Diese diese Arbeit soll hauptsächlich der Frage nachgehen, welche Rolle Henriette Adelaide im Bereich der Ballettkunst am Münchener Hof zugesprochen werden kann.
Sie soll zudem aber auch aufzeigen, wie diese im Kontext ihrer Herkunft (Zeit vor 1650/1652) sowie ihrer Epoche verstanden werden muss.
Zu Beginn werden die Bedingungen am Münchener Hof vor Henriette Adelaides Ankunft in Bayern (1652) sowie ihre eigene mitgebrachte kulturelle Prägung aus Savoyen dargestellt. Anschließend sollen die ersten Auswirkungen in der Ballettkunst in München vor ihrer Ankunft ausgehend von Adelaides Prokura-Hochzeit 1650 aufgezeigt und im Kontext der Zeit nachvollzogen werden.
In einem letzten Teil werden schließlich Adelaides Bemühungen um die Einführung der Ballettkunst am Münchener Hof ab 1652 bis 1676 dargestellt Die Arbeit versucht dabei chronologisch vorzugehen und wird gemäß dem Rahmen der Arbeit den relevantesten und wichtigsten Entwicklungen nachgehen.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Welche Rolle nahm Kurfürstin Henriette Adelaide im Bereich der Ballettkunst ein und wie ist diese vor dem Hintergrund ihrer Biographie sowie ihrer Zeit zu verstehen?
1. Adelaides kulturelle Prägung und die Ausgangsituation am Münchener Hof vor 1650
2. Die Prokura-Hochzeit Adelaides 1650 – erste Auswirkungen am Münchener Hof (1650/1651)
3. Die Ballettkunst am Münchener Hof unter Kurfürstin Henriette Adelaide in ihrer Entwicklung von 1652 bis 1676
III. Schluss und Fazit – Welche Rolle kann Henriette Adelaide in der Ballettkunst zugesprochen werden und wie ist diese vor dem Hintergrund ihrer Biographie und im Kontext der Zeit zu verstehen?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Kurfürstin Henriette Adelaide von Bayern bei der Entwicklung der Ballettkunst am Münchener Hof zwischen 1652 und 1676. Dabei wird insbesondere analysiert, wie ihre eigene kulturelle Prägung durch ihre Herkunft aus dem savoyischen Turin den Kulturtransfer nach München beeinflusste und welche Bedeutung das Ballett als Instrument höfischer Repräsentation einnahm.
- Biographische Prägung und kultureller Hintergrund der Kurfürstin
- Einfluss des savoyischen Hoflebens auf die Münchner Festkultur
- Wechselspiel zwischen politischer Repräsentation und künstlerischer Betätigung
- Die Rolle der Kurfürstin als Förderin des weiblichen Tanzes
- Kontextualisierung des höfischen Ballettengagements im 17. Jahrhundert
Auszug aus dem Buch
3. Die Ballettkunst am Münchener Hof unter Kurfürstin Henriette Adelaide in ihrer Entwicklung von 1652 bis 1676
Nachdem Henriette Adelaide am 22. Juni 1652 nach München gekommen war, waren für sie die ersten Jahre in der neuen Umgebung sehr schwierig. Gewohnt an die Turiner Festlichkeiten und an die französisch geprägte Kultur, traf sie in München an einen Hof, der seit dem Tod Maximilians I. im September 1651 in Staatstrauer verharrte. Tanzveranstaltungen konnten zur Feier ihrer Ankunft daher nicht stattfinden, der Hof war zudem mit strengem Zeremoniell geführt unter Kurfürstinwitwe Maria Anna von Österreich, mit der sie sich weder politisch noch persönlich verstand. Zudem war sie mit einem Gatten verheiratet, den sie anfangs als enttäuschend empfand. Daher lassen sich ihr kulturelles Engangement wie z.B. ersten nachweisbaren Bemühungen im Ballett 1654, also zum Einen als Anknüpfen an Jugenderfahrungen bzw. Umgang mit der erfahrenen Fremde verstehen, Zum Anderen aber auch als Möglichkeit für Maria Anna und Obersthofmeister Graf Kurz Henriette Adelaide, die sie wegen ihrer frankophilen politischen Bestrebungen fürchteten, mit dem Theater ein Feld an kulturellen Aktivitäten zu eröffnen. Welche Aktivitäten lassen sich nun dabei konkret nachweisen?
Während Adelaide im Dezember 1652 die Proben für ein Ballett (1653) noch passiv beschreibt, und dabei ihrer Schwester in Briefen belustigt von den bayerischen Höflingen erzählt, die sich an die neue Ballettkunst zu gewöhnen versuchten, gibt es vom Januar 1654 die erste explizite Erwähnung von einer aktiven Rolle Adelaides im Ballett. Wie der Bericht des Jesuitenpaters Luigi Montonaro schildert, „beschäftigt[e] [sie] sich zur Zerstreuung damit, die Damen dieses Hofes für ein Ballett zu trainieren, welches sie sich selber ausgedacht hat[te]“. Am 12. Februar 1654 wurden die Karnevalsfeierlichkeiten am Münchener Hof mit dem musikdramatischen Werk „La ninfa ritrosa“ eröffnet, in dem Adelaide in der Rolle der „Ninfa“ (Nymphe) ihren ersten Tanzauftritt am Hof hatte. Das Thema der Nymphe erinnert an ihren Ballettauftritt in Turin und lässt sich eindeutig dem Umfeld ihrer französischen Romanliteratur zuordnen, sodass die Idee zum Stück mit hoher Wahrscheinlichkeit von ihr kam.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung stellt Henriette Adelaides Bedeutung als kulturelle Akteurin am Münchener Hof vor und definiert die Forschungsfrage bezüglich ihrer Rolle in der höfischen Ballettkunst.
II. Welche Rolle nahm Kurfürstin Henriette Adelaide im Bereich der Ballettkunst ein und wie ist diese vor dem Hintergrund ihrer Biographie sowie ihrer Zeit zu verstehen?: Dieses Hauptkapitel beleuchtet Adelaides kulturelle Sozialisation, die Auswirkungen ihrer Heirat auf die Münchner Kultur sowie die Entwicklung ihres Ballett-Engagements bis 1676.
III. Schluss und Fazit – Welche Rolle kann Henriette Adelaide in der Ballettkunst zugesprochen werden und wie ist diese vor dem Hintergrund ihrer Biographie und im Kontext der Zeit zu verstehen?: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt Adelaides prägende Rolle als Vermittlerin höfischer Festkultur und ordnet ihren Einfluss in den europäischen Kontext ein.
Schlüsselwörter
Henriette Adelaide, Münchener Hof, Ballettkunst, Höfische Festkultur, Kulturtransfer, Savoyische Prinzessin, Ferdinand Maria, Tanzgeschichte, Höfische Repräsentation, 17. Jahrhundert, Theatertanz, Maria Anna von Österreich, Emanuele Somis, Jakob Rodier, Barock.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht den Einfluss der Kurfürstin Henriette Adelaide auf die Entwicklung und Etablierung der Ballettkunst am Münchener Hof während ihrer Zeit als bayerische Kurfürstin.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind der höfische Kulturtransfer zwischen Turin und München, die Rolle des Balletts als Mittel zur Repräsentation fürstlicher Macht sowie die biographische Prägung der Kurfürstin.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, welche Rolle Henriette Adelaide in der Ballettkunst einnahm und wie dieses Wirken vor dem Hintergrund ihrer Herkunft, ihrer Biographie und der politischen Rahmenbedingungen ihrer Zeit zu verstehen ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, indem sie primäre Quellen wie Briefe, Textbücher und Hofrechnungen mit der bestehenden Forschungsliteratur verknüpft und chronologisch auswertet.
Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der kulturellen Ausgangssituation, die ersten Impulse durch die Prokura-Hochzeit 1650 sowie eine detaillierte chronologische Darstellung der Ballettentwicklung bis 1676.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kulturtransfer, höfische Repräsentation, Savoyische Festkultur, Barocktanz und weibliche Mäzenatentätigkeit charakterisieren.
Wie wirkten sich die Widerstände am Hof auf die Aktivitäten der Kurfürstin aus?
Trotz Widerständen von Seiten der Jesuiten und aufgrund dynastischer Anforderungen an den Thronfolger, hielt Adelaide an ihrem Engagement fest, wobei sie ihre Position nach der Geburt der Kinder festigen konnte.
Welches Erbe hinterließ Henriette Adelaide im Bereich der Ballettkunst?
Sie förderte nicht nur den Tanz ihrer Kinder, sondern etablierte eine Tradition, die auch nach ihrem Tod an französischen und bayerischen Höfen – insbesondere durch ihre Tochter Maria Anna Christine – fortgeführt wurde.
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- Anonym (Autor), 2015, Kurfürstin Henriette Adelaide und die Ballettkunst in Biographie und Zeit am Münchener Hof (1652-1676), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300922