Die Konferenz von Locarno im Spiegel der demokratischen Öffentlichkeit der Weimarer Republik


Hausarbeit, 2014

27 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Kontext
2.1 Die Konferenz von Locarno
2.2 Demokratische Öffentlichkeit in der Weimarer Republik
2.3 Begründung der Literaturauswahl
2.4 Deutsche Allgemeine Zeitung
2.5 Die Weltbühne

3. DAZ und Weltbühne – zwei Zeitungsartikel im Spiegel der demokratischen Öffentlichkeit
3.1 Paul Lensch
3.2 Paul Lensch: Warnung
3.3 Jules Sauerwein
3.4 Jules Sauerwein: Locarno
3.5 Gegenüberstellung der Zeitungsartikel

4. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Internetquellenverzeichnis

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Die Unterzeichnung der Verträge von Locarno am 1. Dezember 1925 in London

Abb. 2: Titelblatt Deutsche Allgemeine Zeitung vom 1. Februar 1939

Abb.3: Titelblatt Die Weltbühne vom 12. März 1929

Abb.4: Dr. Paul Lensch Abb.5: Jules Sauerwein

Tabellenverzeichnis

Tab.1: Übersicht bedeutender Zeitungen und Zeitschriftender Weimarer Republik(modifiziert nach Stöber, 2000)

1. Einleitung

Die wissenschaftlichen Untersuchungen derWeimarer Republik erfahren seit vielen Jahrzehnten eine enorme Beachtung. Dies ist u. a. dem geschuldet, dass diese Zeit in erster Linie als Epoche zwischen den beiden Weltkriegen angesehen wird. Eine Vielzahl von Untersuchungen geht demnach der Frage nach, was die Ursachen für den aufkommenden Nationalsozialismus innerhalb der Weimarer Republik waren. Welche Rolle die öffentliche Meinungsbildung dabei spielte und wie sich die demokratische Öffentlichkeit gestaltete – so gab es erstmals eine parlamentarische Demokratie in Deutschland – ist eine weitere Frage.

Diese Arbeit setzt an dieser Stelle an und zielt darauf ab, die demokratische Öffentlichkeit der Weimarer Republik zu analysieren. Anhand der Konferenz von Locarno, die im Jahr 1925 also einer Zeit, in der die Republik enorm um internationales Ansehen rang, stattfand, wird die demokratische Öffentlichkeit unter Zuhilfenahme zweier Zeitungen untersucht. Exemplarisch werden zwei publizierte Zeitungsartikel aus zwei der bedeutendsten Zeitungen jener Zeit – Deutsche Allgemeine Zeitung und Die Weltbühne – herangezogen, um der konkreten Frage nachzugehen: Wie gestaltete sich die demokratische Öffentlichkeit der Weimarer Republik und inwiefern versuchten Zeitungen auf die öffentliche Meinungsbildung Einfluss zu nehmen?

Im Kontext der Konferenz von Locarno gliedert sich diese Arbeit zunächst in einen Abschnitt, der sich den Rahmenbedingungen, also der Aufarbeitung der Locarno-Konferenz, der Gestaltung der demokratischen Öffentlichkeit sowie den beiden genannten Zeitungen, widmet. Anschließend wird anhand zweier ausgewählter Zeitungsartikel der versuchte Einfluss dieser Zeitungen auf die öffentliche Meinungsbildung analysiert.

2. Historischer Kontext

In dem folgenden Kapitel wird zunächst der historische Hintergrund des Untersuchungsgegenstandes dieser Arbeit in seinen Grundzügen erschlossen. Der Fokus liegt hierbei einerseits auf der Konferenz von Locarno inklusive deren Bedingungen und Ergebnissen, andererseits auf den Determinanten der demokratischen Öffentlichkeit zu den Zeiten der Weimarer Republik. Abschließend werden die Zeitungen Deutsche Allgemeine Zeitung sowie Die Weltbühne vorgestellt und deren Geschichtekontextual veranschaulicht. Beide Zeitungen publizierten die vom Autor dieser Arbeit ausgewählten Artikel.

2.1 Die Konferenz von Locarno

Die Anfangsjahre der Weimarer Republik waren außenpolitisch durch das Streben nach Anerkennung und Souveränität der deutschen Regierung geprägt. Den ersten großen Erfolg auf diesem Gebiet errang der deutsche Außenminister Gustav Stresemann mit dem Abschluss der Locarno-Verträge und dem daraus resultierenden Eintritt in den Völkerbund. Gleichwohl stellen diese Verträge den größten Gewinn der Weimarer Republik dar(vgl. Lambsdorf 1990: 236).

Den Locarno-Verträgen ging eine Konferenz voraus, die vom 5. bis 16. Oktober 1925 stattfand. Der Einladung Frankreichs folgten die führenden Staatsminister aus sieben Nationen zu einer Ministerkonferenz in die schweizerische Kleinstadt Locarno. Anlass für die Konferenz war seitens der Alliierten das Bestreben, die Beziehungen zum besiegten Deutschland zu normalisieren. Zusätzlich bestand die Begebenheit, dass die einseitige Meistbegünstigung, die Deutschland den Siegermächten des Ersten Weltkrieges nach dem Versailler Vertrag zu gewähren hatte, am 10. Januar 1925 ausgelaufen war. So konnte Deutschland seitdem über seine Handelspolitik selbst bestimmen. Dies ließ exportorientierten Unternehmen in Großbritannien und Frankreich auf eine allgemeine sowie politische Entspannung drängen (vgl. Lambsdorf 1990: 235). Seitens der deutschen Regierung stellte die anstehende Konferenz vor allem eine große Chance dar, um aus der internationalen Isolation herauszutreten und die eigene Souveränität wiederherzustellen(vgl. Tormin & Krummacher 1962: 149). Als wichtigste Impulsgeber bzgl. der Verhandlungen galten die Regierungsvertreter Frankreichs – vertreten durch Außenminister Aristide Briand – und Deutschlands – vertreten durch Reichskanzler Hans Luther und Außenminister Gustav Stresemann. Diese hatten nach bereits zehn Verhandlungstagen wesentliche Ergebnisse erzielt.

So wurde zwischen dem Deutschen Reich, Frankreich und Belgien ein Garantiepakt geschlossen. Dieser beinhaltet die Anerkennung der im Versailler Vertrag festgelegten Westgrenze Deutschlands sowie eine Garantie dieser Grenze seitens Großbritanniens und Italiens – bei einem militärischen Angriff Deutschlands auf Frankreich bzw. Belgien oder einem Einmarsch französischer bzw. belgischer Truppen in deutsches Gebiet würden die beiden Garantiemächte aufseiten der Angegriffenen militärisch einschreiten. Dieser Pakt beinhaltet den endgültigen Verzicht Deutschlandsauf die Westgebiete Elsass-Lothringen und Eupen-Malmedy sowie die nochmalige Zustimmung zur Entmilitarisierung des Rheinlandes. Zusätzlich wurden eine Reihe von Schiedsabkommen vereinbart: einerseits zwischen Deutschland und Frankreich sowie zwischen Deutschland und Belgien, andererseits zwischen Deutschland und Polen sowie zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei. Diese besiegelten die „Aufrechterhaltung des sich aus den Grenzen zwischen Deutschland und Belgien und zwischen Deutschland und Frankreich ergebenden territorialen Status quo, die Unverletzlichkeit dieser Grenzen, wie sie durch den in Versailles am 28.Juni 1919 unterzeichneten Friedensvertrag festgesetzt sind“(Tormin &Krummacher, 1962: 151). Schließlich wurden die Verträge am 1. Dezember 1925 in London unterzeichnet (vgl. Abbildung 1 im Anhang). Weiterhin bereiteten die Staatsminister Deutschlandsund Frankreichs den Eintritt in den Völkerbund vor, der am 10. September 1926 offiziell vollzogen wurde.

2.2 Demokratische Öffentlichkeit in der Weimarer Republik

In den Jahren der Weimarer Republik gab es aufgrund technologischer Entwicklungen gegenüber der heutigen Zeit selbstredend weniger Möglichkeiten bzgl. der Gestaltung und Partizipation an der demokratischen Öffentlichkeit. Nichtsdestotrotz waren die Menschen der Republik nicht minder an politischen Geschehnissen interessiert. Gerade weil es im Vergleich zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Vielzahl an Partizipationsmöglichkeiten gab, bündelte sich die Öffentlichkeit vor allem in einem Massenmedium: dem Zeitungswesen. So entstanden in Deutschland bis Anfang der 1930er Jahre 4703 Tages- und Wochenzeitungen mit einer Gesamtauflage von 25 Millionen Exemplaren1 (im Jahr 2013 gab es 329 Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von 23,7 Millionen Exemplaren).2 Lokale Klein- und Kleinstzeitungen mit wenigen Tausend Exemplaren waren ebenso am Markt zu finden wie das Hugenberg‘sche Zeitungsimperium. Im Zuge der Goldenen 20er Jahre blühte das Zeitungswesen regelrecht auf. Im Gegensatz zu dem Zeitungswesen steckte das Radio noch in den Kinderschuhen, TV-Geräte existierten noch nicht und an das Internet war noch nicht zu denken. So wie es mit Ende des Kaiserreiches auch viel mehr Möglichkeiten für politisches Engagement gab, waren nun auch immer mehr Zeitungsleser politisch interessiert.3 Im Zuge dessen wurde diese Form der demokratischen Öffentlichkeit zur Meinungsbildung durch die Parteien genutzt. Anders als heutzutage hatten sich viele Zeitungen explizit einer politischen Richtung verschrieben. Meinungsartikel und Berichte waren noch nicht streng getrennt. So gab es Zeitungen, die einer Partei sehr nahe standen bzw. einer politischen Richtung zuzuordnen sind. Es existierten regelrechte Spaltungen der Parteipresse, die in konservative (z. B. Deutsche Allgemeine Zeitung), bürgerlich-liberale (z. B. Vossische Zeitung), sozialistische (z. B. Demokratisches Wochenblatt), kommunistische (z. B. Rote Fahne), völkische-nationalistische (z. B. Völkischer Beobachter) und kulturpolitische Zeitschriften (z. B. Die Weltbühne) zu differenzieren sind (vgl. Tabelle 1 im Anhang). Einige sehr Vermögende verwendeten ihr Kapital, um die öffentliche Meinung mit allen Mitteln zu beeinflussen. So zum Beispiel der Deutschnationalist Alfred Hugenberg, der einerseits den viel gelesenen Berliner Lokalanzeiger erworben hatte, andererseits durch die Telegraphen-Union einen großen Einfluss auf die Provinzpresse ausübte. Weiterhin beherrschte er die UFA, das größte deutsche Filmunternehmen (Eyck 1954: 32).

2.3 Begründung der Literaturauswahl

In der Weimarer Republik gehörte die DAZ neben dem Berliner Tageblatt, der Vossischen Zeitung und der Frankfurter Zeitung zu den international bekanntesten und renommiertesten Blättern. Die Entwicklung der DAZ steht symptomatisch für die Verhältnisse in der Weimarer Republik. So kann diese Zeitung als Bindeglied zwischen der Beziehung von Staat und Industrie gelten (vgl. Koszyk 1972: 135). Dies begründet sich einerseits darin, da sowohl staatliche als auch industrielle Pressepolitiken innerhalb der DAZ ineinandergreifen und andererseits darin, da der Bereich der Parteipresse zunehmend großen Einfluss gewinnt. Ein Beispiel dafür ist, dass der Chefredakteur der DAZ, Fritz Klein, Vertrauensmann der hinter der Zeitung stehenden industriellen Kreise war.

Die DAZ wird im Rahmen dieser Hausarbeit herangezogen, um die Locarno-Verträge aus dem Blickwinkel der Deutschnationalen zu betrachten. Das Profil der DAZ zum Zeitpunkt der Konferenz von Locarno 1925 ist ein nationalliberales bis konservatives. Daher spiegelt sie die antirepublikanischen Tendenzen der Deutschnationalen adäquat wieder.

[...]


1 http://vsdigital.volksstimme.de [Zugegriffen am 05.01.2014]

2 http://de.statista.com[Zugegriffen am 25.01.2014]

3 http://vsdigital.volksstimme.de [Zugegriffen am 05.01.2014]

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Die Konferenz von Locarno im Spiegel der demokratischen Öffentlichkeit der Weimarer Republik
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Seminar Demokratisches Denken in der Weimarer Republik
Note
1,5
Autor
Jahr
2014
Seiten
27
Katalognummer
V300383
ISBN (eBook)
9783656967361
ISBN (Buch)
9783656967378
Dateigröße
1077 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
konferenz, locarno, spiegel, öffentlichkeit, weimarer, republik
Arbeit zitieren
Andreas Bocek (Autor), 2014, Die Konferenz von Locarno im Spiegel der demokratischen Öffentlichkeit der Weimarer Republik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300383

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