ansätze von John L. Austin (Sprechakttheorie), Pierre Bourdieu (soziologische Machtanalyse), Émile Durkheim (funktionalistische Religionssoziologie) und Victor Turner (Prozessanalyse von Übergangsritualen).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die performative Kraft von Ritualen theoretisch hergeleitet und die spezifischen Modelle von Austin, Bourdieu, Durkheim und Turner detailliert gegenübergestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Ritual, Performativität, soziale Ordnung, gemeinschaftsbildende Wirkung, symbolische Autorität und kulturelle Identität.

Wie unterscheidet sich Bourdieus Ansatz von dem Austins?

Während Austin die performative Kraft primär in der sprachlichen Äußerung und deren formalen Voraussetzungen sieht, betont Bourdieu die Notwendigkeit sozial legitimierter Autorität und institutioneller Rahmenbedingungen als Quelle der Wirksamkeit.

Welche Rolle spielt die "liminale Phase" bei Victor Turner?

Die liminale Phase ist ein Zustand des Übergangs, in dem gesellschaftliche Regeln außer Kraft gesetzt sind, was kreative Prozesse und die Bildung einer "communitas" unter den Teilnehmern ermöglicht.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Rituale und ihre Bedeutung für eine Philosophie der Kultur
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
2,0
Autor
Lisa Marie Schmidt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
24
Katalognummer
V300117
ISBN (eBook)
9783656965329
ISBN (Buch)
9783656965336
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rituale bedeutung philosophie kultur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lisa Marie Schmidt (Autor:in), 2015, Rituale und ihre Bedeutung für eine Philosophie der Kultur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300117
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  24  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum