Der Skeptizismus ist wohl eine der wenigen philosophischen Strömungen, die es in den Alltag der Moderne
geschafft hat — zumindest der Begrifflichkeit nach. In dieser Arbeit wird die antike Konzeption
des Skeptizismus bei PYRRHON VON ELIS, maßgeblich in der Form, wie er durch SEXTUS EMPIRICUS
überliefert wird, einer modernen Skeptikerbewegung gegenübergestellt, die weltweit Anhänger findet.
Diese Bewegung organisiert sich in überregionalen Organisationen, bei denen ich mich in erster Linie
auf die im deutschsprachigen Raum aktive GWUP konzentrieren werde.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorbemerkung
2. Skepsis bei Sextus Empiricus
2.1 Ziel
2.2 Methode
2.3 Kritik
3. Skepsis bei der GWUP
3.1 Ziel
3.2 Methode
3.3 Kritik
4. Vergleich beider Formen des Skeptizismus
4.1 Ziel
4.2 Methode
4.3 Kritik
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die antike Konzeption des Skeptizismus nach Pyrrhon von Elis, wie sie durch Sextus Empiricus überliefert wurde, einer modernen Skeptikerbewegung gegenüberzustellen, wobei der Fokus insbesondere auf der im deutschsprachigen Raum aktiven GWUP liegt. Dabei soll untersucht werden, wie sich der etymologische Wandel des Skepsis-Begriffs auf die Praxis und das Selbstverständnis beider Formen auswirkt und inwieweit Gemeinsamkeiten oder fundamentale Unterschiede in Zielsetzung, Methode und Kritik existieren.
- Gegenüberstellung von antiker pyrrhonischer Skepsis und modernem Skeptizismus (GWUP)
- Analyse der Zielsetzung: Seelenruhe (Ataraxie) vs. wissenschaftlicher Fortschritt und Aufklärung
- Vergleich der methodischen Ansätze, insbesondere im Hinblick auf den Umgang mit Dogmen
- Kritische Reflexion der politischen Dimension und der gesellschaftlichen Praxis beider Strömungen
Auszug aus dem Buch
2. Skepsis bei Sextus Empiricus
Der Versuch, an dieser Stelle einen umfassenden Überblick über die Geschichte des Skeptizismus zu formulieren, muss aus Platzgründen scheitern. Ich werde mich daher auf einige schlaglichtartige Beschreibungen beschränken, die für das weitere Verständnis meiner Ausführungen notwendig erscheinen.
Der Skeptizismus lässt sich am ehesten als Gegenposition zum Dogmatismus (und gleichsam als dessen Folge) beschreiben. So leugnen Skeptiker jegliche Möglichkeit von sicherer Erkenntnis, selbst die Erkenntnis, dass eine solche nicht zu erreichen sei, wird weder verneint noch bejaht. Diese Haltung wird damit begründet, dass jedem Argument ein gleichwertiges, mit ihm unvereinbares Argument entgegengesetzt werden kann. Daraus resultiert eine globale Zurückhaltung (epoché) in allen Belangen. Ich werde in Punkt 2.2 näher auf diese antike skeptische Methode eingehen.
Der erste überlieferte Verfechter des Skeptizismus ist PYRRHON VON ELIS (ca. 365-275 v. d. Z.), auch wenn skeptische Positionen wohl so alt sind wie die Philosophie selbst. Der nach ihm benannte Pyrrhonismus wurde ein halbes Jahrtausend später von SEXTUS EMPIRICUS in dessen Werk „Grundriß der pyrrhonischen Skepsis“ ausführlich beschrieben. Pyrrhon selbst lehnte konsequenterweise das Niederschreiben einer „Lehre“, die ja sofort unter den Verdacht des Dogmatismus gefallen wäre, ab.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorbemerkung: Einleitung in die Thematik der Gegenüberstellung von antikem Skeptizismus und moderner Skeptikerbewegung unter Berücksichtigung der inhaltlichen Grenzen einer Hausarbeit.
2. Skepsis bei Sextus Empiricus: Darstellung der pyrrhonischen Skepsis als Lebensform, die durch die epoché und den Einsatz von Tropen zur Erreichung von Seelenruhe strebt, wobei Dogmatismus abgelehnt wird.
3. Skepsis bei der GWUP: Untersuchung der GWUP als moderne, politisch und gesellschaftspolitisch motivierte Skeptikerbewegung, die den Fokus auf wissenschaftlichen Fortschritt und die Bekämpfung von Parawissenschaften legt.
4. Vergleich beider Formen des Skeptizismus: Kontrastierung beider Konzepte hinsichtlich ihrer Ziele, methodischen Vorgehensweisen und der an sie gerichteten Kritik, unter Hervorhebung des Wandels des Skeptizismus-Begriffs.
5. Fazit: Zusammenfassende Reflexion der Analyse, die offenlässt, welcher Skeptizismus überlegen ist, und die Bedeutung einer skeptischen Grundhaltung für den modernen Alltag unterstreicht.
Schlüsselwörter
Skeptizismus, Pyrrhonismus, Sextus Empiricus, GWUP, Dogmatismus, Ataraxie, Epoché, Tropen, Wissenschaftlichkeit, Parawissenschaften, Erkenntnistheorie, Lebensform, Aufklärung, Isosthenie, Rationalismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht die antike skeptische Philosophie nach Sextus Empiricus mit der modernen Skeptikerbewegung, repräsentiert durch die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP).
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind das jeweilige Ziel der Skeptizismus-Konzepte (Seelenruhe vs. Aufklärung), die angewendeten Methoden (Tropen vs. wissenschaftliche Evidenz) sowie die Kritik an der jeweiligen Ausrichtung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie sich der Skeptizismus als philosophische Lebensform im Vergleich zu einem modernen, wissenschaftlich orientierten Verein in Bezug auf Zielsetzung und Praxis darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, die zentrale Texte der antiken Philosophie und moderne Dokumente sowie Stellungnahmen der GWUP gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung des pyrrhonischen Skeptizismus, eine Analyse der GWUP und einen abschließenden direkten Vergleich der beiden Bewegungen in den Kategorien Ziel, Methode und Kritik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Skeptizismus, Pyrrhonismus, GWUP, Dogmatismus, Ataraxie, Isosthenie und wissenschaftliche Aufklärung.
Wie unterscheidet sich der Begriff "Skepsis" in der Antike von der modernen Verwendung?
Während die antike Skepsis auf Seelenruhe durch Urteilsenthaltung abzielte, wird der Begriff heute eher im Sinne eines rationalen, wissenschaftskritischen Hinterfragens verwendet, was in der Arbeit als "inflationärer" Wandel beschrieben wird.
Welche Kritikpunkte werden in der Arbeit besonders hervorgehoben?
Häufig geäußerte Kritikpunkte sind der Vorwurf des Dogmatismus, die Gefahr der Arroganz gegenüber Nicht-Skeptikern sowie die Trivialität der jeweiligen skeptischen Auseinandersetzung.
- Quote paper
- Sara Mann (Author), 2015, What would Sextus do? Skeptizismus früher und heute, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300421