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Ethik und Politik bei Aristoteles und Platon. Ein Vergleich

Title: Ethik und Politik bei Aristoteles und Platon. Ein Vergleich

Term Paper , 2007 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Bettina Kleber (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Das moderne Bewusstsein hält oftmals die Ethik getrennt von der Politik. Obwohl das moderne Bewusstsein sich vergeblich wünscht Ethik und Politik zusammenzubringen erscheinen ihm ethische Prinzipien nur als gut gemeinte Postulate, die sich am bloßen Sollen orientieren, aber in der politischen Wirklichkeit nur selten befolgt werden.
In der Philosophie des klassischen Griechentums besteht keine Kluft zwischen Ethik und Politik, vielmehr ist die Ethik in der Politik inbegriffen. Dieser Gedanke, der Zusammengehörigkeit von Ethik und Politik und dass nur auf dem Boden eines geordneten Gemeinwesens Sittlichkeit und Kultur entstehen könne ist seit dem Zeitalter Homers und Hesiods immer wieder wiederholt worden.
Als Unterlage diente die Erkenntnis, dass der Mensch als sittliches Wesen in dem Rahmen eines gesellschaftlichen Ganzen unverzichtbar sei, so dass die sittliche Erziehung der Menschen als die oberste Aufgabe aller politischen Tätigkeiten angesehen werden konnte. Diese soziale Tendenz in der Ethik ist als Reaktion gegen den ethischen Individualismus hochgekommen, der im öffentlichen Leben Griechenlands seit den Perserkriegen aufkam und durch bestimmte Sophisten verteidigt wurde.

Der Schwerpunkt dieser Arbeit ist auf die Themen Ethik und Politik gerichtet, indem Aspekte der Staatsphilosophie Platons mit denen seines Schülers Aristoteles verglichen werden.
Um nun die groben Gemeinsamkeiten und Differenzen beider Denker herauszuarbeiten, bietet es sich aus dem Grund der Übersichtlichkeit an, zuerst die Ethik und anschließend die Politik beider Staatsphilosophen aufzuzeigen und zu vergleichen.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, neben dem Aufzeigen von Gemeinsamkeiten und Differenzen der Philosophie beider Autoren, dem Leser einen Grundlegenden Einblick in die platonischaristotelische Auffassung des Staates und damit auch in das Selbstverständnis des klassischen Denkens zu gewähren. Neben den Werken „Politik“ und „Nikomachische Ethik“ von Aristoteles und Platons Werk „Der Staat“ wurde Literatur des westlichen Sprachraums in dem Zeitraum von 1919 bis 2006 verwendet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Leben Platons

3. Das Leben des Aristoteles

4. Ethik

4.1 Ethik bei Platon

4.1.1 Die Seele

4.1.2 Die Seelenteile

4.1.3 Die Unsterblichkeit der Seele

4.1.4 Die Tugenden

4.1.5 Die Gerechtigkeit

4.1.6 Die Lebensformen

4.1.7 Die Ideen

4.2 Ethik bei Aristoteles

4.2.1 Güterlehre

4.2.2 Lebensformen

4.2.3 Tugendlehre

4.3 Gemeinsamkeiten der platonischen und aristotelischen Ethik

4.4 Unterschiede der platonischen und aristotelischen Ethik

5. Politik

5.1 Politik bei Platon

5.1.1 Utopia

5.1.2 Die Philosophenherrschaft

5.1.3 Formen des Verfalls

5.2 Politik bei Aristoteles

5.2.1 Der Mensch ist von Natur her zoon politikon

5.2.2 Die Polis

5.2.3 Die Verfassungstypen

5.2.4 Die Frage nach der besten Verfassung

5.3 Gemeinsamkeiten der platonischen und aristotelischen Politik

5.4 Unterschiede der platonischen und aristotelischen Politik

6. Fazit

7. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit vergleicht die staatsphilosophischen Ansätze von Platon und Aristoteles, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrem Verständnis von Ethik und Politik zu erarbeiten. Ziel ist es, dem Leser einen fundierten Einblick in diese antiken Theorien zu gewähren und das Selbstverständnis des klassischen Denkens hinsichtlich des Staates und der menschlichen Lebensführung zu verdeutlichen.

  • Vergleich der ethischen Konzepte (Seelenlehre, Tugendbegriff, Glückseligkeit)
  • Analyse der Staatsentwürfe und Herrschaftsformen bei Platon und Aristoteles
  • Diskussion über das Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft
  • Kritische Betrachtung der platonischen Utopie durch Aristoteles
  • Untersuchung der Bedeutung von Erziehung und Vernunft für die politische Ordnung

Auszug aus dem Buch

5.1.2 Die Philosophenherrschaft

„Wenn nicht die Philosophen in den Staaten Könige werden oder die Könige […] und Herrscher echte und gute Philosophen und wenn nicht in eine Hand zusammenfallen politische Macht und Philosophie, und wenn nicht die Vielzahl derer, die sich heute auf Grund ihrer Anlage nur der einen der zwei Aufgaben widmen, mit Gewalt davon ferngehalten wird, gibt es, mein Glaukon, kein Ende des Unglücks in den Staaten, ja nicht einmal im ganzen Menschengeschlecht, und unsere Verfassung, die wir nun in Gedanken entworfen haben, wird nicht früher, soweit überhaupt möglich, verwirklicht und das Licht der Sonne erblicken.“

Platon stellt einen Zusammenhang zwischen Glückseligkeit, Gütern, dem Gebrauch von Gütern und dem Wissen her. Es gibt verschiedene Arten von Gütern. Dazu zählen materielle Güter, leibliche Güter z.B. Gesundheit und Schönheit, Geltung bei anderen Menschen z.B. Herkunft, Macht und Ansehen und schließlich seelische Güter wie Besonnenheit, Tapferkeit, Gerechtigkeit und Weisheit. Doch nicht allein der Besitz von Gütern, sondern erst der richtige und nützliche Gebrauch von Gütern führt zur Glückseligkeit. Platon zufolge ist es die Erkenntnis, die den richtigen Gebrauch des jeweiligen Gutes herbeiführt. Demnach sind alle Güter nutzlos ohne die seelischen Güter Vernunft und Weisheit. Platon nimmt an, dass die Güter wertneutral sind - demnach weder gut noch schlecht. Erst Vernunft und Weisheit lassen die Dinge durch Gebrauch gut werden, und Unwissenheit wird die Dinge durch Gebrauch schlecht werden lassen. Jede Wissenschaft oder Kunst stellt etwas her oder entdeckt etwas, aber gesucht ist eine Wissenschaft, die es versteht das Hergestellte oder entdeckte richtig und nützlich zu gebrauchen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die historische Einheit von Ethik und Politik im klassischen Griechenland und führt in die Zielsetzung ein, die Konzepte Platons und Aristoteles zu vergleichen.

2. Das Leben Platons: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Platons, seine Erfahrungen mit der athenischen Politik und die Gründung seiner Akademie nach.

3. Das Leben des Aristoteles: Hier werden die biografischen Hintergründe von Aristoteles, sein Studium bei Platon und seine spätere Tätigkeit als Lehrer dargestellt.

4. Ethik: Dieses Kapitel behandelt die ethischen Theorien beider Denker, inklusive Seelenlehre, Tugendbegriffe und die Bestimmung des höchsten Gutes.

5. Politik: Hier werden die Staatsphilosophien analysiert, wobei Platons Idealstaat und Aristoteles' Konzeption des Menschen als zoon politikon im Zentrum stehen.

6. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Aristoteles zwar auf den theoretischen Grundlagen Platons aufbaut, diese jedoch systematisch ausbaut und teilweise scharf kritisiert, um eine eigenständige praktische Philosophie zu begründen.

7. Schluss: Der Schluss reflektiert das Erreichen des Zieles, dem Leser einen tieferen Einblick in die platonisch-aristotelische Staatsauffassung gegeben zu haben.

Schlüsselwörter

Platon, Aristoteles, Ethik, Politik, Staatsphilosophie, Tugend, Gerechtigkeit, Glückseligkeit, Philosophenherrschaft, Polis, Seelenlehre, zoon politikon, Ideentheorie, Idealstaat, Gemeinschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht und vergleicht die politischen und ethischen Philosophien von Platon und Aristoteles, um ihr Verständnis vom guten Leben und der idealen staatlichen Ordnung darzustellen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den zentralen Themen gehören die Seelenlehre, die Tugendethik, die verschiedenen Staatsformen, das Verhältnis zwischen Individuum und Gemeinschaft sowie die Rolle der Philosophie im Staat.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, die Gemeinsamkeiten und Differenzen in der Philosophie beider Autoren aufzuzeigen und dem Leser ein grundlegendes Verständnis für das klassische griechische Denken zu vermitteln.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden Literaturanalyse, die zentrale Werke wie Platons "Der Staat" sowie Aristoteles' "Politik" und "Nikomachische Ethik" in den Kontext zeitgenössischer Forschung setzt.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Ethik und der Politik bei Platon und Aristoteles, wobei jeweils auch Gemeinsamkeiten und spezifische Unterschiede gegenübergestellt werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Tugend, Glückseligkeit (Eudaimonia), Philosophenherrschaft, Polis und die Unterscheidung zwischen theoretischem und praktischem Leben geprägt.

Wie bewertet Aristoteles den platonischen Idealstaat?

Aristoteles übt scharfe Kritik an der Idee des Einheitsstaates und der Abschaffung des Privateigentums, da er diese als Gefahr für soziale Bindungen und menschliche Motivation betrachtet.

Warum spielt die Erziehung in der politischen Philosophie beider Denker eine so große Rolle?

Beide Philosophen sehen in der Erziehung das entscheidende Mittel, um den Menschen zu einem sittlichen Wesen zu formen, das fähig ist, seinen richtigen Platz in einer gerechten gesellschaftlichen Ordnung auszufüllen.

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Details

Title
Ethik und Politik bei Aristoteles und Platon. Ein Vergleich
College
LMU Munich  (Politikwissenschaft)
Course
Einführung in die Politische Theorie
Grade
1,0
Author
Bettina Kleber (Author)
Publication Year
2007
Pages
20
Catalog Number
V300388
ISBN (eBook)
9783656970286
ISBN (Book)
9783656970293
Language
German
Tags
Aristoteles Nikomachische Ethik Platon Politik Ethik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bettina Kleber (Author), 2007, Ethik und Politik bei Aristoteles und Platon. Ein Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300388
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