Auf dem riesigen nordamerikanischen Halbkontinent gab es sowohl in prähistorischer und protohistorischer wie auch in historischer Zeit eine solche Vielzahl geschichtlicher und kulturgeschichtlicher Entwicklungsstränge, daß es nicht möglich ist, von einer Geschichte der indianischen Völker zu sprechen. Mit der gleichen Einsicht, daß man heute nicht mehr von den Indianern, sondern von einer Vielzahl von nordamerikanischen Ethnien spricht, muß man auch deren Geschichte viel stärker differenzieren, als es früher geschah. In besonderem Maße trifft dies auf die von den Europäern aus ihrer Sicht „historisch“ genannte Epoche zu. In Amerika gab es – aller kolonialen Propaganda zum Trotz – keine „fast menschenleere Wildnis“, sondern weitgehend naturbelassene Lebensräume, an die sich die unterschiedlichsten Sprach- und Stammesgruppen angepaßt hatten. Gerade wegen dieses naturbelassenen Zustandes waren für die wirtschaftliche Sicherung des Lebensunterhaltes größere Flächen notwendig, als sie die europäische Rodungs- und Ausbeutungswirtschaft kannte. Und überall in diesem weiten Land spielten sich Geschichte und Kulturentwicklung ab, teilweise verknüpft durch weitgreifende Handelsnetze und Interaktions-Sphären. Betrachtet man indianische Geschichte mit europäischen Augen, so tauchen die indianischen Völker erst durch den Kontakt mit den weißen Usurpatoren quasi „aus dem Nichts“ auf. Heute weiß man, daß auch diese Völker eine mehr als zehntausendjährige Geschichte in Amerika haben, die über lange Zeit kaum wesentlich anders verlief als die unserer eigenen Vorfahren nach der letzten großen Eiszeit.
Während der auf die sogenannte Entdeckung folgenden Epoche des Landraubs, der Unterjochung, Vertreibung und Ausrottung indianischer Nationen gab es niemals nur eine Indianerfront, sondern Spanier, Engländer, Franzosen, Schweden oder Niederländer und später auch Russen drangen von verschiedenen Stellen aus in Nordamerika vor. Meistens wird in der Literatur jeweils nur ein solcher Frontabschnitt behandelt, auf eine Zusammenschau wird verzichtet. Ein Beispiel soll das verdeutlichen: während des Abwehrkampfes der Stämme im Ohiotal zerfallen im Südwesten bereits wieder alte spanische Missionen, und während Tecumseh noch die Stämme im Südosten und Mittelwesten zu einigen versucht, erreichen Lewis und Clark bereits den Pazifik!
Domande frequenti
Qual è l'obiettivo dell'opera di Peter Baum?
L'opera mira a fornire una storia sincronottica dei popoli indigeni del Nord America, differenziando le numerose etnie e le loro evoluzioni culturali.
Quale periodo temporale copre il primo volume?
Il primo volume tratta l'epoca preistorica e protostorica fino all'anno 1500.
Perché l'autore critica l'espressione "storia degli indiani"?
Perché non esiste un'unica storia, ma una moltitudine di percorsi storici e culturali diversi tra le varie etnie nordamericane.
Cosa si intende per approccio "sincronottico" in questo contesto?
Significa osservare contemporaneamente ciò che accadeva in diverse regioni, come i conflitti nella valle dell'Ohio mentre le missioni spagnole nel sud-ovest decadevano.
Quali regioni geografiche vengono analizzate nel libro?
Il testo copre tutto il continente, dalle regioni subartiche alla costa del Pacifico, dalle Grandi Pianure alla valle del Mississippi.
- Citation du texte
- Peter Baum (Auteur), 2015, Synchronoptische Geschichte der indianischen Völker Nordamerikas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300486