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Literatur als Mittel zur Selbstdefinition. "Fettfleck" von Diana Kempff und "Melancholia" von Bettina Galvagni im Vergleich

Title: Literatur als Mittel zur Selbstdefinition. "Fettfleck" von Diana Kempff und "Melancholia" von Bettina Galvagni im Vergleich

Term Paper (Advanced seminar) , 2015 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Tristan Reiling (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die Romane „Fettfleck“ (Diana Kempff) und „Melancholia“ (Bettina Galvagni), die im weiteren Verlauf dieser Hausarbeit im Hinblick auf verschiedene Aspekte miteinander verglichen werden, beinhalten beide Erzählungen, Gedanken, Träume und Fiktionen einer weiblichen Protagonistin, die sich im Entwicklungsstadium der Adoleszenz befindet.

Zunächst ist also zu klären, welche Merkmale dieses Lebensabschnittes eine substanzielle literarische Rolle spielen und was den Adoleszenzroman als Gattungsbegriff auszeichnet.
Adoleszenz ist ein Begriff aus der Entwicklungspsychologie und Jugendsoziologie, der sich von dem gängigen Terminus "Pubertät" unterscheidet.
Bezeichnet werden soll nicht der biologische Prozess des Erwachsenwerdens, sondern die Integration des Jugendlichen in die Welt der Erwachsenen.
Es findet ein Wechselspiel von Verhalten und Reaktionen des Jugendlichen und der ihn umgebenden Gesellschaft statt, das beeinflusst wird von den jeweiligen gesellschaftlichen, erzieherischen und sozioökonomischen Faktoren. Der zeitliche Rahmen der Adoleszenz erstreckt sich gegenwärtig etwa vom vorpubertären Alter (11 Jahre) bis ins dritte Lebensjahrzehnt hinein; er unterliegt jedoch stetiger Veränderung und ist kulturgeschichtlich verknüpft.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der Adoleszenzroman

2. Diana Kempff Fettfleck

2.1 Aus den Augen des Kindes

3. Bettina Galvagni Melancholia

3.1 Auf der Suche

4. Eltern und andere Probleme

4.1 Traumhaft literarisch – Wer bin ich?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung von Adoleszenzkrisen in den Werken "Fettfleck" von Diana Kempff und "Melancholia" von Bettina Galvagni. Im Zentrum steht die Frage, wie die beiden Protagonistinnen die Literatur als Mittel zur Selbstdefinition und als Rückzugsort nutzen, um Identitätsprobleme und soziale Desintegrationsängste zu bewältigen.

  • Analyse des Adoleszenzromans als Gattung
  • Einfluss sozioökonomischer Faktoren auf die Identitätsbildung
  • Die Rolle der Literatur als Flucht- und Identifikationsraum
  • Vergleichende Untersuchung zur Wahrnehmung von Körperlichkeit und Krankheit
  • Erzähltechnische Mittel wie Bewusstseinsstrom und innere Monologe

Auszug aus dem Buch

3.1 Auf der Suche

Die Erzählerin spricht das Motiv der Hypochondrie selbst mehrmals an, wie bereits die oben zitierte Textstelle zeigt (25). Dies wiederum weißt auf ein Bewusstsein der Protagonistin für ihre Neigung zur übertriebenen Beobachtung und Beurteilung ihres Gesundheitszustandes hin. Auch wenn durchaus ein Leiden existiert, wird klar, dass die Krankheit dem Mädchen ein Stück weit Macht verleiht. Macht über ihre eigenen Eltern, die Ärzte und vor allem über sich selbst. Dessen ist sich das Mädchen ebenfalls bewusst. „Manchmal, was ich natürlich zugebe, hat mich diese boden- und kopflose Schwäche auch erregt […]“27 Willensfreiheit wird hier, zumindest teilweise, durch die Macht über den eigenen Körper und letztlich über die Verweigerung und Kontrolle der Nahrungsaufnahme erlangt. Dieses Modell der Loslösung führt die Protagonistin jedoch immer wieder dazu, sich selbst mit Freunden oder der eigenen Mutter zu vergleichen. Gerade die Figur der Mutter scheint durch ihre Rolle als ‚Nahrungsvermittlerin’ teilweise antagonistisch angehaucht zu sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Adoleszenzroman: Definitorische Klärung des Adoleszenzbegriffs als Integrationsphase in die Erwachsenenwelt und Abgrenzung des Gattungsbegriffs Adoleszenzroman.

2. Diana Kempff Fettfleck: Analyse des Romans von Diana Kempff, wobei besonders die subjektive Perspektive des heranwachsenden Mädchens und die Thematisierung von Ausgrenzung im Zentrum stehen.

2.1 Aus den Augen des Kindes: Untersuchung der erzählerischen Technik, insbesondere des Bewusstseinsstroms und der Reflektorfigur, die eine hohe Identifikation ermöglichen.

3. Bettina Galvagni Melancholia: Analyse des Debütwerks von Bettina Galvagni, das von Krankheit, Isolation und der Suche nach Identität geprägt ist.

3.1 Auf der Suche: Fokus auf das Motiv der Hypochondrie und die komplexe Machtdynamik zwischen der Protagonistin, ihrem eigenen Körper und ihrer Umwelt.

4. Eltern und andere Probleme: Vergleich der familiären Konflikte und des Widerstands der Protagonistinnen gegenüber gesellschaftlichen Erwartungen.

4.1 Traumhaft literarisch – Wer bin ich?: Analyse der Rolle von Träumen, Phantasiewelten und literarischen Zitaten als Mittel zur Verarbeitung von Realität.

5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der erzähltechnischen Parallelen und der Bedeutung der Literatur für die Selbstfindungs- und Entwicklungskrisen beider Protagonistinnen.

Schlüsselwörter

Adoleszenz, Adoleszenzroman, Diana Kempff, Bettina Galvagni, Identitätssuche, Literaturvergleich, Selbstdefinition, Bewusstseinstrom, Krankheit, soziale Integration, Pubertät, Mädchenliteratur, Hypochondrie, Außenseiterrolle, psychologische Entwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit einem literarischen Vergleich zwischen den beiden Romanen „Fettfleck“ von Diana Kempff und „Melancholia“ von Bettina Galvagni im Kontext der Adoleszenzkrisen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit behandelt die Identitätssuche von Jugendlichen, die Bedeutung von Krankheit im Adoleszenzverlauf, das Verhältnis zu den Eltern sowie die Literatur als Identifikationsmittel.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu zeigen, wie die Protagonistinnen Literatur nutzen, um sich in einer Welt, in der sie sich als Außenseiterinnen fühlen, selbst zu definieren und ihre Identitätskrisen zu verarbeiten.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, die Aspekte der Entwicklungspsychologie, der Jugendsoziologie und erzähltheoretische Ansätze nach Franz K. Stanzel einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die erzählerischen Mittel, die Familiensituationen, die Wahrnehmung von Körperlichkeit und die Flucht der Protagonistinnen in literarische und traumhafte Welten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Adoleszenz, Identitätssuche, Selbstdefinition, Bewusstseinsstrom, Isolation und die Rolle der Literatur als Rückzugsort.

Welche Rolle spielt die Sprache der Protagonistinnen in Kempffs "Fettfleck"?

Die Sprache spiegelt den Entwicklungsstand und das Alter des Mädchens wider; sie entwickelt sich chronologisch weiter und zeigt, wie das Kind soziale Spannungen durch Sprache und Wahrnehmung verarbeitet.

Warum spielt Literatur für die Protagonistin in "Melancholia" eine so zentrale Rolle?

Literatur dient der Protagonistin zur Identitätsstilisierung und als Ersatz für eine reale, als unbefriedigend empfundene Existenz, wobei der "Hunger" nach Büchern fast zwanghaft mit der Kontrolle über den eigenen Körper verknüpft ist.

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Details

Title
Literatur als Mittel zur Selbstdefinition. "Fettfleck" von Diana Kempff und "Melancholia" von Bettina Galvagni im Vergleich
College
University of Tubingen  (Deutsches Seminar)
Grade
2,0
Author
Tristan Reiling (Author)
Publication Year
2015
Pages
20
Catalog Number
V300483
ISBN (eBook)
9783656968146
ISBN (Book)
9783656968153
Language
German
Tags
literatur mittel selbstdefinition fettfleck diana kempff melancholia bettina galvagni vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tristan Reiling (Author), 2015, Literatur als Mittel zur Selbstdefinition. "Fettfleck" von Diana Kempff und "Melancholia" von Bettina Galvagni im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300483
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