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Gründe für das Auftreten von Depressionen im Hochleistungssport am Beispiel des Profifußballs

Titel: Gründe für das Auftreten von Depressionen im Hochleistungssport am Beispiel des Profifußballs

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 39 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christopher Schöne (Autor:in)

Gesundheit - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Wie erklärt sich das Auftreten von Depressionen im Hochleistungsport am Beispiel des Profifußballs?“ ist Titel und zugleich auch zentrale Fragestellung dieser Arbeit.

Im Herbst 2003 trat Sebastian Deisler, der als „Jahrhunderttalent“, „Messias“, und „Retter“ des deutschen Fußballs galt, mit folgenden Worten an die Öffentlichkeit: „Depression ist ein hässliches Wort. Ich möchte die Krankheit aber nicht mehr verbergen.“ Deisler ließ sich stationär behandeln und kehrte auf den Fußballplatz zurück. Im Jahr 2007 zwang ihn die Krankheit jedoch endgültig in die Knie und er beendete seine so verheißungsvolle Karriere im Alter von gerade einmal 27 Jahren. Bis zum 10. November 2009, jenem Tag, an dem sich der Fußballnationaltorhüter von Hannover 96 Robert Enke, in Folge einer schweren Depression das Leben nahm, sollte Sebastian Deisler der prominenteste Fall im deutschen Fußball sein, der eine psychische Erkrankung öffentlich bekannt gemacht hatte.

Zweieinhalb Jahre nach diesem bestürzenden Ereignis, welches nicht nur die Welt des Fußballs erschütterte, und fünf Jahre nach Deisler, stehen psychische Erkrankungen mehr als zuvor im Fokus des medialen Interesses. Grund dafür sind nicht nur die öffentlichen Bekenntnisse von Torhüter Markus Miller und Trainer Ralf Rangnick an psychischen Erschöpfungssyndromen zu leiden, sondern auch der Suizidversuch von Bundesligaschiedsrichter Babak Rafati am 19. November 2011 und der bereits dritte Selbstmordversuch des ehemaligen, an Depressionen erkrankten, Fußballprofis Andreas Biermann, in der Nacht auf den 10. Februar 2012.

Gerade in den letzten Jahren ist in der Arbeitswelt eine deutliche Veränderung im Hinblick auf arbeitsbedingte Erkrankungen festzustellen. Psychische Erkrankungen avancieren zu einer ernsthaften Bedrohung für die Leistungsfähigkeit von Unternehmen und die gesundheitliche Unversehrtheit der Arbeitnehmer. Angststörungen, Suchterkrankungen, Depressionen aber auch Essstörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, die am Arbeitsplatz auftreten.

Die nachfolgende Arbeit erhebt den Anspruch, Depressionen im Profifußball, ein eher ungewöhnliches Terrain der Arbeitswelt, zu analysieren und den Forschungsgegenstand dabei unter verschiedenen Kriterien genauer zu betrachten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Teil A

1. Psychische Belastungen in der Arbeitswelt

2. Was ist Stress?

2. 1 Die Stressreaktion

2. 2 Stressoren: Auslöser der Stressreaktion

3. Psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz

3. 1 Das Burnout- Syndrom

3. 2 Depressionen

3. 2. 1 Klassifikation

3. 2. 2 Entstehung von Depressionen

3. 2. 3 Depression auslösende Faktoren

3. 2. 4 Folgen depressiver Erkrankungen

4. Zusammenfassung

Teil B

1. Fußball als Beruf

1. 1 Der allgemeine Arbeitnehmerbegriff

1. 2 Der Lizenzspieler als Arbeitnehmer

2. Psychische Störungen und Hochleitungssport

2. 1 Psychische Erkrankungen im Profifußball

2. 2 Burnout und Profifußball

2. 4 Tabuisierung psychischer Erkrankungen im Profifußball

3. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Auftreten von Depressionen im Profifußball als einem spezifischen Arbeitsumfeld, um zu ergründen, wie psychische Erkrankungen in einer von Hochleistung und Leistungsdruck geprägten Kultur entstehen und verarbeitet werden.

  • Analyse psychischer Belastungen und Beanspruchungsfolgen (wie Stress und Burnout) in der modernen Arbeitswelt.
  • Untersuchung der Arbeitnehmereigenschaften von Profifußballern und deren arbeitsrechtlicher Status.
  • Darstellung der spezifischen Stressoren im Profifußball und deren Einfluss auf die psychische Gesundheit.
  • Diskussion der Tabuisierung psychischer Erkrankungen im Sport im Vergleich zur Allgemeingesellschaft.
  • Evaluierung von Maßnahmen und Initiativen zur Prävention und Enttabuisierung psychischer Leiden im Profisport.

Auszug aus dem Buch

2. 3 Depression im Profifußball

Bei Depressionen handelt es sich um eine organische Erkrankung. Sie unterscheidet sich nicht so wesentlich vom Meniskusabriss, wie man in der ruppigen Fußballwelt vielleicht denkt. Depressionen sind eine Krankheit, die gut behandelbar ist und auf keinen Fall das Ende einer Fußballerkarriere bedeuten muss. Depressionen sind eine wahre Volkskrankheit und es sind Menschen aller sozialen Schichten und auch Berufsgruppen von ihr betroffen. Auch der Fußballprofi ist von ihr betroffen. Die Annahme, dass Depressionen im Spitzensport seltener vorkämen als im Bevölkerungsdurchschnitt, aufgrund eines Selektionsprozesses, bei dem labilere Athleten schon vorher durch ein Raster fallen, ist nicht zu halten. Dies wird auch durch eine Studie des Instituts für Sportwissenschaften an der Universität Tübingen belegt. Dabei wurde aufgezeigt, dass sich jeder zweite befragte Leistungssportler durch die extremen Anforderungen immer wieder ausgebrannt und kraftlos fühle. Fast ein Drittel der befragten Sportler leide unter Schlafstörungen, jeder fünfte klagte sogar über gelegentliche Depressionen.

Ursachen für das Auftreten von Depressionen im Profifußball gibt es neben körperlicher Dauerbelastung, Druck und Stress viele. Der Ausbruch von Depressionen im Profifußball zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt kann mit der „Theorie der erlernten Hilflosigkeit“ erklärt werden. Die Theorie besagt, dass wenn jemand eine Situation als nicht kontrollierbar wahrnimmt, er erwartet, dass sie auch in Zukunft nicht kontrollierbar ist. Es kommt zum emotionalen Defizit (Hilflosigkeit), zu einem motivationalen Defizit (die Eigeninitiative nimmt ab) und zu einem kognitiven Defizit (Kontrollmöglichkeiten werden kaum oder nicht erkannt).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die zentrale Fragestellung zur Entstehung von Depressionen im Profifußball ein und motiviert das Thema anhand prominenter Beispiele aus der Fußballwelt.

1. Psychische Belastungen in der Arbeitswelt: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der psychischen Belastung in der modernen, verdichteten Arbeitswelt und definiert die Differenzierung zwischen Belastung und Beanspruchung.

2. Was ist Stress?: Hier werden die Grundlagen von Stress als natürliche Reaktionsweise des Körpers sowie die verschiedenen Phasen der Stressreaktion beschrieben.

2. 1 Die Stressreaktion: Dieses Unterkapitel beschreibt den biologischen Prozess der Stressreaktion, von der Alarmphase bis zur möglichen Erschöpfungsphase bei Dauerkonfrontation mit Stressoren.

2. 2 Stressoren: Auslöser der Stressreaktion: Das Kapitel kategorisiert verschiedene Stressoren und analysiert deren individuelle Wirkung im Arbeitskontext.

3. Psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz: Hier wird der Zusammenhang zwischen arbeitsbedingtem Stress und der Zunahme psychischer Leiden, insbesondere Depressionen, dargelegt.

3. 1 Das Burnout- Syndrom: Das Kapitel behandelt Entstehung, Definition und Kernsymptome des Burnout-Syndroms im beruflichen Kontext.

3. 2 Depressionen: Dieses Kapitel gibt einen umfassenden Überblick über das Krankheitsbild Depression, ihre Klassifikation und soziologische Bedeutung.

3. 2. 1 Klassifikation: Beschreibung der medizinischen Diagnosekriterien und der episodischen Natur depressiver Erkrankungen.

3. 2. 2 Entstehung von Depressionen: Analyse der genetischen und neurobiologischen Faktoren bei der Entstehung depressiver Störungen.

3. 2. 3 Depression auslösende Faktoren: Darstellung psychosozialer und körperlicher Auslöser, die zu einer depressiven Episode führen können.

3. 2. 4 Folgen depressiver Erkrankungen: Erörterung der Auswirkungen von Depressionen auf die Gesundheit, Leistungsfähigkeit und das soziale Umfeld der Betroffenen.

4. Zusammenfassung: Dieses Kapitel resümiert die theoretischen Grundlagen zu Stress und psychischen Erkrankungen im Kontext der modernen Arbeitswelt.

1. Fußball als Beruf: Untersuchung des Profifußballs als Arbeitsumfeld und der rechtlichen Einordnung der Spieler.

1. 1 Der allgemeine Arbeitnehmerbegriff: Erläuterung der juristischen Definition des Arbeitnehmers in Bezug auf Abhängigkeit und Dienstleistung.

1. 2 Der Lizenzspieler als Arbeitnehmer: Anwendung der Arbeitnehmerkriterien auf Lizenzfußballspieler unter Berücksichtigung ihrer atypischen Vertragsverhältnisse.

2. Psychische Störungen und Hochleitungssport: Analyse der spezifischen Belastungssituationen von Spitzensportlern im Grenzbereich der Leistungsfähigkeit.

2. 1 Psychische Erkrankungen im Profifußball: Untersuchung der Verbreitung und Ursachen psychischer Erkrankungen speziell bei Profifußballern.

2. 2 Burnout und Profifußball: Diskussion über die Relevanz des Burnout-Syndroms bei Fußballprofis unter dem ständigen Leistungsdruck.

2. 4 Tabuisierung psychischer Erkrankungen im Profifußball: Analyse des gesellschaftlichen und beruflichen Drucks, der eine offene Auseinandersetzung mit psychischen Problemen verhindert.

3. Zusammenfassung: Abschließende Betrachtung der Situation im Profifußball und der notwendigen Entwicklung hin zu mehr Offenheit und Prävention.

Schlüsselwörter

Profifußball, Depressionen, Burnout, psychische Belastung, Arbeitswelt, Stressreaktion, Hochleistungssport, Leistungsdruck, Arbeitnehmer, Tabuisierung, Mentale Gesundheit, Robert Enke, Stressoren, Gesundheitsprävention, Sportpsychologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht das Auftreten und die Hintergründe von Depressionen im Umfeld des Profifußballs und verknüpft diese mit arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen zu psychischen Belastungen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die Definition von Stress und psychischen Erkrankungen, die arbeitsrechtliche Einordnung von Profifußballern sowie die spezifischen psychischen Belastungsfaktoren im Profisport.

Was ist das primäre Forschungsziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu analysieren, warum Depressionen im Profifußball auftreten und welche Rolle dabei die spezifische Hochleistungskultur sowie die Tabuisierung psychischer Erkrankungen spielen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Untersuchung zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung und Literaturanalyse, in der arbeitswissenschaftliche Konzepte auf den Forschungsgegenstand "Profifußball" übertragen werden.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine theoretische Basis zu psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz und eine anschließende detaillierte Analyse der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Lizenzspielern.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Stressmanagement, Leistungsdruck, atypische Beschäftigungsverhältnisse, psychische Erschöpfung und die Enttabuisierung von Depressionen im Sport charakterisiert.

Warum wird im Kontext des Profifußballs oft das Burnout-Syndrom anstelle von Depressionen genannt?

Die Arbeit deutet an, dass der Begriff Burnout gesellschaftlich positiver besetzt ist, da er Leistung impliziert, während Depressionen häufiger mit Stigmatisierung und Schwäche assoziiert werden.

Welche Rolle spielt die "Theorie der erlernten Hilflosigkeit" für Fußballspieler?

Sie erklärt, wie Fußballer durch wiederkehrende, nicht kontrollierbare Situationen – wie Verletzungen oder ständiges Scheitern trotz Anstrengung – in einen Zustand psychischer Hilflosigkeit und Antriebslosigkeit geraten können.

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Details

Titel
Gründe für das Auftreten von Depressionen im Hochleistungssport am Beispiel des Profifußballs
Hochschule
Universität Bremen  (FB 11 Human-und Gesundheitswissenschaften)
Note
1,0
Autor
Christopher Schöne (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
39
Katalognummer
V300542
ISBN (eBook)
9783656975014
ISBN (Buch)
9783656975021
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Depression Fußball Arbeitswissenschaft psychische Erkrankungen Burn Out Stress Profifußball Arbeit und Gesundheit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christopher Schöne (Autor:in), 2012, Gründe für das Auftreten von Depressionen im Hochleistungssport am Beispiel des Profifußballs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300542
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  39  Seiten
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