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Heldenwechsel. Vom "Stoßarbeiter" zum "mittleren Helden"

Zum Zusammenhang von Wirtschaft, Politik und Kunst

Título: Heldenwechsel. Vom "Stoßarbeiter" zum "mittleren Helden"

Libro Especializado , 2015 , 121 Páginas

Autor:in: Lutz Marz (Autor)

Arte - Consideraciones generales
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Ein bekanntes aber immer wieder diskutiertes Grundcharakteristikum moderner Gesellschaften besteht darin, dass die Bereiche Wirtschaft, Politik und Kunst einerseits eine strukturelle und funktionale Teilautonomie besitzen, andererseits aber miteinander wechselwirken. Aus dieser Gleichzeitigkeit von Teilautonomie und Wechselwirkung resultiert eine trilaterale Ko-Evolution von Wirtschaft, Kunst und Politik.
Bei der Analyse dieser Ko-Evolution ist bislang eine Vermittlungsfigur nur unzureichend und einseitig analysiert worden, und zwar die Figur des Arbeitshelden. Dies erstaunt aus mehreren Gründen. Zum einen steht diese Figur seit der Antike im Zentrum der großen abendländischen Erzählungen. Zum anderen gibt es zwischen den teilautonomen Bereichen Wirtschaft, Politik und Kunst wohl kaum eine passendere Vermittlungsfigur als den Arbeitshelden. Und schließlich hat der Sozialismus den Arbeitshelden als Vermittlungsfigur zwischen Wirtschaft, Politik und Kunst geradezu unübersehbar und sinnfällig gemacht.
Die vorliegende Arbeit unternimmt den Versuch, die zentrale Rolle der Arbeitshelden in der Ko-Evolution von Wirtschaft, Politik und Kunst exemplarisch herauszuarbeiten und zu plausibilisieren. Dabei wird gezeigt, dass diese Vermittlungsfigur nicht fix und unveränderlich ist, sondern dass sie sich in diesem trilateralen Ko-Evolutionsprozess wandelt, so wie sich auch die teilautonomen Bereiche Wirtschaft, Politik und Kunst und deren Wechselwirkungsgefüge wandeln.
Empirisch wird die Doppelfunktion des Arbeitshelden in der vorliegenden Studie am Beispiel des Heldenwechsels vom „Stoßarbeiter“ zum „mittleren Helden“ in der DDR analysiert. Dabei greift die Analyse sowohl auf kliometrische als auch auf literaturwissenschaftliche Untersuchungen zurück.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Wirtschaft, Politik, Kunst und Arbeitshelden

2. DDR: Periodisierung und Trendbruchperiode

2.1. Periodisierung: Theorie und Empirie

2.2. Trendbruchperiode: Forschungsdefizite und Forschungshypothesen

3. Arbeitshelden: Mythologische und sowjetische Arbeitshelden

3.1. Mythologischer Heros der Arbeit: Herakles – Figur, Facetten und Funktionen

3.1.1. Figur: Herakles - Taten und Wirkungsgeschichte

3.1.2. Facetten: Herakles als Revolutions-, Arbeits- , Zivilisations- und Kulturheros

3.1.3. Funktionen: Herakles als Vermittlungs- und Identifikationsfigur

3.2. Sowjetische Heroen der Arbeit: Alexej Stachanow und die Winogradovas

3.2.1. Alexej Stachanow

3.2.2. Die Winogradovas

4. DDR-Arbeitshelden der ersten und zweiten Periode

4.1. DDR-Arbeitshelden der ersten Periode: Die preußischen „Stoßarbeiter“

4.1.1. Adolf Hennecke und Frida Hockauf

4.1.2. Hans Garbe und der Garbe-Stoff

4.1.3. Bearbeitungen des Garbe-Stoffes: Frühe, mittlere und späte Varianten

4.2. DDR-Arbeitshelden der zweiten Periode: Peter Hacks‘ „mittlere Helden“

4.2.1. „Eröffnung des indischen Zeitalters“ (1954): Columbus

4.2.2. „Moritz Tassow“ (1961): Mattukat

4.2.3. „Prexaspes“ (1968): Darios

4.2.4. „Omphale“ (1969): Herakles

4.2.5. „Numa“ (1970/71): Quirini, Lucia und Numa

4.2.6. „Die Binsen“ (1981): Justine

5. Heldenwechsel: Vergleich und Agenda

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die zentrale Rolle von Arbeitshelden als Vermittlungsfiguren in der Ko-evolution von Wirtschaft, Politik und Kunst am Beispiel der DDR. Dabei wird analysiert, wie sich diese Figur im Verlauf des sozialistischen Systems gewandelt hat, um den Übergang von einer wirtschaftlich-ideologisch geprägten Frühphase zum Typus des „mittleren Helden“ zu verstehen.

  • Ko-evolution von Wirtschaft, Politik und Kunst
  • Wandel des Arbeiters zum Arbeitshelden
  • Die Figur des Herakles als mythologischer Prototyp
  • Stachanow-Bewegung und ihre DDR-Adaption
  • Literatur und Theater als Spiegel der Heldenzeugung

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Figur: Herakles - Taten und Wirkungsgeschichte

Der so genannte Dodekathlos umfasst die zwölf kanonisierten Taten des Herakles. Dies sind im Einzelnen: Die Erlegung des Nemëischen Löwen, die Tötung der neunköpfigen Hydra, das Einfangen der Kerynitischen Hirschkuh, das Einfangen des Erymanthischen Ebers, das Ausmisten der Rinderställe des Augias, die Vertreibung der Stymphalischen Vögel, das Einfangen des Kretischen Stiers, die Zähmung der menschenfressenden Rosse des Diomedes, die Herbeischaffung des Wehrgehänges der Amazonenkönigin Hippolyte, der Raub der Rinderherde des Riesen Geryon, das Pflücken der goldenen Äpfel der Hesperiden und das Heraufbringen des Wachhundes der Unterwelt, Kerberos, an die Oberwelt.

Neben diesen kanonisierten Taten werden Herakles auch noch weitere Arbeiten zugeschrieben, so etwa, dass er der lydischen Königen Omphale drei Jahre als Sklave diente, Jason beim Zug der Argonauten unterstützte, den Tyrannen Syleus und die Kerkopen bestrafte, Prometheus befreite, mit dem Giganten Antaeus kämpfte, den feuerspeienden Cacus tötete oder dass er mit seinen Gefährten in Troja eindrang, König Laomedon und dessen gesamte Familie bis auf seine Tochter Hesione und seinen jüngsten Sohn Priamos auslöschte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Wirtschaft, Politik, Kunst und Arbeitshelden: Einführung in das trilateralen Ko-evolutionsmodell und die Rolle des Arbeitshelden als Indikator und Impulsgeber.

2. DDR: Periodisierung und Trendbruchperiode: Methodische Erörterung kliometrischer Periodisierungsansätze zur Identifizierung zentraler Entwicklungsabschnitte der DDR-Wirtschaft.

3. Arbeitshelden: Mythologische und sowjetische Arbeitshelden: Herleitung der Heldenfiguren aus dem Herakles-Mythos sowie der sowjetischen Stachanow-Tradition als fundamentale Vorbilder.

4. DDR-Arbeitshelden der ersten und zweiten Periode: Untersuchung der preußisch geprägten „Stoßarbeiter“ und deren Ablösung durch Peter Hacks‘ „mittlere Helden“.

5. Heldenwechsel: Vergleich und Agenda: Zusammenfassender Vergleich der Heldentypen und Formulierung künftiger Forschungsansätze zur trilateralen Ko-evolution.

Schlüsselwörter

Arbeitshelden, Ko-evolution, DDR-Wirtschaft, Peter Hacks, Herakles, Stachanow, Stoßarbeiter, Mittlerer Held, Kliometrie, Sozialismus, Arbeitsethik, Industriegeschichte, Systemzeit, Ideologie, Literatursoziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Untersuchung analysiert, wie der Wandel der Figur des „Arbeitshelden“ als Vermittlungsinstanz zwischen Wirtschaft, Politik und Kunst das Verständnis der DDR-Gesellschaftsentwicklung vertiefen kann.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Studie verknüpft historische Wirtschaftsdaten mit kulturgeschichtlichen Analysen, wobei ein Bogen von der griechischen Mythologie bis zur DDR-Literatur der 1960er und 70er Jahre gespannt wird.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Wie wandelte sich die Funktion und ästhetische Gestaltung des Arbeitshelden im Zuge der trilateralen Ko-evolution der DDR-Gesellschaft, insbesondere beim Übergang vom „Stoßarbeiter“ zum „mittleren Helden“?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen kliometrischen Periodisierungsansatz für die wirtschaftliche Seite und eine systemtheoretisch-literaturwissenschaftliche Analyse zur Untersuchung der Heldenfiguren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine tiefgehende Analyse der mythologischen Wurzeln (Herakles), der sowjetischen Vorbilder (Stachanow), der frühen DDR-Stoßarbeiter (Hennecke, Garbe) und der literarischen Entwürfe von Peter Hacks.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Arbeitsheld, Ko-evolution, Systemzeit, Stachanowismus und den „mittleren Helden“ nach Peter Hacks erschließen.

Was unterscheidet den „mittleren Helden“ vom „Stoßarbeiter“?

Während der Stoßarbeiter primär durch körperliche Höchstleistung und Enthusiasmus charakterisiert ist, agiert der „mittlere Held“ als reflektierter Vermittler, der in „fröhlicher Resignation“ zwischen widerstreitenden gesellschaftlichen Interessen ausbalanciert.

Wie ist die Rolle von Peter Hacks einzuschätzen?

Peter Hacks gilt als derjenige Dramatiker, der durch seine „mittleren Helden“ in den Dramen der 1960er Jahre ein neues, komplexeres Modell für die Rolle des Intellektuellen und Funktionärs in der DDR entwarf.

Warum wird die Mauerbau-Zeit als Trendbruchperiode identifiziert?

Die 1960er Jahre werden als Zeit einer „systemischen Revolution von oben“ analysiert, die durch neue wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und einen Wandel in der gesellschaftlichen Selbstdarstellung gekennzeichnet ist.

Final del extracto de 121 páginas  - subir

Detalles

Título
Heldenwechsel. Vom "Stoßarbeiter" zum "mittleren Helden"
Subtítulo
Zum Zusammenhang von Wirtschaft, Politik und Kunst
Curso
Kunstwissenschaft
Autor
Lutz Marz (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
121
No. de catálogo
V300410
ISBN (Ebook)
9783656967248
ISBN (Libro)
9783656967255
Idioma
Alemán
Etiqueta
Kunstwissenschaft DDR Geschichte Kliometrie Ökonomie Peter Hacks
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Lutz Marz (Autor), 2015, Heldenwechsel. Vom "Stoßarbeiter" zum "mittleren Helden", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300410
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