Beschreibung einer durchgeführten Unterrichtsstunde im Kunstunterricht der 2. Klasse der Grundschule in Bayern.
Die Unterrichtsstunde „Wir entwickeln unsere eigene Schrift“ lässt sich in den Lehrplan der bayerischen Grundschule, zweite Jahrgangsstufe im Fach Kunsterziehung eingliedern.
Die Thematik manifestiert sich unter dem Abschnitt Bilderwelt der Medien im Punkt 2.4 Schriftzeichen und Buchstabenbild. Die Schrift lässt sich unter diesem gestalterischen Gesichtspunkt genauer betrachten und vergleichen. So lernen die Schüler die Vielgestaltigkeit und die kreativen Ausformungen von Schrift spielerisch kennen.
Ferner werden mit unterschiedlichen Mal- und Schreibwerkzeugen mit selbst erfundenen Schriftzeichen eigene Textkompositionen erstellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Lehrplanbezug
2. Sachanalyse
3. Didaktische Analyse
4. Lernziele
5. Reflexion
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel der Unterrichtseinheit ist es, Grundschülern der zweiten Klasse die kreative Gestaltung von Schriftzeichen näherzubringen, indem sie ein eigenes Schriftsystem entwickeln und dieses zur Verschriftlichung von Wörtern im Klassenverband anwenden.
- Grundlagen der Schriftsysteme und Kommunikation
- Gestaltungskompetenz im Fach Kunsterziehung
- Kreative Anwendung von Mal- und Schreibwerkzeugen
- Prozess der Kodierung und Dekodierung von Sprache
- Förderung der Kooperation in der Klassengemeinschaft
Auszug aus dem Buch
Sachanalyse
Die Schrift als wichtigstes Zeichensystem zur Weitergabe und Bewahrung von Sprache hat auch in der heutigen Zeit nicht an Bedeutung verloren. Sie dient ebenso als Mittel zur Kommunikation zwischen großen räumlichen und zeitlichen Entfernungen und ermöglicht somit eine vernetzte Sprachstruktur auf der Welt. Durch die verschiedenen kulturellen Gegebenheiten auf der Erde haben sich im Laufe der Jahrhunderte die unterschiedlichsten Schriftsysteme entwickelt. Die in Deutschland gebräuchliche Schrift hat sich aus der ursprünglich lateinischen Schrift entwickelt, die sich auf die westgriechische Schrift bezieht und durch den Einfluss der Etrusker im siebten und achten Jahrhundert vor Christus verändert wurde.
Hierbei ist die Rolle der Kodierung von gesprochener Sprache in Schriftzeichen ein wichtiges Element, ohne die eine Verschriftlichung nicht möglich wäre. Zur Produktion eines derartigen Sprachcodes werden ein Trägermedium und die passenden Werkzeuge zur Veränderung benötigt, welche wir im täglichen Gebrauch im Schulunterricht verwenden.
Im Rahmen der Kunsterziehung können auch auf abgeänderte, für den täglichen Schriftverkehr unübliche Werkzeuge zugegriffen werden. So kann ein kreatives Element bei der Kodierung hinzugefügt werden, welches das Schriftzeichen an sich zu einer Bildkomposition werden lässt. Durch die Veränderung vorhandener Schriftzeichen oder gar einer Neuerfindung werden einzelne Elemente bestehender Zeichensysteme abgeändert und neu arrangiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Lehrplanbezug: Das Kapitel verankert die Unterrichtseinheit im bayerischen Lehrplan für Grundschulen und ordnet sie dem Bereich der Bilderwelt der Medien sowie prozessbezogenen Gestaltungskompetenzen zu.
2. Sachanalyse: Hier wird die kulturhistorische Bedeutung der Schrift als Zeichensystem sowie die künstlerische Komponente der Gestaltung individueller Schriftzeichen analysiert.
3. Didaktische Analyse: Dieser Abschnitt beschreibt den pädagogischen Ablauf der Stunde, vom Sitzkreis über die kreative Erarbeitungsphase bis hin zur gemeinsamen Präsentation der Ergebnisse.
4. Lernziele: Das Kapitel definiert die angestrebten Kompetenzen der Schüler, insbesondere die Fähigkeit, einen eigenen Schrifttyp zu entwerfen und mit diesem zu kommunizieren.
5. Reflexion: Der Autor bewertet den Verlauf der Unterrichtseinheit kritisch, hebt den Erfolg des Projekts hervor und leitet Verbesserungsvorschläge für zukünftige Durchführungen ab.
Schlüsselwörter
Kunsterziehung, Grundschule, Schriftzeichen, Schriftsystem, Gestaltung, Kreativität, Kodierung, Kommunikation, Lehrplan, Bildkomposition, Alphabet, Schulentwicklung, Medien, Unterrichtsgestaltung, Feinziele
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Ausarbeitung befasst sich mit der Konzeption und Durchführung einer Kunstunterrichtsstunde für eine zweite Klasse, in der Schüler eine eigene Schrift entwickeln.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die kunstpädagogische Vermittlung von Gestaltungskompetenzen, die historische Bedeutung von Schriftzeichen und die praktische Anwendung von Zeichensystemen.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Das Grobziel ist die Fähigkeit der Schüler, nach gängigen Kriterien einen eigenen Schrifttyp zu erfinden und diesen zur Verschriftlichung von Namenwörtern zu nutzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird hier verwendet?
Es handelt sich um eine praxisorientierte Unterrichtsausarbeitung, die theoretisch durch den bayerischen Lehrplan und fachdidaktische Literatur zur Schriftgeschichte gestützt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der Lehrplanbezug, die Sachanalyse der Schrift, die didaktische Planung und die abschließende Reflexion der unterrichtlichen Praxis detailliert dargelegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Kunsterziehung, Gestaltung, Kodierung, Schriftzeichen und Grundschulpädagogik.
Warum wurde in der Reflexion die Verwendung von Fine Linern kritisiert?
Der Autor stellte fest, dass die mit Fine Linern erstellten Zeichen für eine Präsentation an der Tafel aufgrund zu dünner Linienführung aus der Distanz schwer zu erkennen waren.
Wie wurde die Kooperation zwischen den Schülern gefördert?
Die Kooperation wurde durch eine Partnerarbeitsphase gestärkt, in der die Schüler gemeinsam Namenwörter in ihrer neu entwickelten Schrift dechiffrieren mussten.
- Quote paper
- Nathalie Lutz (Author), 2014, "Wir entwickeln unsere eigene Schrift!" Unterrichtsstunde Kunst, 2. Klasse Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300364