In größeren deutschen Städten öffnen immer mehr Coffee-Bars und Coffee-Shops nach amerikanischem Vorbild ihre Pforten. Vorbei sind die Zeiten, in der sich die Kunden am Tage außer Haus ihr geliebtes Heißgetränk nur im Stehkaffee zwischen einer bunten Warenwelt, im Café zu einem Stück Torte oder in einer der eher seltenen italienischen Espresso-Bars gönnen konnten. Heute sind die Chancen sehr gut, in den besten Lauflagen der Innenstädte, Einkaufscentern, Bürovierteln, Bahnhöfen und Flughäfen auf Coffee Shops zu treffen, die mit ihren großen Glasscheiben Einblick auf ein entspanntes Ambiente in warmen Farbtönen erlauben. Dort tummeln sich vornehmlich jüngere Leute, die sich unterhalten, Kaffee trinken, eine Kleinigkeit essen, sehen und gesehen werden wollen und nach einer relativ kurzen Verweilzeit schon wieder zur nächsten Aktivität eilen.
Beeindruckend ist auf jeden Fall die Vielfalt von Sorten und Zubereitungsformen beim Kaffee. Die Auswahl zwischen 20 und mehr Kaffeegetränken mit manchmal erklärungsbedürftigen Namen, heiß oder kalt serviert, als normal, tall, grande oder im Pappbecher als “coffee to go“ angeboten, vermitteln ein Gefühl von Metropolendasein und Weltläufigkeit.
Für den kleinen Hunger zwischendurch gibt es Bagels, Sandwiches, Ciabattas, auch Croissants, Cookies, Brownies und Muffins. Im Hintergrund spielt leise Jazzmusik oder Ethno-Pop, während die Kunden zumeist an Stehtischen lehnen, manchmal auch auf Barhockern oder weich gepolsterten Bänken sitzen. Das Publikum ist bunt gemischt und reicht vom jung-dynamischen Bürotypen über den Stadtbummler bis hin zum trendigen Jugendlichen.
Unsere Ziele sind die Verwirklichung dieses Flairs in unserem Coffee Shop, so dass unsere Kunden nicht nur wegen des Kaffee-Genusses zu uns kommen, sondern auch, um die Atmosphäre zu genießen. Denn eine Kundenbindung auf Gefühlsebene ist mindestens genauso wichtig wie eine Bindung über ein gutes Produkt. Weiterhin sind unsere Ziele, den Shop innerhalb von 3 Monaten mit einem positiven Deckungsbeitrag zu bewirtschaften, was zweifelsohne durch die Sogwirkung der Neueröffnung des Phönix-Centers möglich sein wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Vision und Ziele
2 Rechtliche Voraussetzungen
2.1 Allgemeine Bestimmungen
2.2 Rechtliche Voraussetzungen zum Betreiben eines Coffee Shop
2.2.1 Nachweis der persönlichen Eignung
2.2.2 Nachweis der fachlichen Eignung
2.2.3 objektbezogenen Voraussetzungen
2.3 Rechtsform
3 Gesellschaftsvertrag
4 Persönliche und fachliche Voraussetzungen der Gründer
4.1 Persönliche Qualifikationen
4.2 Fachliche Qualifikationen
5 Marketing
5.1 Marktsituation
5.2 Marktsegmentierung
5.3 Produktpolitik
5.4 Preispolitik
5.5 Kommunikationspolitik
6 Standort
6.1 Voraussetzungen
6.2 Standortwahl
6.2.1 Die Lage des Coffee Shops
6.2.2 Das Phoenix-Center
6.3 Projektpartner ECE
6.4 Konkurrenzanalyse
7 Personal
7.1 Personalbedarf
7.2 Arbeitsplan
7.3 Arbeitsverträge mit Aushilfskräften
7.4 Vergütung
8 Versicherung
8.1 Krankenversicherung
8.2 Haftpflichtversicherung
8.3 Rentenversicherung
8.4 Rechtschutzversicherung
8.5 Kfz-Haftpflicht-Versicherung
9 Buchführung / Steuern
9.1 Buchführungspflicht
9.2 Steuern
9.2.1 Gewerbesteuer
9.2.2 Umsatzsteuer
9.2.3 Einkommenssteuer
10 Investitionen
11 Finanzierung
11.1 Eigenkapital
11.2 Sicherheiten
12 Beurteilung
13 Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der detaillierten Planung und Gründung eines Coffee-Shops im neuen Phönix-Shopping-Center in Hamburg-Harburg. Ziel der Arbeit ist die Erstellung eines tragfähigen Geschäftskonzepts, das neben der Standortanalyse und Marketingstrategie auch rechtliche Rahmenbedingungen, Investitionsbedarfe, Personalplanung sowie die Finanzierung umfasst.
- Gründung einer Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR)
- Standortfaktoren und Konkurrenzanalyse im Phönix-Center
- Marketing und Produktportfolio für eine Zielgruppe zwischen 20 und 45 Jahren
- Finanzierungsstruktur durch Eigenkapital und ERP-Förderprogramme
Auszug aus dem Buch
2.3 Rechtsform
Als Rechtsform wird für den Coffee Shop eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechtes gewählt. Diese hat den Vorteil, dass im Vergleich zu den anderen Rechtsformen die geringsten Gründungskosten und die wenigsten Gründungsformalitäten anfallen. Im Gegensatz zu den Kapitalgesellschaften haften die Gesellschafter einer GbR uneingeschränkt, unmittelbar und gesamtschuldnerisch mit ihrem gesamten Privatvermögen. Hier liegt ein Nachteil der Rechtsform. Bedenkt man allerdings, dass Banken bei der Kreditvergabe auch von Kapitalgesellschaftern eine zusätzliche private Haftung fordern (z.B. die Bürgschaft des Geschäftsführers bei einer GmbH), so ist eine unbeschränkte Haftung grundsätzlich nicht zu vermeiden. Außerdem ist bei der GbR von den Gesellschaftern kein Mindestkapital aufzubringen und es erfolgt auch keine Eintragung ins Handelsregister, was die Buchführungspflicht und strengere HGB-Vorschriften zur Folge hätte. Bei einer GmbH wäre dieses notwendig.
Aus steuerlicher Sicht ist die GbR gerade in der Anfangszeit sinnvoll. Die Gewinne sind von den Gesellschafterinnen mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz zu versteuern. Da die Gewinne zu Beginn nicht sehr hoch ausfallen, ist die Steuerbelastung aufgrund der Progressionswirkung der Einkommenssteuer geringer als eine mögliche Körperschaftssteuerbelastung.
Zusammenfassung der Kapitel
Vision und Ziele: Die Autoren definieren ihr Konzept eines amerikanischen Coffee-Shops als Treffpunkt mit Wohlfühlatmosphäre und setzen sich das Ziel eines positiven Deckungsbeitrags innerhalb von drei Monaten.
Rechtliche Voraussetzungen: Dieses Kapitel erläutert die notwendigen behördlichen Anmeldungen, spezifische gastronomische Anforderungen wie Konzessionen und die gewählte Rechtsform der GbR.
Gesellschaftsvertrag: Hier wird der vertragliche Rahmen zwischen den beiden Gründern Tom Z. und Heiko J. hinsichtlich Sitz, Zweck, Kapital und Geschäftsführung festgelegt.
Persönliche und fachliche Voraussetzungen der Gründer: Die Gründer belegen ihre Eignung für das Vorhaben durch ihre akademische Ausbildung, studentische Projekte und ihre familiäre Vorerfahrung mit selbstständigen Unternehmen.
Marketing: Die Analyse der Marktsituation im neuen Phönix-Center sowie Strategien zur Marktsegmentierung, Produktpolitik, Preisgestaltung und Verkaufsförderung werden dargelegt.
Standort: Das Kapitel begründet die Wahl des Phönix-Centers in Harburg und analysiert die Standortanforderungen, Infrastruktur sowie das Management durch die ECE-Gruppe.
Personal: Es wird der Personalbedarf basierend auf den Öffnungszeiten berechnet und eine Strategie zur Rekrutierung von studentischen Aushilfskräften erarbeitet.
Versicherung: Die Autoren identifizieren notwendige betriebliche Versicherungen wie Kranken-, Haftpflicht-, Renten- und Rechtsschutzversicherungen zur Risikominimierung.
Buchführung / Steuern: Dieses Kapitel klärt die steuerlichen Pflichten, insbesondere hinsichtlich der Einnahmen-Überschuss-Rechnung und der Gewerbe- sowie Einkommensteuer.
Investitionen: Hier wird eine detaillierte Auflistung des erforderlichen Inventars und der Erstausstattung für die Geschäftseröffnung erstellt.
Finanzierung: Die Finanzierungsstruktur wird durch Eigenkapital, ERP-Programme und ein Privatdarlehen mit einem Gesamtvolumen von 93.000 Euro erläutert.
Beurteilung: Abschließend reflektieren die Autoren kritisch das erstellte Konzept, identifizieren potenzielle Risiken und drücken ihre Überzeugung für die Realisierbarkeit aus.
Schlüsselwörter
Coffee-Shop, Existenzgründung, Phönix-Center, Gastronomie, Businessplan, GbR, Standortwahl, Finanzierung, Marketingstrategie, Unternehmertum, Marktanalyse, Personalplanung, Investitionsplan.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen Businessplan zur Gründung eines Coffee-Shops im Phönix-Shopping-Center in Hamburg-Harburg dar.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten zählen die rechtliche Gestaltung (GbR), die Marketingkonzeption, die Standortwahl, die Investitionsplanung sowie die Finanzierung und Personalorganisation.
Was ist das primäre Ziel der Gründer?
Das Hauptziel ist die erfolgreiche Etablierung eines Coffee-Shops mit einer hohen Kundenbindung auf Gefühlsebene und das Erreichen eines positiven Deckungsbeitrags innerhalb von drei Monaten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten betriebswirtschaftlichen Konzeption, die durch Markt- und Standortanalysen, Liquiditäts- und Rentabilitätsberechnungen sowie die Einbeziehung gesetzlicher Grundlagen und Förderprogramme (z.B. ERP) strukturiert ist.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden alle operativen Aspekte beleuchtet, von der Konzessionierung und dem Gesellschaftsvertrag über das spezifische Kaffeeprodukt-Sortiment bis hin zur detaillierten Investitions- und Finanzierungsrechnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Existenzgründung, Coffee-Shop, Finanzierung, Standortanalyse und unternehmerische Planung charakterisiert.
Welche Rolle spielt das Phönix-Center bei diesem Vorhaben?
Das Phönix-Center fungiert als zentraler Standortfaktor, von dessen hoher Besucherfrequenz und Sogwirkung sich die Gründer einen maßgeblichen Beitrag zu ihrem Geschäftserfolg versprechen.
Warum haben sich die Gründer für die Rechtsform einer GbR entschieden?
Die GbR wurde aufgrund der geringen Gründungskosten, einfacherer Gründungsformalitäten und der steuerlichen Vorteile in der Anlaufphase (Verrechnung von Verlusten mit anderen Einkünften) gewählt.
- Quote paper
- Tom Zengel (Author), Heiko Jonas (Author), 2004, Existenzgründungsbericht Coffee Shop, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30042