Zeitschriften in der digitalen Welt. Online-Strategien von Publikumszeitschriften


Hausarbeit, 2013

14 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Begriffsbestimmung
1.2 Entwicklung

2. Vor- und Nachteile des Mediums Internet
2.1 Aktualisierbarkeit und Additivität
2.2 Interaktivität und Selektivität
2.3 Multimedialität
2.4 Speicherkapazität und globale Verbreitung
2.5 Limitierte Portabilität
2.6 Problem der geringen Zahlungsbereitschaft

3. Zeitschriften in der digitalen Welt
3.1 Online-Strategien von Publikumszeitschriften
3.1.1 Zweitverwertung
3.1.2 Tagesaktualität
3.1.3 Interaktive Multimedia-Portale

4. Fazit

Literaturverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

Mit der zunehmenden Wichtigkeit und Nutzung des Internets ist es auch für die Verlage von Publikumszeitschriften unerlässlich geworden, ihre Titel angemessen im World-Wide-Web zu repräsentieren. Dies dient einerseits der Leserbindung über das Print-Medium hinaus, andererseits aber auch der Vergrößerung des Verbreitungsgebietes und der Erschließung neuer Werbemärkte (Vogel, 2002, S.3; Neuberger, Nuernbergk & Rischke, 2009, S. 179).

Diese Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen und Möglichkeiten, die das Internet als Medium bietet, sowie mit den Strategien, die Verlage beim Versuch, die Qualitäten ihrer Zeitschriften ins Internet zu transferieren, verfolgen.

1.1 Begriffsbestimmung

Im Gegensatz zur Zeitung sind Publikumszeitschriften meist nicht tagesaktuell, auch wenn sie natürlich oft gegenwärtig relevante Themen aufgreifen. Sie erscheinen regelmäßig, mit mindestens vier Heften jährlich, die als Kaufpresse vertrieben werden. (Vogel, 2007, S.50) Andreas Vogel (2008) beschreibt sie als „populär redaktionell“ gestaltete Printprodukte, die „Orientierung und Erlebnis“ verheißen (S. 467).

Hier stellt sich die Frage, inwieweit man die Online-Versionen von Zeitschriften noch wirklich als Zeitschriften bezeichnen kann, da sie sich mit Hilfe des großen Vorteils des Internets – der permanenten Aktualisierbarkeit – eher den Zeitungen mit ihrer Tagesaktualität annähern.

Auch verschwinden im Internet Unterschiede zwischen verschiedenen Massenmedien, Form und Periodizität gleichen sich einander an. Online-Zeitschriften stellen, genauso wie die Online-Ausgaben vieler Fernseh- und Radio-Sender, mittlerweile oft multimediale Portale dar, und auch hier lässt es sich streiten, ob man sie überhaupt noch mit dem Begriff 'Zeitschrift' beschreiben kann. (Mögerle, 2009, S.31)

1.2 Entwicklung

Die Internet-Auftritte von Publikumszeitschriften unterlagen seit den Anfängen vor gut 20 Jahren einem ständigen Wandel. Mögerle (2009) beschreibt diese Entwicklung in den fünf großen Phasen Erste Versuche, Strategiewechsel, Evaluation, Rollensuche und Etablierung:

Als in den 1990er Jahren die ersten Verlage mit ihrem Online-Engagement begannen, wurden zunächst meist nur die Inhalte der Print-Ausgaben eins-zu-eins ins Netz gestellt und die technischen Vorteile des Internets nicht ausgenutzt. In einer ersten Versuchsphase wurde das Internet also vor allem zum einfachen Aufrufen von Informationen genutzt, ohne weitere Interaktionsmöglichkeiten.

Erst um die Jahrtausendwende begann man, in einer Phase des Strategiewechsels das Potential des neuen Mediums zu erkennen, und vermehrt Funktionen wie Archive, Multimedia und Feedbackoptionen mit einzubeziehen. Jetzt sollten nicht mehr nur die Stammleser mit Inhalten beliefert werden, sondern auch neue Internet-Nutzer erreicht werden.

Nach dem Platzen der Dotcom-Blase unterzogen die meisten Verlage die Online-Ausgaben einer Evaluation, um die Internet-Auftritte effizienter zu gestalten.

In den folgenden Jahren ging es für Online-Zeitschriften wieder aufwärts. Das Internet wurde zunehmend zu einem „Alltagsmedium“, was natürlich auch zu höheren Nutzerzahlen bei den Online-Zeitschriften führte (Mögerle, 2009, S. 47). Dennoch fanden sich viele Verlage immer noch auf Rollensuche; oft war die Funktion noch nicht klar, die eine Online-Zeitschrift erfüllen sollte, genauso wenig der Platz, den sie gegenüber der Print-Ausgabe einnehmen sollte.

Ab 2005 schließlich konnten sich digitale Zeitschriften im Netz als relativ eigenständige Nachrichtenmedien etablieren. Dennoch unterliegen diese Websites einem ständigen Wandel und viele Fragen, etwa die nach einem universellen Finanzierungsmodell, bleiben ungelöst. (ebd., S.43-49)

Im Laufe der Jahre waren die Online-Ableger von bereits bestehenden Print-Zeitschriften signifikant erfolgreicher als rein onlinebasierte Angebote. Der bekannte Markenname führt zu einem „Kompetenztransfer“ von der bereits etablierten Print- zur Online-Ausgabe. (Rademacher & Siegert, 2005, S. 494) Zusätzlich können traditionelle Verlage auf bereits bestehende Strukturen und Beziehungen zurückgreifen (Mögerle, 2009, S.43), auch wenn die meisten von ihnen eigenständige Online-Redaktionen beschäftigen, ein Umstand, der vor allem den sehr unterschiedlichen Produktionsrhythmen von Print- und Internet-Ausgabe geschuldet ist (Meyer-Lucht, 2006, S.87).

2. Vor- und Nachteile des Mediums Internet

Vor allem technische Entwicklungen ermöglichen im Internet eine Bereitstellung von Funktionen, die mit herkömmlichen Medien nicht realisierbar wären (Rademacher & Siegert, 2005, S.484). Gleichzeitig bieten sich in der Online-Welt vielfältige Nutungsmöglichkeiten und es wird eine „Variationsbreite von Gratifikationen“ abgedeckt, wie bei keinem anderen einzelnen Medium (Mögerle, 2009, S. 148-149).

2.1 Aktualisierbarkeit und Additivität

Eine der wichtigsten Eigenschaften, die das Internet mitbringt, ist die permanente Aktualisierbarkeit. Einmal gedruckt, kann eine Zeitschrift nicht mehr verändert werden, aber eine Website unterliegt einem ständigen Wandel – die Artikel können mit einem Mausklick verbessert, gekürzt oder gelöscht werden. Eng mit der Aktualisierbarkeit verbunden ist also auch der Begriff der Additivität, nämlich die Möglichkeit, neue und alte Inhalte zu verknüpfen und dadurch Themenschwerpunkte zu schaffen (Rademacher & Siegert, 2005, S.485).

In einer Studie zum Thema „Identität und Qualität des Journalismus im Internet aus Nutzersicht“ bezeichneten 82,1% der Befragten die Aktualität des Journalismus als wichtig oder sehr wichtig. An oberster Stelle steht aber die Glaubwürdigkeit, die für 92,9% der Befragten (sehr) wichtig war. (Neuberger, 2012, S. 44) Journalisten tun also gut daran, Meldungen nocheinmal zu überprüfen, anstatt sie ungeprüft, aber schnell, online zu stellen.

2.2 Interaktivität und Selektivität

Eine Eigenschaft, die klassische Medien gar nicht, oder nur sehr eingeschränkt (z.B. Leserbriefe) anbieten, ist die Interaktivität. Das Internet erlaubt es dem Nutzer, sowohl mit dem Medienanbieter, als auch mit anderen Nutzern in Kontakt zu treten, etwa über Foren, Feedback-Funktionen oder Live-Chats. Zusätzlich wird es einfacher, eigene Inhalte zu veröffentlichen, zum Beispiel in Form von Weblogs. (Rademacher & Siegert, 2005, S.485)

Allerdings ist die Interaktivität bei den Online-Versionen von Publikumszeitschriften weniger relevant als bei anderen Internet-Angeboten, da sie primär eine Informations- und Orientierungsfunktion erfüllen, und nur wenige Nutzer dieser Seiten kommunikative Absichten verfolgen (Mögerle, 2009, S.151).

Für Zeitschriften wichtiger ist der mit der Interaktivität eng zusammenhängende Begriff der Selektivität. Durch Suchmaschinen, Archive und das Prinzip der Hypertextualität, also der Verlinkung der Texte, ist es möglich, sich Inhalte nach persönlichen Bedürfnissen und Interessen zusammenzustellen (Rademacher & Siegert, 2005, S.485). Auch neuere Entwicklungen, wie etwa E-Mail-Services oder individuelle Applikationen für Mobiltelefone, bei denen eine Vorauswahl an gewünschten Ressorts getroffen werden kann, gehen in diese Richtung.

[...]

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Details

Titel
Zeitschriften in der digitalen Welt. Online-Strategien von Publikumszeitschriften
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung)
Veranstaltung
Proseminar Medienlehre
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
14
Katalognummer
V300424
ISBN (eBook)
9783656967101
ISBN (Buch)
9783656967118
Dateigröße
383 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
zeitschriften, welt, online-strategien, publikumszeitschriften
Arbeit zitieren
Andrea Attwenger (Autor), 2013, Zeitschriften in der digitalen Welt. Online-Strategien von Publikumszeitschriften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300424

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