Bei einer Vielzahl von Unternehmen wird das Potenzial eines effizienten Working Capital-Managments (WCM) hinsichtlich der Konsequenzen auf den Unternehmenswert (vergleichsweise am Umsatzwachstum, der Ertragskraft in Form von Cashflow-Steigerungen und der Kapitalnutzung) in nicht ausreichendem Maße erkannt.
In der vorliegenden Arbeit wird der Unternehmenswert auf Basis des Shareholder Value Ansatzes vorgestellt. Darauf aufbauend erfolgt die theoretische Definition des Unternehmenswertes und des Shareholder Value anhand des Discounted Cashflow-Verfahrens, spezifisch des Bruttoverfahrens Entity unter Berücksichtigung des WACC Mischzinssatzes. Daran anknüpfend wird eine Unternehmensbewertung unter Berücksichtigung dieses Entity-Verfahrens durchgeführt. Außerdem wird explizit der Einfluss des WCM, durch Senkung des Working Capitals um 10%, auf den Unternehmenswert dargestellt und interpretiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Handlungsbedarf
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise der Arbeit
2. Unternehmenswert
2.1 Begriffsbestimmung und allgemeine Ermittlung des Unternehmenswertes unter Berücksichtigung der Wertorientierung
2.2 Shareholder Value-Ansatz als Ausgangspunkt der Discounted Cashflow-Methode
2.2.1 Begriffsbestimmung: Shareholder Value und Ermittlung des Shareholder Value mittels der Discounted Cashflow-Methode
2.2.2 Einflussgrößen auf den Shareholder Value
2.3 Kritische Würdigung des Shareholder Value Ansatzes und der DCF-Methode
3. Modellierung des WCM auf den Unternehmenswert
3.1 Ermittlung der Kapitalkosten
3.1.1 Kapitalkostensatz des Eigenkapitals
3.1.1.1 Bestimmung der Eigenkapitalkosten bei Unsicherheit mittels Capital Asset Pricing Modell
3.1.1.2 Modellannahmen des CAPM Modells
3.1.2 Kapitalkostensatz des Fremdkapitals
3.1.3 Bestimmung des Weigthed-Average-Cost-of-Capital Kapitalkostensatzes bei Eigen-und Fremdfinanzierung
3.1.3.1 Bestimmung der marktwertgewichteten Kapitalstruktur
3.1.3.2 Bestimmung des WACC
3.1.4 Bestimmung des Terminal Value
3.2 Unternehmenswertermittlung unter Anwendung des WACC Ansatzes anhand der Bertrandt AG
4. Fazit/Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz des Working Capital Managements (WCM) als strategisches Instrument zur Steigerung des Unternehmenswertes. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie durch eine effiziente Optimierung der operativen Prozessketten – insbesondere des Cash Conversion Cycles – nachhaltige Unternehmenswertsteigerungen realisiert werden können, wobei das Modell der Bertrandt AG als konkretes Praxisbeispiel dient.
- Bedeutung und theoretische Grundlagen der wertorientierten Unternehmensführung
- Analyse von Werttreibern innerhalb des Shareholder Value-Netzwerks
- Methodik der Unternehmensbewertung mittels Discounted Cashflow (DCF) und WACC-Ansatz
- Integration von Working Capital-Optimierungsmaßnahmen in die Unternehmensplanung
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung und Handlungsbedarf
Die Relevanz der Thematik „Management von Working Capital“ ist nach wie vor in der Theorie sowie in der Unternehmenspraxis ein stark vernachlässigtes Thema. Demgegenüber ist zu beobachten, dass der Stellenwert des Working Capital Managements aktuell steigt. Mögliche Ursachen dafür sind einerseits der erhöhte Kostendruck durch eine höhere Wettbewerbsintensität sowie neue Wettbewerber, die vermehrt aus dem asiatischen Raum durch die Fortschreitung der Globalisierung in den Stammmärkten eingreifen. Außerdem ist zu beobachten, dass sich die wirtschaftlichen Strukturen in Deutschland beachtlich gewandelt haben. Ursache dieses Wandlungsprozesses ist die ständige Anpassung der Wirtschaftsunternehmen an eine sich dauernd verändernde Umwelt. Die Umweltdynamik hat in den letzten Jahren derartig zugenommen, dass Unternehmen verpflichtet sind zu reagieren, da sonst ihre Unternehmung gefährdet ist. Es ist notwendig, sich einen Überblick über die relevanten internen und externen Einflussgrößen zu verschaffen, um diese in zukünftigen Entscheidungen berücksichtigen zu können und dadurch die Reaktionsgeschwindigkeit der Unternehmen auf neue Entwicklungen zu verringern.
Anderseits wird dieser Trend durch ein stetiges Wachstum neuer Anforderungen im Rahmen der Kapitalbereitstellung, besonders von Seiten der Kapitalbereitsteller wie z. B. Banken, Investoren und Shareholdern an global agierende Unternehmen überlagert. Infolgedessen steht die Unternehmenspraxis mittlerweile stärker unter Druck, sich auf das Herausarbeiten von Kostensenkungspotenzialen und Performanceverbesserungen in Form von Kennzahlenvergleichen im Bereich des Working Capitals zu konzentrieren. Darüber hinaus stellt das effiziente Working Capital Management einen integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie zur Steigerung des Unternehmenswertes dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die wachsende Bedeutung des Working Capital Managements vor dem Hintergrund steigenden Wettbewerbs- und Kostendrucks sowie der Notwendigkeit zur Unternehmenswertsteigerung.
2. Unternehmenswert: Hier werden die theoretischen Grundlagen der wertorientierten Unternehmensführung sowie der Shareholder Value-Ansatz und die Discounted Cashflow-Methode als Bewertungsmodelle eingeführt.
3. Modellierung des WCM auf den Unternehmenswert: In diesem Kapitel wird der Einfluss des WCM auf den Unternehmenswert modelliert, wobei Kapitalkosten (WACC) bestimmt und die Anwendung des Modells anhand der Bertrandt AG illustriert wird.
4. Fazit/Resümee: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass ein effizientes Working Capital Management eine wesentliche Voraussetzung für nachhaltige Wertsteigerung und Wettbewerbsvorteile darstellt.
Schlüsselwörter
Working Capital Management, Unternehmenswert, Shareholder Value, Discounted Cashflow, WACC, Kapitalkosten, Cash Conversion Cycle, Wertorientierung, Unternehmensbewertung, Cashflow, Betriebskapital, Prozessoptimierung, Kapitalstruktur, Forderungsmanagement, Liquidität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die strategische Bedeutung des Working Capital Managements und untersucht, wie dieses gezielt zur Steigerung des Unternehmenswertes eingesetzt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die wertorientierte Unternehmensführung, die Modellierung von Kapitalkosten, die Optimierung des Cash Conversion Cycles und die praktische Unternehmensbewertung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen einem effektiven Working Capital Management und einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes theoretisch und praktisch aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das Discounted Cashflow-Verfahren (DCF) nach dem WACC-Ansatz angewendet, ergänzt durch eine modellhafte Optimierung der Working Capital-Komponenten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Herleitung von Kapitalkosten, der theoretischen Fundierung der Unternehmensbewertung und der konkreten Berechnung des Einflusses von WCM-Maßnahmen auf das Beispiel der Bertrandt AG.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Working Capital Management, Unternehmenswert, WACC, Cash Conversion Cycle und Shareholder Value.
Welche Rolle spielt der WACC-Ansatz bei der Bertrandt AG?
Der WACC-Ansatz dient zur Diskontierung der zukünftigen freien Cashflows, um den Unternehmenswert der Bertrandt AG unter Berücksichtigung einer konstanten Zielkapitalstruktur zu ermitteln.
Wie beeinflusst eine 10%ige Senkung des Working Capitals den Unternehmenswert?
Durch die Optimierung der Reichweiten von Beständen, Forderungen und Verbindlichkeiten wird freies Kapital gebunden, was zu einer unmittelbaren Steigerung der operativen Free Cashflows und damit zu einem höheren Unternehmenswert führt.
- Quote paper
- Raimund Krahn (Author), 2012, „Working Capital Management“. Anwendung und Einfluss auf den Unternehmenswert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300189