Die Corporate Governance (CG) börsennotierter Unternehmen gehört zu den am meisten untersuchten Forschungsgebieten in jüngerer Vergangenheit. Besonders stark wird die optimale Gestaltung der Vergütungssysteme des Vorstands in Unternehmen diskutiert. Diesem internen CG-Mechanismus gilt nicht nur eine hohe akademische, sondern auch öffentliche Aufmerk-samkeit.
„Die Spitzenmanager der Dresdner Bank haben 2008 trotz Milliardenverlusten […] gut 58 Millionen Euro und damit mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr [verdient]“ (o.V., 2009).
Dieses Zitat ist Ausdruck der öffentlichen Diskussion um hohe Vorstandsbezüge, die teilweise trotz ausbleibendem Erfolg gewährt werden. Eine mögliche Antwort auf die Frage nach der Angemessenheit der Vorstandsbezüge könnte in der Beteiligung der Manager am Unternehmenserfolg bestehen. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die vorliegende Seminararbeit mit dem Zusammenhang zwischen Vergütung und Performance.
Unter Berücksichtigung dessen, dass nicht alle Bestandteile der Vorstandsvergütung an die Performance gekoppelt sind, werden die erfolgsunabhängigen Vergütungskomponenten wie Fixum und Aufwandspauschale nicht in die Betrachtung einbezogen. Das Interesse gilt vorwiegend den aktienbasierten Vergütungsanteilen. Diesbezüglich wird im Folgenden eine vergleichende Analyse verschiedener empirischer Studien zum Thema aktienkursbasierte Vergütung (AKBV) und Performance durchgeführt. Hierbei liegt ein Fokus auf den angewendeten empirischen Vorgehensweisen.
Im zweiten Kapitel werden zunächst zwei Kernarbeitspapiere vorgestellt und verglichen. Dabei erfolgt im ersten Unterkapitel eine inhaltliche Betrachtung, bevor der Schwerpunkt auf die Empirie verlegt wird. Anschließend werden im dritten Kapitel sechs weitere ausgewählte Studien hinzugezogen, um die Analyse zu erweitern und einen umfassenderen Überblick über dieses kontrovers diskutierte Thema zu geben. Hierbei wird ebenfalls nach Abschluss der inhaltlichen Betrachtung auf empirische Aspekte eingegangen. Kapitel 4 bietet eine abschließende Zusammenfassung der zentralen Erkenntnisse und einen Ausblick.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analyse zweier Studien zum Zusammenhang zwischen Performance und Vergütung
2.1 Analyse des theoretischen Hintergrunds und der praktischen Relevanz
2.1.1 Inhaltliche Fragestellungen und ihre zugrundeliegenden Annahmen
2.1.2 Ergebnisse der Studien und ihre Bedeutung für Wissenschaft und Praxis
2.2 Analyse der empirischen Vorgehensweisen
2.2.1 Verwendete Variablen und ihre Proxys
2.2.2 Statistische Modelle und die verwendeten Methodiken
2.2.3 Stichprobenzusammensetzung
3. Erweiterung der Analyse auf ausgewählte Vergleichsstudien
3.1 Vergleichende Analyse inhaltlicher Aspekte
3.2 Vergleichende Analyse empirischer Aspekte
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht den Zusammenhang zwischen aktienkursbasierter Vergütung (AKBV) und der Unternehmensperformance, wobei der Schwerpunkt auf der kritischen Analyse der angewandten empirischen Forschungsmethoden liegt. Ziel ist es, durch den Vergleich zentraler Kernstudien und weiterer Vergleichsarbeiten ein fundiertes Verständnis dafür zu entwickeln, wie Anreizsysteme gestaltet sein müssen, um die Interessen von Management und Eigentümern in Einklang zu bringen.
- Analyse der Prinzipal-Agenten-Theorie als theoretisches Fundament
- Vergleich empirischer Modelle zur Messung von Vergütungseffekten
- Untersuchung von Corporate-Governance-Mechanismen wie institutionellen Investoren
- Evaluation der Problematik von Endogenität und Stichprobenselektion in der Vergütungsforschung
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Inhaltliche Fragestellungen und ihre zugrundeliegenden Annahmen
Um die theoretischen Fragestellungen der beiden Kernarbeitspapiere besser einordnen zu können, lohnt es sich, zunächst den theoretischen Rahmen zu betrachten. Rapp et al. (2012) ziehen für die Entwicklung ihrer Fragestellungen die Prinzipal-Agenten-Theorie (PAT) heran. Diese besagt, dass durch die Übertragung der Entscheidungsgewalt vom Eigentümer auf das Management bei börsennotierten Unternehmen eine Separierung von Eigentum und Kontrolle erfolgt (vgl. Jost, 2001). Basierend auf dieser Trennung entstehen zwischen den Akteuren Informationsasymmetrien und Interessenkonflikte, aus denen Interaktionsprobleme und somit eine ineffiziente Unternehmensführung resultieren (vgl. Hart, 1995; Jensen/Meckling, 1976). Im theoretischen Modell finden die Interessenkonflikte in Form des unterstellten opportunistischen Verhaltens seitens des Managements aufgrund divergierender Zeit- und Risikopräferenzen Ausdruck (vgl. Jost, 2001). In diesem Zusammenhang greifen Rapp et al. das praktische Problem der Kurzfristorientierung auf, welches auf dem Auseinanderfallen der Zeitpräferenzen des Managements und der Eigentümer basiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik hoher Vorstandsbezüge bei gleichzeitig ausbleibendem Unternehmenserfolg ein und skizziert das Ziel der Arbeit, den Zusammenhang zwischen Vergütung und Performance anhand empirischer Studien zu untersuchen.
2. Analyse zweier Studien zum Zusammenhang zwischen Performance und Vergütung: Dieses Kapitel stellt zwei Kernstudien von Rapp et al. und Ozkan gegenüber, wobei sowohl der theoretische Hintergrund als auch die methodischen Ansätze der empirischen Forschung analysiert werden.
3. Erweiterung der Analyse auf ausgewählte Vergleichsstudien: Hier wird der Fokus auf sechs weitere relevante Studien gelegt, um das Spektrum der inhaltlichen Fragestellungen und die methodische Vielfalt in der Vergütungsforschung weiter zu vertiefen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Bedeutung einer fundierten Methodenwahl für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema Management-Incentivierung.
Schlüsselwörter
Aktienkursbasierte Vergütung, Unternehmensperformance, Corporate Governance, Prinzipal-Agenten-Theorie, Vorstandsbezüge, Pay-Performance-Sensitivität, Investitionsverhalten, Empirische Forschungsmethoden, Institutionelle Investoren, Endogenität, Incentive-Strukturen, Management-Anreize
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung, wie eine aktienkursbasierte Vergütung von Vorständen die Unternehmensperformance beeinflusst und welche Rolle moderne Corporate-Governance-Strukturen dabei spielen.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Themenfelder umfassen die Prinzipal-Agenten-Theorie, die Gestaltung von Anreizsystemen für Manager, die Rolle von institutionellen Investoren und die Methodik empirischer Finanzanalysen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist ein Methodenvergleich: Die Arbeit analysiert, wie verschiedene Studien empirisch vorgehen, um den Einfluss von Vergütung auf langfristige Managemententscheidungen oder Unternehmenserfolge zu messen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit verwendet eine vergleichende Literaturanalyse, bei der empirische Studien hinsichtlich ihrer verwendeten Regressionsmodelle (wie OLS, TOBIT oder nicht-parametrische Verfahren) und Stichprobenauswahl kritisch gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse zweier Kernstudien und eine Erweiterung auf sechs zusätzliche Vergleichsstudien, wobei jeweils inhaltliche Aspekte und die empirischen Vorgehensweisen analysiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Aktienkursbasierte Vergütung (AKBV), Unternehmensperformance, Prinzipal-Agenten-Theorie, Pay-Performance-Sensitivität und Corporate Governance.
Wie unterscheidet sich die methodische Herangehensweise von Rapp et al. zu Ozkan?
Rapp et al. nutzen ein natürliches Experiment (die Kreditkrise) und Querschnittsdaten, um Investitionsverhalten zu erklären, während Ozkan Paneldaten verwendet, um den Einfluss von Corporate-Governance-Variablen auf die Vergütungshöhe über einen längeren Zeitraum zu messen.
Welche Bedeutung haben institutionelle Investoren in diesem Kontext?
Die Arbeit zeigt, dass institutionelle Investoren als wirkungsvolle Kontrollinstanz fungieren können, die durch ihren Stimmrechtsanteil aktiv Einfluss auf die Gestaltung von Anreizpaketen nehmen und somit das Entrenchment des Managements begrenzen.
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- Florian Larbig (Author), Jan Wege (Author), 2014, Aktienkursbasierte Vergütung und Unternehmensperformance, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300195