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Die Wiederentdeckung der Konjunktur. Die bundesdeutsche Zäsur der Wirtschaftspolitik in den 1970er Jahren

Title: Die Wiederentdeckung der Konjunktur. Die bundesdeutsche Zäsur der Wirtschaftspolitik in den 1970er Jahren

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Manuel Schwalm (Author)

Business economics - Economic and Social History
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Diese Arbeit richtet den Blick auf drei Krisen, die insgesamt betrachtet eine mehrfache wirtschafts- und sozialhistorische Zäsur darstellen.
Die Krisen von 1966/67, 1974/75 und 1981/82 zerstörten die Planungs- und Steuerungsphantasien der 1960er Jahre, beförderten durch die Wiederkehr der Massenarbeitslosigkeit die gesellschaftliche Prekarisierung und sie beendeten den naiven Glauben einer immer währenden Prosperität mit Hilfe der keynesianischen Globalsteuerung.

Der Fokus dieser Arbeit liegt jedoch nicht nur auf einer reinen Darstellung der Krise. Vielmehr geht es im Allgemeinen um die Frage wie die damalige Wirtschaftspolitik auf die Krise reagierte. Im Speziellen geht es um die Klärung der Frage, warum die sozialliberale Koalition so lange an dem Konzept der Globalsteuerung festgehalten hat. Insbesondere eine jüngere Arbeit von Gérald Bökenkamp kritisiert heftig den damaligen Bundeskanzler und heutigen „Weltökonomen“ Helmut Schmidt ob seines Festhaltens an dem keynesianischen Instrumentarium. Tatsächlich unterlag die sozialliberale Bundesregierung inneren und äußeren Zwängen.

Zunächst soll im einleitenden Kapitel das der Sozialdemokratie zugrunde liegende ökonomische Denken dargestellt werden. Insbesondere das Wachstums- und Stabilitätsgesetz, welches unter Federführung von Wirtschaftsminister Karl Schiller beschlossen wurde findet hierbei Erwähnung. Das zweite Kapitel analysiert und beurteilt die konkrete keynesianische Konjunktursteuerung. Das letzte Kapitel analysiert die sozialliberale Wirtschaftspolitik schwerpunktmäßig in den 1970er Jahren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Konzeptionelle Grundlagen

2.1 Keynesianische Konjunkturtheorie

2.2 Monetarismus und neoklassische Konjunkturtheorie

3 Bewährung

3.1 Der erste Wachstumsrückgang von 1966/67

3.2 Stabilitäts- und Wachstumsgesetz

3.3 Die Sozialdemokratie und die Entdeckung des Keynesianismus

4 Bewahrung zwischen den Krisen

4.1 Ursachen der Krise von 1974/75

4.2 Beurteilung der Konjunktursteuerung

4.3 Das Festhalten am Keynesianismus

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die wirtschafts- und sozialhistorischen Zäsuren in der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1966 und 1982. Dabei wird analysiert, warum die sozialliberale Regierung trotz des Scheiterns des keynesianischen Konzepts der Globalsteuerung über lange Zeit an diesem Instrumentarium festhielt.

  • Entwicklung und Grenzen der keynesianischen Konjunkturpolitik in der Bundesrepublik.
  • Die Rolle des Stabilitäts- und Wachstumsgesetzes von 1967.
  • Wirtschaftliche Krisenphänomene (Stagflation) und deren Auswirkungen auf die Politik.
  • Die Verflechtung von sozialdemokratischer Reformpolitik und ökonomischer Theorie.
  • Handlungszwänge und Entscheidungsmotive der Ära Helmut Schmidt.

Auszug aus dem Buch

3.2 Stabilitäts- und Wachstumsgesetz

Das am 8. Juni 1967 in kraftgetretene Stabilitäts- und Wachstumsgesetz (im Folgenden vereinfachend Stabilitätsgesetz genannt) war der sichtbarste Ausdruck des Einflusses der keynesianischen Konjunkturtheorie auf die deutsche Wirtschaftspolitik der 1960er und 1970er Jahre. Kernelement des Stabilitätsgesetzes war das so genannte magische Viereck dem sich alle föderalen Organe der Bundes- und der Landes-/Kommunalebene auszurichten hatten. Das magische Viereck besteht aus den Zielen eines „angemessenen“ Wachstums, Vollbeschäftigung, Preisniveaustabilität sowie eines außenwirtschaftlichen Gleichgewichts.

Der Begriff „Magisch“ rührt daher, dass die einzelnen wirtschaftspolitischen Ziele des Stabilitätsgesetzes simultan nur selten erreicht werden können und wirtschaftspolitisch teilweise in Konkurrenz zueinander stehen. So wird auch das Problem einer unausgeglichenen Außenwirtschaftsbilanz von der Politik mehrheitlich gar nicht oder als wenig problematisch angesehen.

Die zweite Säule des Stabilitätsgesetzes war die Einbindung der Tarifpartner, als legitimierte Interessensvertretungen und der Bundesbank, in die Konjunkturpolitik des Staates. Karl Schiller entwarf hierzu die Konzertierte Aktion. Diese war lediglich als Forum für den Meinungsaustausch über die Einschätzungen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung gedacht, nie als ein Gremium mit Entscheidungsbefugnis. Die dritte Säule bildete das Konzept der Globalsteuerung, welche alle föderalen Ebenen auf gemeinsame wirtschaftspolitische Ziele (Magische Viereck) im Dialog mit den Sozialpartnern und der Bundesplan (konzertierte Aktion) ausrichten und mit einem breiten Instrumentarium, der Globalsteuerung, beeinflusst. An dieser Stelle wird bewusst auf eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Steuerungsinstrumente, der Entstehungsabfolge sowie der weitreichenden wirtschaftspolitischen Implikationen dieses Gesetzes verzichtet. Für das Verständnis von der Tragweite dieses Stabilitätsgesetzes und den weiteren Verlauf dieser Arbeit ist es dennoch sinnvoll, an dieser Stelle vier Aspekte kurz zu notieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach den Gründen des Festhaltens an der keynesianischen Globalsteuerung trotz der Krisenerfahrungen zwischen 1966 und 1982.

2 Konzeptionelle Grundlagen: Hier werden die theoretischen Modelle des Keynesianismus sowie des Monetarismus erläutert, welche die Basis für das wirtschaftspolitische Handeln der damaligen Zeit bildeten.

3 Bewährung: Dieses Kapitel analysiert die erste große Rezession, die Einführung des Stabilitätsgesetzes und die tiefe programmatische Verbindung der SPD mit dem Keynesianismus.

4 Bewahrung zwischen den Krisen: Der Hauptteil untersucht das Scheitern der Konjunktursteuerung in den 1970er Jahren, die Stagflation und die spezifischen Gründe, warum die Regierung Schmidt an ihrem wirtschaftspolitischen Kurs festhielt.

5 Fazit: Das Fazit resümiert das Scheitern der keynesianischen Steuerungseuphorie und zieht Parallelen zwischen der Krisenerfahrung der 1970er Jahre und aktuellen wirtschaftspolitischen Herausforderungen.

Schlüsselwörter

Keynesianismus, Konjunktursteuerung, Stabilitätsgesetz, Globalsteuerung, Bundesrepublik, Wirtschaftskrise, Stagflation, Sozialliberale Koalition, Helmut Schmidt, Karl Schiller, Konzertierte Aktion, Fiskalpolitik, Wirtschaftswachstum, Inflation, Arbeitslosigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Wirtschaftspolitik der Bundesrepublik Deutschland während der Krisenjahre 1966 bis 1982 und den Versuch, diese mittels keynesianischer Globalsteuerung zu meistern.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen die ökonomischen Theorien der Zeit, das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz, die Rolle der Sozialdemokratie und die Auswirkungen von Ölpreisschocks auf die deutsche Wirtschaftspolitik.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Untersuchung konzentriert sich darauf, warum die sozialliberale Koalition so lange am Konzept der keynesianischen Globalsteuerung festhielt, obwohl sich dieses als zunehmend ineffektiv erwies.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine wirtschaftshistorische Analyse, die volkswirtschaftliche Theorien mit politischen Entscheidungsprozessen verknüpft und diese anhand statistischer Zielgrößen und historischer Dokumente bewertet.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Krisen von 1966/67 und 1974/75, dem Stabilitätsgesetz als technokratischem Instrument und dem komplexen Verhältnis zwischen Politik, Gewerkschaften und den ökonomischen Realitäten.

Was charakterisiert die Arbeit inhaltlich?

Die Arbeit ist durch eine kritische Auseinandersetzung mit der "Planbarkeits- und Machbarkeitseuphorie" der 1960er Jahre und den daraus resultierenden Enttäuschungen der 1970er Jahre geprägt.

Warum war das Stabilitätsgesetz von 1967 für die SPD so bedeutend?

Es diente nicht nur der ökonomischen Steuerung, sondern war ein zentrales Vehikel für die gesellschaftspolitische Reformagenda der SPD, um soziale Teilhabe und Wohlstand zu sichern.

Welche Rolle spielte das Phänomen der Stagflation?

Die Stagflation – das gleichzeitige Auftreten von hoher Inflation und hoher Arbeitslosigkeit – widerlegte die Annahmen der keynesianisch motivierten Phillips-Kurve und führte das bisherige Steuerungskonzept ad absurdum.

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Details

Title
Die Wiederentdeckung der Konjunktur. Die bundesdeutsche Zäsur der Wirtschaftspolitik in den 1970er Jahren
College
University of Göttingen  (Seminar für mittlere und neuere Geschichte)
Course
Die Bundesrepublik in den den 1970er Jahren
Grade
1,0
Author
Manuel Schwalm (Author)
Publication Year
2012
Pages
24
Catalog Number
V300397
ISBN (eBook)
9783656970262
ISBN (Book)
9783656970279
Language
German
Tags
Konjunktur Wirtschaftspolitik Globalsteuerung Keynes 1970er Karl Schiller Konzertierte Aktion; Sachverständigenrat Rezession Machbarkeitsdenken Wirtschaftskrise Politik Wirtschaftsweise
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuel Schwalm (Author), 2012, Die Wiederentdeckung der Konjunktur. Die bundesdeutsche Zäsur der Wirtschaftspolitik in den 1970er Jahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300397
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