Projekt Nordamerika: Westward Movement and Life of Native Americans

Schulpraktische Übung im Fach Englisch (8. Klasse Realschule)


Unterrichtsentwurf, 2013
54 Seiten, Note: 1,7
Thomas Gantner (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Leitbild

3. Gesamtaufgabenstellung

4. Sachanalyse
4.1 Unterrichtseinheit I
4.2 Unterrichtseinheit II

5. Didaktische Analyse
5.1 Grob- und Feinziele der Unterrichtseinheiten
5.1.1 Unterrichtseinheit I
5.1.2 Unterrichtseinheit II
5.2 Didaktische Analyse Unterrichtseinheit I
5.3 Didaktische Analyse Unterrichtseinheit II

6. Methodische Analyse
6.1 Methodische Analyse der Unterrichtseinheit I
6.2 Methodische Analyse der Unterrichtseinheit II

7. Reflexion

8. Stundenplanung

9. Bibliografie

10. Bildquellen

11. Anhang

1. Einleitung

Der Englischunterricht soll der zunehmenden Internationalisierung unserer Gesellschaft Rechnung tragen. Die Beherrschung von Fremdsprachen ist in einem gemeinsamen Europa, einer globalen Wirtschaft und dem sich rasch verändernden technischen Umfeld zu einer Notwendigkeit geworden. Ebenso stellt die Bereitschaft zum selbständigen lebenslangen Sprachenlernen eine grundlegende Voraussetzung für internationale Zusammenarbeit und Mobilität in Studium und Beruf dar. Im Unterricht sollten nicht nur die Kommunikations­fähigkeit der Lernenden im Allgemeinen, als auch im fachsprachlichen Bereich gefördert werden, sondern auch ihr Sprachbewusstsein und ihr interkulturelles Verständnis der Fremdsprache. Den Schülern soll eine Möglichkeit geboten werden, im beruflichen und im privaten Alltag aktiv kommunizieren sowie Informationen aus den verschiedensten Bereichen des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens erschließen und verstehen zu können. Die Grammatik ist nicht Selbstzweck, sondern Voraussetzung für Verständnis und situations­gerechte Verständigungsfähigkeit. Ähnlichkeiten und Verschiedenheiten des Englischen und des Deutschen sollen im Fremdsprachenunterricht berücksichtigt werden, um so das Sprachbewusstsein der Lernenden zu fördern. Um Selbstverantwortung der Lernenden in der Aus- und Weiterbildung zu fördern, spielt der Umgang mit konventionellen und elektronischen fremdsprachigen Medien eine wichtige Rolle. Erweiterte Unterrichts- und Lernformen sowie die Verwendung audiovisueller und elektronischer Medien, v.a. interaktiver Lernprogramme, fördern die Motivation und leisten einen wichtigen Beitrag zur Beherrschung neuer Lerntechniken sowie zum selbstorientierten Lernen.

2. Leitbild

In Form eines Projekts vom 29.01.–31.01.2013 wurde die schulpraktische Übung (SPÜ) im Studienfach Englisch in einer Unterrichtseinheit zum Thema North America von neun Unterrichtsstunden in einer achten Klasse einer Schule in Rostock abgehalten. Unser Projektplan sah wie folgt aus:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es war es unser Anspruch, die Schüler und Schülerinnen zu gestaltungsorientierten und handlungskompetenten Individuen zu erziehen. Dieser Anspruch kann durch verschiedene Kompetenzen erreicht werden. Um das allgemeine Ziel der Handlungskompetenz zu erreichen, müssen verschiedene Einzelkompetenzen vermittelt und ihr Zusammenwirken geklärt werden. Sozialkompetenz ist ein wichtiger Grundsatz. Die Schüler und Schülerinnen sollen zu mündigen Erwachsenen heranwachsen, Problemlösungsstrategien entwickeln und eine Vorstellung von anderen Kulturkreisen entwickeln und diese tolerieren. Besondere soziale Fähigkeiten sind das Zuhören-können, das sich-ausdrücken, das Einhalten von Regeln, das Treffen sowie das Akzeptieren demokratischer Entscheidungen in der Klassen­gemeinschaft, das Geben und Aufnehmen von Kritik, das Miteinander-arbeiten, das Lösen von Konflikten und die gegenseitige Unterstützung und Hilfsbereitschaft. Weitere Ziele sind die Förderung von Kreativität, Selbstständigkeit, Konzentration, Selbstvertrauen und Selbstsicherheit. Diese Ziele schaffen eine gesunde Selbstkompetenz. Es war uns wichtig, die individuellen Begabungen und Fähigkeiten der Schüler und Schülerinnen im Unterrichtsgeschehen sichtbar werden zu lassen, z.B. durch Gruppen- und Einzelarbeit, Stationenlernen, kreative Arbeit, sowie dem Arbeiten mit verschiedenen Medien. Somit finden die Schüler heraus auf welche unterschiedlichen Wege Themen bearbeitet und Aufgaben gelöst werden können. Wir haben uns vorgenommen in einer wertschätzenden Arbeitsatmosphäre durch unterstützendes und differenzierendes Arbeiten sowohl leistungsschwachen als auch leistungsstarken Schülern ein fundiertes Basiswissen zu vermitteln. Der Frontalunterricht wurde während des Projekts ziemlich kurzgehalten. Alle Studierenden haben zu Beginn einer Unterrichtsstunde eine kurze Einführung zu den einzelnen Themen gegeben und Arbeitsaufträge kleinschrittig erläutert, sodass im Nachhinein keine Fragen offen bleiben.

Die Leitziele unserer Unterrichtseinheit sind der Gestaltungs- und handlungsorientierte Unterricht, das individuelle Lernen, die Weiterbildung der sprachlichen Kompetenz, sowie die Schaffung eines positiven Lernklimas. Wir haben uns vorgenommen das Lernklima und den Lernprozess durch interessante und motivierende Aufgabenstellungen, Förderung von Kreativität, Wecken von Neugierde, Unterstützung einer positiven Arbeitshaltung, und durch Vermittlung von verschiedenen Arbeitstechniken zu unterstützen. Besonders in der Gruppenarbeit können Schüler ihre Eigenverantwortung entwickeln. Handlungsorientierter Unterrichtwird durch den Einsatz vielfältiger Medien und dem Einsatz offener Lernformen erreicht. Durch verschiedene Angebote zum selbsttätigen und selbstständigen Arbeiten reifen die Schüler in ihren Kompetenzen weiter heran. Die sprachliche Kompetenz der Schüler wird durch den überwiegenden Einsatz von Englisch als Arbeitssprache im Unterricht erreicht, wobei die Schüler stets motiviert werden sollen zwanglos englische Sätze zu formulieren und somit mit anderen Schülern und Lehrenden in der Fremdsprache zu kommunizieren.

3. Gesamtaufgabenstellung

Im Rahmen der Englisch SPÜ haben wir uns an der Schule vom 29.01.–31.01. 2013 mit dem Thema North America beschäftigt und sind speziell auf die Geschichte der Vereinigten Staaten eingegangen. Um zum Anfang des Projekts mit den Schülern Kontakt zu schließen, haben wir ein 45-minütiges Kennenlernen vorbereitet, wobei jeder Student eine Station leitete. Hier sind wir auf verschiedene Aspekte der USA eingegangen: Geography, Food, Politics, Music, Movies. Wir haben zu jeder Thematik verschiedene Bilder gezeigt, die für die Schüler größtenteils bekannt waren. Somit haben wir an den Erfahrungsbereich der Schüler angeknüpft, ihr Interesse wecken können und sind mit ihnen ins Gespräch gekommen.

Der Hauptbestandteil unseres Projekts besteht vor allem aus Gruppen- und Stationenlernen. Zum Thema „The first European settlers“ werden die Schüler in drei Gruppen eingeteilt, wobei jede Gruppe nach 20 Minuten die Station wechselt. Diese Gruppenarbeit ist weniger textlastig, denn die Schüler erstellen eine übersichtliche Karte zur Darstellung der Middle Passage. Außerdem wird ein kurzer Text zu Pocahontas gelesen. Die Schüler werden das erworbene Wissen anwenden, indem sie am Computer ein Pocahontas Video erstellen und Dialoge zu bestimmten Szenarien verfassen. Hierbei ist stets darauf zu achten, die Aufgabenstellung im Vornherein klar zu formulieren, damit an den einzelnen Stationen keine Unruhe herrscht. Ebenso wichtig ist es, kurz die Regeln für den Umgang mit den Computern zu erläutern.

Zum Thema „The first 13 colonies“ haben wir mit den Schülern eine Wandzeitung erstellt, wobei wieder drei Gruppen gebildet wurden. Die Schüler haben sich vorerst ein Video angeschaut, um einen kurzen Überblick über die ersten Kolonien Nordamerikas zu bekommen und wann sie Teil Amerikas wurden. Anschließend wurden jeweils zwei Schüler innerhalb einer Gruppe dazu beauftragt die Wandzeitung zu einem bestimmten Staat zu dekorieren. Dazu mussten sich die Schüler jeweils einen kleinen Informationstext durchlesen, die wichtigsten Informationen herausfiltern und auf der Wandzeitung eintragen. Zum Schluss hat jede Gruppe ihre Wandzeitung vor der Klasse präsentiert.

Am zweiten Tag haben sich die Schüler zum Thema „New York & Ellis Island“ verschiedene Texte gelesen, wobei es Pflichttexte und weitere Texte gab, die freiwillig bearbeitet werden konnten. Zu jedem Text waren Aufgaben angeheftet, die entweder in Einzelarbeit oder in Partnerarbeit bearbeitet werden konnten.

Da ich besonderen Anteil in der Vorbereitung und in der Durchführung der nächsten beiden Blöcke hatte, werde ich diese im Folgenden dieser Arbeit genauer darstellen.

Das Thema „Moving West“ haben wir kurz eingeführt und besprochen, was die Siedler motiviert hat, in den Westen Nordamerikas zu siedeln. Anschließend hatten wir geplant mit den Schülern eine Time Line zum „Westward Movement“ zu erstellen und kleinschrittig verschiedene Ereignisse zu besprechen. Da wir aufgrund von Elterngesprächen jeweils den letzten Block jedes Tages um eine halbe Stunde kürzen mussten, haben wir dies allerdings auslassen müssen. Bedauerlich war nur, dass wir bei der darauffolgenden Stationsarbeit auf diese Time Line erneut eingehen wollten, und somit das angestrebte Vorwissen fehlte. An den Stationen haben wir verschiedene Themengebiete versucht für Schüler interessant zu gestalten, sodass jedes Leistungsniveau und jedes Interesse angesprochen wird. Zum einen gab es die Möglichkeit an der „Trails & Territories-Station“ eine Karte der USA anzufertigen, indem die Schüler die verschiedenen Gebiete der USA einzeichnen, die nach und nach erschlossen wurden. Außerdem mussten die Schüler die Hauptrouten der Pioniere einzeichnen. An einer weiteren Station konnten die Schüler Texte zu verschiedenen Pionieren lesen und dazu Fragen beantworten. Hier war allerdings nur das Lesen eines Textes Pflicht. An der dritten Station, auch als „Ruhestation“ bezeichnet, konnten die Schüler sich bei Basteln und Malen ein wenig entspannen. Die vierte und letzte Station, die „Interviewstation“, hat das höchste Leistungsniveau und Hörkompetenz in der Fremdsprache vorausgesetzt. Jeweils zwei Schüler haben zusammengearbeitet, wobei ein Schüler sich am Laptop eine Audiodatei angehört hat, wo entweder Mr. Ingalls oder seine Tochter Laura Ingalls vom alltäglichen Leben berichtet. Nach dem Hören musste der andere Schüler vorgefertigte Interviewfragen stellen, die frei beantwortet werden konnten. Anschließend wurde gewechselt.

Am dritten Tag der Englisch-SPÜ haben wir das Thema „American Native Indians“ eingeführt, wobei wir zuerst über die Verdrängung der Indianer in Reservate gesprochen haben und ein Unterrichtsgespräch durchgeführt haben, indem wir an das Vorwissen der Schüler zum Thema Indianer angeknüpft haben. Anschließend haben wir einen kurzen Film geschaut, der übersichtlich darstellte, wie Indianer damals gelebt haben und was es für unterschiedliche Indianerstämme gegeben hat. Im Anschluss daran haben wir ein Gruppenpuzzle gemacht, wo jeder Schüler zuerst alleine in Stillarbeit einen von fünf verschiedenen Texten durchlesen musste. Nach dem stillen Lesen haben sich jeweils die Schüler in einer Gruppe, der sogenannten Stammgruppe, getroffen, in der jeder Schüler den gleichen Text gelesen hat. Hier hatten die Schüler die Möglichkeit sich über den Text auszutauschen und Unklarheiten zu klären. Nach weiteren 20 Minuten haben die Schüler sich nun in Expertengruppen zusammengefunden, wo ihre Aufgabe darin bestand, einander die verschiedenen Texte vorzustellen.

Um einen freundlichen und kreativen Abschluss unseres Projekts zu schaffen, haben wir mit den Schülern typisch amerikanische Maisfladen gebacken, die die Schüler in Kleingruppen geformt haben. Zwei verschiedenen Saucen dazu wurden von uns mitgebracht. Während wir Studierenden diese Fladen backten, haben die Schüler ein Kreuzworträtsel und ein America Quiz gelöst, was im Plenum anschließend besprochen wurde. Selbstverständlich kam auch der musikalische Anteil nicht zu kurz und wir haben uns somit dazu entschlossen mit den Schülern das Lied „Time’s a wasting“ von Johnny Cash zu singen. Nach einer Pause haben wir dann zusammen gegessen und die letzte Stunde dazu genutzt ein Feedback durchzuführen, wobei wir die Tafel dazu als Medium genutzt haben. Hier haben wir drei A3-Blätter an der Tafel befestigt, wobei jedes ein Thermometer zeigte, wo Noten von 1–6 eingetragen waren. Die Schüler konnten nun den Unterricht, die Studierenden und die Thematik – mit kleinen Klebepunkten – evaluieren.

4. Sachanalyse

Die Unterrichtsplanung ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit von Lehrern und umfasst alle Überlegungen zur Vorbereitung einer Unterrichtsstunde. Dabei können verschiedene Modelle verwendet werden, doch die gängigste Vorgehensweise ist die Zerlegung des Unterrichts nach Sachanalyse, Didaktischer Analyse und Methodik. Man bearbeitet also alle wichtigen Fragen; erst das Was ?, dann das Warum ?, und am Ende das Wie ?

In der Sachanalyse kommt es darauf an, die Inhalte der Stunde in einen fachlichen Zusammenhang einzuordnen und exakt darzustellen. Sie soll das Fachwissen darstellen, das die Lehrkraft für die Unterrichtsstunde benötigt bzw. das eine beobachtende Person für das Verstehen dieser Stunde braucht. Die Inhalte werden dargestellt (Was?) und fach­wissenschaftlich eingeordnet.

4.1 Unterrichtseinheit I

In der ersten Unterrichtseinheit, die ich zusammen mit meiner Kommilitonin K.V. – ebenso wie die zweite Unterrichtseinheit – geplant und durchgeführt habe, haben wir das Thema „Moving West“ eingeführt. Dabei war es uns wichtig den Schülern und Schülerinnen einen Einblick in die geschichtlichen Hintergründe des Westward Movement zu geben und die Beweggründe der Siedler zu erläutern, die den schweren Weg gen Westen wagten. Im Rahmen der Projektarbeit erhalten die Schüler ein umfassendes Bild der Thematik, Zusammenhänge werden eher sichtbar und unterschiedliche Interessen werden zum Einen aufgrund der unterschiedlichen Inhalte des Großthemas „North America“, und zum anderen wegen der abwechslungsreichen Methodik angesprochen. Ziel der Projektarbeit, die oft auch fächerübergreifend funktioniert, ist es, dem Schüler bewusst zu machen, dass im Unterricht behandelte Themen einen direkten Bezug zur Lebenspraxis besitzen, viele Bereiche des Lebens nicht nur von einem Fach aus betrachtet werden können und Gelerntes durch Anwendung besser verfügbar bleibt – dem sog. „learning by doing“. Thematisch haben wir beim Stationenlernen auch über Fachgrenzen hinaus gearbeitet. Die Station „Trails & Territories“ hat insbesondere einen sicheren Umgang mit Atlanten vorausgesetzt, sowie eine Vorkenntnis über die geografische Beschaffenheit Nordamerikas, sowie über die Geologie und über einzelne Staatsgrenzen. Ziel an dieser Station war es in einer Blanko-Karte der USA die verschiedenen Gebiete, die nach und nach zu den USA dazukamen einzuzeichnen, farblich zu kennzeichnen und sich über dessen Besiedlung zu informieren. Kleine Informationstexte zu diesen Gebieten waren auf dem Stationstisch stets zu finden. Weiterhin gehörte es zur Aufgabe, die Wege der Pioniere nachzuzeichnen und sich ebenfalls über diese zu informieren.

An der Interviewstation hatten die Schüler die Möglichkeit mit einem bekannten Siedler, Charles Ingalls, und seiner Tochter Laura ein Interview zu führen, bzw. ein Schüler hörte sich eine Audiodatei an und der andere Schüler stellte ihm schon bereits vorgefertigte Fragen. Das geforderte Sprachniveau an dieser Station war am höchsten, da die Schüler den Sprechern genau zuhören mussten und das Gehörte anschließend mit eigenen Worten wiedergeben sollten.

Eine weitere Station, die Pionierstation, hat den Umgang mit Texten in der Fremdsprache vorausgesetzt. Die Schüler mussten diesen intensiv lesen, Vokabeln nachschlagen und Fragen zu diesem Text schriftlich beantworten.

Wir hatten noch einen weiteren Text „The new frontier“ geplant, diesen aber spontan aus Zeitgründen weggelassen. Hier hätten die Schüler keine Fragen beantworten, sondern zu jedem Abschnitt eine Überschrift finden sollen. Diesen Text haben wir uns als Puffer aufgespart, falls wir an einer anderen Stelle zu viel Zeit für eine Aufgabe einplant hätten. Dazu ist es allerdings nicht gekommen.

Um den Schülern die Möglichkeit zu geben ein wenig zu entspannen, konnten sie an einer Station einen Covered Wagon aus Papier nachbauen. Hierzu gab es eine kurze Information, wozu diese Wagons genutzt wurden, und anschließend eine Anleitung wie dieser Wagen zu bauen sei. Dies war in der Kürze der Zeit, wie bei den meisten anderen Stationen etwas problematisch. Eine Doppelstunde hätte für diese Stationenarbeit sinnvoll sein können.

Ziel dieser Unterrichtseinheit war es inhaltlich den unterschiedlichen Lernertypen anzusprechen und den verschiedenen Persönlichkeiten gerecht zu werden. Kriterien für die Methodenauswahl waren für uns in erster Linie der Unterrichtserfolg, Lernzuwachs und ein freudvolles und angstfreies Unterrichtsklima, welches auf Kooperation und gegenseitiges Verständnis gegründet ist. Das setzt ein reichhaltiges Methodenrepertoire voraus, das es in Übereinstimmung mit neueren Entwicklungen im Bereich der Fremdsprachendidaktik ständig zu erweitern gilt. Zudem verändert sich mit den Unterrichts- und Arbeitsformen auch die Funktion des Lehrers. So ist dieser bei offenen Unterrichtsphasen als Berater, Helfer oder Moderator tätig. Insgesamt sollten eine ständige Selbstreflexion und eine forschende Grundhaltung wichtige Prinzipien für den Unterrichtenden sein.

4.2 Unterrichtseinheit II

Nachdem den Schülern nun bewusst geworden ist, dass die europäischen Immigranten den Westen der USA über verschiedene Routen erreicht haben und bis an die Westküste gesiedelt sind, ist es nun unabdingbar, dass die Schüler sich mit den Gefahren, die die Siedler erwarteten beschäftigen: Und das waren zum Großteil die Indianer.

Zuerst haben wir im Unterrichtsgespräch mit den Schülern über die Verdrängung der Indianer in die verschiedenen Reservate gesprochen. Dabei war es uns auch wichtig zu erläutern, dass die Indianer gegen die Unterdrückung der Siedler rebelliert haben und viele in Kämpfen gestorben sind und andere durch übertragene Krankheiten, die von den Europäern mitgebracht wurden. Nachdem wir einen Film über die verschiedenen Indianerstämme geschaut haben und die Schüler ein neues Fachvokabular kennengelernt haben, sind wir im Unterrichtsgespräch auf den Film, da dieser in Englisch war, erneut eingegangen und haben dazu Fragen gestellt. Diese wurden von den Schülern zum Großteil sehr gut beantwortet.

Anschließend haben wir das Gruppenpuzzle mit den Schülern gemacht und zuerst Texte verteilt, wobei wir darauf geachtet haben, dass bestimmte Schüler nicht in eine gemeinsame Gruppe kommen, um laute Störungen zu vermeiden. Bei einigen Schülern haben wir allerdings die Wahl offen gelassen, welchen Text sie lesen wollen. Die Auswahl war auf fünf verschiedene Texte begrenzt, davon drei Gedichte und zwei Sachtexte. Den Arbeitsauftrag und die Methode „Gruppenpuzzle“ haben wir mithilfe einer Folie eindeutig erklärt, sodass es fast keine Fragen mehr gab. Die Schüler haben zuerst den Text zehn Minuten in Stillarbeit gelesen und konnten dabei das Wörterbuch benutzen. Außerdem sind wir noch einmal ausdrücklich darauf eingegangen, dass unklare Textstellen zu markieren und die wichtigsten Informationen klar zu kennzeichnen sind. Dies haben allerdings nur die wenigsten Schüler gemacht. Im Anschluss daran haben die Schüler sich in ihren Stammgruppen getroffen und weitere zehn Minuten über den jeweiligen Text gesprochen und Unklarheiten geklärt, damit sie in der nachfolgenden Sequenz, in der Expertengruppe, über ihren Text fehlerfrei referieren konnten. Die Arbeit in der Expertengruppe hat dann auch gut funktioniert, allerdings haben die Schüler weniger als die vorgegebenen 10 Minuten Zeit gebraucht. Die Gefahr bei einem Gruppenpuzzle besteht darin, dass ein Lehrer allein diese Methode nur schlecht überwachen kann und Schüler oftmals dazu neigen, zu tun, als ob sie ihre Arbeit vorzeitig beendet hätten. Mit einer einzelnen Lehrkraft wäre diese Unterrichtseinheit nur durchsetzbar, wenn die Ergebnisse von allen Schülern schriftlich festgehalten werden und jeder Schüler am Ende ein Gruppenprotokoll abgeben müsste. Um nach dieser textintensiven Einheit mit den Schülern noch einen kreativen Abschluss unseres Projekts zu machen, haben wir uns dann dazu entschieden mit den Schülern typisch amerikanische Fladen aus Mais zu backen, die die Schüler selbst vorbereiten. Dabei hatte jeder einzelne Schüler sehr viel Spaß und auch weniger engagierte Schüler haben sich sehr auffällig bemüht.

5. Didaktische Analyse

In der didaktischen Analyse klärt die Lehrkraft, welcher Bildungsgehalt in den Unterrichtsinhalten stecken könnte. Hierbei stehen die didaktische Interpretation, Begründung und Strukturierung des Unterrichtsinhaltes im Hinblick auf eine konkrete Unterrichtsplanung im Vordergrund. Es soll die Frage geklärt werden, warum die Lehrkraft gerade diese Inhalte vermitteln will.

5.1 Grob- und Feinziele der Unterrichtseinheiten

5.1.1 Unterrichtseinheit I

Grobziel:

Die Schüler lernen an Stationen das Leben der Siedler und Pioniere kennen, und entdecken Nordamerika „gemeinsam“ mit ihnen.

Feinziele:

- Die Schüler lernen die Motive der Siedler kennen, warum diese Richtung Westen zogen.
- Die Schüler lernen die Methode der Stationenarbeit kennen und lernen sich auf unterschiedliche Themen und Methoden an den einzelnen Stationen einzulassen.
- Die Schüler lernen mit anderen Schülern gemeinsam ein Ziel zu verfolgen.
- Die Schüler üben das aktive Zuhören in der Fremdsprache, das Aufnehmen und das Wiedergeben von Informationen.
- Die Schüler lernen fachübergreifend und wenden Geografiekenntnisse im Englischunterricht an.
- Die Schüler erwerben neben Sozialkompetenz auch Methodenkompetenz und Handlungskompetenz.
- Die Schüler lernen offene Lernmethoden kennen.

5.1.2 Unterrichtseinheit II

Grobziel:

Mündliche Rezeption, d. h. die Schüler sollen in der Lage sein, verschiedene Textformen zu lesen, zu verstehen und die Hauptpunkte herauszufinden, sowie diese ihren Mitschülern mündlich in der Fremdsprache zu erläutern.

Feinziele:

- Die Schüler sollen lernen Hilfe anderer anzunehmen und anderen zu leisten.
- Die Schüler lernen das Leben der Indianer kennen und werden besonders durch verschiedene Texte den Leidensweg der Indianer nachvollziehen können.
- Die Schüler lernen den Umgang mit verschiedenen Textformen kennen.
- Die Schüler lernen die Methode des Gruppenpuzzles kennen und erwerben dadurch Methodenkompetenz, sowie Sozialkompetenz und Handlungskompetenz.
- Die Schüler lernen wie man einen Text so vorstellt, dass andere Schüler, die diesen nicht gelesen haben, gleichermaßen verstehen können.

5.2 Didaktische Analyse Unterrichtseinheit I

Durch die Unterrichtseinheit „Westward Movement“ sollen die Schüler ihren kulturellen und geschichtlichen Horizont erweitern, und machen neue Erfahrungen und Erkenntnisse über das Leben der Siedler und Pioniere auf ihren Wegen gen Westen Nordamerikas. Besonders durch die Arbeit mit Texten und Audiodateien soll den Schülern sehr authentisch dargestellt werden, wie diese Menschen lebten und was ihre Beweggründe für ihr Siedeln gewesen ist. Des Weiteren verbessern die Schüler ihren Wortschatz und ihren Schreibstil durch das schriftliche Antworten zu Fragen der Texte über Pioniere. Da jede Station von einem Studenten geleitet wird, ist somit stets die Möglichkeit gegeben auf Rechtsschreibfehler, sowie fehlenden Wortschatz der Schüler einzugehen.

Ziel der Unterrichtseinheit ist die Entwicklung von Handlungskompetenz, die nicht nur im Unterricht wichtig ist, sondern auch für die Gestaltung eines sinnerfüllten Lebens und das Meistern der Anforderungen im Berufsleben. Diese Handlungskompetenz setzt sich aus Einzelkompetenzen zusammen, die verschiedene Merkmale haben und unterschiedlich stark in verschiedenen Aufgaben dargestellt und vermittelt werden. Beim Thema „Moving West“ werden neben der Sach- und Methodenkompetenz vor allem die Sozialkompetenz geschult. Sachkompetenz erfahren die Schüler, indem sie Fachwissen über die Besiedlung des Westens Nordamerikas erwerben und Zusammenhänge, sowie Unterschiede erkennen und einordnen können. Wenn die Schüler unterschiedliche Arbeitstechniken sachbezogen und situationsgerecht anwenden, vergrößern sie ihre Methodenkompetenz, die enorm wichtig für das Berufsleben ist, denn auch dort müssen Arbeitsschritte eigenständig geplant und Ergebnisse strukturiert und präsentiert werden. Die wichtige Sozialkompetenz entwickelt sich, wenn die Schüler gemeinsam lernen und arbeiten und dabei tolerant und einfühlsam miteinander umgehen. Der Umgang mit Konflikten und das Einhalten von Regeln sind Voraussetzungen für eine gute Gruppenarbeit. Da wir in unserem Projekt nur begrenzt Zeit hatten für ein thematisch sehr umfangreiches Thema, war es uns nicht möglich auf das Erläutern von Regeln einzugehen, bevor die Schüler in ihren Gruppen zusammengearbeitet haben. Da wir aber mit fünf Studenten jede Gruppe gleichermaßen betreuen konnten, hatten wir als Gruppenleiter immer die Möglichkeit bei Fehlverhalten zu intervenieren. Die Schüler sollten versuchen effektiv und ergebnisreich miteinander zu arbeiten. An der Bastelstation, an der die Schüler „Covered Wagons“ basteln sollten, sowie an der Station „Trails & Territories“, an der geographische Karten erstellt werden sollten, konnten die Schüler außerdem ihre Gestaltungskompetenz fördern. Im verbalen Lernprozess vertiefen die Schüler ihre Vokabelkenntnisse und üben das Fragestellen und Kommunizieren auf Englisch. Dies wird als kommunikative Kompetenz bezeichnet. Die daraus resultierende Handlungskompetenz steht deshalb im Zentrum, weil sie das Verhältnis zwischen Schule und Lebenswelt verdeutlicht. Die Schüler sollen am Ende auch in außerschulischen Situationen ihr Wissen und Können anwenden und auf verschiedene Kontexte übertragen können. Sie lernen bei dem Thema „Moving West“ das Kulturgut und die Geschichte eines fremden Landes kennen, dessen Fremdsprache sie erlernen. Sobald den Schülern deutlich wird, dass die englische Sprache nicht nur „künstlich“ verwendet wird, also nur im Unterricht, sondern dass Englisch die bedeutendste Sprache unseres Planeten ist, werden sie diese auch im außerschulischen Kontext anzuwenden wissen.

5.3 Didaktische Analyse Unterrichtseinheit II

In der zweiten Unterrichtseinheit sollten die Schüler sich mit dem Leben der Indianer auseinandersetzen, um ein Interesse für unterschiedliche Orte der englischsprachigen Welt zu entwickeln. Außerdem sollen sie eine Vorstellung von anderen Kulturkreisen der Welt bekommen, in dieser Unterrichtseinheit sind dies verschiedene Indianerstämme mit ihren Ritualen und ihrer Geschichte, und ein Verständnis für deren Werte und Normen zu entwickeln. Somit bekommen sie auch die Möglichkeit ihre eigene Lebensumwelt zu reflektieren und ein Bewusstsein von ihrer eigenen Rolle in ihrer Gesellschaft zu entwickeln. Die Schüler sollen in diesem Projekt ein interkulturelles Bewusstsein entwickeln und lernen verständnisvoll mit kulturellen Differenzen umzugehen. Am Ende der achten Klasse sollen die Schüler laut Rahmenplan für Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Zielsprachenlänger sensibilisiert werden und sollen auf diese Unterschiedlichkeiten aufgeschlossen reagieren. In unserer Unterrichtseinheit standen die Schüler dem Thema auch sehr offen gegenüber und waren interessiert an dem kulturellen Leben der Indianer und konnten selbst ihren Leidensweg nachvollziehen und schienen schockiert.

In dieser Unterrichtseinheit sollen die Schüler einen neuen Wortschatz zum Thema „American Native Indians“ erwerben und dieses Vokabelwissen in der Gruppenarbeit durch kommunikative Interaktion festigen. Im Rahmenplan von Mecklenburg-Vorpommern steht, dass die Schüler am Ende der achten Klasse Kommunikationsprozesse in der Fremdsprache beginnen sollen und diesen versuchen sollen aufrechtzuerhalten. Den Schülern sollte es in der achten Klasse möglich sein sich zu einem bekannten Thema zu äußern und sich in einfachen Gesprächssituationen angemessen verständigen zu können. Selbst wenn ihnen das Vokabular fehlen sollte, sollten es ihnen möglich sein, Möglichkeiten der Umschreibung zu finden.

Diese kommunikative Kompetenz soll durch das Üben anhand von Redemitteln dem Sammeln von Stichworten erfolgen. In unserer Unterrichtseinheit sind wir allerdings ohne Vorbereitung auf Kommunikationsregeln und vorgefertigte Phrasen in die Gruppenarbeit gegangen, da wir diese Kompetenz teilweise vorausgesetzt haben und es nicht möglich ist in einem 3-tägigen Projekt eine solche Kompetenz zu entwickeln, bzw. intensiv zu üben. Durch das Kommunizieren in der Fremdsprache in den Gruppen sollten die Schüler die Bedeutung der englischen Sprache kennenlernen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 54 Seiten

Details

Titel
Projekt Nordamerika: Westward Movement and Life of Native Americans
Untertitel
Schulpraktische Übung im Fach Englisch (8. Klasse Realschule)
Hochschule
Universität Rostock  (Institut für Anglistik und Amerikanistik)
Veranstaltung
Schulpraktische Übung Englisch
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
54
Katalognummer
V300311
ISBN (eBook)
9783956874529
Dateigröße
1248 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Leitbild, Sachanalyse, Unterrichtseinheit, Didaktische Analyse, Methodische Analyse, Reflexion, Tabellarische Stundenplanung, Westward Movement, Native American, Englischunterricht, Internationalisierung, Sprachbewusstsein, Lernform, Sozialform, Medien, Motivation, Lerntechnik, moving west, colony, European settlers, New York, Ellis Island, handlungsorientiert, sprachliche Kompetenz, geography, North America, Food, politics, music, movie, middle passage, Nordamerika, trail, territory, Unsere kleine Farm, little house on the prairy, Lernertyp
Arbeit zitieren
Thomas Gantner (Autor), 2013, Projekt Nordamerika: Westward Movement and Life of Native Americans, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300311

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