"Convention" von David Lewis und Männer, die Hosen tragen. Eine Konvention nach seiner Definition?


Essay, 2014
9 Seiten
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition von Konventionen nach Lewis
2.1. Erläuterung der Idee hinter der Definition

3. Konventionen als Verhaltensregularitäten – ein Beispiel

4. Fazit

1. Einleitung

- Was ist das Problem? Situationen mit Koordinationsproblemen

In fast allen Bereichen des täglichen Lebens treffen wir auf Konventionen. Mit sozialen Konventionen hat sich David Lewis in seiner

- Ausformulierung der Fragestellung sowie Erläuterung der Vorgehensweise innerhalb der Arbeit

In der vorliegenden Arbeit soll die Frage geklärt werden, ob es sich bei der Tatsache, dass Männer hauptsächlich Hosen tragen, um eine Konvention im Sinne von David Lewis handelt.

2. Definition von Konventionen nach Lewis

- Lewis Definition: genaue Wiedergabe

Konventionen sind für Lewis Verhaltensregularitäten, die sich in unserem Verhalten allmählich entwickeln. Sie sind allerdings nicht automatisch auch gleich Konventionen. Nur dann, wenn bestimmte Regeln erfüllt sind, erkennt Lewis eine Verhaltensregularität auch als Konvention an. So ist eine Regularität R im Verhalten von Mitgliedern einer Bevölkerung P, sofern diese Akteure in einer ständig wiederkehrenden Situation S sind, genau dann eine Konvention, wenn in jedem Fall von S unter den Mitgliedern von P,

1. jeder R bestätigt;
2. jeder erwartet, dass jeder andere R auch bestätigt;
3. jeder es bevorzugt R zu bestätigen, da es die anderen auch tun, da S ein Koordinierungsproblem ist und konstante Übereinstimmung mit R ein Gleichgewicht der Koordinierung bzw. coordination equilibrium in S ist.

Im weiteren Verlauf seiner Arbeit reformiert Lewis diese Definition allerdings.

Die endgültige Definition lautet schließlich wie folgt:

Eine Verhaltensregularität R von Mitgliedern einer Gruppe G, die an einer wiederholt auftretenden Situation S beteiligt sind ist genau dann eine Konvention, wenn es wahr ist wenn es in G zum gemeinsamen Wissen gehört, dass bei nahezu jedem Auftreten von S unter Mitgliedern von G

1. nahezu jeder R folgt;
2. nahezu jeder von nahezu jedem andern erwartet, dass er R folgt;
3. nahezu jeder hinsichtlich aller möglichen Handlungskombinationen annähernd dieselben Präferenzen hat;
4. nahezu jeder es vorzieht, das jeder weitere Beteiligte R folgt, sofern nahezu alle übrigen R folgen;
5. nahezu jeder es vorziehen würde, dass jeder weitere Beteiligte R´ folgt, sofern nahezu alle übrigen R´ folgten,

R´ stellt hier eine andere mögliche Verhaltensregularität der Mitglieder von G in S dar. Allerdings ähneln sich diese derart, dass nahezu jeder in nahezu jedem Fall von S zugleich R´ und R folgen könnte.

Lewis räumt Konventionen hier also gelegentlich Ausnahmen ein.

Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird mit dieser Definition weitergearbeitet.

2.1 Erläuterung von Fachbegriffen

Um genau verstehen zu können, was Lewis unter Conventions versteht, ist die Klärung einiger Fachbegriffe nötig.

coordination Problems: Bei der Herangehensweise an Konventionen konzentriert sich Lewis zunächst auf den Begriff der Koordinierungsprobleme. Diese kennzeichnen Situationen, in denen sich die Interessen von Akteuren überschneiden, und das Ziel ist ein Ergebnis zu finden, welches diese Interessen berücksichtigt. Wir haben also eine Situation, in der jede Person in Betracht ziehen sollte, die eigenen Handlungen auf die der anderen abzustimmen. Für die Handelnden gibt es nun mehrere Alternativen, ihre Handlungen zum gegenseitigen Vorteil zu koordinieren, so dass das Ergebnis im gemeinsamen Interesse ist. Ein oft gewähltes Beispiel, um dieses Problem zu veranschaulichen ist eine Verabredung zweier Personen zum Essen. Das Problem besteht nun darin, dass beide nicht wissen, wo sie sich treffen. Wenn es nur ein Restaurant in der Stadt gäbe, wäre es nicht besonders schwer das Problem zu lösen. Mehrere Restaurants oder die Gegebenheit, dass eine Person ihre Interessen bei einer ganz bestimmten Entscheidung am besten vertreten sieht (wie zum Beispiel ein Lieblingsrestaurant oder eines in ihrer Nähe), und die andere ihre in einer anderen Entscheidung, erschwert das Problem. Eine Lösung verlangt deshalb nach einem Gleichgewicht oder equilibrium, welches beinhaltet, dass keine Partei ein besseres Ergebnis erzielen kann, indem sie ihre Entscheidungen im Alleingang fällt, ohne die Handlungen der anderen Akteure zu berücksichtigen.

Um dies besser zu veranschaulichen, zeigt Lewis mehrere Beispiele auf, in denen eine Situation zu einem Koordinierungsproblem werden kann. So stellt das sechste Beispiel eine Situation dar, bei der sich infolge einer Einladung zu einer Party, die Frage stellt, wie man sich dafür am besten kleiden sollte. Zunächst ist hier noch kein klares Problem erkennbar, allerdings geht Lewis davon aus, dass keiner als einziger unangemessen gekleidet sein möchte, da sich andere Gäste über diese Fehlentscheidung lustig machen könnten.

Es gibt also verschiedene Alternativen für die Handlungen von Akteuren. Welches Ergebnis am Ende für eine Gruppe herauskommt, herauskommen soll oder auch vermieden werden soll, hängt von allen Akteuren gleichermaßen ab, und davon für welche Handlung sie sich entscheiden. So müssten sich die Akteure für die Handlung entscheiden, die passend zu jener ist, die sie von den andern Beteiligten erwarten. Dabei kommt es nicht darauf an, dass diese gleich sind bzw. ob die Handelnden die gleichen Aktionen ausführen oder unterschiedliche. Es kommt vielmehr darauf an, ob sie im Gleichgewicht zueinander stehen und dass das gewünschte Ziel erreicht wird.

Equilibria : Aus den verschiedenen Handlungsmöglichkeiten, für die sich die Akteure entscheiden können, ergeben sich also verschiedene Kombinationen von Ergebnissen. Einige dieser Kombinationen sind die sogenannten equilibrium combinations oder equilibria. Darunter versteht Lewis Kombinationen, in denen jeder Akteur so gut wie möglich gehandelt hat, hinsichtlich der Handlungen der anderen und in denen ein Gleichgewicht zwischen den Handlungswegen der Akteure besteht. Damit ist gemeint, dass eine Kombination ein Ergebnis hervorbringt, die für die Akteure von gleichem Vorteil ist.

Aus diesen geht allerdings nicht unbedingt das bestmögliche Ergebnis für einen oder alle Beteiligten hervor. Tatsächlich kann es zu Kombinationen kommen, in denen es für einen Akteur oder auch alle zu einem besseren Ergebnis gekommen wäre, wenn mindestens zwei von ihnen anders gehandelt hätten. Allerdings hätte kein anderes Ergebnis besser sein können, wenn sich nur ein Akteur für eine andere Handlung entschieden hätte. Dies könnte nur dann der Fall sein, wenn die anderen Akteure ebenfalls anders gehandelt hätten.

[...]

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
"Convention" von David Lewis und Männer, die Hosen tragen. Eine Konvention nach seiner Definition?
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Philosophie)
Veranstaltung
Soziale Konventionen
Jahr
2014
Seiten
9
Katalognummer
V300328
ISBN (eBook)
9783656967927
ISBN (Buch)
9783656967934
Dateigröße
409 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
convention, david, lewis, männern, hosen, eine, konvention, definition
Arbeit zitieren
Anonym, 2014, "Convention" von David Lewis und Männer, die Hosen tragen. Eine Konvention nach seiner Definition?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300328

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