In einem Beschäftigungsumfeld des Lernen und Lehrens fallen bei der Beobachtung der Kinder, die an einem Kinderkonzert teilnehmen, zwei Aspekte ins Auge. Zuerst ihr großes Interesse und ihre Öffnung gegenüber der Musik. Als zweites die Kontinuität des visuell Gelernten über die Grenzen des Kinderkonzerts hinaus. Die ausgeführten Handlungen bleiben in Erinnerung und es entsteht eine schöpferische Kreativität.
Durch die Beobachtung dieser Erkenntnisse entsteht die Notwendigkeit, das Phänomen Kinderkonzert weiter zu erforschen. Die Erforschung der Gestaltung des Konzerts und dessen Bedeutung kann die Zukunft der Kinderkonzerte positiv beeinflussen, nicht nur für die Kinder, sondern auch für diejenigen, die solch ein Konzert auf die Beine stellen.
Musikvermittlung ist in vielerlei Hinsicht ein junger Begriff. Sowohl wissenschaftlich als auch praktisch gewann sie erst in den ca. letzten zehn Jahren an Bedeutung. Diesem Umstand ist auch geschuldet, dass keine klare und anerkannte Definition der Musikvermittlung existiert (vgl. Mautner – Obst, 2012, S.42). Die steigende Aufmerksamkeit resultiert aus der vermehrten praktischen Dokumentation und theoretischen Untersuchung zur Musikvermittlung. Zuerst wird in Kapitel 3 die Musikvermittlung sowie deren Bedeutung und Entwicklung in Kapitel 3.1 bis 3.4 behandelt und daraufhin der Ausführung der Musikvermittlung in Kapitel 3.5 bis 3.6 besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
Musikvermittlung und Konzertpädagogik sind im Alltag synonym verstandene Begriffe. Am häufigsten nehmen sie als Kinderkonzerte Form an. Dies veranlasst diese spezielle Art von Konzerten weiter zu erforschen. Nach der Klassifikation der Kinderkonzerte in drei Großformen in Kapitel 4.1 folgt daraufhin in Kapitel 4.3 die Vorbereitung eines solchen Konzertes. Da die Vorbereitungen letztendlich als aufgeführte Inszenierung auf der Bühne vorgetragen werden, ist die Expertise in jedem Bereich notwendig, welche miteinander vernetzt werden. Detaillierter werden die Bausteine für eine erfolgreiche Konzertplanung in Kapitel 4.5 erörtert.
Inhaltsverzeichnis
2. Einleitung
3. Musikvermittlung
3.1 Definition Musikvermittlung
3.2 Vermittlung, Musikvermittlung, Konzertpädagogik
3.3 Geschichte
3.4 Entwicklung im deutschsprachigen Raum
3.5 Vier Vermittlungsformen nach Scherler
3.6 Vermittlungsstrategien nach Peterßen und Ribke
4. Kinderkonzert
4.1 Drei Großformen der Kinderkonzerte
4.2 Kunstanspruch im Kinderkonzert
4.3 Hinweise zur Planung
4.4 Vermittlungsformen im Kinderkonzert
4.5 Bausteine für Konzertplanung
5. Entwicklungsstand im Rahmen des Schulsystems
5.1 Vorschulalter
5.2 Grundschulalter
5.3 Jugendalter
6. Neue Musik
6.1 Einstellung zur Neuen Musik
6.2 Aspekte der Fremdartigkeit
6.3 Relevanz Neuer Musik in Kindesalter
7. Vorbereitung des Projekts „Blanco“
7.1 Verstehen der Vermittlung
7.2 Nutzung Neuer Musik
7.3 Interpretation von „Blanco“
7.4 Gestaltung des Konzertes
7.5 Textbuch
7.6 Arbeitsverteilung
7.7 Voraussetzung zum Erreichen der Ziele
8. Das Konzert „Blanco“
8.1 Die Konstruktion und Aufstellung des Saals
8.2 Am Tag des Konzertes
8.3 Aufführung
9. Nach der Aufführung
9.1 Interview
9.2 Fragebogen
9.3 Diskussion und Auswertung
10. Schlusswort
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Gestaltung und Bedeutung von Kinderkonzerten im Grundschulalter unter besonderer Berücksichtigung der Musikvermittlung. Das zentrale Ziel ist es, durch die theoretische Analyse und die praktische Umsetzung des Musikvermittlungsprojekts „Blanco“ aufzuzeigen, wie Kinder einen Zugang zu Neuer Musik finden können und welche Faktoren eine gelungene Konzertplanung ausmachen.
- Grundlagen der Musikvermittlung und Konzertpädagogik
- Klassifikation und Gestaltungsformen von Kinderkonzerten
- Entwicklung psychologischer Voraussetzungen im Schulsystem
- Die Rolle der Neuen Musik in der pädagogischen Arbeit mit Kindern
- Methoden der Konzertplanung, Dramaturgie und Interaktion
Auszug aus dem Buch
8.3.3 Fantasieübung, Schiffreise
Gelb: Flügel, Percussion, Rot : Streicher, Blau : Bläser
Nachdem nun die Instrumente eingeleitet wurden, beginnt nun die Fantasie. Beispielsweise regen die Reiseleiter die Vorstellung eines Schiffs an. Die Kinder werden gedanklich auf die Schiffsreise mitgenommen. Diese Vorstellung wird durch die Musik unterstützt, die aufgrund ihrer Dynamik, Rhythmik, Melodie und den Tönen wie Wellen oder Wind anhören. Auch die Kinder werden angeregt Geräusche zu der Musik zu erschaffen durch beispielsweise Bodypercussion, Bewegung, Stimmimprovisation oder Pfeifen. Diese Methodik wird dann bei den beiden weiteren Orten fortgeführt. Die Kinder haben also durch diese drei Orte viele Facetten der Musik kennengelernt. So zum Beispiel das Lauterwerden oder das Schnellerwerden, die verschiedenen Rhythmen und Klangfolgen und vielen anderen Eigenschaften der Musik. Da die Kinder in dem Konzert gezielt auf Veränderung achten, ist das Kinderkonzert also eine Übung verschiedene Eigenschaften der Musik kennenzulernen und sie einordnen zu können (z.B. crescendo und decrescendo oder piano und forte in der Dynamik).
Zusammenfassung der Kapitel
2. Einleitung: Beschreibt die Ausgangssituation, das Interesse an Kinderkonzerten und die Relevanz der Musikvermittlung als junges Forschungsfeld.
3. Musikvermittlung: Definiert den Begriff der Musikvermittlung und beleuchtet dessen historische Entwicklung, Vermittlungsformen und Strategien.
4. Kinderkonzert: Analysiert verschiedene Großformen des Kinderkonzerts, Kunstansprüche sowie notwendige Planungsbausteine für erfolgreiche Konzerte.
5. Entwicklungsstand im Rahmen des Schulsystems: Analysiert die altersspezifischen Entwicklungsstufen von Kindern und deren Bedeutung für die musikalische Vermittlung.
6. Neue Musik: Untersucht die Einstellung gegenüber Neuer Musik, ihre fremdartigen Aspekte und die Vorteile einer frühen Auseinandersetzung für das Kindesalter.
7. Vorbereitung des Projekts „Blanco“: Detailliert die Vorbereitungsphase des Projekts, von der inhaltlichen Interpretation bis zur Aufgabenverteilung im studentischen Team.
8. Das Konzert „Blanco“: Beschreibt die konkrete Durchführung, die Raumkonstruktion und die verschiedenen Stationen der Aufführung.
9. Nach der Aufführung: Beinhaltet die Evaluation durch Interviews, Fragebögen sowie die Diskussion der Ergebnisse zur Verbesserung künftiger Projekte.
10. Schlusswort: Fasst die Erkenntnisse über die Bedeutung von Musikvermittlung als Bindeglied zwischen Kunst und sozialer Entwicklung zusammen.
Schlüsselwörter
Musikvermittlung, Kinderkonzert, Grundschule, Neue Musik, Konzertpädagogik, Projektarbeit, Blanco, Vermittlungsstrategien, Didaktik, Schatzsuche, Rezeption, Produktion, Reproduktion, Musikalischer Zugang, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und Durchführung eines Musikvermittlungsprojekts für Grundschulkinder unter Verwendung Neuer Musik.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, den Zugang von Kindern zur Neuen Musik durch ein interaktives Konzertformat zu erforschen und zu erleichtern.
Welche zentralen Themenbereiche werden bearbeitet?
Die Themen umfassen Musikvermittlung, Konzertpädagogik, entwicklungspsychologische Aspekte im Schulalter sowie die praktische Projektvorbereitung und Evaluation.
Welche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer praxisorientierten Fallstudie in Form eines Konzertprojekts inklusive anschließender qualitativer Evaluation.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Planung und methodische Gestaltung des Konzertprojekts „Blanco“ sowie die Analyse der Aufführung und die Auswertung von Feedback.
Was sind die wichtigsten Schlüsselwörter?
Wichtige Begriffe sind Musikvermittlung, Kinderkonzert, Neue Musik, Konzertpädagogik und Projektarbeit.
Wie wurde die Zielgruppe "Grundschulalter" bei der Planung berücksichtigt?
Die Planung berücksichtigte die spezifischen kognitiven und sozialen Entwicklungsstufen, insbesondere die Offenheit für spielerische Vermittlungsformen wie die Schatzsuche.
Welche Rolle spielt die "Schatzsuche" im Konzept?
Die Schatzsuche fungiert als rahmende Fantasieerzählung, die den Kindern den Zugang zu verschiedenen Orten und musikalischen Spielweisen ermöglicht und aktiv zur Interaktion einlädt.
Warum ist Neue Musik laut der Autorin für Kinder geeignet?
Neue Musik bietet durch ihre Offenheit und die fehlende Vorfestlegung auf tonale Erwartungen eine besondere Chance für Kinder, Musik ohne "Schwellenängste" neu zu entdecken.
- Quote paper
- Joseph Choi (Author), 2015, Kinderkonzerte in der Grundschule. Dargestellt anhand des Vermittlungsprojekts "Blanco", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300315