Im Laufe der vergangenen 20 Jahre hat die Film- und Fernsehwirtschaft in Deutschland einen starken Aufschwung erlebt, hauptsächlich verursacht durch die Zulassung privater Rundfunkanbieter und deren Expansion. Im Vergleich zu Unternehmen aus dem Industrie- und auch Dienstleistungsbereich, weist diese Branche jedoch einige Besonderheiten im Wertschöpfungsprozess auf. Diese Eigenheiten herauszustellen ist das Ziel dieser Arbeit. Dazu wird zunächst ein Überblick über die Film- und Fernsehwirtschaft gegeben, unterteilt in die Produktionswirtschaft, in der es um die Herstellung von Filmen und Send ungen geht (Kapitel 2.1), und die Fernsehindustrie, die sich aus den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und den privaten Fernsehsendern zusammensetzt (Kapitel 2.2). Anschließend werden die Besonderheiten der Wertschöpfungskette untersucht, wobei lediglich die beiden Hauptstufen der Wertschöpfung, nämlich Produktion (Kapitel 3.1) und Distribution (Kapitel 3.2) analysiert werden, bevor ein kurzes Fazit die Arbeit abschließt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Die Film- und Fernsehwirtschaft in Deutschland
2.1 Die Film- und Fernsehproduktionswirtschaft
2.2 Die Fernsehindustrie
3 Besonderheiten der Wertschöpfungskette
3.1 Besonderheiten der Produktion
3.2 Besonderheiten der Distribution
4 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Ziel dieser Arbeit ist es, die spezifischen Besonderheiten im Wertschöpfungsprozess der deutschen Film- und Fernsehwirtschaft herauszuarbeiten, die sie von klassischen Industrie- und Dienstleistungsbranchen unterscheiden.
- Struktur der Film- und Fernsehproduktionswirtschaft in Deutschland
- Aufbau und Konzentrationsprozesse innerhalb der Fernsehindustrie
- Projektcharakter und netzwerkbasierte Zusammenarbeit in der Produktion
- Mehrstufige Verwertungsprozesse und Distributionswege von Medieninhalten
Auszug aus dem Buch
3.1 Besonderheiten der Produktion
Kennzeichnendes Merkmal für den Produktionsprozess von Fernsehformaten ist der Projektcharakter der einzelnen Produktionen. Bei der Herstellung eines Spielfilmes, einer Serie, einer Gameshow o.ä., kooperieren zahlreiche Anbieter unterschiedlicher Dienstleistungen für die begrenzte Dauer des Projekts, bis dieses beendet ist. Anschließend werden die Arbeitsgemeinschaften wieder aufgelöst und es entstehen bei nachfolgenden Projekten neue Verbindungen zwischen unterschiedlichen Produktionsunternehmen, es findet also ein steter Wechsel der Zusammenarbeit zwischen statt.
Der Produktionsprozess in der Filmindustrie kann nach Krätke in vier Teile untergliedert werden: Vorproduktion, Produktion, Nachproduktion sowie die Distribution an Fernsehsender oder Filmrechtehändler, wobei der letzte Punkt in dieser Arbeit dem Kapitel 3.2 zugeordnet wird. Zur Vorproduktion gehören vorbereitende Maßnahmen, wie die Erstellung eines Drehbuchs, die Auswahl der Schauspieler, die Sicherstellung der Finanzierung und weitere vorbereitende Maßnahmen. Die Produktion umfasst den eigentlichen Dreh mit allen dafür notwendigen Beteiligten, neben den Schauspielern bzw. Moderatoren und Studiogästen auch Kameraleute, Maskenbildner, Licht- und Tontechniker usw. In der Nachproduktion erfolgt die fernsehgerechte Aufbereitung des Materials, durch das Zusammenschneiden von Passagen, Einsetzen von Computeranimationen und Spezialeffekten oder dem Unterlegen mit Musik. Anschließend erfolgt der Vertrieb an TV-Kanäle oder (bei Spielfilmen entsprechender Qualität) an Filmrechtehändler zur Weitervertreibung an Kinos oder Veröffentlichung auf DVD und Video.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung skizziert den Aufschwung der Film- und Fernsehwirtschaft und definiert das Ziel der Arbeit, die Besonderheiten des Wertschöpfungsprozesses dieser Branche aufzuzeigen.
2 Die Film- und Fernsehwirtschaft in Deutschland: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Produktionswirtschaft sowie die öffentlich-rechtliche und private Fernsehindustrie als relevante Marktteilnehmer.
3 Besonderheiten der Wertschöpfungskette: Hier werden die beiden zentralen Wertschöpfungsstufen, Produktion und Distribution, detailliert analysiert.
4 Fazit: Das Fazit fasst die ökonomischen und wirtschaftsgeographischen Spezifika der Branche zusammen, insbesondere das ungleiche Kräfteverhältnis zwischen Produzenten und Sendern sowie die Bedeutung des Projektcharakters.
Schlüsselwörter
Filmwirtschaft, Fernsehwirtschaft, Wertschöpfungskette, Produktionscluster, Medienökonomie, Filmproduktion, Distribution, Fernsehsender, Projektcharakter, Marktkonzentration, duales Rundfunksystem, Programmverwertung, Medienstandorte, Bruttowertschöpfung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die spezifischen ökonomischen Rahmenbedingungen und Besonderheiten im Wertschöpfungsprozess der deutschen Film- und Fernsehwirtschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die Produktionsstrukturen, die Rolle der verschiedenen Marktteilnehmer (Produzenten und Sender) sowie die Mechanismen der Distribution von Filmen und Fernsehformaten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Unterschiede zwischen dieser Medienbranche und klassischen Industriezweigen aufzuzeigen, insbesondere im Hinblick auf den Wertschöpfungsprozess.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Datenanalyse, unter Verwendung von Branchenstudien (wie jenen des DIW) und wirtschaftswissenschaftlicher Fachliteratur.
Was sind die Schwerpunkte im Hauptteil?
Der Hauptteil befasst sich mit der Charakteristik der Produktionswirtschaft, der Abhängigkeit von großen Sendern sowie den verschiedenen Phasen der Distribution und Programmverwertung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Projektcharakter, Produktionscluster, duales Rundfunksystem, Marktkonzentration, Verwertungsstufen und wirtschaftliche Abhängigkeit der Produzenten.
Warum spielt die räumliche Nähe für Produktionsfirmen eine so große Rolle?
Räumliche Nähe fördert die informelle und innovationsbezogene Zusammenarbeit sowie den Austausch von Wissen, was in der projektbasierten Medienbranche zur Senkung von Transaktionskosten beiträgt.
Was versteht man unter dem in der Arbeit beschriebenen "Teufelskreis" der Sender?
Sender benötigen hohe Werbeeinnahmen für die Finanzierung hochwertiger Programme, sind aber gleichzeitig auf ebendiese hochwertigen Programme angewiesen, um die hohen Einschaltquoten für eben jene Werbeeinnahmen zu generieren.
- Quote paper
- Marc Schweizer (Author), 2004, Die Besonderheiten der Wertschöpfungskette der Film- und Fernsehwirtschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30082