Die vorliegende Filmanalyse beschäftigt mich mit dem Film
„Schindlers Liste“ auf zwei Ebenen, nämlich auf einer filmischen und einer historischen. Auf der Filmebene wird vornehmlich auf inhaltliche Struktur des Films eingegangen die nach einer kurzen Filmzusammenfassung tabellarisch in einer Sequenzanalyse dargestellt wird.
Das Hauptaugenmerk wird jedoch auf der spezifischen Sequenzanalyse liegen, wo die nach der Meinung des Autors signifikanten Sequenzen und Szenen aus dem Film extrahiert werden, um durch sie die geschichtlichen Fragestellungen zu entwickeln, die dann nachfolgend in der historischen Analyse beantwortet werden. Die historische Analyse setzt sich dann mit den historisch relevanten Fragen des Films auseinander. So werden in den ersten beiden Punkten die Geschichte der Krakauer Juden, sowie auch die Biographie ihres Retters Oskar Schindler erläutert. Danach wird die historische Wahrheit hinter der „Schindlers Liste“ beantwortet, die bekanntermaßen auch dem Film ihren Namen lieferte.
Abschließend wird auch die entsprechenden Motive Schindlers
analysiert, die zur seiner einzigartigen Tat führten. Literaturtechnisch stuetzt sich die historische Analyse
hauptsaechlich auf der Biographie Schindlers von David. M.
Crowe, sowie auf dem Werk „Juden in Krakau unter deutschen
Besatzung“ von Andrea Löw und Markus Roth.
Inhaltsverzeichnis
1. Filmanalyse
1.1 Inhaltszusammenfassung
1.2 Sequenzanalyse
1.3 spezifische Sequenzanalyse
1.3.1 Darstellung der Lebensumstände der jüdischen Bevölkerung anhand der Sequenz 1,4,7.u 11
1.3.2 Die Lücken in der Biographie Oskar Schindlers anhand der Sequenz 2 und 17
1.3.3 Analyse der „Schindlers Liste“ anhand der Sequenz 14
1.3.4Schindlers Motive anhand der Sequenz 7
2. Historische Analyse
2.1 Historischer Überblick Polenfeldzug 1939
2.2 Juden in Krakau 1939-1945
2.2.1 Die Besatzung
2.2.2 Das Ghetto
2.2.3 Deportation und Vernichtung
2.3 Biographie Oskar Schindlers
2.4 Mythos „Schindlers Liste“
2.4.1 Vorgeschichte
2.4.2 Erstellung
2.4.3 Zusammensetzung
2.4.4 Rolle Marcel Goldbergs
2.5 Schindlers Motive
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, Steven Spielbergs Film „Schindlers Liste“ sowohl filmisch als auch historisch zu analysieren, um das komplexe Handeln Oskar Schindlers vor dem Hintergrund des Holocaust kritisch zu beleuchten.
- Strukturelle Filmanalyse und Sequenzanalyse der zentralen Filmszenen.
- Untersuchung der Lebensbedingungen der jüdischen Bevölkerung in Krakau von 1939 bis 1945.
- Biographische Einordnung von Oskar Schindler und Analyse seiner Rettungsmotive.
- Hinterfragung des historischen Mythos um die Entstehung der „Schindlers Liste“.
- Vergleich der filmischen Darstellung mit historischen Fakten zur NS-Zeit in Polen.
Auszug aus dem Buch
1.3.4 Schindlers Motive anhand der Sequenz 7
Schindler, als ehrgeiziger Unternehmer ein Paradebeispiel der menschlichen Prinzipienlosigkeit beobachtet während eines Reitausflugs mit einer seiner Geliebten die Liquidierung des Krakauer Ghettos. Inmitten dieses Massakers taucht auf einmal ein paradoxes Bild auf: ein kleines Mädchen mit blonden Haaren und einem roten Mantel. Allein und verloren marschiert sie durch eine von SS- Soldaten geführte Menschenmenge. Überall ist Chaos und Verwirrung, es hallen Schüsse, Männer und Frauen fallen kümmerlich zu Boden. Das Mädchen marschiert jedoch weiter, Straße für Straße, und durch ihre Reinheit und Unschuld bezeugt sie jedes einzelne Verbrechen. . Sie, das einzelne Opfer, verwandelt für Schindler die ihn die bis dahin vorkommende gesichtslose Masse in reale Menschen. Zahlen werden zu Schicksalen, die er ab jetzt mit aller Kraft zu beschützen tut. Das Mädchen kommt dann wieder in der Sequenz 13 während der Exhumierung von Judenleichen durch die SS. Man sieht ihren leblosen Körper, immer noch in den Mantel gehüllt, auf einer Trage Richtung Feuer fahren. Sie ist das letzte was Schindler vor der Erstellung seiner Liste widerfährt.
Die folgende Szene wirft die Frage auf, welche realen Motive Schindler dazu bewegt hatten, sich mit vollen Einsatz der Judenrettung zu geben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Filmanalyse: In diesem Kapitel wird der Film inhaltlich zusammengefasst und einer detaillierten Sequenzanalyse unterzogen, um die filmischen Knotenpunkte herauszuarbeiten.
2. Historische Analyse: Dieser Teil beleuchtet den historischen Kontext des Polenfeldzugs, die Lebensbedingungen der Juden in Krakau sowie die Biographie Oskar Schindlers und die Hintergründe der legendären Liste.
3. Fazit: Das Fazit resümiert die Ergebnisse der Arbeit und würdigt den Film trotz historischer Ungenauigkeiten als bedeutendes Denkmal für das Wirken Oskar Schindlers.
Schlüsselwörter
Schindlers Liste, Oskar Schindler, Holocaust, Krakau, Ghetto, Amon Göth, Zwangsarbeit, Judenrettung, Filmanalyse, Sequenzanalyse, Zweiter Weltkrieg, Nationalsozialismus, Polenfeldzug, Biographieforschung, Itzhak Stern
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit analysiert den Film „Schindlers Liste“ auf filmischer und historischer Ebene und untersucht die Person Oskar Schindler sowie die realen Umstände der Rettung jüdischer Menschen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Filmstruktur, der Geschichte der Krakauer Juden während der NS-Besatzung, der Biografie Oskar Schindlers und der Analyse seiner Handlungsmotive.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, welche realen historischen Hintergründe hinter dem Mythos der „Schindlers Liste“ stehen und welche Motive den Unternehmer Schindler dazu bewegten, Juden unter Einsatz seines Lebens zu retten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine Kombination aus einer strukturierten Filmanalyse (insbesondere Sequenzanalyse) und einer historisch-kritischen Untersuchung auf Basis von Literaturquellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Filmanalyse, einen historischen Überblick über den Polenfeldzug, die Lebensumstände im Krakauer Ghetto und die Analyse der Lebensgeschichte sowie der Rettungstaten Schindlers.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Schindlers Liste, Holocaust, Krakau, Zwangsarbeit, Amon Göth, Oskar Schindler, Nationalsozialismus und historische Analyse.
Wie bewertet der Autor die Rolle des „roten Mantels“ im Film?
Das Mädchen mit dem roten Mantel wird als zentrales Symbol beschrieben, das für Schindler den Übergang von der Wahrnehmung einer gesichtslosen Masse hin zum Verständnis individueller menschlicher Schicksale markiert.
Wie steht es um die historische Korrektheit der „Liste“ im Film?
Der Autor stellt fest, dass die filmische Darstellung der Listenerstellung durch Diktat an Itzhak Stern historisch kaum möglich war; in der Realität handelte es sich um einen viel komplizierteren Prozess über einen längeren Zeitraum.
Welche Rolle spielte Marcel Goldberg?
Goldberg wird als eine der geheimnisvollsten Figuren beschrieben, der als Personalschreiber im KZ Placzow Zugang zu den Transportlisten hatte und freie Plätze auf diesen Listen gegen Wertgegenstände verkaufte.
- Arbeit zitieren
- Dan Arodovsky (Autor:in), 2013, Filmanalyse von "Schindlers Liste" und Betrachtung der historischen Hintergründe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301097