Städte und Regionen befinden sich in einem stärker werdenden Wettbewerb. Dabei geht es auf der einen Seite um die Folgen des demographischen Wandels und auf der anderen Seite um die Ansiedlung neuer Unternehmen in einem immer stärker vernetzten wirtschaftlichen Umfeld.
Dieser Ansatz zeigt, dass der Wettstreit um die Ansiedlung von Unternehmen durch die Globalisierung auf eine neue Ebene angehoben wird. Daraus ergibt sich sowohl für Länder, als auch für Städte eine wachsende Konkurrenz durch die neue Internationalität des Wettbewerbs. Die Wettbewerbsfähigkeit in der globalisierten Welt als Land oder auch als Stadt gegenüber anderen Regionen, verlangt dabei nach einem gezielten Konzept.
Eine genaue Problemstellung und daraus folgende Ziele dieser Arbeit, die sich aus dem beschriebenen Sachverhalt ergeben, werden zur Erläuterung in den folgenden Punkten genauer dargestellt, um das Thema einzugrenzen. Des Weiteren wird der Gang der Untersuchung beschrieben, um eine Übersicht über die Vorgehensweise bei der Bearbeitung zu geben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Gang der Untersuchung
2 Bestandteile des Standortwettbewerbs
2.1 Standortfaktoren im Wettbewerb
2.1.1 Harte Standortfaktoren
2.1.2 Weiche Standortfaktoren
2.2 Ziele des Standortwettbewerbs
2.3 Herausforderungen im Standortwettbewerb
2.4 Strategien des Standortwettbewerbs
2.4.1 Passive Instrumente
2.4.2 Aktive Instrumente
2.4.2.1 Standortmarketing
2.4.2.2 Wirtschaftsförderung
2.4.2.3 Clusterstrategie
3 Praxisbeispiel Wirtschaftsstandort Region Leipzig
3.1 Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Region Leipzig
3.2 Herausforderung für den Wirtschaftsstandort Region Leipzig
3.3 Potentiale für den Standort Leipzig
3.4 Clusterstrategie als Anker des Standortwettbewerbs
3.4.1 Automobil & Zulieferungscluster
3.4.2 Standortwahl BMW Leipzig
3.4.3 Standortfaktoren, die für Leipzig sprechen
3.5 Auswirkungen auf die Region Leipzig
4 Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Globalisierung auf den Standortwettbewerb von Städten und Regionen und analysiert am Praxisbeispiel der Region Leipzig, wie diese Herausforderungen durch gezielte Strategien und Instrumente bewältigt werden können, um die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern.
- Grundlagen des Standortwettbewerbs und Bedeutung der Globalisierung
- Differenzierung und Analyse von harten und weichen Standortfaktoren
- Einsatz von Standortmarketing, Wirtschaftsförderung und Clusterstrategien
- Die Ansiedlung von BMW als Fallstudie für den Erfolg eines Automobilclusters
- Prognose und Potenziale der wirtschaftlichen Entwicklung in der Region Leipzig
Auszug aus dem Buch
3.4.2 Standortwahl BMW Leipzig
Nach der gescheiterten Übernahme von Rover beschloss der weltbekannte Automobilhersteller BMW eine Neuausrichtung des Unternehmens. Unter anderem sollte eine neue Modellreihe der unteren Mittelklasse auf den Absatzmarkt gebracht werden. Aufgrund der zu geringen Produktionskapazitäten musste ein neuer Werksstandort errichtet werden. Im März 2000 begann die BMW-Group die Standortsuche für das neue Endmontagewerk. Eine Pressemitteilung der BMW-Group animierte interessierte Gemeinden ihre Gewerbeflächen anzubieten, damit alle, auch die weniger bekannten Standorte, in dem Auswahlprozess berücksichtigt werden konnten.
Mit weiteren 250 Städten bewarb sich Leipzig um den Produktionsstandort. Mit einem mehrstufigen Auswahlverfahren filterte das Unternehmen die geeigneten Standorte in Bezug auf seine Basisanforderungen heraus. Dabei fielen die Faktoren Personalverfügbarkeit und Fördermittel schwer ins Gewicht. Gemeinsam mit Leipzig-Plaußig kamen Augsburg, Schwerin, Arras in Frankreich und Kolin in Tschechien in die engere Standortauswahl. Bereits am 18. Juli 2001 wurde das arbeitsintensive Auswahlverfahren des Automobilherstellers beendet und die Entscheidung fiel auf die Region Leipzig. Im Jahr 2005 eröffnete der neue BMW Werksstandort. Im Vergleich zur Standortsuche Anfang der 1980er Jahre in Regensburg ließ der kurze Entscheidungsprozess in Leipzig auf neue Herausforderungen in der Standortpolitik schließen. Eine Gemeinde muss in der heutigen Zeit stets darauf achten, verfügbare Gewerbeflächen bereitstehen zu haben und kürzere Fristen in der Bewerbungsphase einzuhalten, um sich gegenüber der Konkurrenz zu profilieren. Seit der Eröffnung des Endmontagewerks fertigt BMW täglich bis zu 730 Fahrzeuge der 3er und etwa 300 Stück der 1er Reihe an.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den durch Globalisierung verschärften Standortwettbewerb und definiert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Bestandteile des Standortwettbewerbs: Das Kapitel erläutert theoretische Grundlagen zu Standortfaktoren, Zielen und den Herausforderungen sowie Strategien für Städte im Wettbewerb.
3 Praxisbeispiel Wirtschaftsstandort Region Leipzig: Anhand der Region Leipzig wird die praktische Anwendung der Clusterstrategie und die Ansiedlung von Industrieunternehmen analysiert.
4 Schlussbemerkung: Die Arbeit resümiert die Notwendigkeit flexibler Anpassung und gezielter Marketingstrategien zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit von Regionen.
Schlüsselwörter
Standortwettbewerb, Globalisierung, Standortfaktoren, Standortmarketing, Wirtschaftsförderung, Clusterstrategie, Region Leipzig, Automobilindustrie, Ansiedlung, Wettbewerbsfähigkeit, Strukturwandel, Wirtschaftsstandort, BMW, Infrastruktur, Humankapital.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den zunehmenden internationalen Standortwettbewerb zwischen Städten und Regionen infolge der globalisierten Wirtschaft.
Welche sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie der Standortfaktoren, der Anwendung von Marketing- und Förderinstrumenten sowie der praktischen Umsetzung von Clusterstrategien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist die Übertragung theoretischer Konzepte des Standortwettbewerbs auf die Region Leipzig, um deren Strategien und Erfolgsfaktoren zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin kombiniert eine theoretische Herleitung der Instrumente mit einer Fallstudienanalyse der Region Leipzig und der BMW-Ansiedlung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition von Standortfaktoren und Strategien sowie die anschließende empirische Betrachtung der Standortentwicklung und Clusterbildung in Leipzig.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Standortfaktoren, Clusterstrategie, Wirtschaftsstandort, Globalisierung und Regionalentwicklung.
Warum war die Ansiedlung von BMW für Leipzig so bedeutend?
Die BMW-Ansiedlung wirkte als wirtschaftliches "Zugpferd", das nicht nur Arbeitsplätze schuf, sondern auch das Image Leipzigs als wettbewerbsfähigen Investitionsstandort nachhaltig stärkte.
Welche Rolle spielen weiche Standortfaktoren bei der Ansiedlung?
Obwohl harte Faktoren wie Logistik und Fördermittel entscheidend sind, gewinnen weiche Faktoren (Lebensqualität, Kultur, Image) zunehmend an Gewicht für Entscheidungsträger.
- Arbeit zitieren
- Theresa Hayessen (Autor:in), 2013, Standortwettbewerb und Wettbewerbsfähigkeit von Städten und Regionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300196