Diese Arbeit richtet den Blick auf drei Krisen, die insgesamt betrachtet eine mehrfache wirtschafts- und sozialhistorische Zäsur darstellen.
Die Krisen von 1966/67, 1974/75 und 1981/82 zerstörten die Planungs- und Steuerungsphantasien der 1960er Jahre, beförderten durch die Wiederkehr der Massenarbeitslosigkeit die gesellschaftliche Prekarisierung und sie beendeten den naiven Glauben einer immer währenden Prosperität mit Hilfe der keynesianischen Globalsteuerung.
Der Fokus dieser Arbeit liegt jedoch nicht nur auf einer reinen Darstellung der Krise. Vielmehr geht es im Allgemeinen um die Frage wie die damalige Wirtschaftspolitik auf die Krise reagierte. Im Speziellen geht es um die Klärung der Frage, warum die sozialliberale Koalition so lange an dem Konzept der Globalsteuerung festgehalten hat. Insbesondere eine jüngere Arbeit von Gérald Bökenkamp kritisiert heftig den damaligen Bundeskanzler und heutigen „Weltökonomen“ Helmut Schmidt ob seines Festhaltens an dem keynesianischen Instrumentarium. Tatsächlich unterlag die sozialliberale Bundesregierung inneren und äußeren Zwängen.
Zunächst soll im einleitenden Kapitel das der Sozialdemokratie zugrunde liegende ökonomische Denken dargestellt werden. Insbesondere das Wachstums- und Stabilitätsgesetz, welches unter Federführung von Wirtschaftsminister Karl Schiller beschlossen wurde findet hierbei Erwähnung. Das zweite Kapitel analysiert und beurteilt die konkrete keynesianische Konjunktursteuerung. Das letzte Kapitel analysiert die sozialliberale Wirtschaftspolitik schwerpunktmäßig in den 1970er Jahren.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Konzeptionelle Grundlagen
- Keynesianische Konjunkturtheorie
- Monetarismus und neoklassische Konjunkturtheorie
- Bewährung
- Der erste Wachstumsrückgang von 1966/67
- Stabilitäts- und Wachstumsgesetz
- Die Sozialdemokratie und die Entdeckung des Keynesianismus
- Bewahrung zwischen den Krisen
- Ursachen der Krise von 1974/75
- Beurteilung der Konjunktursteuerung
- Das Festhalten am Keynesianismus
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Reaktion der deutschen Wirtschaftspolitik auf drei Krisen, die die Planungs- und Steuerungsphantasien der 1960er Jahre zerstörten, die gesellschaftliche Prekarisierung durch die Wiederkehr der Massenarbeitslosigkeit verstärkten und den Glauben an eine dauerhafte Prosperität durch keynesianische Globalsteuerung erschütterten.
- Analyse der keynesianischen Konjunktursteuerung in Deutschland
- Bedeutung des Stabilitäts- und Wachstumsgesetzes
- Kritik an der Wirtschaftspolitik der sozialliberalen Koalition in den 1970er Jahren
- Einfluss keynesianischer und monetaristischer Theorien auf die deutsche Wirtschaftspolitik
- Gründe für das Festhalten am Keynesianismus trotz zunehmender Kritik
Zusammenfassung der Kapitel
- Das einleitende Kapitel beschreibt die ökonomische Denkweise der Sozialdemokratie und beleuchtet das Wachstums- und Stabilitätsgesetz.
- Kapitel 2 analysiert und bewertet die keynesianische Konjunktursteuerung, insbesondere im Kontext des Stabilitätsgesetzes.
- Kapitel 3 untersucht die sozialliberale Wirtschaftspolitik in den 1970er Jahren, insbesondere die Reaktion auf die Krisen der Zeit.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die keynesianische Konjunkturpolitik, das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz, die sozialliberale Wirtschaftspolitik, die Krisen der 1960er und 1970er Jahre, sowie den Monetarismus als Gegenentwurf zur keynesianischen Theorie.
Häufig gestellte Fragen
Was war die wirtschaftspolitische Zäsur der 1970er Jahre?
Die Krisen von 1966/67, 1974/75 und 1981/82 beendeten den Glauben an eine dauerhafte Prosperität durch keynesianische Globalsteuerung und führten zur Massenarbeitslosigkeit.
Was ist das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz?
Es wurde unter Karl Schiller beschlossen und bildete die gesetzliche Grundlage für die keynesianische Konjunktursteuerung in der Bundesrepublik Deutschland.
Warum hielt die sozialliberale Koalition am Keynesianismus fest?
Trotz Kritik, unter anderem von Helmut Schmidt, unterlag die Regierung inneren und äußeren Zwängen, die einen schnellen Wechsel zum Monetarismus erschwerten.
Was ist der Unterschied zwischen Keynesianismus und Monetarismus?
Keynesianismus setzt auf staatliche Nachfragesteuerung, während der Monetarismus die Geldmenge als zentralen Steuerungsfaktor für wirtschaftliche Stabilität betrachtet.
Welche Auswirkungen hatten die Krisen auf die Gesellschaft?
Die Krisen zerstörten Planungsfantasien der 1960er Jahre und führten zu einer zunehmenden gesellschaftlichen Prekarisierung durch zurückkehrende Arbeitslosigkeit.
- Quote paper
- Manuel Schwalm (Author), 2012, Die Wiederentdeckung der Konjunktur. Die bundesdeutsche Zäsur der Wirtschaftspolitik in den 1970er Jahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300397